Frage von thedarkduscher, 80

Maximaler Wert eines KFZ?

Hallo, ich frage mich schon seit längerem, ob es in Deutschland einen Maximalwert für Autos gibt mit denen man im Straßenverkehr teilnimmt. Ich hatte folgendes Szenario im Kopf:

Person A hat eine KFZ Haftpflichtversicherung, die einen Schaden von max. €5 Mio. abdeckt.

Person B hat ein Auto mit einem Wert von €8 Mio.

Person A verursacht (nicht-fahrlässig) einen Unfall mit Person B und es entsteht einen Totalschaden.

Es sollte nun ja irgendeinen maximal-Wert geben bis zu dem man sich absichern muss um "sorgenfrei" sein zu können. Person A hat ja sein bestes gegeben um sich abzusichern und kann nichts dafür wenn Person B mit einem so wertvollem Auto im Straßenverkehr teilnimmt.

Es würde ja auch reichen wenn irgendwo in der StVO steht, dass man bei unverhältnismäßig hohem Wert des KFZ keine Vollständige Entschädigung mehr Verlangen kann.

Ich hoffe es fällt jemandem etwas zu dieser doch sehr theoretischen Frage ein :D

(Und ja ich stelle mir ständig solche Fragen)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Genesis82, 18

Also zunächst: Jeder hat das Recht mit einem Auto am Straßenverkehr teilzunehmen, egal wie hoch der Wert des Fahrzeugs ist.

Sollte ein Fall wie von dir beschrieben eintreten, dann muss der Unfallverursacher den Unfallgegner entschädigen. Reicht die Deckungssumme seiner Versicherung dafür nicht aus, haftet er mit seinem eigenen Vermögen.

Um so einen Fall möglichst nicht entstehen zu lassen, versichert man sein Auto am besten nicht mit der gesetzlichen Mindestdeckung sondern "unbegrenzt". Sehr viel wahrscheinlicher als einen Sachschaden zu verursachen, der über der gesetzlich vorgeschriebenen Deckungssumme liegt, ist die Wahrscheinlichkeit bei Personenschäden. Stell dir nur mal vor, du verursacht einen Unfall, bei dem ein Reisebus beteiligt ist und 10 oder mehr Menschen werden für Jahrzehnte zum Pflegefall...

Antwort
von MoechteAWissen, 11

Hey thedarkduscher,

deine Frage ist vollkommen berechtig.

Die Versicherungssummen im KFZ-Bereich sind stellenweise
absurd. Es gibt diverse Höchstgrenzen. Insbesondere bei Personenschäden.

Google sollte dir die Höchstgrenzen liefern können.

Viel Spaß beim suchen

Antwort
von SirKermit, 31

Die Frage ist alles andere als theoretisch, einer der teuersten Autounfälle lag um die 30 Millionen Euro: die Wiehtalbrücke

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/wiehltalbruecke-prozess-um-deutschlands-teuer...

"Gummersbach - Ein Jahr nach dem wohl teuersten Autounfall
Deutschlands hat am Mittwoch der Prozess gegen den mutmaßlichen
Verursacher begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 26-jährigen
Mustapha A. vor, am 26. August vergangenen Jahres ohne Führerschein und
unter Drogeneinfluss mit seinem Pkw auf der Autobahnbrücke Wiehltal
einen Tanklaster von der Fahrbahn gedrängt zu haben.

Der mit 32.000 Litern Benzin und Diesel beladenen Lkw war von der Brückein die Tiefe gestürzt und in Flammen aufgegangen. Der 34-jährige Fahrer kam dabei ums Leben. Die viel befahrene Autobahnbrücke wurde durch dasFlammeninferno stark beschädigt. Die Reparaturkosten werden auf mehr als 30 Millionen Euro geschätzt. Die Staatsanwaltschaft legt dem26-jährigen Angeklagten unter anderem fahrlässige Tötung und Fahren ohne Führerschein zur Last. "

Wobei solche dicken Dinger absolut selten sind, aber wenn, dann ist man froh über eine hohe Deckungssumme.

"Es würde ja auch reichen wenn irgendwo in der StVO steht, dass man bei
unverhältnismäßig hohem Wert des KFZ keine Vollständige Entschädigung
mehr Verlangen kann."

Nein, das wäre völlig irrsinnig, denn es geht ja nicht nur um den Wert des Autos.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Versicherung, 51

Die Mindestdeckungssumme ist ausreichend, um jeden "Sachschaden" abzusichern.

Die hohen Deckungssummen sind bei Personenschäden wichtig.

Antwort
von Fraganti, 21

Die heute übliche Deckungssumme von KFZ-Haftpflichtversicherungen liegt bei 100 Millionen €. Deine Frage hat daher wirklich keinen Sinn und Zweck. 

Kommentar von nurromanus ,

Das ist wohl richtig. Gesetzlich vorgeschrieben ist aber bloss:

Die Minimaldeckung für Personenschäden liegt danach bei 7,5 Millionen Euro, für Sachschäden bei einer Million Euro und für anderweitige Vermögensschäden beträgt die gesetzliche Deckungssumme 50.000 Euro.

Kommentar von Fraganti ,

Und? Die wirst keine Versicherungsgesellschaft finden, die so niedrige Werte zum Vertragsbestandteil macht. 

Es brauchte z B. auch nie Gesetz für ABS in PKWs. Die Hersteller boten ab 1994 einfach keine PKWs ohne ABS mehr als Neuwagen an. 

Es bedarf keiner neuen Einträge in Gesetzbüchern, wenn der Markt es selbst längst geregelt hat. 

Antwort
von NamenSindSchwer, 10

Für alles was über die Versicherungssumme hinaus geht, haftet der Verursacher halt mit seinem eigenen Vermögen.

Antwort
von Tellensohn, 40

Salue

Ein Totalschaden entsteht nur dann, wenn die Reparaturkosten höher wären, als der Wert des geschädigten Wagens.

In meiner Berufspraxis wurde da ein Fall bekannt, wo ein reicher Liebhaber sich einen Rennwagen gekauft hat, der nur noch aus einem Haufen Blech bestand. Der damals bekannte Rennfahrer ist bei diesem Unfall, mit hohen Tempo, ums Leben gekommen.

Der Wagen wurde komplett wieder aufgebaut, die Bleche wurden wieder verwendet. Natürlich stecken da einige tausend Arbeitsstunden von Spezialisten dahinter. Der Spass hat mehr als 1 Million Schweizer Franken gekostet.

Bei Deinem Bespiel heisst dies, dass dieser extrem teure Liebhaberwagen erst ein Totalschaden ist, wenn die Reparatur mehr als 8 Millionen Euros kosten würde. 5 Millionen Euros reichen also in jedem Fall.

Bekannt wurde vor vielen Jahren aber ein Fall in Frankreich. Ein Citroen 2CV Fahrer (Ente) hatte einen so unglücklichen Unfall, bei dem er die Schiene an einem Bahnübergang so beschädigte, dass der Zug entgleiste und eine Brücke zum Teil mitriss. Der Schaden lag bei mehreren Millionen Franc. Personen sind aber keine zu Schaden gekommen.

Es grüsst Dich

Tellensohn  

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