Frage von oxBellaox, 115

Mauer/Zaun Mexiko/USA besteht bereits seit Jahrzehnten?

Dieser Grenzzaun steht ja bereits seit Jahren o. Jahrzehnten. Also scheint es generell ein Problem dort mit den Mexikanern zu geben. Es wurde also nicht von D. Trump neu erfunden wie einige jetzt behaupten.

Was für ein Problem haben die USA mit Mexiko genau?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Unsinkable2, Community-Experte für Politik, 28

Was für ein Problem haben die USA mit Mexiko genau?

Geschichtlich betrachtet ist Mexiko der "Schmuddelkind-Nachbar", mit dem man die eigenen Kinder nicht spielen lassen darf. Man gibt den Mexikanern bis heute all die Attribute, die man auch in Deutschland verschiedenen Nachbarn gibt: Sie klauen, sie betteln, sie stinken, sie sind faul, sie ...

In der Moderne ist Mexiko überdies die Landverbindung zu den "Drogen-Ländern", wie Kolumbien, etc. Und die Grenze liegt zu großen Teilen in extrem dünn besiedelten Gebieten; ist also "praktisch nicht vorhanden".

Dazu kommt, dass das Freihandelsabkommen mit Mexiko (NAFTA) Seiteneffekte hatte, die für starke Ablehnung in der US-Bevölkerung sorgen: Etliche US-Konzerne haben im Zuge des Abkommens ihre Produktionsstätten nach Mexiko verlegt: Weniger Lohnforderungen, praktisch keine Gewerkschaften, kein Streikrecht, praktisch keine Arbeitsschutz-Auflagen, noch weniger Arbeitnehmerrechte, noch weniger Umweltschutz-Auflagen. 

Das führte dazu, dass mehrere Hunderttausend Arbeitsplätze von den USA nach Mexiko abwanderten. Ganze Kommunen, die nur einen großen Arbeitgeber hatten, sahen sich plötzlich grassierender Arbeitslosigkeit ausgesetzt, ... "weil die bösen Mexikaner ihnen die Jobs wegnahmen".

Und nicht zuletzt gilt der alte politische Grundsatz: "Wenn du deine inneren Probleme nicht lösen kannst oder willst, dann lenke von ihnen ab. Dazu brauchst du einen äußeren Feind, den du benennen und dem du ein Gesicht geben kannst."

Es wurde also nicht von D. Trump neu erfunden wie einige jetzt behaupten.

Nein, natürlich nicht. Diese Behauptung ist Teil der Propaganda, die derzeit betrieben wird. 

Dazu bedient man sich der Rhetorik, dass der bestehende ZAUN ja eigentlich keine MAUER sei; Trump aber von einer MAUER spreche; also offensichtlich "neu bauen" wolle. Doch das ist propagandistischer Brei: Trump spricht von einer "Mauer", weil dieser Begriff - auch bei den Deutschen - "mehr Sicherheit" assoziiert, als ein "Zaun", den man umgangssprachlich für "löchrig und durchlässig" hält.

Gucke es dir an. So sieht der "Zaun" heute aus (und nein, das hat nicht Trump gebaut):

Die aktuelle befestigte Mauer (mit allem, was die Berliner Mauer auch kannte) wurde unter Ronald Reagan begonnen und unter allen folgenden Präsidenten - auch unter Bill Clinton und Barack Obama - weiter befestigt und ausgebaut.

Und an ihr sterben JEDES JAHR mehr Menschen, als in 40 Jahren insgesamt an der Berliner Mauer. Auch unter Bill Clinton. Auch unter Barack Obama.

Trump will also nichts anderes machen, als alle Präsidenten vor ihm: Er will diese Mauer weiter befestigen. Vor allem unterirdisch, denn Schlepper und Schmuggler bauen seit Jahrzehnten bevorzugt Tunnel unter dem Zaun. Und die sind teilweise bis zu 500 Meter lang, reichen also weit hinter den Bereich, den man von US-Seite aus mit automatischen Sicherungsanlagen (Kameras, Infrarot-Sensoren, Flutlicht, etc.) bewacht.

Die einzige Alternative wäre "noch mehr Grenzschutz-Personal". Doch das kostet auch noch mehr. Und das Geld hat man einfach nicht...

Antwort
von Geraldianer, 29

Grenzanlagen gibt es schon ewig. Auf dem Foto von mir siehst du vorn den alten, im Hintergrund den neueren Zaun. Da kommt man zwar drüber, aber die nächste Straße ist 60 Meilen, der nächste Ort 150 Meilen entfernt. Manchmal findet man in der Wüste verdurstete Flüchtlinge.

Die Straße im Vordergrund ist in Mexiko. Die Kosten für einen Bau von amerikanischer Seite wären astronomisch hoch und natürlich absolut sinnfrei.

Die Wähler von Trump haben wohl auch weniger Angst vor den Illegalen. Es geht in Wirklichkeit um Möglichkeiten der Einbürgerung. Dann werden sie in den USA zum Mindestlohn bezahlt und werden zur Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt.

Antwort
von Gaskutscher, 55

Der Zaun welcher jetzt steht -> nicht über die ganze Grenze und auch löchrig wie ein guter Käse.

Guter Mexikaner (oder Pole): Ist illegal in den USA und arbeitet schwarz.

Schlechter Mexikaner (oder Pole): Ist illegal in den USA und arbeitet schwarz.

Je nachdem ob man Arbeitgeber oder Arbeitnehmer ist. Wieso da auch Pole steht -> einfach mal nachschlagen wer den so an den trump'schen Bauten so mitgewirkt hat. :)

http://time.com/4465744/donald-trump-undocumented-workers/

Da die Grenze nicht wirklich überwacht werden kann -> ideal für illegale Einwanderer, welche ihr Glück in den USA versuchen wollen.

Was Herr Trump verzapft hat: Er will eine Mauer bauen, welche unüberwindbar ist. Jetzt wird von ihm zurückgerudert.

https://de.wikipedia.org/wiki/Grenze\_zwischen\_den\_Vereinigten\_Staaten\_und\_...

Dort ist auch nachzulesen das aktuell eine negative (!) Zuwanderung besteht. Sprich: Es verlassen mehr Mexikaner (legal oder illegal) das Land als in die USA (legal oder illegal) kommen.

Daher war bzw. ist das Argument mit dem Zaun als Schutz gegen Einwanderung von Mexikanern fraglich. Dafür kommen andere Einwanderer aus anderen Mittel- und Südamerikanischen Nationen.

Kommentar von oxBellaox ,

ja aber diese Grenze bestand ja schon vor Trump. un Einwanderer sind ja erstmal prinzipiell nichts Schlechtes, wie wir seit ca. 1 Jahr wissen ;)

Kommentar von Gaskutscher ,

Die Grenze besteht noch viel, viel länger. Die Problematik ebenso.

Zuerst angeworben und dringend benötigt, jetzt sind sie überflüssig und sollen abgeschoben werden.

Könnte man also - ebenso polemisch (spiegelt also nicht meine Meinung wider) wie Trump formuliert - auch in Deutschland anwenden: Dein Großeltern oder Eltern sind aus Polen, der früheren Sowjetunion, der Türkei oder gar aus Asien? Raus mit dir wenn du nur Hartz IV beziehst!

Das Familien (bzw. Teile davon) illegal teilweise schon in der 3. Generation in den USA leben und arbeiten -> wird dann eben ausgeblendet.

Antwort
von FuHuFu, 22

Es gibt einen Zaun auf einer Länge von 1100 km. Die Grenze insgesamt ist etwa 3200 km lang. Der Zaun ist jetzt schon mit Nato-Draht und Fahrzeugbarrieren gesichert und wird automatisch mit Drohnen aus der Luft überwacht.

Das erste Problem das die USA mit illegalen Einwanderern haben, ist natürlich, dass sie auf den US-Arbeitsmarkt drängen. Das Problem wird mit einer Mauer nicht wirklich behoben. Denn es gibt ja in den Grenzstaaten über 10 Millionen legale Einwanderer. Und viele werden zu illegalen Einwanderern, weil sie Verwandtenbesuche machen und dann abtauchen. Von denen kommt keiner heimlich über die Grenze. Da hilft eine Mauer nicht so viel. 

Das größere Problem ist, dass im Norden von Mexiko Mafia-Banden, Drogenkartelle und Menschenhändlerringe das Sagen haben. Die Regierung von Mexiko hat das Land nicht mehr unter Kontrolle. In den Städten Tijuana und Ciudad Juárez geschehen jährlich 1600 Morde, weil sich dort Banden gegenseitig bekämpfen. Von dort aus schwappt natürlich auch eine Welle der Kriminalität und der Gewalt in die USA über. 

Trump hat ja auch seine Wahlkampfforderung dahingehend relativiert, dass er nur noch diejenigen illegalen Latinos abschieben will, die wegen Bandenkriminalität, Droge- oder Gewaltdelikten in den USA straffällig geworden sind. Das wären 2-3 Millionen Menschen. Trump ist damit auf die Linie von Obama eingeschwenkt, der auch in seiner Amtszeit etwa 3 Millionen illegale Einwanderer hat abschieben lassen.

Antwort
von neuhier111, 71

von den 3000 km Grenze sind 1000 mit einem Zaun gesichert,  über die restlichen 2000 km kommen täglich zigtausende illegale Einwanderer

Kommentar von oxBellaox ,

aber sie kommmen ja, weil es möglich ist, dort zu arbeiten.

Kommentar von Nightlover70 ,

Dann wird es ja Zeit das mal dicht zu machen.

Wenn die illegal kommen - muss ein Staat das unterbinden.

Kommentar von oxBellaox ,

so wie bei uns?

Kommentar von Gaskutscher ,

Kriegsflüchtlinge kann man nicht mit Wirtschaftsflüchtlingen vergleichen.

Kommentar von oxBellaox ,

bei uns entpuppen sich auch immer mehr als wirtschaftsflüchtlinge. Vor allem wären ihre reichen islamischen Bruderländer näher bei der Flucht gewesen, als Deutschland. Nur die lassen sich nicht so abmelken wie wir z. B.

Könnte es daran liegen, dass die Amis sich haben Jahre lang einlullen lassen, so wie einige jetzt hier in Deutschland momentan?


Antwort
von juergen63225, 16

die grenze ist im wesentlichen schon ziemlich gut kontrolliert. In einsamen Gegenden genügen ja Strassen auf den Patrouliiert wird - ausserdem kommen gar nicht mehr so viele, und die meisten kommen mittlerweile legal, Familienzusammenführung gibts auch in USA, und wenn ein Bauunternehmer Arbeitskräfte braucht .. dann gibts auch legale Möglichkeiten.  

http://www.spiegel.de/politik/ausland/usa-mehr-mexikanische-auswanderer-als-einw...

Antwort
von heynewbie, 31

Trumps Problem sind die über 11 Million Illegalen im Land. Er möchte diese alle ausweisen und mit der Mauer verhindern, dass sie wieder herkommen. Ob das sinnvoll ist, ist eine ander Frage. Beispielweise arbeiten viele Illegslen Mexikaner in Kalifornien und ernten für wenig Geld Felder. Wären diese jetzt alle weg, gäbe es zwar mehr Arbeitsplätze für Einheimische, allerdings würden diese sich die Arbeit mit dem 10fachen bezahlen lassen, ergo der Bauer geht pleite oder die Produkte werden teurer. Alles nicht ganz unproblematisch machbar war der Herr Trump da vor hat. Es gibt auch Wüste zwischen den VSA und Mexiko, es ist sehr schwer dort einen Zaun, geschweige denn eine Mauer zu bauen. Der Sand verlagert sich. Auch an anderen Stellen mit Sumpf o.Ä. ist ein Mauerbau nicht einfach und auch extremst kostspielig. Ich für meinen Teil glaube nicht, dass es überhaupt zu einer Erweiterung der Mauer kommt.

Antwort
von joheipo, 31

Die USA haben mit Mexiko ein ähnliches Problem wie wir hier mit Albanern, Kosovoleuten usw.: Wirtschaftsflüchtlinge.

Mexiko gilt gegenüber den USA als arm. Es ist ein "Schwellenland" mit einer sich erst in der Entwicklung befindlichen Industrialisierung.

Daher versuchen viele Mexikaner, in den USA ihr Glück zu machen und illegal in die USA einzureisen.

Deshalb und auch zur Unterbindung des Drogenschmuggels wurde bereits in den 90er Jahren der Grenzzaun gezogen. Wie von Dir bereits geschrieben, ist das keine Erfindung von Donald Trump.

Antwort
von PatrickLassan, 40

Das Problem an sich hat Trump nicht erfunden, eine populistische und wahrscheinlich unpraktikable Lösung dafür aber schon.

Kommentar von Gaskutscher ,

Als Adjektiv passt auch »utopisch«.

Antwort
von NanMadol, 6

Das Problem ist, dass viele Mexikaner illegal in die USA einwandern. Viele davon hoffen einfach nur auf ein besseres Leben, da man in den USA normalerweise besser verdient als in Mexiko. Manche werden aber auch kriminell. Ausländerfeindliche Populisten wie Donald Trump Spielen diese Sache so hoch, dass manche gleich denken, alle Mexikaner, die in die USA einwandern, seien Kriminelle. Das ist wahrscheinlich schon eine Art Vorurteil gegenüber der Mexikaner, so wie zum Beispiel manche in Deutschland denken, dass alle Polen, die nach Deutschland kommen, das nur täten um "unsere Autos zu klauen".

Kommentar von oxBellaox ,

nein, sie kaufen sich hier eher Grundstücke, die sich viele Deutsche gar nicht mehr leisten können ;)

Antwort
von SirPeterGriffin, 41

Illegale Einwanderung .... Aber nicht nur mit Mexiko, sondern auch mit anderen Ländern und deren Landsleuten, die die Grenze  illegal überqueren.

Kommentar von oxBellaox ,

aber sie finden ja jobs. also könnte man da ansetzen und die Arbeitgeber bestrafen, die sie einstellen

Kommentar von SirPeterGriffin ,

Was denkst du was die machen? Däumchen drehen?

Kommentar von oxBellaox ,

na müssen sie ja bis jetzt, wenn Trump sofort so reagiert .....

Kommentar von SirPeterGriffin ,

das mussten sie vorher auch, bevor die blonde orange Präsident wurde.

Kommentar von oxBellaox ,

was spielt Trumps Äußeres hier jetzt eine Rolle?

Kommentar von SirPeterGriffin ,

keine.

Kommentar von striepe2 ,

Dann ist Tump einer der ersten Arbeitgeber, der bestraft werden muss. Er hat viele illegal am Bau beschäftigt und sie noch nicht einmal bezahlt. Wer aufmuckte, wurde "entsorgt"

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