Frage von LoveWaffel, 43

Mathestudium an der Fachhochschule?

Auf der Uni wird im Mathestudium hauptsächlich nur Beweise durchgeführt und kaum was berechnet. Ich möchte gerne wissen, ob das auf der FH auch der Fall ist? Dort hat man im Mathestudium mehr Praxisbezug und dann denke ich, dass man dort viel rechnen müsste oder? Hat jemand die Erfahrung gemacht? Danke für die Antwort!

Antwort
von eddiefox, 12

Hallo!

Vor langer Zeit habe ich Freunden, die an der FH studierten (Ingenieurstudiengang), bei der Vorbereitung ihrer Matheklausuren geholfen. 

Soweit ich mich richtig erinnere, kamen da keine Beweise vor. Es wurden Grenzwerte von Folgen und Reihen berechnet, mit Vektoren, Geraden und Ebenen im Raum rumgerechnet, Skalar- und Kreuzprodukt von Vektoren, Lösungen von Differentialgleichungen, also alles Aufgaben, die Theoreme aus den Vorlesungen anwendeten. Beweise kamen da nicht vor. 

Wie das heute gehandhabt wird, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, aber ich vermute mal dass sich da nicht viel geändert hat.

Ich hoffe Du bekommst noch Antworten von Leuten die heute studieren.

Grüsse

Kommentar von LoveWaffel ,

Danke Danke dir für die schnelle Antwort!

Kommentar von eddiefox ,

Gerne, es freut mich, dass dir meine Antwort was gebracht hat. Und vielen Dank für das Kompliment! Es ist mein allererstes hier. :-)

Kommentar von LoveWaffel ,

Hei ist etwas länger her aber ich hätte da noch eine kleine Frage an dich. Ich hoffe du könntest mir helfen. Würdest du sagen, dass mathe auf der Fh leichter ist als Mathe an der Uni?

Kommentar von eddiefox ,

Hallo, kein Problem, gerne.

Ja die Mathe ist auf jeden Fall einfacher als an der Uni. Aber es ist trotzdem ein Druck und die Mathe ist schwerer als auf der Schule.

Durch meine Freunde damals habe ich gesehen, dass Mathe für viele eine Hürde ist.

Das größte Problem fand ich (ist jetzt meine persönliche Meinung, man müsste mal erfahren, wie die Studenten an der FH das sehen) ist der Zeitdruck: in kurzer Zeit viel Zeug in den Kopf rein und bei den Klausuren wieder raus. Bei den meisten Fächern im Ingenieurstudiengang geht das nur, wenn man den Stoff einigermaßen verstanden und Aufgaben geübt hat.

Erschwerend hinzu kommt, dass die angehenden Ingenieure an der FH dauernd Klausuren schreiben. Ich als Außenstehender und Mathestudent fand das einschüchternd. Aber ich gehe davon aus, dass die Betreuung ok ist. Wenn man immer da ist und alles mitmacht, im Rhythmus drinbleibt und alle Hilfsangebote nutzt, dann wird das schon gehen.

Wahrscheinlich werden die Theoreme in den Vorlesungen auch bewiesen, zumindest teilweise, aber Beweise muss man nicht verstehen oder können. Man muss das Bewiesene in Aufgaben anwenden.

So ein bisschen wie die p-q-Formel bei quadratischen Gleichungen. Man wendet sie an und rechnet Lösungen aus, oder man findet, dass es keine Lösung gibt. Die "p-q-Formeln" sind dann halt komplizierter, aber es bleiben Formeln.

Eines der Bücher für den Ing-Studenten an der FH war "der Bronstein", eine mathematische Formelsammlung.

https://www.amazon.de/Taschenbuch-Mathematik-Ilja-N-Bronstein/dp/3817120052/ref=...

Ein Buch voller Formeln, für Physik, Mechanik, Mathe, Chemie, Statik. Die Formeln werden angewendet. Beweise stehen da keine drin.

Wenn Du dich für einen Studiengang stark interessierst, dann würde ich dir raten es zu versuchen. Mathe wird vielleicht nicht einfach sein, aber das geht vielen so, 2/3 oder 3/4 oder noch mehr und die packen das auch.

Das Erfolgsrezept ist viel arbeiten und das regelmäßig. Wenn man ab und zu in einer kleinen Gruppe von netten Leuten arbeitet, dann macht sogar Mathe Spaß. Man entwickelt seinen Galgenhumor, hilft sich gegenseitig und zischt nach getaner Arbeit zusammen ein Bier. :-)

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