Frage von CaseOfInterest, 79

Mathematik an der Universität oder Fachhochschule studieren?

Hallo,

Ich studiere momentan ein Ingenieurstudium an einer Universität und habe durch die höhere Mathematik ein starkes Interesse an "reiner" Mathematik bzw. Mathematik im allgemeinen entwickelt. Speziell interessiert mich eigentlich die angewandte Mathematik, vor allem die Stochastik und Statistik. Daher wollte ich kommenes WS eigentlich normal Mathematik an der gleichen Uni beginnen und dann einen Master in Statistik machen.

Jetzt habe ich mal interessehalber an einer FH, die in der selben Stadt ist, geschaut, ob man denn da auch Mathematik studieren kann und es gibt dort auch einen Studiengang.

Beide sind sich recht ähnlich, An a ly sis I-III, Lineare Algebra etc. Nur ist es an der FH natürlich schon angewandter. Inwieweit die Vorlesungsinhalte ähnlich sind bzw. ob man an der FH auch viel beweist und theoretisch agiert (was ich hoffe) weiß ich nicht.

Beruflich wäre mein Ziel etwas im Bereich der Datena n a lyse zu machen. Daher bin ich auch froh, wenn das Studium praktische Informatikinhalte bietet, was in der Hinsicht für die FH sprechen würde.

Da ich das anwendungsorientiert machen will, bin ich nicht sicher, ob eine universitäre Mathematikausbildung passend dafür ist. Wenn dann würde ich auch nur dort den Bachelor machen und daraufhin einen Master in Statistik.

Vielleicht gibt es ja ein paar, die Erfahrungen in dem Bereich haben und mir bei der Entscheidung helfen können.

Antwort
von Joshua18, 17

Deine Überlegungen sind für einen Job in der Wirtschaft vielleicht nicht verkehrt, jedoch sind diese Stellen recht rar gesät.

Das Hauptbetätigungsfeld liegt doch eindeutig an den Schulen und Hochschulen. Da das Fach an den Schulen (Gymnasien) ein absolutes Mangelfach ist, hättest Du auch mit einem Uni-Master noch ganz gute Chancen als sogenannter Quereinsteiger. FH-Absolventen werden hingegen gar nicht oder nur äusserst selten genommen.

Ein noch grösseres Betätigungsfeld sind jedoch die (Fach-) Hochschulen. Professor an einer solchen Institution kann man nur nach einer Promotion werden (Habilitation ist dort nicht nötig !). Du kannst aber leider an einer FH erst gar nicht promovieren. Mit einem Bachelor von der FH auf einer Uni noch einen Master draufzusetzen ist äusserst schwierig, da der FH-Bachelor eben nicht wissenschaftsorientiert ist.

Es gibt mittlerweile über 17000 Fh-Studiengänge in Deutschland und Mathematik ist in sehr vielen Bereichen vertreten. Mit Mathe-Doktoranden kann man jedoch nicht gerade die Strasse pflastern !

Antwort
von Schachpapa, 40

Mathe in der Schule und Mathe in der Uni haben NICHTS miteinander zu tun. Vom Schulstoff kannst du vielleicht die ersten 6 Wochen zehren, danach ist das durch und du lernst nur noch neues. Satz Beweis Satz Beweis. Wenn du über dein bisheriges Studium schon weißt, was dich in Mathe an der Uni erwartet und es dir liegt, dann mach es an der Uni.

Kommentar von CaseOfInterest ,

Ich hab doch gesagt, dass ich schon an der Uni studiere. Aber Ing. Mathe /=/ Mathe Mathe ^^. Ich will ja in die angewandte Mathematik und da stellt sich für mich die Frage ob FH Mathe oder Uni Mathe. Klar ist für mich, dass ich in die Statistik gehen möchte.

Antwort
von epkt2015, 58

Das würde ich abhängig machen von der Abiturnote. Hattest du beim Abi die Note 1 in Mathe Leistungskurs, würde ich sagen, versuche  es an der Uni Mathe zu studieren. Bei einer 2 oder 3 oder wohlmöglich noch nicht einmal Leistungskurs, würde ich davon abraten.

Kommentar von CaseOfInterest ,

Das ist ein bisschen kompliziert. In der Schule hatte ich Null Interesse an der Mathematik, hatte es aber im LK und war im dreier Bereich (hab aber auch nichts dafür getan). An der Uni hab ich in Höhere Mathematik gute Noten, 1,7 und 2,0 gehabt. Vom demher ist das recht offen und gehörte damit zu den Besten 10% die das überhaupt bestanden haben. Trotzdem ist reine Mathematik ja was anderes, wie rechnen.

Kommentar von epkt2015 ,

Ich hatte an der Uni Maschinenbau studiert und fand Mathe schon schwer, obwohl ich beim Abi Leistungskurs hatte und mit 10 Punkten (Note 2) erreichte. Mich interessierte Mathe sehr, Integralrechnung, Kurvendiskussion und Vektorrechnung war ich eigentlich gut vorbereitet, aber an der Uni hatte ich dann Probleme mit den Aufgabenstellungen und meinem Vorstellungsvermögen. Ein Freund studierte Mathe an der Uni, die Aufgaben verstand ich überhaupt nicht mehr, wo es um n-dimensionale Vektorräume ging und spezielle Beweise mathematischer Regeln usw.

Kommentar von CaseOfInterest ,

Ich habe mir auch schon Aufgaben aus dem Mathematikstudium angeschaut und es sieht schon komplexer aus. Dennoch gibt es in den Prüfungen z.B. Ana I und II auch "normale" Rechenaufgaben, gemischt mit ein paar "beweise" und "zeigen" sie Sätzen. In HM1 und HM2 haben wir auch die gleichen Definitionen und Sätze verwendet, wie in den Mathematikbüchern, bloß hat man sich nicht auf die Beweise konzentriert.

Kommentar von epkt2015 ,

Mach doch was du willst und was du meinst. Wirst ja dann sehen wie du zurecht kommst. Kannst ja dann wieder wechseln wenn du nicht weiter kommst und bei Klausuren durchrasselst. Dann kannst du sagen, dass du´s wenigstens probiert hast.

Kommentar von CaseOfInterest ,

Was ? ;-) Ich bin mir ja grade nicht sicher, ob bei meinem Ziel (Master Statistik) es besser wäre das über FH Mathe oder Uni Mathe zu tun.

Kommentar von epkt2015 ,

Wenn du´s etwas anwendungsbezogener und leichter haben möchtest, entscheide dich für FH. Ansonsten Uni: Ist wissenschaftlicher, theoretischer, schwerer und ermöglicht noch den Doktor, falls du auch noch promovieren möchtest.

Kommentar von CaseOfInterest ,

Für den Statistik Master würde ich auch zurück zu einer Uni gehen. Und ja, ich kann den auch mit FH-Mathe Bachelor machen. Habe ich schon gecheckt

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