Mathe und physik?

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8 Antworten

Der wesentliche Unterschied ist:

  • Mathematik ist eine exakte Wissenschaft (genauer: sie ist die einzig wirklich ganz exakte).
  • Physik aber ist eine Ingenieur-Wissenschaft.

Der wesentliche Unterschied ist folgender:

Wenn ein Mathematiker feststellt, dass ein gegebenes Problem keine Lösung hat, nimmt er das als akzeptable Antwort und hört auf, weiter über das Problem nachzudenken.

Ingenieure (und auch Physiker) reagieren ganz anders: Sie modifizieren in so einem Fall die Problemstellung so, dass der Beweis der Nicht-Existenz einer Lösung hinfällig wird.

Mit anderen Worten: Mathematiker und Ingenieure bzw. Physiker arbeiten mit grundsätzlich anderer Zielvorstellung. 

Der Physiker Martin Bäker hat es mal so formuliert: "... sind Physiker/innen aber immer etwas schludrig, das stimmt schon. Physik ist halt keine axiomatische Wissenschaft ".

Man kann das negativ oder positiv sehen - je nachdem, welche Zielvorstellung von der Genauigkeit der Wissenschaft, die man da betreibt, hat und als wie unantastbar man die Details der Problemstellung sieht.

Ich persönlich fand die Mathematik einfacher, 

  • da dort immer ganz klar ist, was wahr oder falsch oder einfach noch nicht gelöst ist
  • Auch war mir nicht gegeben, bei allzu kompliziert werdenden Rechnungen die optimale Stelle zu erkennen, an der man Ungenauigkeit in Kauf nehmen muss, wenn man überhaupt zu einer Lösung kommen möchte.
  • Desweiteren ist das Studium der Physik bis hin zum Master ja ein Studium der Experimentalphysik - ein Studium also, bei dem es um ganz unglaublich viele Details geht, die systematisch in meinem Kopf anzuordnen mir einfach nicht gelang.

Anderen Personen wiederum liegt eher das ingeniermäßige Denken: Sie haben ein Gefühl, wie viel Ungenauigkeit man in Kauf oder nicht in Kauf nehmen darf. Für dies Begabung bewundere ich sie uneingeschränkt.

Zu welcher der beiden Kategorien von Denkern du gehörst, musst du eher selbst herausbekommen.

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Kommentar von grtgrt
24.01.2016, 19:06

Nebenbei noch: Was Mathematiker als fast unerträglich empfinden, ist die "schlampige" Sprechweise der Physiker

Ich selbst habe lange Zeit darüber nachgegrübelt, wie es sein kann, dass eine Erbse uns als von endlicher Ausdehnung erscheint, aber doch eine de-Broglie-Welle sein kann. Endliche Ausdehnung -so war mir klar - impliziert, dass die Welle ein Wellenpaket sein müsste. Wie aber kann sie dann eindeutige Wellenlänge haben?

Gelöst hat sich für mich dieses Rätsel erst, als mir jemand sagte: Ja, es ist richtig: Die de-Broglie-Welle ist ein Wellenpaket, aber wenn Physiker damit rechnen, berücksichtigen sie stets nur den ersten - den dominanten - Term der Fourier-Entwicklung dieses Wellenpakets; den ganzen Rest (unendlich viele kleinere Beiträge zum Wellenpaket) ignorieren sie einfach.

http://greiterweb.de/spw/de-Broglie-Welle.htm

Ein anderes Beispiel ist Einsteins Summenkonvention: Eine Kurznotation, die einfach nur verwirrend ist und Mathematiker zur Verzweiflung bringen kann (selbst Penrose, ein weltweit bekannter theoretischer Physiker, schreibt, dass diese Notation auch ihn oft verwirre; sie habe sich aber so etabliert, dass man damit leben müsse). Mathematikern bricht das fast das Herz ...

... dieser und vieler anderer Ungenauigkeiten der Physiker wegen gelingt es uns Mathematikern kaum, Forschungspapiere der theoretischen Physiker, die viele Formeln enthalten, noch zu verstehen.

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Nein. Das Physikstudium beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Physik und dementsprechend gibt es auch praktische Anteile, die man mit Experimenten im Labor verbringt. Mathematiker machen keine physikalischen Experimente, sofern sie sich nicht mit Physik als Anwendungsfach bewusst dafür entscheiden.

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Kommentar von weiblichundso
23.01.2016, 21:30

würdest du aber sagen das der aufbau gleich ist? zB mathematische aufbau etc gibts in physik ja auch gerade im ersten semester und ist dass das so auch in mathe?

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Nein. Muss man schon differenzieren und es gibt doch recht große Unterschiede

Ich hoffe ich konnte dir helfen und meine Antwort war hilfreich für dich. 

Wissensdurst84

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Kommentar von weiblichundso
23.01.2016, 21:22

kannst du das vllt mehr erläutern?

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Kommentar von Ninombre
23.01.2016, 21:37

Da treibt jemanden wohl das Punktesammeln an die Tastatur. Diese Antwort kommt dem Inbegriff von nichtssagend schon ziemlich nahe...

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Naja, wenn Du die beiden Fächer mit ganz anderen Studienfächern wie Sprachen/Jura/BWL vergleichst, sind sie sich natürlich im Verhältnis ähnlich, aber doch ganz unterschiedliche Fächer.

Kurzzitat aus Wiki: Die Physik ist eine Naturwissenschaft und untersucht die grundlegenden Phänomene in der Natur. [...] Die Arbeitsweise der Physik besteht in einem Zusammenspiel experimenteller Methoden und theoretischer Modellbildung.

Da wird vielleicht nachvollziehbar, dass Mathematik für die Physik eine große Rolle spielt. Trotzdem ist bei Physik Mathe nur ein Werkzeug, nicht das eigentliche Ziel.

Umgekehrt: Mathematik wird zwar auch in anderen Naturwissenschaften benötigt, ist aber eine Wissenschaft für sich mit wesentlich mehr Teilgebieten, also bspw. in der Physik benötigt .

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Falls du dein Mathestudium abgebrochen hast dann lass die Finger von Physik. Physik ist am anfangs nur Mathematik.

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Kommentar von weiblichundso
24.01.2016, 04:47

würdest du sagen das physik schwerer ist...

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Ich hab nen Kumpel der Physik studiert. Ich selber studier Mathe. In Physik gibts Praktika, mit Versuchen und so Zeugs. In Mathe gibts nur Theorie.

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Kommentar von weiblichundso
23.01.2016, 21:24

aber so von Theorie würdest du sagen, wäre gleich? Also vom aufbau...

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Kommentar von weiblichundso
23.01.2016, 21:32

ich meine den inhaltstoff

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Nein. Natürlich ist die Physik sehr mathematisch (man sagt ja auch, die Mathematik sei die Sprache der  Physik). Trotzdem sind die Studieninhalte sehr  unterschiedlich. 

Physik ist eine Naturwissenschaft - das Wesen einer Naturwissenschaft ist die Überprüfbarkeit (genauer: die Widerlegbarkeit) der Theorien durch Experimente. 

Mathematik ist eine Geisteswissenschaft, genauer eine Strukturwissenschaft. Da geht es allein um logisches Schließen. In der Mathematik interessiert es zunächst nicht, ob die mathematischen Konzepte Realität beschreiben oder nicht. 

Auch wenn die Physiker einiges an mathematischen Vorlesungen besuchen müssen, die beiden Fächer sind schon sehr verschieden. 

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Heyy :D 

Nein, es ist schon ziemlich anders. 

Physik ist mehr das "existierende" mathematik das "abstrakte" aber Rechnen also bzw Mathe können solltest du bei beiden Fächern

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Kommentar von weiblichundso
23.01.2016, 21:26

also würdest du sagen der aufbau ist schon gleich?!

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