Frage von jasmina26, 31

Mathe Schwäche erwaschen?

Hallo,

Ich bin selber betroffen - seit der ersten Klasse begleitet mich meine Rechenschwäche schon - es wurde aber nie festgestellt bzw immer gesagt ich solle mich doch mehr anstrengen, usw. das übliche halt.

Im alltäglichen Leben schränkt mich das meistens ziemlich ein. Ich lasse wenn möglich lieber meine Mutter an der Kasse bezahlen, schon bei kleinen Rechenaufgaben wie z.B. 8+5 zähle ich und brauche meine Finger :( Es war mir immer peinlich, ist es immer noch. Da ich bald mit meiner Ausbildung anfange als Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte habe ich angst das ich es nicht schaffe. (werde Sonntag 20 ;))

Hat jemand oder gibt es Erfahrungen von Erwachsenen hier? Bitte keine Beleidigungen!!

Liebe Grüße

Antwort
von Tasha, 11

Ich würde versuchen, eine Diagnose zu bekommen (Psychologe?). Und dann recherchieren, wie man sich trotzdem verbessern kann.

Sehr oft liegt der Schwäche auch ein Kreislauf aus Versagen (unterschiedliche Gründe, z.B. Grundlagen in der Schule versäumt, falscher Unterricht, Beschämung durch Lehrer etc.) und mangelndem Üben bzw. verpasstem Unterricht zugrunde. Man hat nie gelernt, in dem Bereich entspannt mit ausreichend Zeit zu üben. In der Schule wurde z.B. bei mündlichem Rechnen immer der Schnellste drangenommen, so dass man lernte, statt zu rechnen sein Versagen (zu langsames Rechnen) zu überspielen oder vertuschen oder gar nicht erst zu rechnen sondern nur Angst zu haben vor der Blamage. 

Also: Üben! Aber systematisch! Fange mit den Fingern an, mache jeden Tag kleine Aufgaben, versuche es dann ohne Finger. Wende dich an einen Therapeuten für Kinder mit Matheschwäche und frage ihn nach einem Plan zur Verbesserung deiner Fähigkeiten und gelegentlichen Einzelstunden. Es muss aber jemand sein, der auf diesem Gebiet spezialisiert ist. 

Ich war auch lange schlecht im Rechnen, habe statt zu rechnen immer Angst gehabt, zu langsam zu rechnen. Dann traf ich zufällig auf eine Seite, auf der man unter anderem Matheaufgaben lösen sollte und übte jeden Tag (memocamp). Die ersten Wochen war ich sehr schlecht und konnte die Additionsaufgaben nicht vor Ende der 5 min lösen. Dann war sehr viel falsch. Nach und nach wurde ich besser. Ich habe das dann auf Ehrgeiz jeden Tag für ein halbes Jahr geübt. Anfangs habe ich schnell die Seite geschlossen nach Ende der Aufgabe, weil ich mich sogar vor mir selbst geschämt habe! So tief saß der Gedanke, dass ich mich schämen muss, wenn ich nicht schnell genug rechne! Später merkte ich aber, dass ich nach und nach besser wurde!

Suche auch mal nach Büchern über Rechentricks, alternative Rechenmethoden (vedische Mathematik, Zahlenmagie etc.) und prüfe, was für dich passt.

Faustregel: Laaange in Ruhe üben! Ohne Stress und ohne Zeitdruck!

Testen, ob es dann nicht besser wird!

Ich habe bei geistig behinderten Kindern, die jahrelang keine Förderung erhielten, erlebt, dass Dinge, die sie "nicht verstehen konnten" wie z.B. Uhr lesen doch noch gelernt werden konnten - aber sehr langsam, kontinuierlich, jeden Tag über Monate oder Jahre hinweg! Aber sie konnten es, sie konnten es nur nicht so schnell wie die anderen!

Nimm für bestimmte Aufgaben erst mal die Finger, das ist keine Schade, solange du dich überhaupt mit der Aufgabe befasst! Hole dir dann Rat, wie du nach und nach ohne Finger zurecht kommen könntest, jedenfalls für bestimmte Aufgaben. Multiplikation z.B. "können" die meisten nicht, sondern sie haben das kleine Einmaleins auswendig gelernt. Sie rechen nicht, sie rufen Auswendiggelerntes ab!

Antwort
von Apfel2016, 4

Du wirst es schwerer haben als andere. Aber an sich darfst du einen Taschenrechner benutzen, du musst halt nur die Formeln verstehen.

Du solltest ganz schnell einen Jugendpsychologen aufsuchen und dir das ganze bestätigen lassen. Dann kannst du mehr Zeit für Prüfungen und Klausuren beantragen.

Allerdings musst du auch üben und das seeeeehhhrrr viel mehr als andere. Mein Bruder hat eine starke Legasthenie, aber durch langes lernen und eine spezielle Nachhilfe kann er sehr gut damit umgehen und hat im Alltag nur wenig Probleme dadurch. Du solltest nicht deine Mutter vorschicken, sondern lernen zB allein zu bezahlen. Es sind kleine, aber wichtige Schritte.

Mein Bruder hat sich immer sehr gegen das Lesen gewehrt und wollte das wir bestimmte Dinge erledigen, das haben wir aber nicht gemacht. Wir haben ihn ab einem bestimmten Alter sogar allein Einkaufen geschickt mit einem Zettel, damit er lesen muss.

Du musst dich mit deiner Schwäche auseinander setzen und etwas dagegen tun. Sich drauf auszuruhen und andere Leute diese Dinge machen lassen ist der falsche weg. Es kann schon helfen Lernhefte für Grundschüler zu kaufen und zu bearbeiten, damit eine Routine reinkommt.

Antwort
von SchmuckmausShop, 5

Hallo, was Du beschreibst könnte tatsächlich eine anerkannte Rechenschwäche sein, nämlich die sog. Dyskalkulie (ähnlich wie die Rechtschreibschwäche bei Legasthenikern). Dies sollte zunächst einmal festgestellt werden und dann kannst Du eine individuelle Förderung bekommen, die Dir Fortschritte erlaubt und Unterstützung bietet. Und auch der psychische Druck wird ggf. gemindert. Gerade im Hinblick auf Deinen Berufswunsch könntest Du es Dir so deutlich erleichtern.

Ich selber habe mal (vor sehr vielen Jahren) an der Erstellung eines Tests für dieses inzwischen anerkannte(!) Krankheitsbild mitgearbeitet. Kenne es also nicht durch mich selber, aber habe Kinder mit dieser Erkrankung getestet.

Lass Dich vielleicht einfach mal beraten z. B. beim Bundesverband für Legasthenie und Dyskalkulie e.V.


Antwort
von Schachpapa, 11

Ist das der richtige Beruf?

Wenn jemand z.B. farbenblind ist, kann er auch nicht Pilot werden.

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