swissdog am 06.09.2009 um 11:38 Uhr
Ich bin Patentante einer sehr materialistischen Nichte (wird 12), die ich seit über 3 Jahren nicht mehr gesehen habe. Sie ist die Tochter aus 1. Ehe meines Bruders. -Wir wohnten weiter weg und kamen ca 2x im Jahr in die Gegend, in der sie auch lebt, zu Besuch. Sie wollte uns aber nicht sehen/ hatte kurzfristig es wichtiger gefunden ins Kino oder einkaufen zu gehen. Es gab jedes (!) Jahr eine Karte und kleines Geschenk/ Gutscheine zum Geburtstag & Weihnachten von mir. Sie hat sich dann über andere bedankt, aber nie selbst gemeldet, obwohl sie alle Adressen & Tel hatte. Mir stinkt's jetzt. Ich habe keine Lust mehr die 'blöde Tante' zu sein, auf deren Geschenke man sich verlassen kann. Sie hat den Kontakt auch zu ihrem Vater abgebrochen, der seinersteits ebenfalls genug von den Launen seiner entfremdeten Tochter hat. Die leibliche Mutter lebt zum 2. Mal in Scheidung, mit dem Stiefvater verstand sich meine Nichte sehr gut. Jetzt überlege ich, ob ich über meinen Schatten springen soll und ihr doch noch eine Kleinigkeit (nur zum Geburtstag) schenken soll, damit sie (mitten in der Pubertät; ja, schon mit 12!) wenigstens jemanden hat, den sie ansprechen kann, sollte es in den kommenden Jahren mal Schwierigkeiten geben. Oder lass ich es ganz/ nur Karte oder schicke ich ihr noch 1 letztes Geschenk und schreibe eine Karte (was soll ich da drauf schreiben?). Versteht Ihr was ich meine?
Ich kenne einen ähnlichen Fall. Da habe ich geraten, diesmal nur eine Karte mit Glückwünschen ohne Geschenk zu schicken. Wenn plötzlich das erwartete Geld fehlt, muss die zu beschenkende Person bei Interesse mal nachfragen. Wenn du ganz mutig bist, kannnst du ja schreiben, dass keine Resonanz in der letzten Zeit kam und du das Geld für arme Kinder gespendet hast.

Ja, schreib ihr eine Karte, dass sie sich gerne melden darf, wenn sie Lust hat, dass du dann mit ihr Eis essen gehst und wenn ihr euch öfter seht, dass man sich dann gegenseitig auch wieder was schenken kann. Aber SO nicht. Du bist nicht ihr Geldbaum, den sie eh nie gießt. :P
ganz meine meinung
Mikrofon am 6. September 2009 11:48 Exakt & DH! Das Leben besteht aus Geben UND Nehmen - Yin und Yang. Einseitige Balancen sind doch nur Banane.
Ich würde ihr einen lieben Brief schreiben und dazu einen Gutschein für 1 Mal gemeinsames shoppen, wenn sie dich das nächste Mal besucht
Zuneigung erkaufen? Nee danke.
Annemaus85 am 6. September 2009 11:48 Das hat nichts mit erkaufen zu tun. Wenn das Mädchen aber wirklich Interesse an einem gegenseitigen Austausch hat, ist das doch eine gute Idee. Ich habe auch eine Nichte, die 12 ist. Es würde mir das Herz brechen, wenn die mich nicht lieb haben würde...
kochstuebchen am 6. September 2009 12:01 warum das Herz brechen? Wenn sie keine Gefühle rüber gibt, kann sie keine erwarten. Sie ist zwölf, kein dummes Kind mehr.
swissdog am 6. September 2009 12:03 gefühle gibt es zwischen uns nicht. sie ist mir fremd

In dem Alter kann ihr Verhalten noch nicht böse gemeint sein. Also verzeih ihr und mach weiter wie gehabt, schließlich machst Du die Geschenke nicht, weil Du eine Gegenleistung erwartest, oder? :-)

von mir würde sie nichts mehr bekommen, lasse sie links liegen.
Annemaus85 am 6. September 2009 11:41 Sie ist ein Kind, hallo? Vielleicht kann man mit dem Mädchen einfach mal sprechen. Wenn Kinder materialistisch sind, sind sie meistens nicht selbst dran schuld.
Mikrofon am 6. September 2009 11:47 Kind zu sein ist kein Freibrief für alles! Mit 12 Jahren muss/soll sie zumindest den Anstand haben sich persönlich zu bedanken, wenn sie sich schon nicht so meldet. Swissdog hat absolut Recht!
Annemaus85 am 6. September 2009 11:54 Aber was, wenn man es nie gelernt hat? Woher soll sie es wissen? Sowas ist IMMER Erziehungssache, wenn man noch so jung ist.
Ich finde auch, bei einem Geschenk bedankt man sich, egal wie alt man ist.
swissdog am 6. September 2009 11:58 eben, seh ich auch so. zumindest eine karte oder ein email. lief immer indirekt über andere, nie direkt an mich. war mir nur nicht sicher, da sie den kontakt zu allen abgebrochen hat, ob ich ggf 'noch für sie da sein' sollte.... sie kennt mich genausowenig wie ich sie...
Annemaus85 am 6. September 2009 11:59 Versteht ihr überhaupt, was ich euch damit sagen will? Wenn ihr selbst es als Kinder nicht gelernt hättet, woher hättet ihr mit 12 (!) wissen sollen, wie man sich ordentlich verhält. Allein die chaotischen Familienverhältnisse reichen aus, damit so ein Kind nen Knacks kriegt. Mir tut das Mädchen leid.
swissdog am 6. September 2009 12:02 du hast recht: das materialistische, verlogenen hat sie von der mutter. dafür kann sie nichts. mit 12 hat sie perfekt gelernt leute zu manipulieren. dennoch weiss man in dem alter, das man sich bedankt. es klappt bei den ganzen omas & opas ja auch....
Annemaus85 am 6. September 2009 12:08 Dann liegt ihr offenbar nicht viel daran. Vielleicht bringt es was, wenn du ihr lediglich einen Brief schreibst, ohne Geld oder Geschenke. Und erwähne, dass wenn sie sich nicht meldest, du dich auch nicht wieder melden wirst.
Mikrofon am 6. September 2009 12:11 Das Wort Danke und wann es gebraucht wird, lernen ALLE Kinder. Wenn nicht daheim bei den Eltern, dann spätestens in der Schule. Und der Clou daran: es kostet dem Kind gar nichts, maximal etwas Überwindung.
Und wenn diese Überwindung nicht stattfindet, dann kann wenigstens die Mutter kurz anrufen und sich bedanken. Die brechen sich beide keinen Zacken aus der Krone.
An deiner Stelle würde ich ihr etwas kleines schenken mit einer Karte, auf der draufsteht, wenn sie Probleme hat, soll sie dich anrufen. Du bist immer für sie da. Das Kind kann nicht dafür, es wurde von der Mutter falsch erzogen

"Du bist inzwischen zu alt für materielle Geschenke, darum beschenke ich Dich in Zukunft nur noch mit meinem Rat und meiner Hilfe, wenn Du sie brauchst." Vielleicht versteht sie sogar und redet mit Dir darüber...
soust am 6. September 2009 11:44 Auch nicht schlecht!
swissdog am 6. September 2009 11:53 Finde deine antwort auch super - leider kann ich nur 1 HA vergeben...
RuleBritannia am 6. September 2009 11:55 Kein Thema, die HA ist nicht die Motivation für meine Antworten... ;-)

Mein Patenonkel hat mir zur Kommunion und zum 18. Geburtstag etwas größeres geschenkt. Ansonsten gab es nur einen Anruf.
Das find ich auch völlig ok - denn schließlich besteht der Sinn einer Patenschaft nicht im Geschenke verteilen, sondern darin, dass Du die Verantwortung über das liebe Kind übernehmen kannst, wenn den Eltern etwas zustoßen sollte.
Schenk ihr ein Päckchen Sonnenblumensamen mit dem Buch "Der kleine Prinz" oder etwas ähnlich wenig "materialistisches".
:-)

Wie wäre es denn, wenn Du sie mal für ein paar Tage oder übers Wochenende zu Dir einlädst? Ein Kind verändert sich ja stark, wer weiß, vielleicht ist sie zugänglicher geworden? Am Ende dieses Besuches könntest Du ihr dann ein kleines Geschenk mitgeben. Wenn sie kein Interesse an einem Besuch oder sonstigem Kontakt zeigt, dann schreib ihr doch einfach eine Geburtstagskarte, und belasse es dabei.

Würde ihr nur noch eine Karte schicken.
Kurz und knapp alles Gute wünschen.
Wenn sie die "blöde Tante" zu nichts anderem als Geschenke braucht, kannst Du darauf verzichten.
Materialistisch ist man zudem nicht von Geburt an, sondern wird dazu gemacht.

Das kann ich gut nachvollziehen. Je nachdem, was du bei deinem "letzten" Versuch investieren willst, würde ich ihr entweder einen lieben Brief mit deiner Handynummer schreiben, oder ein Billighandy mit ca.10,- Guthaben und deiner Nummer schicken... Dann hat sie es selbst in der Hand... ;D

Ich kann Deinen Ärger verstehen, nur muss ich Dir sagen, dass Kind wurde so erzogen. Wenn die Eltern des Kindes nicht da drauf achten das sich das Kind bedankt, lernen die Kinder es kaum. Schicke eine Kartze und gut, sollte Dich da drauf jemand ansprechen, dann sagst Du, als Patentante möchte ich auch mal mein Patenkind sehen und mich mit ihm unterhalten, ich bin nicht nur zum Geschenke kaufen da. Du machst schon das Richtige.
swissdog am 6. September 2009 12:04 Danke ;o) !!!
das habe ich letztes Jahr zu ihrem Geburtstag gemacht. Am Telefon hat sie sich dann bei meinem Bruder beschwert/ es komisch gefunden... Hatte ich vollkommen vergessen, diesen Zwischenfall...;o)
Dann soll sie sich doch beschweren. Was sagt denn dein Bruder dazu? Der wird dir doch mit Sicherheit zustimmen. Aber ganz ehrlich, bei dem von dir beschriebenen Verhalten (du nimmst dir Zeit, sie geht ins Kino)sollte kein Geld mehr beiliegen.
mein bruder hat sich die letzten 10 jahre den popo für sie aufgerissen und versucht kontakt zu halten (nachdem seine ex ein sehr abwechslungsreiches leben führte). er hat alles gestoppt und meinte ich solle tun, was ich wollte, unabhängig von ihm.
ich finde deinen rat übrigens super!!!! Danke!!!!
Hab noch eine Idee. Wenn dein Bruder sich jahrelang erfolglos bemüht hat, Kontakt zu halten, lade ihn am Geburtstag seiner Tochter zum Essen ein. Dann hat er wenigstens an dem Tag etwas Spass.