Frage von LimeSquare, 75

Masturbation als Traumaunterdrückung?

Hi,

Nehmen wir an jemand hat ein Trauma erlebt indem er extrem hilflos war. Nun bekommt er immer wieder sexuelle Fantasien die in Bezug zu dem Trauma stehen aber diesmal in den Fantasien man selber nicht hilflos ist und die Macht hat. Wenn dieser Jemand auf solche Fantasien extrem masturbiert, dann fühlt er sich dann viel entapannter und besser aber nach einiger Zeit kommt alles hoch und es wird unerträglich, einmal durch die Erinnerung und aufkommende Hilflosogkeit aber auch durch den sexuell-emotionallen Druck der dann wiederum dazu führt dass diese Person auf die Fantasien masturbiert und damit der Teufelskreis von vorne beginnt. Was kann die Person dagegen machen? Mittlerweile ist der Druck so stark dass die Person kaum noch das Bett verlassen kann bzw. Rausgehen und selbst um sich zu bewegen oder zu reden extrem wenig kraft hat und eine dauernde emotionaler Schock im Kopf (wie wenn der Kopf sich wie aus watte anfühlt). Kann das jemand nachvollziehen? Oder hat jemand eine Idee was man da machen könnte? Wenn die Person es wirklich mal schafft 1-2 Tage nicht zu masturbieren, dann ist die Unruhe bzw. dieser emotionale erregungszustand im kopf weg aber er ist trotzdem extrem schwerfällig und erschöpft und irgendwann wird die lust einfach zuviel.

Antwort
von anjaundco, 22

Hallo,

ich denke, dass solches oder ähnliches Verhalten gar nicht so selten ist. Traumafolgen sind vielfältig. Der Körper steht unter Dauerstress zu jeder Zeit und masturbieren ist einer der Wege, um den Wechsel  Anspannung/Entspannung und vielleicht auch ein "rauskommen" aus Zuständen zu erreichen. (z.B. kann das auch Selbstverletzendes Verhalten), was erst mal hilfreich sein kann.

Es kann aber auch sein, dass Retraumatisierung durch "wiederholen" des Traumas stattfindet. 

Eine Möglichkeit kann sein herauszufinden, welche anderen Handlungen hilfreich sein können um vielleicht den Wiederholungszwang teils abzulösen. Vielleicht helfen hier Skills?

Wenn die ambulante Therapie nicht reicht zur Zeit, dann gibt es noch die Möglichkeit der stationären Traumatherapie. In der Regel geht es da dann nicht direkt um das Trauma, sondern um das Stabilisieren und z.B. erlernen von Skills. Vielleicht ein Weg gerade? Leider haben entsprechende Kliniken oder Stationen meist ziemlich lange Wartezeiten, aber vielleicht hast du Glück?

Alles Gute!

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