Frage von Tobbecottbus, 65

Maschinanbau-Studium sehr schwer?

Hey, ich bin Schüler in der 10. Klasse eines Gymnasiums, so langsam mache ich mir gedanken was ich nach dem Abi machen werde, z.b. Studium oder Ausbildung, klar erstmal Abi machen aber die Lehrer fragen ja immer was man mal machen will und ich wollte mich mal langsam festlegen. Habe vom Maschinenbaustudium von ner Lehrerin gehört aber im Internet gelesen dass dieses sehr schwer sein soll bzw. die Abbrecherqoute sehr hoch ist. Letztes Halbjahr war ein Studium für mich noch kein Thema, hatte auf 9/2 Zeugnis nen 3,4er Schnitt, Mathe-4, Physik-3, Chemie-4,Informatik-3. Dann kam mein Praktikum und mir ist richtig bewusst geworden wie sehr wichtig mir es ist, später etwas technisches zu machen. Naja, vor nem Monat gabs ja Zeugnisse.. Nun in 10/1 hab ich nen 2,6er Schnitt, Mathe-2(1,8), Physik-2(2,0), Chemie-2, Informatik-3(2,6). Chemie bin ich mir nicht mehr so sicher was ich für Schnitt hab :D meine letzte Arbeit war aber volle Punktzahl. Naja und Englisch war ich 9. Klasse schon auf 2 aber jetzt auf 3 da ich am Anfang des Jahres 4 Wochen krank war und in Klassenarbeit 4 hatte, hab in Englisch im Moment glatt 2,5. Fächer die ich garnicht kann sind Deutsch-3(3,4) und Sorbisch-4(3,8) (2.Fremdsprache bei uns an der Schule, wie Polnisch). Hinzufügen will ich noch dass ich in Kl. 11/12 Mathe/Chemie/Englisch als LK und Physik als 1. Freiwilliges Fach und Info als 2. Freiwilliges Fach, anders gehts in Brandenburg leider nicht, also ich wähle keins der 5 "wichtigen" Fächer ab, solange Info und Physik kombiniert werden können, kann dank der Brandenburgischen Regeln da auch da Probleme geben. So meine Lehrerin sagte dass das MB-Studium NC-frei ist weil ja Physik und Mathe nicht so viel machen wollen, dann hab ich von den hohen Abbrecherquoten gehört und sie nochmal gefragt, sie meinte darauf dass dadurch dass es ein NC-freier ist so die Schüler mit 4,0 Abi oder gar kein Abi nur mit Wehrdienst oder FÖJ Maschinenbau machen um ne "Ausrede fürs Amt" zu haben, gibt ja für junge leute kein Hartz-IV. So jetzt meine Frage an euch, ich will ja nicht rumerzählen dass ich Maschinenbau machen will aber dann später doch nicht weil ichs nicht schaffe oder so... deshalb möchte ich mal jetzt wissen vlt. von jemand der das Studium schon durch hat, ** ob die hohen Abbrecherquoten wirklich an Faulheit liegen oder weil die Anforderungen zu hoch sind.**Mit dem Lernen hab ich noch einiges, also sehr viel :D, an Spielraum, nett wäre vlt. so noch ein Notendurchschnittsziel im Abi. Und als letzte Frage, habe auf einer Seite noch was von Kreativität gelesen,** ist das wirklich so notwendig?** Hab Darstellendes Spiel (Schauspielkunst) als Fach und da bin ich kaum kreativ, ich weiß nicht ob man dass so vergleichen kann ^^. Könnte mich da ja noch steigern wenn das Nötig ist :)

Liebe Gruße, Tobias

Expertenantwort
von Hamburger02, Community-Experte für Physik, 27

Ob das schwer oder leicht ist, kommt drauf an. Ich fands anspruchsvoll aber nicht überfordernd.

Deine Noten werte ich so, dass du die naturwissenschaftlichen Fächer auf die Reihe kriegst, wenn du lernwillig bist. In der Klassenstufe war ich kurz am Durchfallen vorbei wegen hartnäckiger Faulheit. Dafür hatte ich aber viel Spass. Wenn du jetzt anziehst und den Oberstufenstoff auf Zweierniveau beherschst, sollte das reichen. Deine Fächerwahl ist jedenfalls schon mal gut.

Studieren kann man das auf klassischem Uniniveau oder an Fachhochschulen. Da gibt es gar nicht wenige Standorte in Deutschland. Gerade im Osten sind da die Möglichkeiten auch gar nicht schlecht. In Brandenburg gibt es auch eine TH.

Nach meiner Einschätzung ist der häufigste Abrechergrund eine grundsätzliche Fehleinschätzung. Die neuen Studenten erfreuen sich ihrer studentischen Freiheit und genießen gerne mal das Leben. Dann reicht es in einem Fach mal nicht und man versiebt eine Klausur. Macht nix, man hat ja eine Wiederholungsklausur. Beim Nachlernen kommen dann die aktuellen Sachen zu kurz und es kommt die nächste Wiederholungsklausur und so wird der Berg immer größer, den man vor sich herschiebt und der aktuelle Stoff wird immer mehr vernachlässigt. Die typischen Killerfächer sind Mathe und Mechanik.

Wenn man sich allerdings darauf einstellt, die ersten 4 Semester wirklich intensiv zu lernen und auf vieles an Freizeit zu verzichten, hat man so solide Grundlagen, dass dann der Rest kein Problem mehr ist. Und je länger es geht, umso mehr Freitraum gewinnt man. Dann kommt der Spass an dem was man in der Uni und der Freizeit macht, weil es dann in die Wahlfächer geht..

Der Vorteil bei einem Dipl.-Ing. liegt darin, dass es ein enorm breit gestreutes Tätigkeitsfeld gibt, sodass jeder seine Nische findet. Mit Schauspiel kannst du in den Vertrieb gehen, ohne Kreativität wirst du Prüfingenieur beim TÜV. Wer gerne tüftelt und viele Ideen hat, hat in Deutschland viele High-Tech-Firmen mit Entwicklungsabteilung. Auch im Ausland sind deutsche Ingenieure gerne gesehen. Aber der größte Vorteil: Ingenieure werden nach wie vor gesucht und ordentlich bezahlt.

Antwort
von GrafTypo, 17

Bei mir liegt diese Entscheidung schon 38 Jahre zurück, darum ist mein Beitrag vielleicht nicht mehr auf dem neuesten Stand.

Ich habe nach der 10. Klasse Gymnasium auf ein technisches Gymnasium gewechselt, mit dem Berufswunsch Ingenieur. Dort hatte ich Technik als Pflicht-Hauptfach und zusätzlich einige Praxis-Nebenfächer (diverse Werkstätten, technisches Zeichnen etc.). Ganz allgemein wurden die technisch-naturwissenschaftlichen Fächer höher bewertet und auch intensiver gelehrt als z. B. Sprachen. Wenn du schon weißt dass du diese Richtung einschlagen willst, dann ist es nicht schlecht. Du bekommst dann bereits vor dem Studium einige Grundlagen vermittelt.

Mir war nach dem Abitur klar, dass aus mir nie ein guter Techniker wird. Also bin ich danach umgeschwenkt auf einen anderen Beruf. Aber dafür war das TG eben auch gut: danach wusste ich sicher, dass Technik nichts für mich ist, und konnte es abhaken.

Antwort
von Tiggels, 19

Du bist in der 10. Klasse und schaffst es nicht einen Text so zu formatieren, dass der Leser eventuell einen besseren Überblick hat und nicht sofort die Lust verliert ihn zu lesen?

Aber zum Thema, ja es gibt Unis bei denen das MB-Studium keinen NC hat, dementsprechend voll ist es da auch (>1000 Erstsemestler). Aus diesem Grund wird im Grundstudium sehr stark gesiebt, und einige merken, wenn sie Glück haben, früh, dass das nicht der richtige Studiengang ist. Wenn über 60% Mathe 1 beim ersten Versuch bestehen ist das schon ein sehr gutes Ergebnis.

Problematisch ist, dass an der Uni mit sehr hohem Tempo neuer Stoff durchgegangen wird, mit der Schule kann man das nicht vergleichen. Wer da nicht wirklich die Übungen macht und die Vorlesungen nacharbeitet, der wird schnell merken, wie schwer es ist Stoff aufzuholen. Wobei das aber im ersten Semester nicht so viele Vorlesungen betrifft. Man muss sich selber engagieren und bekommt das Wissen nicht mehr so gemütlich beigebracht wie in der Schule. Generell kann man sagen, dass im Grundstudium der Stoff immer anspruchsvoller und komplizierter wird, sehr viel Freizeit bleibt einem da nicht.

Sollte man das Grundstudium überstanden haben, dann wird der Studiengang sehr viel angenehmer. Die Themen werden interessanter und man hat Spaß am Studium, aber, wie gesagt, die Grundlagen sind anspruchsvoll.

Kreativität braucht man nicht wirklich, aber man muss in der Lage sein Probleme zu analysieren und Lösungen zu finden (Hauptstudium).

Du kannst dir mal diesen Youtube-Channel anschauen, der Professor ist so freundlich und lädt seine Vorlesungen dort hoch.

Mathe 1:

https://www.youtube.com/playlist?list=PL9txSunocNHgQo4MzXtaZgUQ9Vu0XP6KH

Antwort
von Adelsche, 25

Hallo Tobias,

finde ich toll, dass Du Dir schon so zeitig Gedanken um das Studium machst und finde, dass es bei Eignung einer Ausbildung vorgezogen werden sollte.

Maschinenbau ist eine sehr gute Wahl. Klar wird es nicht immer einfach sein, aber bitte, es ist ein Hochschulstudium! Deine Lehrerin scheint die Lage an der Hochschule gut zu kennen. Vertrau Ihr. Wo willst Du studieren? Staune, dass es da  keinen NC gibt bei Maschinenbau.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community