Martin Luthers Zwei-Reiche im Zusammenhang mit der Ständegesellschaft?

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2 Antworten

Ich versuchs Dir einmal zu erklären. Luther teilte diese Welt in zwei Bereiche auf - den weltlich-politischen Bereich (Regiment) und den religiös-kirchlichen Bereich (geistliches Regiment). Der Gedanke Luthers dabei - das weltliche Regiment ist dazu da um dem Bösen Einhalt zu gebieten. Er folgerte daraus, dass die Christen das weltliche Regiment gar nicht brauchen, sondern sich freiwillig unterordnen. Die Obrigkeit ist aus diesem Grunde von Gott eingesetzt und gewollt.

Das geistliche Regiment (Predigtamt und Sakramentsverwaltung) sollte sich nicht in die Politik einmischen und selber regieren wollen.(Staatskirchengedanke in einer weitergehenden  Form) - das nennt er eine Vermischung der Zwei-Reiche-Lehre.

Im Prinzip ist die eine Trennung von Staat und Kirche. In den vergangenen Jahrhunderten hat die römisch-katholische Kirche immer wieder versucht unangemessen politisch Einfluss zu nehmen (Investiturstreit im 11. Jahrhundert).

Du könntest dieses Thema folgendermaßen aufdröseln:

- Grundgedanke der Zwei-Reiche-Lehre;

- Die ZRL bei den Kirchenvätern und Kirchenlehrern wie Augustin;

- die ZRL im 19. Jahrhundert und wie das teilweise mißbraucht worden ist;

- die ZRL in der Confessio Augustana;

- die ZRL bei Zwingli und Calvin bei den Reformierten, bzw im Calvinismus;

- die Gedanken der ZRL in der Barmer Erklärung von 1934;

- die ZRL in den Kirchen der DDR;

- die ZLR heute in unserer Gesellschaft im Verhältnis von Kirche und Staat;

Noch zum Schluss eine Anmerkung zu Luther und den Bauernkriegen.

In die Ständegesellschaft wurde man hineingeboren und blieb bis zu seinem Tod in diesem Stand. Nach damaliger Weltsicht war das natur,- und gottgegeben und nicht hinterfragbar.

Luther lehnte nicht die Forderungen der Bauern ab, sondern diese exzessiven Gewaltorgien während dieses Konfliktes. Hätten sich die Bauern durchgesetzt, die eine Form von Gewalt wäre durch eine andere ersetzt worden.

Eindringliches Beispiel die französische Revolution mit dem Terror der Jakobiner.

Den Bauern fehlte eine kluge politische Strategie, bzw. eine besonnene Führung - das war die innere Tragik der Bauernaufstände..

viel Erfolg

LA

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Martin Luther war gegen den Aufstand der Bauern. 

Er fand, dass sich die Bauern nicht gegen ihre Fürsten auflehnen durften.

Er war selbst nicht gerade aus einem überaus gut betuchten Elternhaus, aber er hatte adlige Sponsoren. 

Was eventuell seine Haltung im Bauernkrieg erklärt. 

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