Frage von kathygs38, 117

Markabere Witze im Job unter Kollegen. Darf der Arbeitgeber kündigen , wenn er zufälliger Weise in der Nähe ist und mithört?

Habe vorhin mit meiner Mutter einen Spielfilm angeschaut , wo ein Mann einen markaberen Witz herausgelassen hat . Und zwar : ,, Was ist 20 Meter lang und stinkt nach Pisse ? " Antwort : ,, Polonaise im Altenheim " . Zuerst haben wir uns kaputtgelacht , aber danach wurde uns klar , das dieser Witz auf gut Deutsch ganz schön markaber war. Was würde einem Mitarbeiter ( egal ob Pflege oder Hauswirtschaft ) passieren , wenn er vor den Kollegen in der Pause oder noch schlimmer , während der Arbeitszeit , solche Witze heraushaut und der Chef und andere Vorgesetzte hören das mit und sogar ein paar Heimbewohner? Darf der Arbeitgeber kündigen ? ( mit Kündigungsfrist oder fristlos ? ) oder reicht da nur eine Abmahnung ? Und was geschieht mit diesem Arbeitnehmer beruflich und finanziell ?

Antwort
von PeterSchu, 64

Kündigen kann ein Arbeitgeber schon, aber es ist die Frage ob die Kündigung vor einem Arbeitsgericht Bestand haben würde.

Eine Kündigung darf nur das letzte Mittel sein, um Probleme im Arbeitsverhältnis zu lösen. So gesehen müsste man annehmen, dass zuerst eine Abmahnung angebracht wäre. Ich könnte mir also durchaus vorstellen, dass eine solche Kündigung vom Arbeitsgericht als ungerechtfertigt betrachtet werden würde, sofern keine anderen negativen Auffällligkeiten hinzukommen.

Man müsste aber auch dringend erwarten, dass ein Mitarbeiter nach einer Abmahnung auf solche Geschmacklosigkeiten verzichtet.

Antwort
von EvoRevolution, 56

Eine Kündigung erfolgt nur dann wenn ein Vertragsbruch besteht..
.
Und solange du dir in diesem moment nicht der Folgen bewusst warst ist es kein direkter angriff gegen jemandem...Witze sind ein umstrittenes Rechtsfeld zwischen Diskriminierung und Meinungsfreiheit..kommt ganz darauf an wie hoch in diesem moment deine Urteilsfähifkeit war und ob du eine Gruppe mitgezogen hast oder nicht...

Kommentar von Messkreisfehler ,

Wenn Du einen Arbeitgeber öffentlich extrem beleidigst wäre das z.Bsp. ein Kündigungsgrund ohne das es dabei zu einem "Vertragsbruch" gekommen ist. Auch ein Diebstahl am Arbeitsplatz wird wohl kaum über einen Vertrag geregelt sein. Insofern muss eine Kündigung nicht mit einem Vertragsbruch einhergehen.

Antwort
von Messkreisfehler, 31

Eine fristlose Kündigung ist m.E. in dem Fall nicht gerechtfertigt, aber sehr wohl eine Abmahnung. Im Wiederholungsfall wäre es also durchaus möglich den Arbeitnehmer zu kündigen.

Antwort
von annisimoni, 45

Verpacke es mit den Worten: "Das war ein Böhmermann" - dann darfst du in Deutschland ALLES sagen.

Kommentar von Nightstick ,

Eben NICHT - wie man gesehen hat...

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