Gestern unterhielt ich mit einer 88-jährigen Frau aus dem Sudetenland. Heimatvertrieben.
Sie hatte 13 !! Kinder. Und sagte mir, dass sie es überhaupt nicht verstehen kann, dass die Menschen heute keine oder nur 1 Kind haben wollen. Dabei hätte es sie unendlich viel schwieriger gehabt. Ihr Mann war im Krieg, dann Kriegsgefangener. Sie musste den Bauernhof alleine bewirtschaften und dann zum Schluss die Heimat mit den Kindern verlassen. Ein Kind wurde auf der Flucht geboren. Entbehrungen, Not, Hunger und vieles mehr.
Und heute? Wieso bekommen die Deutschen so wenig Kinder? Ich konnte es ihr wirklich nicht erklären. Könnt ihr das?? Ich sehe sie heute wieder, vielleicht kann ich ihr Antworten bringen..
Danke!

früher waren die gesellschaftlichen "Ansprüche" an Ausbildung und Lebensplanung nicht so hoch und auch nicht mit so viel Geld verbunden. Ein Kind bedeutet heute eine ziemliche finanzielle Leistung der Eltern auf viele Jahre gesehen.

Damals gab es noch nicht so viele Verhütungsmethoden. Ausserdem denken die Leute heute als erstes mal darüber nach, ob sie sich ein Kind leisten können. Was damals nicht zur Debatte stand...
@kaesbrot:
Genau das ist der typische Trugschluss.
"Dem Kind was bieten" - rein kommerziell gesehen.
Es ist viel wertvoller den Kindern Zeit, Aufmekrsamkeit und Liebe zu schenken als teures Spielzeug!
Ein Kind in einer glücklichen, bescheiden lebenden Großfamilie ist sicherlich zufriedner und wird sich positiver und verantwortungsvoller entwickeln als ein mit Spielzeug überhäuftes Einzelkind das Vater und Mutter - der Arbeit wegen - kaum gesehen hat.
Weil die Leute heutzutage ganz erheblich egoistischer denken und vor allem selbst Spaß haben wollen, Karriere machen wollen und sich viel leisten wollen etc.
Kinder passen nicht in diese egoistische Einstellung.
Sehr traurig aber wahr!
Das mit der Emanzipation ist wahrscheinlich nicht ganz verkehrt - die Karriere (oder auch der Spaß) steht bei jungen Frauen noch im Vordergrund. Außerdem haben heutzutage weniger Familien eine Landwirtschaft. Kinder wurden eben früher "benutzt" um auf dem Feld zu arbeiten, bzw. um auf die jüngeren Geschwister zu Hause aufzupassen. Konsumgesellschaft und Bildung/Wirtschaft/Mobilität tun ihr übriges dazu.
gottesanbeterin am 13. August 2009 08:53 Und diese "benutzten" Kinder sind in weiterer Folge sehr lebenstüchtig, verantwortungsvoll und - bewußt geworden. Die durften nämlich arbeiten und mußten nicht immer spielen!
Was willst du damit aussagen (v.a. in Bezug auf die Demografie)?
Quelle für deine Behauptung?
Mir scheint, du störst dich an dem Wort "benutzt", dieses habe ich jedoch ganz bewußt in Klammern gesetzt, da mir aufgrund einer akuten Verbalamnesie kein besserer Ausdruck eingefallen ist.
Das mit der Emanzipation ist wahrscheinlich nicht ganz verkehrt - die Karriere (oder auch der Spaß) steht bei jungen Frauen noch im Vordergrund. Außerdem haben heutzutage weniger Familien eine Landwirtschaft. Kinder wurden eben früher "benutzt" um auf dem Feld zu arbeiten, bzw. um auf die jüngeren Geschwister zu Hause aufzupassen. Konsumgesellschaft und Bildung/Wirtschaft/Mobilität tun ihr übriges dazu.

liegt an der heutigen Zeit. Wie soll eine Mutter 5-6 Kinder versorgen, wenn sie mitarbeiten muß. Man bekommt zwar Kindergeld, aber Kinder kosten auch viel Geld. Man braucht eine große Wohnung, die auch wieder teuer ist, und ein sehr großes Auto usw.

Genau wie damals, sind es heute andere Zeiten. Wir stecken mittendrin und für viele von uns ist es einfach schwer vorstellbar, neben der Arbeit, noch genug Zeit und Geld für ein kleines Lebewesen aufzubringen. Gerade Akademiker scheuen sich oft davor, ein Kind zu bekommen, weil sie Angst haben, ihm nicht genug an Zuneigung oder Möglichkeiten bieten zu können.
Und die im Krieg oder in der Nachkriegszeit geborenen Kinder? Ich denke, es ist heute eher das Streben nach Bequemlichkeit und Luxus, das viele vom Kinderkriegen abhält. Natürlich auch die Verhütungsmittel.
Weil heute wenige Leute auf den persönlichen Luxus verzichten wollen...Kinder großzuziehen kostet Geld.
Das Leben, die Ansprüche an die Menschen, die Gesellschaft,die Wirtschaft, die Gesundheitsversorgung - alles hat sich verändert.
Viele kämpfen darum, sich selbst eine gute, produktive Existenz zu schaffen und möchte erst Kinder, wenn sie diesen finaziell etwas bieten können.
Andere finden nicht den richtigen Partner dazu.
Wieder andere sorgen sich um die Zukunft und fragen sich, was für eine Welt ein kleines Kind erwarten wird, was aus ihm wird wenn es älter wird etc
Viele Beziehung sind oberflächlicher und kürzer geworden.
Das Interesse an der eigenen Weiterentwicklung ist höher.

Es hat sich die Gesellschaft inzwischen so stark verändert, daß es wirklich nicht möglich ist, die damalige Situation dieser Dame mit unserer heutigen zu vergleichen. Auffallend ist nur, daß die Menschen zu dieser Zeit viel zufriedener waren mit dem, was sie hatten, obwohl sie ein "schwereres" Leben führten. Das sollte uns zu denken geben!
Das ist wahr.

Weil Kinder nur noch eine Option unter vielen im Leben der Erwachsenen sind...

da gibt es viele gründe: konsumdruck, bessere verhütungsmittel, kürzere beziehungslaufzeiten, emanzipation (also berufliche stellung der frauen), rentensystem etc.

Auch die Deutschen haben FRÜHER viele Kinder geboren.
Warum?
Weil man früher nicht verhütet hat, weil der Glauben Verhütung verboten hat.
Weil es einfach so war, dass Frauen ein Kind nach dem anderen geboren haben und nur dafür da waren, die KInder zu erziehen und den Haushalt zu versorgen.
DAS was einfach so. Die Frau konnte nicht sagen: Nein, dieses Kind will ich nicht, denn man wurde einfach schwanger, konnte nicht planen, durfte nicht abtreiben etc....hatte eh nur die Kinder als Lebensaufgabe und die Kinder waren wiederum auch Helfer auf Hof und Betrieb.
Heute aber, heute können Frauen verhüten, sie können Kinder planen, sie dürfen zur Schule und sich ausbilden, sie dürfen einen Job machen, sie dürfen entscheiden, welchen Mann sie mal heiraten wollen.
Heute erwarten Frauen einfach ein wenig mehr vom Leben, als einfach nur Gebärmaschine zu sein und bis ans Lebenende "haussklavin" der Familie und des Ehegatten zu sein.
Heute leben Paare oft so modern, dass beide den Haushalt schmeißen und beide berufstätig sind. Kinder werden (oftmals) bewußt geplant und man überlegt wieviele Kinder man möchte, denn man möchte ihnen ja auch etwas bieten können....
Heute darf man verhüten . Frau darf sich ganz bewußt für oder gegen Kinder entscheiden.
Auch eine mögliche Alternative. Wie erklärt es sich aber, dass diese alte Dame weitaus zufriedener wirkte, als die Karrierefrau von heute?
moon73 am 12. August 2009 10:37 Weil sie es nicht anders kannte, das Denken und Leben ließ früher gar keine andere Meinung zu, denn ALLE Frauen lebten so, das eigene Leben und Glück und auch Elend wurde nicht in frage gestellt.
Ob sie damals tatsächlich tief im Innern immer glücklich war? Wer weiß das schon.
Ob jemand mit vielen oder wenigen Kinder glücklicher ist, das hängt von jedem einzeln ab. Hier gings ja darum, WARUM bekommen die Deutschen so wenige Kinder? Und die Antwort war, früher bekamen die Deutschen ebensoviele Kinder. In meinem Umfeld sind übrigens auch viele Paare mit 3 oder mehr Kindern...wir wohnen ländlich- hier sind viele Kinder auch noch normaler
Ich schrieb in der Frage, warum heute die Deutschen wenig Kinder bekommen. Trotzdem danke für deine Antwort.

Weil die Menschen ziemlich egoistisch geworden sind (und das meine ich nicht negativ), jeder hat seine Träume die er sich erfüllen will und Karriere machen, nicht jeder hat den passenden Partner, kann vielleicht keine Kinder bekommen aus physischen Gründen oder will einfach keine. es gibt keine Pauschalantwort darauf, die Zeiten haben sich eben geändert

ich lebe in südamerika. denen hiergeht es viel mieser...als uns in deutchland. (soviel zum thema ...jammern auf hohem niveu ;)...) aber bekommen kinder wie die hasen..und alle kommen durch und sind glücklich :))

Heute gibt es eine Rentenversicherung, das heißt man brauch keine Kinder mehr, um im Alter versorgt zu werden. Kinder sind heutzutage sehr teuer und man muss meist seine Arbeit unterbrechen, um für das Kind dazusein.
naja ich denke es liegt wohl auch daran das die Frauen heutzutage einfach emanzipierter sind als früher, heut wollen die meisten Karriere machen und nicht ein Kind nach dem anderen bekommen. sicherlich war es zu ihrer Zeit auch schwierig kinder groß zu bekommen, aber die heutige zeit ist ja auch nicht zu verachten.

Früher waren Kinder eine Art Rentenversicherung. Man hat die Alten im eigenen Haus betreut, bis sie gestorben sind. Und je mehr Kinder man hatte, desto sicherer war es, dass eins davon einen im Alter gepflegt hat. Heute ist das nicht mehr so, weil viele entweder keine zeit oder keine Lust mehr haben, ihre alten zu betreuen. Und es gibt ja die Renten, mit denen man relativ gut leben kann. Also sehen es viele nicht mehr als notwenig an, sich Kinder für eine spätere Absicherung anzuschaffen.

Die Zeiten ändern sich nun mal. Ich denke für viele Frauen ist heutzutage die Karriere wichtiger. Naja ich habe auch 2 Kinder und bin 22. Ich habe meinen Realschulabschluss nachgeholt und mache jetzt eine Ausbildung. Ich denke mal das ist alles eine Frage der Organisation.

Ich würde gerne mehrere Kinder bekommen, aber die Biologie macht bei uns den Strich durch die Rechnung. Ohne Hilfe von ausserhalb wäre unsere Tochter nicht auf der Welt.