Man schuldet mir Geld. Wann lohnt sich der Weg zum Anwalt?

... komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Du meinst Geld verliehen?

Je nachdem, wie der Darlehnsvertrag gestaltet wurde, ja, du müsstest den Ratenzahlungsvertrag evtl. kündigen. In der Regel schreibt man allerdings rein, dass bei ausbleibenden Raten der gesamte Rückstand sofort zur Zahlung fällig ist.

Wenn der Vertrag nicht vor einem Notar gemacht wurde (der dir eine vollstreckbare Ausfertigung hätte ausstellen können) musst du die Vollstreckung betreiben.

Da du eine Selbstbeteiligung hast, ist die erst mal fällig. Das lohnt also nicht, zum Anwalt zu gehen um eine banale Antwort zu bekommen... Denn wenn die Person schon deine Raten nicht zahlen kann oder will, du musst ja dann auch noch die Kosten des Anwalts bei der Person einfordern...

Was du selbst machen kannst - ohne Anwalt -  ist, bezogen auf den Darlehensvertrag einen Vollstreckungstitel über den Rückstand zu erwirken. Dazu musst du einen Antrag beim zentralen Mahngericht in Coburg stellen. Das geht online dort.

Dann bekommst du einen Mahnbescheid, von dem du, wenn er unwidersprochen bleibt, einen Vollstreckungsbescheidd beantragen kannst. Von dem, wenn er unwidersprochen bleibt, bekommst du dann die vollstreckbare Ausfertigung, mit der kannst du den Gerichtsvollzieher hinschicken.

Schau aber erst mal auf insolvenzbekanntmachungen.de, ob nicht schon eine Insolvenz vorliegt.

Auch bei vollstreckungsportal.de kannst du sehen, ob eine Taschenpfändung dann sinnvoll ist, oder schon eine - noch bindende - Vermögensauskunft des Schuldners vorliegt.

Grundsätzlich: Bei Geld hört die Freundschaft aus, und in der Familie ist das noch schlimmer... Zukünftig: Nix mehr verleihen. Außer man kann darauf auch verzichten, d.h. es evtl. auch verschenken :)

Meinst du denn, wenn er einen Brief von einem Anwalt bekommt, zahlt der dann?

Kennst du die wirtschaftliche Situation des Schuldners?

Kennst du den Arbeitgeber? Dann kannst du mit der vollstreckbaren Ausfertigung des Vollstreckungsbescheides auch eine Lohnpfändung machen. Allerdings muss der Schuldner mehr als die Pfändungsfreigrenze (netto) verdienen. Das steht in § 850c ZPO. Wenn der Schuldner Unterhaltspflichtige (Ehefrau oder Kinder) hat, dann liegt die Pfändungsfreigrenze noch höher. Also kann ggf. darüber auch kein Geld fließen...

Viel Glück!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ist es tatsächlich Zahlungsunwilligkeit oder vielleicht eher Zahlungsunfähigkeit? Vielleicht hat die schuldende Person einfach nicht das Geld, um den Vertrag zu erfüllen.

Ich weiß ja nicht, ob zwischen Verleiher und Schuldner noch Gespräche möglich sind, aber vielleicht sollte man vorab klären, wie die Situation konkret ist, um den Gang zum Anwalt vermeiden zu können.

Ansonsten hat "Andrea" schon die richtige Antwort gegeben.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Einfache Sache dafür braucht es vorgerichtlich keinen Anwalt.

Darlehensvertrag kündigen und Restforderung fällig stellen, gerichtliches Mahnferfahren einleiten (Kostet 32,- €).

Bitte auf dem Mahnbescheid ankreuzen, dass bei Widerspruch die Durchführung des streitigen Verfahrens beantragt wird.

Sollte es dann zum Widerspruch kommen, so wäre der nächste Schritt die Klageerhebung. Dafür würde ich mir dann einen Anwalt suchen, nicht vorher.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Die 150 € musst du bezahlen und den Rest: "freundliches" Anwaltsschreiben, Mahnbescheid oder Klage, bis hin zur Vollstreckung zahlt deine RSV. Aber bitte frag die vorher und lass dir die Deckungsübernahme schriftlich geben.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von kevin1905
27.11.2016, 11:12

Wenn der Anwalt nur eine Erstberatung abrechnet, entfällt bei vielen Anbietern die SB.

0

Wegen 475€ - auch noch innerhalb der Familie klagen?

Was meinst du wohl, was das den Schuldner zusätzlich kostet, soll er er dann einen Insolvenzantrag stellen?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von kevin1905
27.11.2016, 11:12

Bei der Summe geht doch niemand in die PI.

0
Kommentar von hepla
27.11.2016, 11:47

Was hilft denn dem Geldverleiher einen Insolvenz des Schuldners? Und dem Gelverleiher ist es völlig egal, was es dem Schuldner noch zusätzlich kostet... Der soll zahlen und dann ist wieder gut, wenn alles getilgt ist! 

0

Was möchtest Du wissen?