RBMannheim am 21.12.2006 um 22:26 Uhr
Wie ich in meiner Frage schon formulierte, ißt man zahlreiche Arten von Geflügel. Hühner oder Hähnchen, Enten, Gänse und verschiedene Arten von Wild-Geflügel. Sogar Taube habe ich schon in Speisekarten gelesen. Was mir allerdings noch nie begegnet ist sind Schwäne! Warum? Wir standen heute in Schwetzingen in einem Ampelstau. Da lief in der Nähe des Schlossgartens am Ufer der Leimbach eine ganze Menge Schwäne so zwischen Spaziergägern herum. Das waren imposante Tiere, die z.B. im Vergleich zu einer Gans einiges Mehr an Fleisch zu bieten haben müßten. Also, warum ißt man eigentlch keine Schwäne?

Auch Schwäne sind eßbar!
In den "Carmina burana", einer mittelalterlichen Liedersammlung aus dem Kloster Benediktbeuren, die von Carl Orff vertont wurde, kommt das Lied eines gebratenen Schwans vor, das so anfängt:
Olim lacus colueram, pulcher cygnus extiteram...
zu deutsch:
Einst war ich eine Zierde der Seen, existierte als schöner Schwan...
Es geht dann weiter damit, daß er gebraten auf einer Servierplatte liegt und blitzende Zähne um sich sieht.
Jede Strophe endet mit dem Refrain:
Miser, miser, modo niger et ustus fortiter!
Zu deutsch:
Armer, Armer, nun so schwarz und kräftig gebraten!
Man hat also früher tatsächlich gebratenen Schwan als Delikatesse verzehrt, nur ist das heute aus der Mode gekommen.
Die Carmina burana von Carl Orff gibt es als Schallplatte oder CD in jedem gut sortierten Musikgeschäft.
Schwan schmeckt nicht wirklich! Das Fleisch kommt ziemlich tranig rüber und ist somit für den menschlichen Verzehr schon fast nicht zu gebrauchen...
in der Mythologie galten Schwäne als heilige Tiere. Vermutlich hat es damit zu tun. Also ähnlich wie das mit den Kühen in Indien ist.
Eine sehr schöne, reflektierte Antwort, wie ich finde.