Frage von aquarianerdavid, 40

Malawi Guru's gesucht//schreckhafte Barsche wiso?

Hallo zusammen
Ich habe mich die letzten paar Tage über mein Problem im Internet informiert.
Leider gibt es viel zu viele Beiträge, überall stehen andere Tipps und teiweise fast unverstäntlich.
Ich bim ratlos.

Ich habe noch keine Erfahrung mit Barschen, aber ein Malawibecken samt Inhalt übernommen.
Letztens habe ich hier gefragt wegen Welse ins Malawibecken vergesellschaften.
Ich wurde des besseren belehrt und habe die Finger davon gelassen.

Die Fische verhalten sich total schreckhaft und verbringen die meiste Zeit in der unteren Region meines Aquarium.
Nur beim Füttern geht die Post ab.

Mein Fehler den ich gemacht habe, war anzunehmen, dass das Auquarium, dass seit langer Zeit beim vorbesitzer gelaufen ist, Optimal für die Fische ist..

Das Aquarium war sehr hell und sie hatten wenig schwimm Möglichkeiten.

Ich habe eine der beiden Leuchtstoffröhren raus genommen und nicht ganz die Helfte der Röhre, die noch in Betrieb ist, mit Alufolie abgedeckt, dass es ein Schattenplatz gab.
Es ist eine Tropical - de Luxe Special - Plant 38 Watt Röhre.
Habe ich richtig reagiert?
Laufzeit des Lichtes 8.00 - 12.09 // 16.00 - 22.00. Sollte man keine Pause dazwischen machen?

Wie der Sand heisst weiss der Vorbesitzer leider nicht mehr.
Die Körnung ist 0.5mm - 1.5mm sagte er mir.
Die Barsche nehmen den Sand gerne in den Mund, aber ist er zu Hell?
Empfohlen wird "beige Aquariumsand" oder "grauer Aquariumsand".
Ist mein Sand dieser "beige Aquariumsand"?
Ist er nicht zu Gell/"reflektiert" er das Licht nicht?

Rückwand/Sichtschutz wurde mir empfohlen, oder sogar die Seite, würde dass vielleicht auch mehr Ruhe ins Auqrium bringen?

Das Malawibecken steht in meinem Hobbyraum und dort haben sie unter der Woche sehr ofr Ihre Ruhe/niemand ist im Zimmer, ausser beim Füttern und beobachten am Abend.
Ihnen noch mehr Aufmerksamkeit schencken,haben sie sich vielleicht immer noch nicht an mich gewöhnt?

Ich will von Lochsteine zu Flusssteine wechseln.
Die Lochsteine sehe ich nicht mehr gerne an und ich habe schlechtes darüber gelesen.

Zum Aquarium:
120cm x 50cm x 60cm -> 360l
Filterung ist ein Eheim experience 650l/h
Temperatur ist 24 Grad.
Wasserwechsel wird wie Empfohlen wöchentlich gemacht.

Der Fischbesatz:
15 Yellows Labidochromis caeruleus
15 Schabenmaulbuntbarsche(welche/lat. Namen ist mir leider nicht bekannt.)
3 Kaiserbuntbarsche(lat. Namen leider auch nicht bekannt..ich habe hier mal nachgefragt, was es für welche sein könnten und durch die Hilfe von Daniela, könnte ich mir vorstellen, dass es A. jacobfreibergi sind, aber unterschreiben würde ich es nicht..)
2 Lifallilis Hemichromis lifalili
2 Fadenalgenfresser Crossocheilus reticulatus

Vielen Dank jetzt schon und Liebe Grüsse
David

Expertenantwort
von dsupper, Community-Experte für Aquaristik & Aquarium, 31

Hallo,

auch, wenn man ein Malawi-AQ grundsätzlich überbesetzen sollte (damit sich die Aggressionen besser verteilen) erscheint mir der Besatz auch sehr hoch - aber wenn es so klappt ....

Die Schreckhaftigkeit liegt mit Sicherheit in den fehlenden Steinaufbauten. Malawis brauchen Steine, STeine, Steine und nochmals Steine - möglichst über die gesamte Beckenbreite und bis zur Wasseroberfläche. Mit vielen Spalten und Löchern und Höhlen.

Pflanzen haben in so einem AQ wenig bis eigentlich gar nichts zu suchen, denn sie beeinflussen auf höchst unpassende Weise deine Wasserwerte, spricht, sie sorgen durch das nachts abgegebene Co2 für einen niedrigeren PH-Wert. Gerade Malawis aber brauchen einen hohen alkalischen Wert. Dazu sollte z.B. auch ein Wassersprudler laufen oder aber der Filterauslauf sollte so eingestellt werden, dass die Wasseroberfläche sehr stark bewegt wird - das treibt das Co2 aus dem Wasser, der PH-Wert steigt.

Leider hast du nichts zu deinen Wasserwerten geschrieben. Malawis haben da schwierige Ansprüche und auch falsches Wasser kann dazu führen, dass die Tiere gestresst sind.

Eine Lichtpause schadet weder den Pflanzen noch den Fischen - wichtig - für die Pflanzen - ist dann allerdings, dass die Pause mind. 3 Std. beträgt, die Lichtzeiten auch. Sonst bekommen die Pflanzen Probleme mit ihrer Photosynthese. Algen mögen diese Lichtpausen nicht.

Die Lifalilli haben in dem AQ so gar nichts zu suchen - aber wenn sie keinen Stress machen ... (das machen sie nämlich meistens ganz fürchterlich).

Der Boden kann ruhig sehr hell sein, das ist auch im Malawisee so. Seiten- und Rückwand abzukleben oder mit 3-D-Platten zu verkleiden (geht auch im Selbstbau) tut den Fischen gut, denn das gibt "Deckung".

Und Fische sind auch "Gewohnheitstiere". Steht das AQ an einem ständig frequentierten Ort, dann gewöhnen sich die Tiere schnell an ständige Bewegungen vor dem AQ. Wenn deines eher ruhig steht, dann sind die Tiere erfahrungsgemäß auch schreckhafter.

Gutes Gelingen

Daniela


Kommentar von aquarianerdavid ,

Vielen dank für deine Antworten Daniela

Dass mit dem Überbesatz habe ich eingesehen und habe heute dank euch gemerckt, dass ich die Lifalillis, die Algenfresser und die Schabenmaulbuntbarsche gar nicht Artgerecht halten kann und könnte es nicht auch wegen dem Überbesatz zum nicht schwimmfreudigen Verhalten gekommen sein?

Wie ich schon daniasaurus geschrieben habe:
Die Steinbauten habe ich abgebaut, weil ich mich auf eine sehr doofe
Aussage abgestützt habe: " Wiso sollen sich deine Fische nicht die ganze
Zeit verstecken, so viele Verstecksmöglichkeiten wie du Ihnen bietest"
Die Lochsteine werden durch Flusstseineersetzt ersetzt, sobald ich mein Problem im Griff habe..
Aber deine Meinung zu Steine Steine Steine ist mir neu, wenn ich andere Becken im Internet ansehe, sehe ich dort viel weniger Steine als auf meinem ersten Bild und dort waren sie auch schon so änglich und nicht schwimmfreudig. Auch auf dieser sehr tollen Doku sind nicht so viele Steine zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=jYQoUTVrmQ0

Vielen dank für den Tipp mit den Pflanzen dies wusste ich nicht. Der Vorbesitzer hatte sehr viele Anubia barteri im Becken.

Ich habe eine Wassersprudelmaschine die nicht in Betrieb ist, weil ich Pflanzen im Becken habe, was sich in dem fall auch ändern wird.

Der Boden kann sehr hell sein? Ich habe gelesen, dass das nicht gut ist und dass balgen-, oder grauen Aquariumsand empfohlen wird.http://www.malawi-aquarium.com/malawi-aquarium-bodengrund/ Was sagst du denn zu den Tipps auf dieser Seite? Ist mein Auqariumsand dueser beige Sand, von dem die rede ist? Ich Spiele mit dem Gedanken, ob ich auf grauen Sand wächseln soll, würde mir wahrscheindlich auch besser gefallen.

Vielen dank für den Tipp mit dem abkleben und den Gewohnheitstieren.

Wenn sie verschrecken, wenn ich ins Zimmer komme ist nicht mein Problem, dass haben viele. Eben weil, wie du dass gut  geschrieben hast, sie nicht daran gewöhnt sind.

Aber ich studiere immer noch an der Schwimmfreudigkeit und hoffe, dass es wirklich daran liegt, weil ich zu viele Fische drin habe und sie(ausser die Yellows) nicht geeigtnet sind.

Die Wasserwerte habe ich leider noch nicht gemessen.

Ich werde neue geeignete Besitzer für die Fische die ich nicht Artgerecht halten kann suchen. Die Rückwand verkleben(vielleicht auch sogar die beiden Seiten), Die Flüssteine ins Aquarium verbauen..dafür werde ich mich noch besser informieren, ob es wirklich so viele Steine braucht, wie du mir schilderst, oder ob es reicht, wenn ich eine schöne Steinlandschaft mit einem Grossen Steinhaufen mit vielen Verstecksmöglichkeiten mache und wenn ich dass alles erledigt habe und meine offenen fragen geklährt sind, warte ich ab, wie sich die Yellows verhalten und dann nehme ich wahrscheindlich den Fischbesatz dieser Seite des 300l Becken, der scheint mir sehr schön und auch Artgerecht. http://www.tims-malawizucht.de/haltung.html Was haltest Du/Ihr davon?

Kommentar von dsupper ,

Deine Yellows stammen aber aus den felsigen Bereichen des Malawisees (es gibt auch Arten, die eher über den offenen Sandflächen leben). Die Yellows aber sind "Mbunas", also "die über Felsen leben".

Und wenn du dir bei Einrichtungsbeispiele.de (mehr AQ und deren Beschreibungen findest du nirgendwo im Netz) die Malawi-AQ anschaust, dann wirst du bei den Mbunas sehen, wie hoch die Felsaufbauten und wie hell der Bodengrund ist.

http://www.einrichtungsbeispiele.de/malawi.html

Und wenn du die richtigen Fachleute in einem hervorragenden Forum suchst, dann wirst du in der cichlidenwelt fündig.

Wenn man sich nicht als besserwisserischer, beratungsresistenten Anfänger einbringt, dann kann ich dir dieses Forum wirklich wärmstens ans Herz leben - den Ratschlägen dort kannst du vertrauen.

www.cichlidenwelt.de

Kommentar von aquarianerdavid ,

Vielen dank für die Antwort und die beiden super Seiten.

Expertenantwort
von Daniasaurus, Community-Experte für Aquarium, 35

Hallo,

Es wundert mich, dass es in dem Aquarium noch kein Mord und Totschlag gibt.

Die Besatzdichte ist viel zu hoch. Bei dieser Beckenmaße würde sich nur ein kleiner Trupp deiner Caeruleus empfehlen.

Crossocheilus reticulatus braucht ein Becken mit einer Kantenlänge von min 250x80cm. Temperatur sollte nicht über 18 Grad sein und eine Strömungspumpe mit mindestens 10000l/h ist ein muss. 
Crossocheilus reticulatus hält man am besten ab Gruppen von min 10 Tieren. Ich verlinke dir mal ein Video wie die Aquarien für diese Art am besten eingerichtet sind. 

Bei deiner letzten Frage habe ich bei den Aulonocara auf den Lwanda getippt. Den kann man nun getrost ausschließen da er auf dem jetzigen Bild nicht mehr die Typischen Merkmale hat. Wie schon bei deiner Vorherigen Frage gesagt ist es bei den Aulonocaras sehr schwer die richtige Art zu finden wenn es der Vorbesitzer nicht weiß, da es auch sehr viele Hybriden gibt. Kurze gegen frage hattest du nicht letztens nur einen?

Dein Jetziges Aquarium braucht viel mehr Steinaufbauten. Das wird auch einer der Gründe sein warum die Tiere scheuer sind als zuvor.

Zeigt einer deiner Fischarten eine gewisse Dominanz? Die Aulonocara zb sind in der Brutzeit sehr Aggressiv und das Becken ist auch recht knapp.

Labeotropheus Arten können sich auch untereinander Kreuzen. Die Tiere die ich jetzt sehe sind Labeotropheus trewavasae. Das war wie in deiner letzten Frage schon beschrieben soweit korrekt. Bei dieser Art gibt es oft Marmorierte Tiere.

Die Lichtpause ist nur ein Mythos und kann im schlimmstenfalls zu Algen führen oder die Pflanzen schädigen. Da du ein Malawibecken hast und kein zugewachsenes Südamerika Becken ist das bei dir nicht so drastisch.

Mal was zum Lesen: 

http://www.flowgrow.de/beleuchtung/beleuchtungspausen-ja-oder-nein-eure-meinung-... und http://www.malawicichliden-online.de/mittagspause.html

Kurz und knapp: Besatz drastisch Reduzieren und die Steine wieder schön hoch Stapeln.

Als Malawibesitzer bist du immer auf der sicheren Seite wenn du deine Tiere von einem Seriösen Züchter holst damit du später keine Hybriden nachziehst oder gar verkaufst. Es gibt mittlerweile auch etliche Farbvarianten verschiedener Arten was alles immer schwieriger macht.

Ich hoffe ich habe jetzt keine Frage übersehen/übersprungen.

Lg

Kommentar von Daniasaurus ,

Edit: Die Temperatur sollte im Winter um die 16-18 Grad sein. Ansonsten darf sie gerne 23-26 Grad haben.

Kommentar von aquarianerdavid ,

Schreck lass nach..vielen dank für deine Antwort.
Leider habe ich mich. nid über die Fische informiert, die er im Becken gehalten hat und sie auch wieder rein getahen.
Dies bereue ich sehr..das ist ja mehr als schrecklich, was die Crossocheilus reticulatus brauchen, im Vergleich zu was ich Ihnen bieten kann.
Für die wird ohne Disskusion ein neues Zuhause gesucht.

Vielen dank für die interessanten Links.
Ich werde die Mittagspause in jedem Vecken sein lassen und Beobachten, ob sich was verändert.

Aber wie sieht dass mit der Lichtstärke im Malawibecken aus. Hast du da Erfahrung?

Der vorbesitzer hat mir 30 Jungtiere mitgegeben, dass ist auch der Grund, für die Massive Überbesatzung.
Der hat die Weibchen immer in Seperate Becken getahen, die Jungen aufgezogen und wieder in das Malawibecken geworfen..
Unter den 30 Jungtieren, waren zwei junge Auloncora Weibchen, die mit sicherheit, von dem Männchen kommen und die andern konnte ich alle weitergeben.

Kannst du "den Besatz drasstisch reduzieren" bitte definieren?
Wie würdest du angehen, wenn du meinen Besatz hättest? Wie viel von was würdest du behalten?
Ich bin mir sogar am überlegen ob ich für die Labeotropheus trewavasae komplett ein neues Aquarium suchen soll, also sie resp. weiter zu geben.
Ich finde,dassich auch Ihnen leider nicht gerecht werden kann.
Minimum eines Becken ist nämlich 409l und bei Vergesellschaftung soll das Becken noch viel grösser seind..😬
Mir selbst würde diese Variante des 300l Becken sehr gefallen http://www.tims-malawizucht.de/haltung.html ,dann könnte ich die Fische wenigstens Artgerecht halten&die Mischung würde mir gefallen.

Die Steinbauten habe ich abgebaut, weil ich mich auf eine sehr doofe Aussage abgestützt habe: " Wiso sollen sich deine Fische nicht die ganze Zeit verstecken, so viele Verstecksmöglichkeiten wie du Ihnen bietest"
Die Lochsteine werden durch Flusstseineersetzt, sobald ich mein Problem im Griff habe..

Mittlerweile könnte ich mir vorstellen, dass das scheue und überhaupt nicht schwimmfreudige Verhalten meiner Fische wegen dem drasstischen Überbesatz ist?

Auf die Frage meines Sandes & dem Hintergrund bist du nicht drauf eingegangen.
Hast du Erfahrungen damit/Tipps für mich?

Nein, kein/keine Fisch/e zeigen Dominanz.
im Gegenteil..sie "hocken alle sehr viel an der gleichen Stelle und Bewegen sich nur leicht davon weg.

Kommentar von aquarianerdavid ,

Die Temperstur von den Crossocheilus reticulatus meinst du oder?

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