Frage von LadyFly123, 70

Mahnverfahren: Rechnung bezahlt, Mahngebühren nicht. Was tun?

Liebe Alle, aufgrund einer nicht bezahlten Rechnung, erwirkte ich gegen eine Autraggeberin einen Mahnbescheid. Nach einigen Wochen hielt ich auch den Vollstreckungsbescheid in den Händen und hätte nun Anfang nächster Woche die Zwangsvollstreckung beauftragt. Nun wurde mir, nach Monaten den Schweigens, überraschender Weise der Rechnungsbetrag überwiesen, allerdings nur dieser abzüglich Gerichtskosten etc. Es handelt sich hierbei um "nur" 50€, aber es wurmt mich immens, dass ich so lange meinem Geld hinterherlaufen musste und man nun die Dreistigkeit besitzt kommentarlos zusätzliche Gebühren einfach abzuziehen. Sicher ist es überzogen den Gerichtsvollzieher für 50€ zu beauftragen, ich überlege allerdings einen erneuten Zahlungshinweis an die Schuldnerin zu schicken, mit dem Hinweis auf das laufende Verfahren. Was meint ihr? Überzogen, oder angemessen? Wie soll ich mich verhalten? Habt ihr bereits ähnliches erlebt? Ich bin gespannt auf eure Erfahrungswerte. Viele Grüße und einen sonnigen Tag :-) Fly

Antwort
von mepeisen, 14

Rechne Taggenau die Zinsen aus, beantrage eine Vollstreckung ins Vermögen samt Vermögensauskunft und schicke einen GV los.

Der Titel geht inkl. Gerichtskosten und Auslagen. Alles, was auf dem Titel steht. Natürlich die bereits gezahlten Beträge abziehen. Mache hierzu eine Forderungsaufstellung wie eine Art Kontoauszug und schicke den als Anhang mit dem Vollstreckungsauftrag mit.

Dir steht der Ersatz der Auslagen zu. Und wenn es nur 50€ sind. Die Schuldnerin wird sich in den Hintern beißen, die nicht gleich mit gezahlt zu haben, denn so werden es knapp 100€ mit den Kosten der Vollstreckung.

Antwort
von kevin1905, 24

Dir sind durch den Verzug Kosten entstanden, die der Schuldner zu übernehmen hat, davon ausgehend, dass du dich an deine Schadensminderungspflicht gehalten hast (§§ 254, 280, 286, 288 BGB).

Wenn die Einspruchsfrist gegen den VB abgelaufen ist, ist der Titel rechtskräftig.

Du kannst den Schuldner darauf hinweisen, dass er die gesamten titulierten Kosten bezahlen muss oder du diese zwangsvollstrecken lassen wirst.

Alternative ist, du veräußerst den Titel, dann kann sich der neue Gläubiger drum kümmern.

Antwort
von Shiranam, 42

Klar ist das ärgerlich, aber es lohnt sich nicht, die Sache weiter zu verfolgen. Es sind deine Nerven.

Schließ damit ab. 

Diese Kundin  wirst Du sicher niemals wieder sehen.

Schließ diese Geschichte für Dich ab und vergiß sie.

Kommentar von mepeisen ,

aber es lohnt sich nicht, die Sache weiter zu verfolgen

Woher weißt du das denn?

Kommentar von Shiranam ,

Wenn der Betrag, um den es ging, 50,-€ waren, wie hoch können da wohl die Mahngebüren sein, die nicht bezahlt wurden?

Für so einen kleinen Betrag hätte ich persönlich keine Lust, noch irgendeinen Gedanken voller Wut zu investieren. Es würde sich für mich nicht lohnen, mich da reinzusteigern, mich da zu verbeißen, meine Nerven zu strapazieren.

Ich wende mich da lieber anderen Dingen zu. Damit geht es mir besser. Diese Erfahrung habe ich gemacht.

Du kannst es gerne anders sehen.

Kommentar von kevin1905 ,

Mahngebühren 5,- €, zzgl. 32,- € für das Mahnverfahren und Zinsen.

Antwort
von derhandkuss, 32

Mit dem Vollstreckungsbescheid hast Du einen vollstreckbaren Titel. Du hast also rechtlich die Möglichkeit, Dir das Geld holen zu können. Weise die Schuldnerin darauf hin mit der Bitte, den noch ausstehenden Betrag binnen angemessener Frist "freiwillig" zu begleichen. Tut sie das nicht - schicke den Gerichtsvollzieher vorbei!

Antwort
von ZuumZuum, 30

Gerade wegen dieser Dreistigkeit würde ich jeden einzelenen Cent zurückholen. Es sei denn Du möchtest dem Auftraggeber dein Geld spenden. Es gibt leider Leute die beschäftigen sich mit nichts Anderem als auf diesem Wege Gläubiger zu "unterhalten". Vielleicht freuen sie sich immer auf die bunten Briefumschläge die in der Post liegen oder einfach um den Umstand das andere sich über ihr Verhalten monatelang und manchmal jahrelang ärgern.

Antwort
von MancheAntwort, 33

Mach´ es !

Du hattest ja dadurch weitere Auslagen, die du erstattet haben möchtest !

Antwort
von Artus01, 14

Da der Schuldner wohl doch über Geld verfügt, laß die Gebüren vollstrecken.

Antwort
von ArminSchmitz, 22

Du hast einen -offenbar bestandskräftigen- Vollstreckungstitel in der Hand, könntest also jederzeit die Zwangsvollstreckung einleiten. Das kannst Du der Schuldnerin schriftlich und unter Fristsetzung androhen.

Allerdings: Durch nichts kann man sich als Gläubiger lächerlicher machen als durch leere Drohungen. Wenn Du nicht gewillt bist, die Zwangsvollstreckung dann wirklich nach fruchtlosem Fristablauf einzuleiten, dann erspare Dir jede weitere Mühe. Das mindert sich nicht nur Deinen Arbeitsaufwand, sondern verhindert auch, daß Du "Dein Gesicht verlierst".


Antwort
von jimpo, 19

Klar sind 50€ Geld und daß Dich das wurmt ist nachvollziehbar aber , ist es die Sache jetzt noch wert? Man wird " alt wie eine Kuh und lernt immr noch dazu." Nimm Dir das Sprichwort zu Herzen.

Antwort
von Wippich, 22

Du hast doch schon einen Vollstreckungsbescheid,vollstreck doch.

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