Frage von xxtrustissue, 39

"Mahnungen" per E-Mail gesendet - dann Mahnbrief mit hohen Anwaltskosten, darf das?

Hallo ihr Lieben,

am 13.06.2016 wurden von meinem Bankkonto, über PayPal, 41,64€ abgebucht. Als ich dem nachging stellte sich heraus, dass ich beim Kauf eines Virenprogramms in eine Abofalle gelandet bin. Daraufhin hab ich gesehen, dass SafeCart (Unternehmen des Virenprogramms) mir eine Mail gesendet hat, in dem mir die Möglichkeit gegeben wurde das Abo zu kündigen also tat ich dies natürlich auch und mir wurde mitgeteilt, dass ich somit zu keiner Zahlung mehr verpflichtet bin also habe ich das Geld natürlich wieder zurück gebucht und die Sache hatte sich für mich erledigt.

In der Zwischenzeit hatte PayPal mir E-Mail's gesendet, mit dem Betreff "Informationen zu Ihrem PayPal Konto" in denen stand, dass ich mich mit meinem PayPal im Rückstand von 41,64€ befinde und ich den Rückstand bitte ausgleichen soll. Da ich aber nicht oft meinen E-Mail Ordner checke, habe ich die E-Mail's auch nicht geöffnet. Bis ich dann gestern aus dem Urlaub kam und einen Brief von einem Rechtsanwalt zuhause liegen hatte. Darin stand, ich soll der Zahlung von 44,64€ nachkommen, sowie zusätzlichen 20€ Mahngebühren, 58,50€ Anwaltsgebühren und einer Auslaugenpauschale von 11,70€. So beläuft sich der Betrag von 41,64€ auf stolze 134,95€!!!! Meine Frage ist nun: ist es erlaubt, mir direkt solche Kosten zu stellen obwohl PayPal nicht davon ausgehen kann, dass jeder täglich seinen E-Mail Ordner checkt?

Die 41,64€ würde ich aufgrund meiner Naivität von Zahlungen im Internet ja noch zahlen (bin schon deswegen mit SafeCart in Kontakt), aber der Rest kommt mir nicht gerecht vor!

Würde mich sehr über eure Hilfe freuen,

lieben Gruß

Antwort
von mepeisen, 17

Paypal ist eine Bank und genau so würde ich argumentieren.

"Wertes Inkasso. Es gibt keinen Vertrag zwischen mir und dem Zahlungsempfänger XYZ. Paypal ist als Bank gezwungen, bei unrechtmäßigen Abbuchungen mich so zu stellen, als sei die Abbuchung nicht erfolgt. Ich erwarte von Ihnen binnen 14 Tagen eine Erledigt-Erklärung und eine Gutschrift auf dem Konto. Bei Weigerung muss ich Sie bzw. Paypal offenbar vor Gericht zur Einhaltung der SPEA-Richtlinien und des BGB zwingen. Ich lege es ausdrücklich auf einen Gerichtsprozess an."

Expertenantwort
von haikoko, Community-Experte für PayPal, 27

also habe ich das Geld natürlich wieder zurück gebucht und die Sache hatte sich für mich erledigt.

Dein Fehler. Warum soll Paypal für Dein getätigtes Abo zahlen, auch wenn es eine Abofalle war.

Die Forderung zur Rückzahlung auf Dein Paypal-Konto hättest Du an SafeCart stellen müssen.

Gleiche jetzt Dein Paypal-Konto aus. Lege den Brief des Rechtsanwalts beiseite.
Normalerweise kommen eventuell noch einige Zahlungsaufforderungen, aber mehr nicht. Das wird erst interessant, wenn Du Gerichtspost bekommst. Aus den bisherigen Erfahrungen geschieht das nicht.

Da ich aber nicht oft meinen E-Mail Ordner checke, habe ich die E-Mail's auch nicht geöffnet.

Auch das ist auch Dein Fehler. Wenn ich Briefkästen habe, kontrolliere ich diese auch regelmäßig.

Kommentar von xxtrustissue ,

Ok, erstmal vielen lieben Dank für deine Antwort. Ich wollte mich nicht als Unschuldslamm darstellen, wie gesagt, das war meine Naivität im Bezug auf Zahlungen im Internet. Hab halt gedacht, dass sich das mit der Zahlung erledigt hat und weder Ich noch PayPal dafür aufkommen muss. Doof von mir. Werde die 41,64€ jetzt überweisen und auf das Beste hoffen. Die Antwort von SafeCart steht noch aus, evtl. zahlen die mir das Geld ja zurück, wovon ich aber leider nicht ausgehe, zudem der Support mir auch auf sehr schlechtem Deutsch geantwortet hat.

Kommentar von haikoko ,

Zahle erst an Paypal und versuche danach, wenn der Betrag auf dem Paypal-Konto verbucht ist, einen Käuferschutzantrag zu stellen. Vielleicht gelingt es und Paypal erstattet Dir dann später den Betrag zurück.

Einen Käuferschutzantrag kannst du 180 Tage stellen:

https://www.paypal.com/de/webapps/mpp/ua/buyerprotection-full

aktuell Punkt 3.6.1

Kommentar von mepeisen ,

Dein Fehler. Warum soll Paypal für Dein getätigtes Abo zahlen, auch wenn es eine Abofalle war.

Das ist das Problem von Paypal. Es gibt hier keine Schuld des TE.

Entweder Paypal ist eine Bank, dann sind sie gemäß SEPA und BGB gezwungen, den Widerspruch gegen die Zahlung an den Verkäufer weiterzureichen. Sie haben weder die Kompetenz noch das Recht, sich gegen den Widerspruch zu stellen.

Oder sie sind im Namen des Verkäufers unterwegs (haben sie die Forderung abtreten lassen). Dann darf der Verkäufer der Paypal dieselben Vorbehalte machen wie dem Anbieter selbst bereits. Bedeutet: Für Abofallen gibt es kein Geld, auch nicht an Paypal.

Die Forderung zur Rückzahlung auf Dein Paypal-Konto hättest Du an SafeCart stellen müssen.

Nein, ich kann beim Zahlungsdienstleister bei beispielsweise nicht vorliegendem SEPA-Mandat bis zu 13 Monaten der Abbuchung widersprechen. Und Paypal muss dann ausgleichen. Die haben 0 Chance, sich dem zu verweigern. Dann muss Paypal sich das Geld vom Anbieter wiederhlen und dieser muss dann vor Gericht gegen den TE vorgehen.

Anders herum ist es zwar möglich, aber keinesfalls vom Gesetzgeber gedacht.

Auch das ist auch Dein Fehler. Wenn ich Briefkästen habe, kontrolliere ich diese auch regelmäßig.

Ein Fehler ohne Konsequenzen. Senn wo bereits die Forderung selbst nicht durchsetzbar ist, da sind auf sämtliche Folgekosten nicht durchsetzbar.

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