Frage von crannec, 43

Mahnung Mahnverfahren Fristen?

Ich benötige Informationen für Folgenden Fall.

Ein Kunde will nicht Zahlen (warum auch immer). Gibt es Mahndaten, welche ich schon auf der Rechnung anbringen muss, damit ich Nachhalten kann ab wann der Kunde in Verzug gerät? Ich weiß Gesetzlich komm der Kunde (Schuldner) nach 30 Tagen in Verzug nach erhalt der Rechnung. Muss ich diesen denn Anmahnen, damit ich den Verzug einleite, oder passiert das dann Automatisch? Ich hab auf der Rechnung bereits ausgewiesen " Der Rechnungsbetrag ist innerhalb von 30 Tagen fällig"

Jetzt lese ich aber hin und wieder, dass es üblich ist, 14Tage Zahlungsziel bei Mahnungen einzusetzen. Stimmt das? Ist das rechtens?

Und das wichtigste für mich ist, wenn der Kunde jetzt eine Teilzahlung macht Bsp. 1000€ Rechnung und der Kunde zahlt jetzt 500€ Sprich offener Posten sind 500€

Ist damit das Mahnverfahren hinfällig und muss von neu beginnen? (Wieder 3 Mahnschreiben) Wenn ja gilt das selbst bei 1€ Anzahlung?

Meine Kunden treten die Forderung, welche im Regelfall bei der Versicherung geltend gemacht wird, über eine Abtretung an mich ab.

Somit kann ich meine Rechnung auch beim Versicherungsnehmer geltend machen sofern die Versicherung nicht zahlt (Schädiger) aus ich weiß nicht mehr welchem BGB Paragraphen usw.

Muss dieser auch erst angemahnt werden oder tritt bei Rechnungsverzug meines Schuldners auch gleichzeitig Verzug bei dem VN ein?

Das Thema ist mir etwas zu hoch und hoffe jemand kann mir hier helfen oder eine Seite empfehlen.

LG

Antwort
von kevin1905, 13

Ich weiß Gesetzlich komm der Kunde (Schuldner) nach 30 Tagen in Verzug nach erhalt der Rechnung.

Nur wenn dein Kunde KEIN Verbraucher nach § 13 BGB ist.

Bei Verbrauchern ist i.d.R. dennoch eine Mahnung erforderlich oder eben ein deutlicher Hinweis auf die 30-Tage. Problem bei der Sache ist, du musst nachweisen, wann die Mahnung zugegangen ist.

Muss ich diesen denn Anmahnen, damit ich den Verzug einleite, oder passiert das dann Automatisch?

Du solltest zur eigenen Sicherheit, besonder wenn deine Kunden Verbraucher sind, immer mahnen. Schick die Mahnung auf zwei Wegen (Email und Post).

Der Rechnungsbetrag ist innerhalb von 30 Tagen fällig"

Unzureichend gegenüber Verbrauchern! Fälligkeit ist was anderes als Verzug!

Stimmt das?

Ja stimmt. Ggf. sind aber auch 7 bis 10 statthaft. Weniger ehr nicht.

Wieder 3 Mahnschreiben

Wieso sollte man 3 Mahnschreiben schicken? Die erste Mahnung begründet den Verzug, wenn er nicht automatisch eintritt. Die zweite und dritte Mahnung haben rechtlich keine Relevanz.

Die Aussagen zur der Versicherungsthematik ergeben für mich nicht ganz einen Sinn. Der Versicherungsnehmer ist der Mensch, der die Versicherung abschließt. Er ist aber was anderes als der Versicherer oder ggf. auch die versicherte Person.

Daher hätte ich hier gerne noch mal eine Klarstellung zu.

Das Thema ist mir etwas zu hoch

Wenn du dies als Kaufmann nicht hinkriegst, solltest du einen Rechtsanwalt damit bemühen.

Kommentar von crannec ,

Danke auf jeden Fall für deine Hilfe !

Sorry für die Wirr verteilten Infos in meiner Frage ;)

Also es geht im ganzen um Kfz-Unfallschäden.

Der VN fährt meinem Kunden ins Auto. der VN ist ja dementsprechend verpflichtet das Auto in seinen Ursprungszustand "1 Sekunde vor dem Unfall" wiederherzustellen.

Natürlich ist der VN ja Versichert, also springt für den Schaden die Versicherung ein. Nun meint die Versicherung natürlich "wir Zahlen erstmal die Hälfte und dann ignorieren wir alles was uns nicht passt" (ja ich werde emotional bei denen ^^ diese Mistkerle)

Für den Fall das die Versicherung den benannten Schaden jedoch nicht voll ausgleicht, muss leider der VN jetzt für die Inkompetenz der Versicherung bluten, da der Schaden ausgeglichen werden muss. (ich weiß die wollen ja auch alle nur Kosten sparen)

Kommentar von Ashuna ,

Es ist hier auch die Frage wie er Versichert ist. Am besten holst du dir hierzu einen Rechtsanwalt. Ist ja schon etwas Komplexer und mit Versicherungen muss man eh immer aufpassen. Die wollen halt nicht Zahlen wenn Sie nicht müssen!

Kommentar von kevin1905 ,

Der VN fährt meinem Kunden ins Auto.

Nicht zwingend.

Halter, Fahrer und VN können 3 verschiedene Personen sein. Der Anspruch des Geschädigten richtet sich gegen den Schädiger (Fahrer) bzw. den Versicherer als Risikoträger der KFZ-Haftpflicht.

Gegen den Versicherungsnehmer oder Halter besteht i.d.R. kein Anspruch.

"wir Zahlen erstmal die Hälfte und dann ignorieren wir alles was uns nicht passt"

Eine Haftpflichtversicherung hat zwei Aufgaben:

  1. Berechtigte Ansprüche zu begleichen
  2. Unberechtigte abzuwehren

Daher werden die natürlich sämtliche Forderungen prüfen. Der Geschädigte als Gläubiger unterliegt der Schadensminderungspflicht. Um den Zustand vor Unfall wiederherzustellen und die Ansprüche nach § 823 BGB zu befriedigen, ist der günstigste Weg zu nehmen (§ 254 BGB).

Für den Fall das die Versicherung den benannten Schaden jedoch nicht voll ausgleicht, muss leider der VN jetzt für die Inkompetenz der
Versicherung bluten

Wer hat dir denn das erzählt?

Die Versicherung wird den eigenen Versicherungsnehmer und letztendlich natürlich versuchen sich selbst zu schützen. Aber ein Anspruch gegen den Versicherungsnehmer ergibt sich nicht.

Antwort
von Ashuna, 18

Üblich ist es bei nichtzahlung erstmla snach etwa zwei Wochen eine Erinnerung zur Zahlung zu schicken. Ab 30 Tage nach erhalt der Rechnung kommt man in die erste Mahnstufe -> danach dann 2 und 3.

Du darfst dir die Verzugszinsen ebenfalls berechnen lassen sollte es länger dauern. (Sofern ich mich hier nicht irre).

Ansonsten musst du mit ihm klären wie die Zahlung auszusehen hat. Dort setzt ihr dann wieder eine Frist und ab da läuft das Verfahren dann von neu. Am besten aber eine Einmalzahlung in höhe der Schulden einfordern. (ggf. Zinsen). 


-> Sprich die Zahlung hat so zu sein, wie es in der Rechnung angegeben ist.

Kommentar von crannec ,

Danke

Antwort
von joheipo, 23

Frei vereinbarte Zahlungsfristen sind bindend. Die dürfen auch unter der BGB-Frist von 30 Tagen liegen. Wenn Du vereinbarst "14 Tage", ist der Kunde ab dem 15. Tag in Verzug.

Mahnungen sind gesetzlich überhaupt nicht notwendig: Verzug ist auch ohne Mahnung Verzug.

Welches Ziel Du bei einer Mahnung angibst, ist wiederum Dir überlassen. Der Kunde befindet sich sowieso bereits im Verzug.

Bei einer Teilzahlung kann für den Restbetrag entweder ein Ziel vereinbart werden oder nicht. Wird nichts weiter vereinbart, ist der Rest wieder innerhalb von 30 Tagen fällig. Ab dem 31. Tag ist der Kunde dann wieder im Verzug.

Kommentar von crannec ,

Also bei der Teilzahlung verstehe ich das jetzt so, dass er theoretisch 1€ bezahlt und hat wieder 30 Tage oder die vereinbarte Zeitspanne Zeit?  

Kommentar von Ashuna ,

Solange das mit dir abgesprochen ist.

Kommentar von crannec ,

Alles klar Danke!

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