Frage von Sindbart12, 219

Mahnung (Inkasso) aber falscher Name und Adresse. Vertrag ist 16 Jahre alt. Wie reagieren?

Hallo,

ich habe vor 16 Jahren bei einem Provider Webspace bestellt, war zu diesem Zeitpunkt gerade mal 15 Jahre alt. Es ging um ein Computerspiel, da ich keine 18 war und ich Angst hatte man könnte mir deswegen was anbelangen habe ich einen falschen Namen benutzt. Der Name war nur ein wenig geändert, hier und da ein Buchstabe zuviel. Aus Markus Weyand wurde Marcus Weyannt (war nur ein ähnliches Beispiel).

Habe die letzten Jahre immer die Rechnung gezahlt, waren nur an die 25€ im Jahre. Besitze schon lange keine Unterlagen mehr, war einfach zu Faul zum kündigen.

Jedenfalls habe ich vor einem Jahr mein Konto aufgelöst und woanders ein neues eröffnet. Natürlich allen Firmen Bescheid gesagt, bis auf diesen alten Posten. Heute flatter ein Inkasso-Brief bei meiner Mutter! ins Haus. Mein "falscher Name" und eine falsche "Adresse"(Falsche Hausnummer). Postbote hat den vermutlich abgegeben da der Name halt doch noch ähnlich ist. Man kennt sich ja in einer kleinen Stadt.

Bekam natürlich vorher keinen einzigen Brief, dass noch eine Rechnung aussteht, hätte diese ja bezahlt, sind ja klecker Beträge. Aus 20€ sind aber jetzt 130€ geworden durch die Abzocker. Denen mein Geld in den Rachen zu werfen mag ich natürlich nicht.

Wie sollte ich denn jetzt da reagieren? Einfach nicht reagieren? Da es die Person quasi ja nicht gibt? Oder sollte meine Mutter sich dort melden, dass die Namen nicht stimmen, dass da ein Fehler vorliegt etc.? Oder das ich gar nicht geschäftsfähig war?

Weiss nicht wie ein Inkasso reagiert, bei solchen kleinen Beträgen und dann falscher Name und Adresse, da werden die doch vermutlich schnell klein beigeben oder?

Vllt. hat jemand ne Idee.

Antwort
von franneck1989, 108

Bezahl die 20 Euro zzlg. 2,50 Euro an Mahnkosten pauschal an den Anbieter (Verwendungszweck: Hauptforderung plus Zinsen plus Mahngebühren)

Gleichzeitig kündigst du natürlich endlich mal. Du hast ja in den Jahren schon 400 Euro für nichts verbraten.

Die Inkassogebühren sind nicht durchsetzbar, dem Inkasso kannst du kurz widersprechen

Kommentar von Sindbart12 ,

So nochmal genau nachgeschaut. Forderung war doch ein wenig höher.

Übergebene Forderung: 36€
Zinsen: 0,28€
Mahnspesen: 15€
1.2 Geschäftsgebühr: 54€ (aus 36€)
Post und Telekommunikationspausch: 10,80€
Adressermittlungskosten: 13,50€

Funktioniert das mit dem widersprechen oder drohen die dann mit Anwalt etc..?

Mit Provider gesprochen, Adressdaten und Kontakt schon mal berichtigt. Kündigung geht raus.

Kommentar von franneck1989 ,

Ich würde die Hauptforderung plus Adressermittlung plus 2,50 Euro für die Mahnung bezahlen.

Alles andere ist nicht durchsetzbar

Kommentar von mepeisen ,

Die können drohen wie sie wollen. Das Inkassos die Hilfe von Anwälten benötigen ist ein Witz in sich. Die Kostendopplung durch Inkasso- und Anwaltsgebühren in derselben Sache (außergerichtliche Betreibung) ist per se bereits verboten.

Die 15€ Mahnspesen sind schlichtweg zu hoch. Maximal 5€ pro Rücklastschrift. Maximal 2,50€ für Briefpost. Die Zinsen und die Hauptforderung, auf mehr haben die keinen Anspruch.

Kommentar von Sindbart12 ,

Dann überweise ich denen sagen wir Pauschal 60€ und die geben sich dann zufrieden? Kann mir das irgendwie nicht vorstellen... habe keine Lust auf einen Rattenschwanz.

Kommentar von franneck1989 ,

Nein, damit wird sich das Inkasso nicht zufrieden geben. Das Stänkern und Einschüchtern gehört aber zu deren Geschäftsmodell.

Fakt ist: Mit 60 Euro wäre der Gläubiger bestens bedient. Ich würde sogar mal grundsätzlich in Frage stellen, ob du überhaupt in Verzug warst. Ohne Verzug wäre ausschließlich die Hauptforderung berechtigt. Da würde ich mich aber nicht unbedingt auf eine Diskussion einlassen und die Teile, die berechtigt sind, bezahlen. Ich komme da aber auf weniger als 60 Euro

Insofern kann man das Gestänkere des Inkassos ignorieren, nachdem man dem einmalig widersprochen hat. Die Gebühren sind nämlich nichtmal ansatzweise durchsetzbar

Kommentar von Sindbart12 ,

Denke schon das ich in Verzug war? Da der Betrag ja immer abgebucht wurde und das Konto seit ca. 6 Monaten gekündigt wurde ist da alles ins Leere gelaufen. Der Anruf beim Provider klärte auch auf, dass dort die Anschrift auf einem Stand von vor 10 Jahren war. Also wenn Mahnungen versendet wurden, habe ich diese nicht bekommen. Kann mir ja zur Last legen, habe es ja versäumt die Änderungen durchzugeben.

Also ich zahle jetzt nen Betrag X, dann werden von denen weitere Forderungen kommen denen ich dann widerspreche und dann versandet das?

Kommentar von franneck1989 ,

OK, da es eine Rücklastschrift gab warst du auch in Verzug. Das hab ich überlesen.

Ich würde zu der Hauptforderung also pauschal 20,- draufpacken, damit ist alles erschlagen.

Dem Inkasso würde ich dann schreiben dass die Forderung beim Gläubiger beglichen ist und du keine weiteren Gebühren anerkennst.

Danach heißt es Nerven bewahren, es werden sicher noch ein paar Briefchen kommen

Kommentar von Sindbart12 ,

Aber ich zahle die Hauptforderung an das Inkasso und nicht direkt an den Provider. Hab die Angst, dass die dann sagen, danke für die 56€ damit sind unsere Kosten gedeckt, jetzt fehlt nur noch die Forderung etc... 

Überweise dann gleich die 57€ und schreibe eine Email das damit die Forderung beglichen sind sowie 20€ an deren Gebühren.  Und dann warte ich was sie schreiben? Ist es clever auch die korrigierten Adressdaten anzugeben? Danke schon mal fürs helfen!

Kommentar von franneck1989 ,

Nein, am besten direkt an den Provider zahlen. Wenn du einen Verwendungszweck bestimmst, dürfen die das nicht anders verrechnen (§367 BGB).

Kommentar von kevin1905 ,

Wenn du Geld ans Inkasso überweist und nich dazu schreibst, wofür es ist verrechnen die natürlich nach § 367 Abs. 1 BGB zuerst auf die Kosten, dann auf die Zinsen und dann auf die Hauptforderung.

Genau deshalb sollst du an den Provider überweisen um dir den Schmarn zu ersparen.

Kommentar von Sindbart12 ,

Habe es langsam verstanden! Danke. Eine Sache noch. Ich habe leider keiner Rechnungsnummer mehr, es gibt ein UserPortal, dort komme ich aber nicht drauf bzw. es ist gesperrt. Post kam ja nie an. Sollte ich wegen der Rechnungsnummer anrufen? Auf dem Inkasso-Wisch ist zwar eine Belegnummer, aber keine Ahnung ob das die wirkliche Rechnungsummer ist.

Kommentar von kevin1905 ,

Sollte ich wegen der Rechnungsnummer anrufen?

Nein.

Wenn ein Unternehmen eine Zahlung nicht zuordnen kann, muss es sie zurück(über)weisen. Kommt dein Geld also nicht zurück kannst du nach Treu und Glauben davon ausgehen, dass dies so in Ordnung ist.

Kommentar von Sindbart12 ,

Überweisungen an den Gläubiger sind raus. mal sehen was passiert

Kommentar von Sindbart12 ,

Also der Provider hat mich freigeschaltet, dort scheint das Geld angekommen zu sein. Sonst nichts mehr gehört.

Antwort
von maggylein, 131

Also entweder du sitzt es aus und reagierst nicht auf das schreiben und hoffst das die irgendwann aufgeben (am besten Brief dem Postboten zurück geben mit vermerk nicht zustellbar)
Ähnlich hat es bei mir mal geklappt (ich hatte nur die Ursprungsforderung bezahlt dahin wo sie angefallen war)
In deiner Konstellation wird das sicher schwer weil du jahrelang weiter bezahlt hast den Vertrag ja jedesmal verlängert hast und rechtlich natürlich haftbar bist. Wenn der Vertrag immer noch laufen sollte solltest ihn jetzt auch kündigen

Antwort
von EXInkassoMA, 71

Geh vor wie von frannek empfohlen. Die Inkassogebühren werden mangels Erfolgsaussichten nicht expl eingeklagt 

Kündigung nicht vergessen sonst bekommst du mit 80 noch post ;-) 

Sobald sich das inkasso meldet noch mal hier posten. Dann formulieren wir einen Antwort Brief 

Kommentar von Sindbart12 ,

Oder ich nutze einfach mal den Webspace und die Domain ;) Habe schon mal die Adresse sowie den falschen Namen korrigiert. Wenigstens kommt so Post an.

Würde nur gerne wissen wie ich jetzt vorgehe ohne noch einen Fehler zu begehen. Ich überweise einen gewissen Betrag, Schreibe ich dazu eine Mail oder warte ich erstmal?

Kommentar von EXInkassoMA ,

Übergebene Forderung: 36€
Zinsen: 0,28€
Mahnspesen: 15€
1.2 Geschäftsgebühr: 54€ (aus 36€)
Post und Telekommunikationspausch: 10,80€
Adressermittlungskosten: 13,50€
..........
Handelt es sich eigentlich um einen Lastschriftrückläufer ?

Wurden die Beträge immer vom Konto abgebucht ?

Kommentar von Sindbart12 ,

Ja bisher wurde immer vom Konto abgebucht, dieses habe ich aber aufgelöst und vergessen, dies dem Provider zu sagen. 

Kommentar von EXInkassoMA ,

Sind in den 36 € schon die Kosten für den Lastschriftstorno mit drin ?

Kommentar von Sindbart12 ,

ah die Extra-Seite! Erste Forderung ist nur 26,76 wie ich es im Kopf hatte, Aber diese Auflistung ist nicht schlüssig!
08.03.2016 Vertrag 26,76€ 14.10.1999 Dienstleisung Grundgebühr
16.03.2016 Vertrag 5€ 14.10.1999 Dienstleistung 
14.04.2016 Vertrag 2.5 € 14.10.1999 Dienstleistung
28.04.2016 Vertrag 2.5 € 14.10.1999 Dienstleistung

Vermutlich sind die 5€ sowie jeweils 2.5€ Storno kosten? da sie diese kurzen Abstände haben. Deklariert sind sie so jedenfalls nicht. Kann leider kein Bild hochladen. 

Kommentar von EXInkassoMA ,

Ok , die Gegenseite versucht zu tricksen denn man hat diverse Gebühren in die Hauptforderung gepackt ;)

ICH würde folgendes machen :

1 Überweisung an den Provider von 26,76 mit dem Zusatz im Überweisungsträger " Nur Hauptforderung gem Dienstleistungsvertrag xyz"

2 Überweisung an den Provider von 20 € mit dem Zusatz im Überweisungsträger " Dienstleistungsvertrag xyz RLS Gebühren /Mahnkosten/Zinsen "

Noch eine Frage :

Adressermitlungskosten ! Die jetzige Adresse ist die selbe wie bei deinem damaligen Abschluss ?

Kommentar von Sindbart12 ,

Du meinst aber Überweisung an das Inkasso oder? :) Ja die Adresse hat sich vor 10 Jahren geändert. Sonst hätte ich ja die Mahnungen etc. bekommen. Komischerweise haben Sie aber durch die Adressermitlungskosten nur meine Mutter gefunden, nicht mich.

Kommentar von EXInkassoMA ,

Nein !!! Die 2 Überweisungen an den Provider und nicht ans Inkasso

Da Du umgezogen bist noch 10 € bei der 2 Überweisung dazurechnen (EMA Anfragen kosten nicht mehr als 10 €)

Dann im Verwendungszweck dazuschreiben " Adresserm."

Werde heute Abend noch ein paar Links zu Gerichtsurteilen und Rechtsprechung an Dein Postfach schicken

Kommentar von Sindbart12 ,

Ah.. ok. Dachte hättest dich verschrieben. Aber was ist dann mit der BID Inkasso? Wird sich dann 1&1 bei denen melden? Hier hab ich was losgetreten... Ich muss 1&1 nochmal anrufen wegen der Rechnung. Habe ja quasi nix in der Hand. Auf das Benutzerportal, wo ich noch nie drauf war, komme ich aktuell laut Kundendienst eh nicht drauf, da es wegen Verzug gesperrt ist. Bräuchte ja min. ne Rechnungsnummer

Kommentar von Sindbart12 ,

So Überweisungen sind raus. Mal sehen was passiert. Nicht das die das eh abweisen, weil es im Inkasso ist.

Kommentar von Sindbart12 ,

Was schreibe ich denn jetzt am Besten an das Inkasso, nicht das ich da auch noch einen Formfehler begehe oder meldet sich 1&1 bei denen?

Kommentar von EXInkassoMA ,

Die angekündigten links kriegst du noch..hatte gestern wenig zeit

Jetzt noch nichts schreiben denn der inkassoladen wird sich ohnehin melden

Zweckgebunden überwiesen hast Du? 

Kommentar von Sindbart12 ,

Überweisung 1: 

Rechnungsnummer: ****** Hauptforderung gemaess Dienstleistungsvertrag.

Überweisung 2:

Dienstleistungsvertrag ***** RLS Gebuehren /Mahnkosten/Zinsen/Adressermittlung

Hoffe das war Richtig so.

Kommentar von EXInkassoMA ,

Perfekt

Antwort
von martinzuhause, 83

die firma hat schon deine daten da du ja die letzten jahre immer bezahlt hast. daran ändert auch der falsche name nichts. sie können es einklagen und werden das sicher auch machen da eindeutig ist wer der kunde ist.

das du bei abschluss minderjährig warst ist egal, du hast als volljähriger den vertrag gezahlt, damit hast du deine zustimmung erklärt

Antwort
von beast, 84

Moment mal: Du bezeichnest andere als Abzocker  wenn Du zu faul bist  Deinen Vertrag zu kündigen? Da stimmt doch was nicht.... Du hast Mist gebaut, also bringe den jetzt auch in Ordnung,  sondst werden aus den 130 Euro recht schnell noch mehr.... Und irgendwann steht der Gerichtsvollzieher vor der Tür und der lässt sich vom falschen Namen nicht irritieren.....

Kommentar von Sindbart12 ,

Es kam ja nie eine Rechnung, Mahnung oder sonstiges der Firma worauf ich hätte reagieren können. Dann hätte ich das ja direkt gemacht. Habe diesen alten Posten einfach vergessen.

Kommentar von beast ,

Möglicherweise hat Dich die Mahnung wegen der falschen Adresse nicht erreicht? So Ein Inkassounternehmen betreibt Rechere... nur mal so zur Info. Aus der Nummer kommst Du nicht raus. Also zahle  die 130 Euronen und vergiss  nicht, den Vertrag zu kündigen.

Kommentar von Sindbart12 ,

Ja die Adresse ist seit 10 Jahren nicht mehr aktuell. Aber da immer eingezogen wurde ist es ja nicht aufgefallen. Glaube muss wohl in den sauren Apfel beissen, hier kann ich mich nicht raustricksen.

Kommentar von franneck1989 ,

Aus der Nummer kommst Du nicht raus

Inkassogebühren sind ggü. Verbrauchern so gut wie nie durchsetzbar

Kommentar von franneck1989 ,

sondst werden aus den 130 Euro recht schnell noch mehr

Blödsinn.

Vielmehr sind über 100 Euro an Inkassogebühren völlig absurd und durch nichts zu rechtfertigen.

Ein gerichtliches Mahnverfahren wäre z.B. deutlich günstiger

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