Frage von Nettofragenxd, 97

Mahnbescheid nach Betrug wie teuer und wie lange ?

Hallo zusammen

ich habe jemanden angezeigt wegen Betrug. Ich habe 3 wertlose Tickets bekommen im Wert von 150 €.

Nach mehreren Monaten Post bekommen, dass der Beschuldigte Max Mustermann mehr als 50 Verfahren am laufen hat und meine Anzeige nicht beträchtlich ins Gewicht fällt.

Deswegen wurde mein Verfahren eingestellt.

Jedoch steht ganz unten auch, dass zivilrechtliche Ansprüche nicht berührt werden.

Ich möchte jetzt privat zivilrechtlich von Max Mustermann das Geld zurückholen.

wie kann ich nun vorgehen und wie teuer wird es ca und stimmt es dass ein Mahnbescheid 30 Jahre lang gültig ist ??ß

Expertenantwort
von uni1234, Community-Experte für Recht, 46

Du kannst natürlich einen Mahnbescheid bei Gericht beantragen. Die Kosten hierfür würden - wenn Du es selbst machst - 32 € betragen. Es ist in diesem Fall zwar sehr wahrscheinlich, dass Max Mustermann Widerspruch gegen den Mahnbescheid einlegt.

Die Gerichtskosten auf dem normalen Klageweg würden 105 € betragen; wohl gemerkt noch ohne Anwaltskosten.


Ein Urteil ist als Vollstreckungstitel 30 Jahre vollstreckbar. Gleiches gilt für den Vollstreckungsbescheid. Der Vollstreckungsbescheid ergeht als Konsequenz aus dem Mahnbescheid, wenn der Gegner keinen Widerspruch einlegt. Der Mahnbescheid an sich ist daher nicht 30 Jahre "gültig".

Antwort
von ninamann1, 49

Ja, 30 Jahre 

Wenn Sie einen Anspruch im Wege der Klage verfolgen wollen, müssen Sie sich an das hierfür zuständige Gericht der ersten Instanz wenden. Für Verfahren bürgerlicher Rechtsstreitigkeiten (beispielsweise im Kauf- oder Erbrecht) ist bei einem Streitwert bis EUR 5.000 grundsätzlich das Amtsgericht, bei Streitwerten über EUR 5.000 das Landgericht zuständig. Für einige Verfahren ist das Amtsgericht unabhängig vom Streitwert immer die erste Instanz,

http://amt24.sachsen.de/ZFinder/verfahren.do%3Bjsessionid=F814E068DD2ABD253849F3...!0

Antwort
von Repwf, 45

Bei mehr als 50 verfahren würde ich mir an deiner Stelle den Rest sparen...

Bis der mal "offiziell" zu Geld kommt (und so bl öd wird er nicht sein!) dann kommst du irgendwann mal in der Reihe der Gläubiger...

So ärgerlich das ganze ist, aber ICH würde es dabei belassen 

Antwort
von Herb3472, 39

Ich denke, dass Du Dir das reichlich überlegen solltest. Denn offensichtlich bist Du in der Schlange der Geschädigten ziemlich weit hinten gereiht und hast in eonem Zivilverfahren kaum Aussicht, irgend etwas zurück zu bekommen. Und wenn Max Mustermann Privatkonkurs anmelden sollte - so, wie Du die Situation schilderst, ist das sehr wahrscheinlich - dann hast Du einen nicht unbeträchtlichen Aufwand und auch Kosten für nichts und wieder nichts gehabt.

Kommentar von kevin1905 ,

Er kann in die Privatinsolvenz gehen, allerdings muss er trotzdem alles zurück zahlen, da eine Restschuldbefreiung bei Straftaten ausgeschlossen ist.

Kommentar von Herb3472 ,

@kevin1905: grau ist alle Theorie. Wo nichts zu holen ist, hat auch der Kaiser sein Recht verloren. Wie stellst Du Dir das denn in der Praxis vor, dass jemand, der kein Geld und höchstens ein geringes Einkommen, aber Schulden wie ein Stabsoffizier hat, seine Schulden jemals zurückzahlt? Da bekommst Du keinen müden Pfennig, glaub' mir das!

Kommentar von uni1234 ,

Ein gerichtlicher Titel kann 30 Jahre lang vollstreckt werden. Irgendwann innerhalb dieser Zeit sollte jeder einmal zu Geld kommen.

Zudem witzig rechtliche Ausführungen unter einer juristischen Frage als graue Theorie zu bezeichnen...

Kommentar von Herb3472 ,

@uni: wie denn bitte, wenn er Schulden in Höhe von zig tausenden oder gar Millionen Euro hat, die er mit einem normalen Einkommen während seiner gesamten Lebensarbeitszeit nicht verdienen kann? Glaub mir, da ist nichts zu holen, ich weiß das (leider), weil es im Geschäftsleben immer wieder zahlungsunfähige Kunden gibt.

Kommentar von Herb3472 ,

@uni1234: witzig ist es, in diesem Zusammenhang mit juristischen Floskeln zu argumentieren. Wenn kein Geld da ist, wird nicht einmal ein Konkursverfahren abgewickelt.

Antwort
von WosIsLos, 10

150€? 

Whispered words of wisdom:

LET IT BE.

Copyright: The Beatles.

Antwort
von peterobm, 30

wenn du gutes Geld Schlechtem hinterher werfen willst, BITTE. 

Auf Zivilrechtlichem Weg per Anwalt oder du schickst ihm einen Mahnbescheid http://www.mahngerichte.de/verfahrenshilfen/kostenrechner.htm

du legst alle Kosten vor - wenn du den Titel hast, schickst ihm ab und an den Gerichtsvollzieher, kostet auch wieder

Wo nix ist kann man nix holen, das wird die 150€ bei weitem übersteigen 

lass es bleiben

Antwort
von herja, 27

Hi,

das zivilrechtliche Vorgehen kostet IMMER zusätzliches Geld, was du vermutlich nie wiedersehen wirst, weil du dich in einer endlos langen Schlange von Gläubigern einreihst.

Kommentar von korallenrot ,

das sehe ich genauso

Antwort
von korallenrot, 35

Mahnbescheid kostet  21€ und kann im Netz heruntergeladen werden. Ich bezweifle aber sehr stark, dass es was nützt, der Typ scheint eiskalt zu sein, wenn er sich bereits so vieler Vergehen dieser Art schuldig gemacht hat.

Ich hatte schon mal das Glück, bei einer Summe von 60€ wenigstens ca 40€ zu retten. Der Typ hat auf Mahnbescheid reagiert.  

Kommentar von uni1234 ,

Wie kommst Du auf die Summe von 21€?

Kommentar von korallenrot ,

weil ich genau das bezahlt habe, muss aber dazu sagen, dass er gleich auf den Bescheid reagiert hat.

Kommentar von uni1234 ,

Man kann ja aber schlecht Äpfel und Birnen vergleichen, oder? Die Mindestgebühr für den gerichtlichen Mahnbescheid beträgt zudem - zumindest im Moment - 32 €.

Kommentar von herja ,

Mit dem Eingang eines Mahnbescheidantrages bei Gericht wird gemäß Nr. 1100 KV GKG eine Verfahrensgebühr fällig. Die Höhe der Verfahrensgebühr richtet sich nach dem Streitwert, d. h. nach der Summe der Hauptforderungen; Zinsen und sonstige Nebenforderungen werden in der Regel nicht berücksichtigt. Die Mindestgebühr beträgt z. Zt. 32,00 Euro.

Auf der Internetseite http://www.mahngerichte.de/verfahrenshilfen/kostenrechner.htm finden Sie einen Kostenrechner, mit dem Sie anhand des Streitwertes ausrechnen können, welche Gerichtskosten durch die Stellung eines Antrags auf Erlass eines Mahnbescheides entstehen. Mit der Verfahrensgebühr ist das gesamte Mahnverfahren abgegolten. Auslagen für Zustellungen innerhalb des Mahnverfahrens werden gemäß Nr. 9002 KV GKG
erst ab der 11. Zustellung gesondert berechnet.

Kommentar von korallenrot ,

hm, vielleicht, weil es schon länger her ist und die Gebühren inzwischen gestiegen sind?? kann sein

Kommentar von uni1234 ,

ja ich meine 2013 haben die die Kosten geändert.

Antwort
von Margita1881, 34
Antwort
von ArminSchmitz, 9

Die Kosten wurden Dir hier beschrieben. Auch, daß eine solcher Titel 30 Jahre lang vollstreckbar ist.

Aber: Überleg mal, was bei einem Menschen der seinen Lebensunterhalt mit Kleinbetrügereien finanzieren muß wohl zu holen ist? Ich vermute mal, nichts. Dann bleibst Du auf den Verfahrenskosten sitzen. Jeder Vollstreckungsversuch kostet zudem nochmals Geld, DEIN Geld. Ohne Kostenvorschuß wird kein Gerichtsvollzieher tätig, ergeht kein Pfändungs- und Überweisungsbeschluß. Alle diese Vorschüsse mußt Du bezahlen in der vagen Hoffnung, eines fernen Tages Dein Geld wieder sehen zu können.

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