Frage von rosenhome, 39

Mahnbescheid 1&1 Web.de nach bestätigter Kündigung?

Hallo beisammen, ich hatte mich 2004 bei web.de in das Branchenbuch kostenpflichtig eingetragen. Ich habe jedes Jahr per Einzugsermächtigung bezahlt. Da mir keine Kündigungsadresse oder Zugangsdaten mehr zugänglich war habe ich die Einzugsermächtigung widerrufen um die Kündigungsadresse zu erfahren. (Rechnungen sind nur online abrufbar und da kam ich nicht mehr ran) 

Danach habe ich die Mahnung erhalten und bezahlt. Dann habe ich mir das ganze auf Termin gelegt und am 15.12.2015 gekündigt. Die Laufzeit beginnt jeweils zum 1.4. für ein Jahr.

Wider Erwarten kam nach der Bestätigung, dass die Kündigung zum 31.3. vorgemerkt ist, wieder ein Rechnung bzw. Mahnung des vollen Betrags. Mein Widerspruch gegen die Forderung bei infoscore Forderungsmanagement mit Verweis auf die Kündigung brachte nichts.

Sie teilten mir mit, dass die Forderung aufgrund der im letzten Jahr "angefallenen Kosten" zustande kam. Wenn ich nicht irre, ist der Betrag jedoch nochmals der Jahresbetrag – in Höhe von: 27,84 Euro. Nach mehreren Mahnungen trotz Widerspruch gegen die Forderung lag dann die Summe bei 105,81 Euro.

Dann wurde das Ganze dem Anwalt Haas & Kollegen übergeben, welcher nun einen Mahnbescheid über 193,30 Euro veranlasst hat. Begründung: Der Anspruch hänge von einer Gegenleistung ab, welche erbracht wurde.

Bei meiner Recherche wurde nun offenbar, dass die Gebühren wenn ich das richtig verstanden habe, jeweils zu Anfang der Leistung von Web.de in Rechnung gestellt werden. Da ich der Meinung bin, die Leistung daher bereits bezahlt zu haben, würde ich Einspruch einlegen.

Wie seht Ihr das? Ich habe jetzt doch ein mulmiges Gefühl im Bauch und weiss nicht so recht...

Nachtrag: Was wäre die ungefähre Summe, wenn ich vor Gericht verliere?

Antwort
von mepeisen, 20

Ausgehend von deinen ganzen anderen Antworten: Lass es drauf ankommen. Wenn das immer im Voraus war, hast du ja Anfang 2015 für das Jahr 2015 bezahlt und die Restmonate 2016 längst bezahlt.

Deine Kündigung war zwar nicht perfekt formuliert, aber das verlangt auch keiner. Du hast gekündigt, du hast eine Bestätigung, dass die Kündigung einging. Damit ist aus rechtlicher Sicht der Fall komplett erledigt. Und zwar zu deinen Gunsten.

Sie teilten mir mit, dass die Forderung aufgrund der im letzten Jahr "angefallenen Kosten" zustande kam

Das ist eine gerade zu absurde und verschwurbelte Erklärung, die im Grunde sagt "Keine Ahnung, können und wollen wir nicht erklären."

Ohne konkrete Angabe, für exakt was das sein soll, musst du nichts bezahlen. Die "anfallenden Kosten" müssen begründet werden und vor allem: Anhand des Vertrages auch tatsächlich von dir zu bezahlen.

Ich würde hier im übrigen folgendes machen: Beschwerde beim OLG Hamm (kostet nur Briefporto). Gegenstand der Beschwerde: Das Inkasso Infoscore ist auf die Zuhilfe eines Anwalts angewiesen. Damit zeigt es deutlich, dass es sachlich und fachlich hoffnungslos überfordert ist. Ihm ist daher von Amts wegen die Lizenz zu entziehen. Zudem hat es in der Vergangenheit das Aufsichtsgericht angelogen, denn es hat ausdrücklich erklärt, es werde niemals eine Kostendopplung über Anwälte gemacht und es werde nie ein Anwalt zusätzlich hinzu gezogen. Es hat zudem gegen §11a RDG verstoßen, denn es fordert zum einen Geld aus einem fristgerecht gekündigten und per Vorkasse stets bezahlten Vertrag und es konnte nach Aufforderung nicht vernünftig erklären, was der eigentliche Gegenstand der Forderung ist. Denn die vertraglich vereinbarte Gebühr war es offenbar nicht. Der Verweis auf angefallene Kosten, ohne diese beim Namen zu benennen, verstößt gegen die Pflichten des §11a RDG.

Du kannst dann mal ein lustiges Schauspiel beobachten, wie die sich aus dieser Nummer der nachgewiesenen gesetzesverstöße rauswinden. :-)

Kommentar von rosenhome ,

Den Brief ans OLG werde ich schreiben!

Antwort
von lordy20, 34

Hast du denn damals bereits gezahlt und wenn ja, für welchen Zeitraum?
Du schreibst ja auch, das du jedes Jahr Mahnungen bekommen hast... also gibt es doch offene Rechnungen.

Überprüfe nochmal genau, für wann du bezahlt hast und was offen ist.

Grundsätzlich musst du offene Forderungen begleichen, dazu kommen noch die Kosten für den Mahnbescheid sowie Mahngebühren.

Ich gehe davon aus (ohne wirklich alle Infos zu haben), das die Forderungen rechtens sind und du vor Gericht wahrscheinlich verlieren würdest.
Die Kosten richten sich nach dem Streitwert zuzüglich Anwaltsgebühren. Dafür gibt es Online-Rechner.

Kommentar von rosenhome ,

Da ich die Zugangsdaten nicht mehr hatte, bin ich nie in Genuss der Original-Rechnungen gekommen. Allerdings war bis zum letzten Jahr eine Einzugsermächtigung gültig und erfolgreich ausgeführt worden. 

Mahnungen, stimmt also nicht, war nur eine. Nämlich die letzte, von 2015 nachdem ich die Einzugsermächtigung widerrufen hatte um an die Kündigungsadresse zu kommen. 

Den Betrag von 2015 hatte ich aber dann sofort bei Erhalt der Mahnung beglichen. Die Laufzeit ist mir nicht bekannt, da ich keine Rechnungen zu Gesicht bekam.

Kommentar von lordy20 ,

Lass dir mal von der Anwaltskanzlei die Rechnung geben, auf die sich der Mahnbescheid bezieht.
Dann kannst du überprüfen, ob die von deinem Konto abgebucht wurde.

Kommentar von rosenhome ,

Der hatte mich angerufen. Ich hatte eigentlich mit ihm besprochen dass er mir die Rechnung zuschickt, damit ich selbige prüfen kann. Stattdessen kam der Mahnbescheid.

Kommentar von lordy20 ,

Frag auf jeden Fall nochmal wegen der Rechnung an.
Das ist für dich extrem wichtig, die müsstest du genau prüfen.

Kommentar von rosenhome ,

Da die Abbuchungen immer vorneweg für das laufende Jahr stattgefunden haben und somit im Februar 2015 für die Laufzeit bis 2016 bezahlt wurde, ist die Forderung meines Erachtens ungerechtfertigt.

Die Rechnung werde ich anfordern, aber wohl eher nicht bekommen.

Jetzt konzentriert sich die Aufmerksamkeit noch auf die Kündigung, ob diese rechtens ist. (siehe obigen Kommentarverlauf)

Immerhin wurde ja seitens 1&1 die Kündigung auf März 2016 "vorgemerkt". Sie haben sie also erhalten. Wenn sich Tausende auf die Hinterfüße stellen, statt klein beizugeben, hören diese Machenschaften vielleicht mal auf bei 1&1 Web.de

Antwort
von NathanDerWeisEs, 22

Hallo rosenhome,

ich vermute mal du meinst 2014.

Was hat dieser Vertrag denn für eine Kündigungsfrist? Schau mal in die AGBs.

"Kündigung vorgemerkt" ist doch rechtlich noch keine Kündigungsbestätigung, sondern eher eine Grauzone. Die Formulierung scheint aber bei Providern beliebt zu sein.

Nathan

Kommentar von rosenhome ,

13. Kündigung und Einstellung der Dienste

Sofern nicht ausdrücklich anders vereinbart, können Verträge von beiden Parteien mit einer Frist von vier Wochen gekündigt werden.

--> Ich bin mir jetzt nicht mehr sicher, ob die Rechnung fürs abgelaufene Jahr ist, oder fürs kommende...

Unterlagen zum Vertrag aus 2004 habe ich keine mehr...

Kommentar von NathanDerWeisEs ,

Dann fordere eine Kopie der letzten Rechnung an. Da muss ja detailiert stehen für was und welchen Zeitraum.

Danach schaust du deine Kontoauszüge durch ob die Zeiträume alle beglichen sind.

Kommentar von rosenhome ,

Gute Idee. Die Jahre 2014 und früher sind regulär per Einzugsverfahren abgebucht worden. Jeweils jährlich. Es geht wohl um die Fragen 

1. ob die Laufzeit vorab oder nachträglich zu zahlen sind/waren

das ist mir aus den AGBs ( https://agb.web.de/WEB.DE/AGB/ ) nicht ersichtlich.

2. ob der Betrag in voller Höhe rechtens ist, nachdem ich zum 15.12.2015 gekündigt hatte und da ja noch kein Jahr voll war.

Kommentar von rosenhome ,

Nachtrag Kündigungstext:

An web.de

Kundenservice

Breuerstraße 48

76135 Karlsruhe

Kundennummer XXXXXXXXXX

Kündigung

Rosenheim, den 15.12.2015

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich unser Vertragsverhältnis mit sofortiger Wirkung und widerrufe die Einzugsermächtigung des Beitrags von meinem Konto.

Kundennummer / Vertragsnummer

XXXXXXXXXXXXXXXXXX

Kommentar von NathanDerWeisEs ,

"mit sofortiger Wirkung" - Da sollte schon die Kündigungsfrist berücksichtigt werden!

Kommentar von rosenhome ,

Tja, dann hab ich wohl nen Formfehler gemacht und bezahle besser...

Kommentar von NathanDerWeisEs ,

Ich denke auch dass Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis stehen.

Kommentar von rosenhome ,

Jetzt sind es aber 193,30 und keine 28 Euro mehr. Gerichtskosten laut Rechner zzgl 105 Euro. 

Wäre also bei Widerspruch ca. 300 Euro. Das Kind liegt schon im Brunnen :-)

Kommentar von mepeisen ,

und bezahle besser...

Lass das mal lieber. Der "Formfehler" bewirkt nicht, dass die Kündigung deswegen etwa unwirksam wäre. Du wolltest per sofort kündigen. Die Auslegung deiner Willenserklärung ist, dass du schnellstmöglich kündigen wolltest. Punkt aus.

Kommentar von NathanDerWeisEs ,

Dann schau wann die erste Abbuchung vorgenommen wurde. Meistens wird ja vorab eingezogen.

Kommentar von rosenhome ,

2004, das wird spannend ob ichs noch finde..

Kommentar von rosenhome ,

2004 wurde im Februar der erste Beitrag bezahlt. Das sollte es doch nun gewesen sein, oder?

Kommentar von NathanDerWeisEs ,

Ich denke damit ist die Vorauszahlung geklärt.

Kommentar von rosenhome ,

zudem müsste 1&1 den Abrechnungszeitraum bis zur gültigen Kündigung berechnen, nicht den vollen Ganzjahres-Beitrag. 

--> falls meine Kündigung gültig ist


Ich Danke Dir, jetzt fühle ich mich besser :-) 

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende

Kommentar von NathanDerWeisEs ,

An dieser Stelle muss ich dir sagen:

Bezahl jetzt lieber oder suche dir einen spezialisierten Anwalt.

Kommentar von rosenhome ,

Zum jetzigen Stand werde ich Einspruch einlegen, die Unterlagen zusammentragen und auf den Gerichtstermin warten. Bezahlen kommt nicht in Frage, bislang.

Kommentar von lordy20 ,

Ich befürchte, das deine Kündigung nicht wirksam ist.
Da fehlt meines Erachtens sowas wie "...fristgerecht zum..." oder "...zum nächstmöglichen Termin...".
Mit sofortiger Wirkung wäre ja fristlos und in dem Fall müsste es einen schweren Verstoß seitens des Vertragspartners geben.

Bin zwar kein Anwalt, aber da sehe ich eher schwarz für dich.
Gehe mal bitte zur Verbraucherzentrale und zeige denen deine Kündigung. Die können dir besser Auskunft geben, ob die wirksam ist oder nicht.

Kommentar von rosenhome ,

Das wär ja der Hammer. Aber "vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand"

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