Frage von SCFuchs, 76

Magie versus Religion?

Ich habe mich mal gefragt, was für einen Widerspruch es da eigentlich gibt. Ich bin letztendlich zu dem Schluss gekommen, dass die religiöse Seite im Mittelalter ihren größten Feind, die Magie, selber geschaffen hat. Also müsste doch die Kirch im MA in nächster Verbindung stehen mit dem "Bösen". Doch was ist das Böse und was das Gute? Wie definiert sich das?

Ich freue mich auf eure Antworten und Meinungen! Lg, SCFuchs

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MaraMiez, 32

Dir Kirche hat die Magie nicht geschaffen.

Magische Rituale gab es schon laaaaaaaange vor der christlichen...lange vor monotheistischen Religionen.

Die Kirche hat dann nur alles, was den Menschen dazu veranlasst hat, selbst zu denken, selbst zu handeln, als böse abgetan, da laut der Kirche, alles in der Hand Gottes lag und die Menschen statt zu handeln, lieber den Dingen ihren Lauf lassen sollten und in die Kirche gehen und beten sollten, natürlich einen Obolus da lassend. Die Kirche hätte schnell kein Geld mehr gehabt, wenn sie den Kräuterfrauen, Hebammen und Alchemisten freie Hand gelassen hätte. Alles, was der Kirche kein Geld brachte, war "böse", alles was die Menschen in die Kirche trieb, oder sie Geld (wahlweise auch Vorräte) spenden ließ dagegen gern gesehen. "Sündigen? Ja gern, aber danach kommst du bitte und beichtest...und lässt ein Kupferstück da, als Dank, dass ich dir die Absolution erteilt hab, ne? Ach deine Mutter liegt im Sterben? Um Himmels Willen, gib ihr nicht den Tee von dieser Hexe, der sie retten könnte, sondern lass mich kommen, damit ich ihr die letzte Salbung verpassen kann...und gib mir als Dank für ihr Seelenheil ein Kupferstück. Oho, das willst du alles nicht? Ketzer! Verbrennt ihn!"

Es hat viele hundert Jahre gut funktiniert so.

Gut ist, was den Menschen hilft, glücklich und zufrieden zu sein. Böse ist, was jemandem schadet, egal wem, auch einem selbst.

Ich bin nicht christlich, aber religiös. Und das ist das "Mantra" meiner Religion.

Antwort
von PWolff, 29

In gewisser Weise hat die Kirche die Magie provoziert, ebenso wie die Aufklärung und die moderne Wissenschaft, darin hast du m. E. recht.

Jede ursprünglich gute Sache pervertiert mehr oder weniger schnell, wenn man sie uns Menschen überlässt. So natürlich auch mit der Religion. Und wenn etwas daraus geworden ist, was böse genug ist, fängt das Pendel an, in die andere Richtung auszuschlagen. (Woraufhin dann die entgegengesetzte Position stark dazu neigt, ihrerseits zu entarten, aber das ist ja hier nicht der Punkt.)

(Irgendwo - ich meine, es war in "Die Abschaffung des Menschen" - habe ich mal gelesen, dass die Magie und die moderne Wissenschaft eigentlich Geschwister sind.)

Magie und Wissenschaft waren beide ein Ausdruck des Willens, nach der Unterdrückung der Freiheit des Menschen die Welt endlich wieder selber in die Hand nehmen zu können. Und beide galten ja lange genug als böse. Wobei sich die Ablehnung der Magie aus der (christlichen) Religion eher begründen lässt, die der Wissenschaft eher nicht.

Wenn sich Menschen dazu provoziert sehen, eine böse Sache (Unterdrückung der Freiheit des Menschen) durch eine andere böse (Magie) zu ersetzen, rechtfertigt das erste Böse das zweite nicht, gibt aber den Vertretern der ersten eine Mitschuld als Anstifter (neben dem, was sie selber tun, natürlich). In welchem Maß dadurch die Kirche (die vermutlich großenteils in guter Absicht gehandelt hat - ursprünglich mit ziemlicher Sicherheit fast nur in guter Absicht) sich auf die Seite des Bösen gestellt hat, ist eine eigene Frage. Aber dass sie es getan hat, ist m. E. unbestreitbar.

(Und das ist überhaupt kein Grund, mit Fingern zu zeigen - im Gegenteil, wir sind ebenso Menschen wie "die da" und neigen zu denselben Fehlern. Dieses Fehlverhalten ist natürlich zu verurteilen, aber wir müssen es auch als Gelegenheit wahrnehmen, uns selbst zu prüfen, um nicht mehr als vermeidbar in dieselbe Falle zu geraten.)

Wie sagte der Nazarener? "Wieso nennst du mich gut? Einer ist gut - Gott."

Ich deute das u. a. so, dass Gott allein absolut (im ursprünglichen Sinne - nicht von etwas anderem abhängig) gut ist; alles andere ist für oder gegen etwas oder jemanden gut.

Was uns bleibt, ist also, auf eine Offenbarung von Gott zu warten (oder/und darauf hinzuarbeiten) oder/und Menschen, denen wir vertrauen und die behaupten, eine Offenbarung von Gott empfangen zu haben, zu glauben. Wobei die eigene Erfahrung natürlich nicht ersetzbar ist (aber der Korrektur durch andere bedarf) oder/und uns darauf zu verlassen, dass Gott uns unseren Verstand und unser Gewissen (die beide stark von unserer Umwelt geprägt sind, aber nicht allein von dort) nicht umsonst gegeben hat.

Antwort
von Anthropos, 24

Religion steht ganz klar im Widerspruch zu Magie. Magie wurde nicht im Mittelalter geschaffen, sondern ist schon viel älter als das Christentum. Allein die Tatsache, dass in den Gesetzen des Moses schon Hexen erwähnt werden, beweist dies.

Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen. (Ex 22,17)

Aber ich verstehe nicht, warum die Religion Magie geschaffen haben sollte. Das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun. Warum sollte denn die Kirche Magie schaffen?

Das Gute lässt sich im Allgemeinen schwer bestimmen. Was ist gut? Damit beschäftigen sich Philosophen seit Sokrates. Sokrates war gegen die Meinung der Sophisten, gut sei, was einem nützt.  Doch man kann es auch versuchen, das Gute zu definieren, indem man das Böse definiert. Allerdings scheint das auch sehr, denn der Kirchenlehrer Thomas von Aquin beschreibt, es gäbe überhaupt kein Böses, sondern es sei nur ein "Privatio Boni", also ein Mangel an Gutem.

Doch um noch einmal auf das Gute zurückzukommen:

Definitionsansätze des Guten sind, wie gesagt vielfältig. Aristoteles beschreibt das Gute als "das Ziel zu dem alles strebt". Das ist zwar noch ziemlich oberflächlich, aber ich werde es hier einmal hiermit belassen.

Antwort
von zelda4ever2, 40

Es ist eigentlich beides neutral manche glauben an Gott manche nicht. So ist es auch mit der Magie :) 

Das Denken das Magie böse ist kommt hauptsächlich aus dem Mittelalter  (mal Harry Potter gekukt? Da ist auch nicht jeder böse) 

Ich für meinen Teil glaube eher weniger an Schicksal und Gott wenn man bedenkt was für schreckliche Dinge in der Welt passieren 

(ich habe früher als ich klein war darauf gewartet das ich mit 11 einen Brief von Hogwarts bekomm :D )

In diesem Sinne wer weis ob es Magie gibt das kann man nicht beweisen genauso wie mit Gott aber egal woran man glaubt manchen hilft es 

 ich für meinen Teil hoffe einfach das es irgendwo Magie gibt *.* 

(Jeep ich bin eine Träumerin)

Kommentar von SCFuchs ,

Ich habe auch immer darauf gewartet, dass ein Brief kommt...;-) am besten mit Hagrid oder einem anderen Halbriesen zusammen...! Manchmal warte ich noch heute darauf....;-) Vielen Dank für deine Antwort!

Antwort
von ilknau, 29

Hallo, SGFuchs.

Mit Magie/ Hexentum ist uraltes Wissen gemeint, das die Kirche auszurotten gedachte, denn sie wollte u.a., dass ständig neue Schäfchen alias ungewollte Kinder produziert werden, weshalb das W. erst kriminalisiert werden musste bevor man die Wissenden legal ermorden durfte.

Mit dem alten Wissen konnte das jedoch unblutig verhindert werden: ein bestimmtes Kraut etwa liess die Frucht abgehen..., lG.

Kommentar von YarlungTsangpo ,

Hab festgestellt, das Wissen der Heiler auch heute noch durch diese Verfolgungs-Aktivitäten verborgen ist. Auch weiterhin werden derartige Informationen verfolgt, auch wieder aus "wirtschaftlichem Interesse" - allerdings nur mit dem Wissen der Kirche.

Antwort
von Dark01E, 24

Die Kirche im Mittelalter im Rahmen der Inquisition war gewiss nicht überall gut und hatte Fehler, aber war auch nicht überall schlecht.
Die war nur da schlecht, wo sie
gegen das 5. Gebot Gottes verstoßen hat: du sollst nicht töten.
Es war viel mehr ein Fehler der damaligen Menschen aus dem Mittelalter und der Inquisition und nicht die der christlichen Lehre. Die wahre christliche Lehre wird von Jesus aus der Bibel gelehrt.

Schwarze Magie ist gewiss was schlechtes und teuflisches, weil man dadurch anderen schaden möchte und anderen schaden zu wollen ist eine Sünde
- und wer an Karma glaubt, der muss wissen dass alles schlechte, was man einem anderen wünscht, auch irgendwann wieder zurück kommt.

Jetzt zur weißen Magie:  ich habe früher auch geglaubt weiße Magie sei von Gott gewolllt weil man dadurch meint niemanden zu schaden sondern zu helfen, aber nachdem ich mich mehr mit Religion beschäftigt hatte und nach Antworten gesucht habe wieso auch weiße Magie von Religionen abgelehnt wird, wurde ich dank einem Flyer der ZJ auf folgende Antwort in der Bibel aufmerksam: 
"2. Korinther 11:14-15 „Und kein Wunder, denn der Satan selbst nimmt immer wieder die Gestalt eines Engels des Lichts an.
15 Es ist daher nichts Großes, wenn auch seine Diener immer wieder die
Gestalt von Dienern der Gerechtigkeit annehmen. Ihr Ende aber wird gemäß
ihren Werken sein.“

Ich weiß, dass es auch gute Menschen gibt, die mit weißer Magie anderen nur helfen wollen. Aber ob sie sich auf dem richtigen Pfad befinden, kann man nicht mit Sicherheit sagen.

Es ist wichtig zu verstehen, dass religiöse Menschen sowas wie weiße Magie nur aus Vorsicht ablehnen. Nicht aus Hass oder so, sondern einfach nur aus Vorsicht. 
Hass gegenüber Esoteriker und weiß-Magier ist trotzdem abzulehnen.

Doch was ist das Böse und was das Gute? Wie definiert sich das?

Das Gute hat die Eigenschaften: Hilfsbereitschaft, Trost, Gerechtigkeit, Freundlichkeit, Liebe. ...und weitere.

Das Böse hat die Eigenschaften: Neid, Hass, Egoismus, Mobbing, Ungerechtigkeit, Ausbeutung ...und weitere.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community