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Macht Wärmedämmung bei einem alten Haus (Bj. 1880, teilweise aus Bruchsteinen gemauert) Sinn?

gefragt von StrafbertoStrafberto am 20.05.2009 um 10:50 Uhr

Ich habe vor, ein altes Bauernhaus zu kaufen (Bj. 1880). Wie zur damaligen Zeit üblich, wurde das Haus aus allen zur Verfügung stehenden Materialien gebaut. Das komplette EG wurde aus groben Bruchsteinen gemauert (Wandstärke 50 cm), später wurde das OG mit Hohlblocksteinen (30 cm) aufgesetzt. Beide Geschosse sind von Aussen nicht gedämmt. Vor allem im unteren Bereich der Fassade bröckelt teilweise der Putz ab und es ist zu erkennen, dass sich hinter dem Putz große Hohlräume befinden.

Der Dachstuhl ist trocken und in einem guten Zustand, die Dachziegel sind in Ordnung. Jedoch ist auch das Dach nicht gedämmt. Die Vorbesitzer haben jedoch alle Zwischendecken mit Steinwolle und einer Styroporschüttung versehen. Alle Fenster im Haus und auch die Heizungsanlage sind relativ neu (2000 erneuert). Es kann mit Öl und mit Holz geheizt werden. Der Energieausweis für das Haus gibt folgende Werte an: - Primärenergiebedarf: 175 kWh/ qm - Gebäudehülle Heizwärmebedarf: 243 kWh/ qm (also sehr hoch) - Anlagenverlust: -81 kWh/ qm (also sehr niedrig) - Umweltwirkung CO2-Emission: 22kg/ qm (sehr niedrig)

Nun meine Frage: Macht es Sinn und ist es überhaupt möglich, das Gebäude von Aussen zu dämmen? Sollte der Dachstuhl gedämmt werden? Weiß jemand, wie teuer das Ganze in etwa werden kann (Fassadenfläche ca. 300 qm)?

Vielen Dank im Voraus!


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maiki01
beantwortet von maiki01 am 20. Mai 2009 10:53
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Sinn macht eine Volldämmung immer. ich würde mich aber vorher erkundigen, ob das Haus auf der Denkmalschutzliste steht. Dann darfst Du das nicht

Kommentar von Simple_avatar7smallStrafberto am 20. Mai 2009 11:12

Lt. Makler ist das Haus nicht denkmalgeschützt. Wo kann ich das denn definitiv erfragen? Gemeinde?

Kommentar von Ca3f644d051031ce96492f4107cd47ccsmallmaiki01 am 20. Mai 2009 11:21

Amt für Denkmalschutz


bulli66
beantwortet von bulli66 am 20. Mai 2009 10:55
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ich habe dies bei meinem haus vor einigen jahren gemacht. dämmung innen und außen, inkl. dachstuhl. kosten: 75000,-€ bei sehr viel eigenleistung. Aussenfassade wurde durch firma neu verputzt und gestrichen.

jetzt heitze ich mit einem kaminofen das ganze haus. ohne heitzung war es im winter kein einziges mal unter 10 grad +. im sommer bleibt das haus relativ kühl.

bei mir hat sich das isolieren gelohnt. dauert allerdings noch ein paar jährchen bis sich die kosten ammortisiert haben.

bei den heizkosten lächle ich bereits jetzt schon

Kommentar von Simple_avatar7smallStrafberto am 20. Mai 2009 11:15

Ich habe das Haus gemeinsam mit einem Bauunternehmer besichtigt. Der rät mir davon ab, das Haus zu kaufen, da sich die modernen Dämmstoffe angeblich nicht mit dem alten Mauerwerk vertragen und Schimmelbildung sehr wahrscheinlich ist. Das Haus würde mir unterm A.... wegfaulen, meint er.


anonym
beantwortet von Tumba am 20. Mai 2009 10:55
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Wende Dich an einen Sachverständigen, der kann Dir das genau sagen.


krizekrazi
beantwortet von krizekrazi am 20. Mai 2009 10:57
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natürlich macht das Sinn, man muß aber einen genauen chek der Bausubstanz machen, ev. Sanierung der Fundamente (Kapilarwirkung), dafür gibt es Sachverständige


anonym
beantwortet von Thom36 am 20. Mai 2009 10:58
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macht auf jeden fall sinn.. kosten sind zwischen 60 und 90 euro pro qm für einen sinnvollen wärmeschutz der wände

Kommentar von Simple_avatar7smallStrafberto am 20. Mai 2009 12:13

Ich bin in diesem Forum auf die Seite von Herrn Konrad Fischer http://www.konrad-fischer-info.de/ gestoßen, der die Meinung vertritt, dass Dämmung zum großen Teil überhaupt keinen Sinn machen würde, außer das Bauunternehmer, Energieberater, etc. sich die Taschen stopfen. Wer kann mir in meiner Verwirrung weiterhelfen?

Kommentar von 45b3b2f1e48045ec093d0c418336fb3esmallBauspezi am 22. Mai 2009 08:58

Der Sinn oder Unsinn einer Maßnahme ist kaum zu messen. Fakt ist, dass aus jedem Haus - egal wie alt - ein Niedrigenergiehaus, Passivhaus oder gar Nullenergiehaus werden kann. Der Aufwand lohnt immer nur dann, wenn man mehr als die nächsten 5-8 Jahre im Kopf hat: Aufgrund der Energiekosten, die mit Sicherheit steigen werden, hat man bald eine Einsparung erreicht. Ich bin überzeugt, in 20 Jahren wird man über unsere geringen Dämm-Maßnahmen lachen - so wie es in den 80er und 90er gedacht hat, man hat das wirtschaftliche Optimum an Dämmstärken schon überschritten.


firstguardian
beantwortet von firstguardian am 20. Mai 2009 11:02
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Wenn ohnehin teilweise Putz vorhanden ist, der bröckelt, könnte man hier einen Wärmedämmputz aufbringen. Die Dachisolierung wäre in jedem Falle zu empfehlen. Will man den äußeren Charakter des Hauses bewahren, könnte man eine Dämmung von innen her durchführen. Das setzt aber voraus, dass die Wände trocken sind!

Kommentar von Simple_avatar7smallStrafberto am 20. Mai 2009 11:28

Der Putz ist grundsätzlich in Ordnung. An der Wetterseite sind einige kleinere Risse(könnte man spachteln) und an einer Stelle bröckelt er wie gesagt ab.

Kommentar von 45b3b2f1e48045ec093d0c418336fb3esmallBauspezi am 22. Mai 2009 08:53

Man bedenke, dass Wärmedämmputz fast nichts bringt - was die Dämmwirkung angeht, meine ich. Das Abbröckeln ist natürlich erledigt, klar. Aber man muß die ganze Fläche verputzen, will man eine einheitliche Ebene. Und da lohnt es sich einfach nicht, rechnet man Kosten gegen Dämmeffekt im Vergleich mit einer Außendämmung.


anonym
beantwortet von jockl am 20. Mai 2009 11:51
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Ich würde Stück für Stück von innen dämmen, warum willst du die Mauern, oder das was man so nennt erwärmen? Der Dachstuhl ist eine Sache für sich. Ist´s ungenutzter Dachboden und der Boden/Decke entsprechend gedämmt, dann kannst du dir die teure Dachdämmung sparen. Für dieses Geld kannst lange heizen. Wenn wirklich, also darüber nur Dachboden, dann schraube bei passender Gelegenheit im Geschoss darunter Rigips mit Styrophor, ca. 3 cm dick.

Kommentar von Simple_avatar7smallStrafberto am 20. Mai 2009 12:09

Hab ich mir auch schon überlegt. Hab zur Dämmung von innen nur gehört, dass zum einen sehr viel Raumgröße (je Aussenwand ca. 12-14cm) verloren geht und dass zum anderen in diese Wände nicht mehr gebohrt, genagelt etc. werden darf, da sonst Feuchtigkeit eindringt und die Isolierschichten beschädigt werden. Hast Du irgendwelche weiterführenden Tipps? Der Dachboden wird nur als Stauraum fungieren. Die Decke zum Dachboden ist meiner Meinung nach ausreichend isoliert.

Kommentar von 45b3b2f1e48045ec093d0c418336fb3esmallBauspezi am 22. Mai 2009 08:54

Eine Dampfsperre ist eigentlich nie dicht auszuführen in bestehenden Gebäuden - zu viele einbindende Elemente. Dann eher eine mineralische Lösung, da kann auch genagelt werden. Kosten für ganz wenig Dämmeffekt: 120-140 €/m²!


Bauspezi
beantwortet von Bauspezi am 21. Mai 2009 15:14
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Innendämmung kann ich nicht empfehlen. Hier sind die Kosten viel höher als außen, außerdem sind etliche Wärmebrücken vorprogrammiert. Die Kosten sind deshalb höher, weil die Systeme deutlich komplizierter sind, gerade bei den optimalen mineralischen Stoffen, die Feuchtigkeit zurücktransportieren (verteilen). Als Planer habe ich ständig diese Problemstellung, die oftmals noch durch Setzungsschäden, Salze / aufsteige Feuchtigkeit und Grenzbebauung (mehr Wand geht nicht) verstärkt werden. Mitunter empfehle ich, gerade wenn das OG ein Fachwerk ist, den Abriß der EG-Wände. Das Fachwerk darüber lässt sich meist sehr gut stützen; Dann kann man Fundament und Sperre neue aufbauen, kann Fenster und Türen optimaler positionieren/dimensionieren, hat keine Wärmebrücke und dünnere Wände (Wohnraumgewinn). Ausserdem ein massives Mauerwerk, keinen hohlen Klang, wenn man außen klopft. Das ist keine 10% teurer, wenn mehrere Probleme anstehen, hat aber deutlich bessere Dämmwerte und klimatisch super (die ATMENDES MAUERWERK-Diskussion). Wenn Außendämmung (WDVS genannt), dann bitte die Fenster raussetzen, nicht an gleicher Stelle belassen. Gibt häßlich tiefe Fensterhöhlen. Außerdem steigt der Verschattungsgrad durch die Dämmung. Durch Wärmebrücken kann dann das Schimmeln entstehen - das ist aber ein Problem der richtigen Bauweise und Planung! Außerdem sollte "nach DIN" gelüftet werden: alle 2 Stunden 1x die komplette Raumluft austauschen. Dann gibt´s eigentlich nie Schimmel (Wem das nächtliche 2stündige Aufstehen zu blöde ist, dem empfehle ich eine Lüftungsanlage). Ihr seht schon, ein wenig überspitzt habe ich es formuliert - doch ich habe lange in einem alten Haus gelebt und kenne die Problematik des "hier und da ein wenig herumpfuschens" - es bringt nichts...


anonym
beantwortet von Waldhaus am 25. Mai 2009 12:11
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Auch ich meine, dass die Innendämmung problematisch ist. Eine Lüftungsanlage bei sehr stark gedämmten Haus ist eine Notwendigkeit. Nur mit einer solchen Anlage mit Wärmerückgewinnung hat das alles einen Sinn. Ansonsten sind Probleme ohne Ende zu erwarten.

Der Grund für die zu erwartenden Probleme ist die Feuchtigkeit die wir Menschen abgeben. Durch duschen, kochen, waschen und ausatmen bringen 4 und mehr Ltr. Wasser pro Person und Tag in den Raum, ins Haus. Wenn das nicht weg gebracht wird, geht es los. Lüften ist angesagt. Was früher durch Undichtigkeiten, Fenster, Türen, Ritzen, raus konnte, wird oft eingeschlossen. Oft wird auch vergessen, das der alte Ofen Feuchtigkeit in Form von Abgas durch den Kamin weg gebracht hat. Dieses Abgas konnte nur wegströmen weil frische Luft von aussen irgendwie in den Raum kam, in der der Ofen stand.


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