Frage von Clrainbow774 05.02.2012

Macht sich ein Vergewaltigungsopfer aus Sicht der katholischen Kirche schuldig?

  • Antwort von waldfrosch 05.02.2012
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Entschuldige aber das ist völliger Unsinn .

    Ein Vergewaltigungsopfer macht sich nicht schuldig aus Sicher der R.K.Kirche !!!!

    Diese Aussage oben bezieht sich auf das Gebet wo eine Jugentlicher um Fürsprache der Heiligen Maria Goretti bittet ,damit dieser betende Jugendliche die Kraft hat ,nicht vorehelichen Geschlechtsverkehr auszuüben ..

    Du hast den Text einfach ....nicht richtig verstanden ! Kann mal passieren ....

  • Antwort von wolfruprecht 06.02.2012
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Wenn ich deine Frage richtig verstanden habe, meinst du, Maria Goretti hätte sich an ihrer Vergewaltigung mitschuldig gemacht, weil ihr ihr eigenes Leben mehr bedeutet hätte als nicht zu sündigen. Sie hätte dann in gewisser Weise der Vergewaltigung zugestimmt. So kommt es ein paar Kommentare weiter unten jedenfalls für mich herüber.

    Stell dir doch einfach mal die Situation vor: Maria Goretti wird gerade massiv attackiert in dem Wissen, dass am Ende eine Vergewaltigung steht. Ich glaube nicht, dass sie das ganze Geschehen in diesem Moment reflektiert hat. Ich glaube auch nicht, dass sie bei ihrer Gegenwehr damit gerechnet hat, tatsächlich umgebracht zu werden, obwohl es doch sein kann. Hier überhaupt von Schuld nur zu denken, halte ich schon für sehr problematisch.

    Etwas anderes ist es, wie das von den Zeitgenossen und den Gläubigen überhaupt interpretiert wird. Und da bin ich der festen Überzeugung, dass unsere Vorstellung von ethisch und moralisch "richtigem" Handeln immer auf dem aufbaut, was wir an an religiösen Vorstellungen bereits in uns tragen. Das ist abhängig von der Zeit und der Gesellschaft, in der wir leben, abhängig von religiöser Erkenntnis und Entwicklung, von unseren Vorentscheidungen, unseren Lebenserfahrungen positiv wie negativ und deren Integration in unsere Biografie. Diese Abhängigkeitsliste ließe sich noch weiter fortführen. Ich will damit deutlich machen, dass eine Schlussfolgerung, wie ich sie skizziert habe und du sie (vermutlich) siehst, von unserem Gottes- und Kirchenbild abhängig ist. Oder anders formuliert: Unsere religiösen Fragen offenbaren die "Leichen in unserem Keller" (um hier an eine Redensart anzuknüpfen), also das, was wir (noch) nicht bewältigt haben und wir nicht gerne sehen wollen. In diesem Punkt sind wir alle gleich, sogar bei Atheisten und A-Gnostikern ist das so. Glauben oder auch Nicht-Glauben ist immer eine Herausforderung. Wenn mich etwas aufregt, dann ist es meistens das, womit ich mich positiv lösend damit beschäftigen sollte.

    Eins zum Schluss: Das zitierte Gebet und auch die Quelle des Zitats spiegeln nicht die offizielle Lehre der Kirche wieder, aber sicher eine gewisse religiöse Haltung, die (leider) auch in der Kirche anzutreffen ist. Aber auch ich habe meine Leichen im Keller.....

  • Antwort von zippo1970 05.02.2012
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Maria Goretti war ja kein Vergewaltigungsopfer. Ihr Angreifer wollte sie vergewaltigen. Sie hat sich heftig gewehrt. Sie wollte nicht, dass ihr Angreifer, der ein Bekannter war, sich schuldig macht. Sie wollte praktisch sein Seelenheil verteidigen. Und hat es letztendlich mit dem Leben bezahlt, weil sie ihren Angreifer vor Sünde bewahren wollte. Deswegen wird sie verehrt.

    Es gibt keine gültige katholische Lehre, die besagt, dass ein Opfer sexueller Gewalt sich schuldig macht. Im Gegenteil, man soll für solche Opfer beten, und sie in die Fürbitte einschließen.

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