Frage von Enzephaloid, 94

Macht man sich damit strafbar?

Wenn man Prostituierte aus Übersee einfliegen ließe, diese hier drei Monate ungefähr arbeiteten und dann wieder nach Hause flögen. Und man bekäme einen Prozentsatz an den Verdiensten als Vermittlungs- und Organisationsgebühr.

Wäre das strafbar und wenn ja, warum, und welche Strafe gäbe es dafür?

Antwort
von vitus64, 49

Um die strafrechtlichen Folgen würde ich mir weniger Sorgen machen als um die Verpflichtungserklärung, die du abgeben musst, falls sie visumspflichtig ist (davon gehe ich mal aus). Falls sie nicht daran denkt, ihren Verdienst zu teilen und untertaucht um über die Dauer ihres Visums hinaus in einem Puff weiterzumachen, von dem du nichts weißt, zahlst du die Kosten für die Abschiebung. Gleiches gilt, wenn sie mit dem Touristenvisum im Puff erwischt wird. Ergo: viel zu riskant

Kommentar von Enzephaloid ,

Und was kostet so eine Abschiebung, die derjenige dann bezahlen müsste?

Kommentar von furbo ,

Kommt auf den Aufwand an. Für eine einzelne Person bis nach Übersee kommen schnell mal mehr als 10.000 € zusammen. Da es für die Prostitution legal kein Visum gibt, bist du als Schleuser, mit oder ohne Verpflichtungserklärung, in der Haftung. 

Kommentar von vitus64 ,

Die werden dir soviel in Rechnung stellen, wie sie können. Polizeieinsatz, um sie zu finden, natürlich zu horrenden Stundensätzen, Ticket zum IATA-Tarif zurück nach Hause (Thailand?). Das kann locker einen fünfstelligen Betrag kosten

Antwort
von juristendeutsch, 9

Aus anwaltlicher Sicht rate ich ihnen von ihrem Vorhaben ab. Sie können sich mit dieser "theoretischen" Idee in die Nesseln setzen, der Gesetzgeber ist bei Sexualdelikten in der Regel nicht zimperlich. 

Sie könnten sich nur um ein paar Beispiele zu nennen, strafbar machen wegen Menschenhandel, Zuhälterei (Förderung der Prostitution). So einfach wie Sie sich das vorstellen, geht dies nicht. Zudem müssten Sie, eine Verpflichtungserklärung abgeben, um für diese Person zu sorgen finanzieller Art in dieser Zeit, und für jede Art von Kosten würden sie haftbar gemacht werden.

Ich verweise daher nocheinmal auf meine Ausführung und rate ihnen hiervon ab.

-juristendeutsch-

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Polizei & Recht, 20

Um als Ausländerin der Prostitution nachzugehen, müsste man gewisse aufenthaltsrechtliche Bedingungen (Aufenthaltserlaubnis oder Visum) erfüllen, was legal nicht geht. Eine AE, um der Prostitutoon nachzugehen, gibt es mit Sicherheit nicht.

Die mögliche Palette an Straftaten ginge von Schleusung (§ 96 AufenthG) über Menschenhandel (§§ 232 und 233 StGB) sowie Zuhälterei (§ 180 a StGB).

Mögliche Strafe?

Geht von Geldstrafe bis mehrere Jahre Freieitsstrafe, je nach Tatbegehung.

Antwort
von Maimaier, 38

"aus Übersee" Aufenthaltserlaubnis, Arbeitserlaubnis?

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