Frage von dante85y, 171

Macht es Sinn ein Haus zu bauen bzw kaufen?

Ich bin mittlerweile soweit mir Gedanken zumachen ob ich mir ein Haus kaufen oder gar bauen soll.
Ich denke dennoch seit Monaten darüber nach ob es Sinn macht.
Nimmt Mann den Zins Spiegel und die typischen Argumente: Kapital für später usw ist ja alles interessant.
Dennoch, lohnt es sich mit 30 ein Objekt Zu kaufen oder sollten Mann sorgenfrei in Miete leben.
Denn eines ist ja klar, ein Haus begleitet einen dass leben lang. Ärger und finanzielle Belastungen inklusive .

Antwort
von DrMaHinz, 33

Darauf ist keine eindeutige Antwort möglich. Zuerst einmal hängt es von vielen (unbekannten) finanzmathematischen Variablen ab (z.B.: Zinsen, Mietsteigerungen, Nebenkosten, Wertsteigerung, mögliche Rendite des Eigenkapitals in anderen Finanzanlagen, Steuern, …).

Vorteile von Immobilien
– Mietersparnis bzw. Mieteinnahmen (jeder Mensch bezahlt im Laufe seines Lebens ein Haus, der Mieter das Haus des Eigentümers).
– Mietfreiheit. Man ist keinen Mietsteigerungen oder Kündigungen ausgesetzt.
– Mögliche Wertsteigerung.
– Relativ sichere Kapitalanlage (In Mitteleuropa keine allzu großen Preisschwankungen. Vorausgesetzt Preis, Qualität und Lage stimmt.).
– Inflationsschutz durch (prinzipiell) hohe Wertbeständigkeit. Allerdings: Mieten folgen nicht automatisch der Inflation. Meist steigen sie schneller als die Inflation. Bei einer Hyperinflation sind Immobilien auch nur bedingt geeignet -> Siehe Hauszinssteuer bzw. Lastenausgleichsgesetz. Außerdem würden dann auch die Immobilienpreise einbrechen.
– Steuerlich relativ gut gestellt. Aber eine Immobilie muss sich auch vor Steuern rechnen!
– Dauerhaftigkeit / Langlebigkeit (Nutzungsdauer etwa 80 Jahre).
– Mehr Wohnqualität, denn eigene Gestaltungswünsche sind umsetzbar.
– Grundlage für Ihre Altersvorsorge.
– Bei circa einem Drittel der Immobilienerwerbe steuern Verwandte finanziell etwas bei. Ein Mieter der in andere Kapitalanlagen investiert wird das selten erwarten dürfen.
– Mieten steigen mit der Zeit. Die Abzahlung einer Immobilie nicht zwangsläufig.
– Die selbstgenutzte Immobilie ist Schonvermögen. Das bedeutet das eine selbstgenutzte Immobilie nicht verkauft werden muss wenn Sozialleistungen in Anspruch genommen werden. Beispielsweise bei Sozialhilfe oder der Pflege von Angehörigen.

Nachteile von Immobilien
– In den ersten Jahren muss der Eigentümer wahrscheinlich mehr Geld ausgeben als der Mieter.
– Hohe Kapitalbindung bzw. Kapitaleinsatz (Keine Zinsen / Dividenden auf das eingebrachte Eigenkapital). Durch den Einsatz von Fremdkapital ist man auch abhängig von den Finanzmärkten (Zinsänderungsrisiken).
– Standortgebundenheit (daher „im-mobilis“ aus dem Lateinischen für „nicht bewegliche Sache“) im Gegensatz zu anderen Wirtschaftsgütern. In einer Krise kann man auch nicht dem Staat „entkommen“ (siehe Hauszinssteuer / Gebäudeentschuldungssteuer (1924–1943) oder das Lastenausgleichsgesetz (ab 1948)).
– Abhängigkeit und Unflexibilität, etwa bei der Arbeitsplatzsuche oder veränderter Familiensituation.
– Hohe Kaufnebenkosten bzw. Transaktionskosten (Grunderwerbssteuer, ggf. Makler, Notar -sowie Gerichtskosten).
– Mögliche Finanzierungskosten (Zinsen, Grundbucheintragungsgebühr, Rangordnung für die Verpfändung, Kontoführungsgebühren, …). Viele Käufer lassen sich auch von niedrigen Zinsen blenden. Aber im Gegensatz dazu sind Immobilien oft überteuert.
– Heterogenität. Auch wenn zwei Immobilien architektonisch identisch sind, unterscheiden sie sich in ihrer Lage. Die genaue Wertbestimmung ist immer schwierig (Teilmarktrisiken, Objektrisiken und Bewertungsrisiken).
– Hoher Pflege-/, Instandhaltungs-/, Modernisierungs-/ und Arbeitsaufwand. Hohe Managementkosten.
– Folgekosten (Betriebskosten, Heizung, Strom, Wasser, Verwaltung, Reinigung, Straßenreinigung, Versicherungen, …).
– Deutsches Mietrecht ist sehr mieterfreundlich. Beispielsweise sind Mieterhöhungen nur eingeschränkt möglich.
– Relativ niedriges Mietniveau in manchen Gegenden.
– Unzuverlässige Mieter / Leerstand / Mietnomaden.
– Meist lange Anlagedauer (etwa 10-20 Jahre). Schnelle Gewinne sind sehr selten.
– Renditen sind im Vergleich zu anderen Investments relativ niedrig. Das DIW hat für das Jahr 2012 ermittelt, dass von fast 7 Millionen Eigentümern etwa drei Millionen nichts an der Immobilie verdienen (Inflation nicht berücksichtigt). Knapp 0,5 Millionen machen sogar Minus. Im Schnitt wird eine Rendite von zwei bis drei Prozent erreicht. Nur etwa ein Fünftel kommt über 5% Rendite.
– Immobilien können nicht schnell zu Geld gemacht werden (Illiquidität). Das Kapital ist komplett an die Immobilie gebunden. Braucht man einmal Geld muss die ganze Immobilie verkauft werden. Nur ein Fenster, Schornstein, Heizungskörper, … ist meist nicht verkäuflich.
– Bei Neubau lange Produktionsdauer (etwa 2 Jahre bei Wohnungsbau und 5 Jahren im Gewerbebau) und die Baukosten könnten höher werden als erwartet.
– Eigentum verpflichtet.

-> www.immobilien-einblick.de/allgemeines_zu_immobilien

Kommentar von dante85y ,

Vielen Dank !

Antwort
von DerHans, 83

Sinn macht das ganz sicher. Bei den meisten Leuten mangelt es daran, dass sie die notwendigen Eigenmittel nicht aufbringen können.

Wenn man gleichzeitig 1/3 des Einkommens an Miete zahlt, ist es schwierig ein Kapital zu schaffen.

Sonst würde ja kein Mensch mehr zur Miete wohnen.

Antwort
von schalkeattacke, 115

Alles hat seine Vor und Nachteile.

Auf der einen Seite zahlt man Miete und die ist dann weg :) Ärger mit Nachbarn kann man als Mieter zwar mit Umzug umgehen aber in der nächsten Wohnung könnte sich das alles wiederholen :)

Niemand zwingt einen wenn man ein Haus kauft es für immer zu behalten. man kann verkaufen und das sogar mit Gewinn.

Wenn also die Bonität stimmt würde ich empfehlen zu kaufen oder bauen.

Antwort
von baghera, 13

alle hier genannten argumente sind nachvollziehbar, sowohl das für als das wider.

ich denke, man muss für diese entscheidung ´reif´ sein. solange man damit irgendwie fremdelt und es eine reine kopf- aber keine bauchentscheidung ist, wird es zumindest zu einer seelischen belastung. da helfen dann auch keine günstigen zinsen...

mit 30 hättest du mich mit einer immobilie jagen können! ich fühlte mich leichter, kein ´eigentum´ zu besitzen. 10 jahre später habe ich dann meine 1. immobilie gekauft, zunächst nur aus steuerlichen gründen; fühlte sich entsprechend ´fremd´ an, war aber ok. wg. steuerersparnis.

aber dann kam eins zum andern und inzwischen bin ich froh, dass meine rente erfreulich ausfallen wird und die immobilien in regionen liegen, denen der klimawandel auch in 30 jahren nichts anhaben wird.

es ist übrigens ein irrglaube, dass man mit einer immobilie auch automatisch ´immobil´ wird. keiner zwingt dich, dort auch für immer zu wohnen. wenn ich beruflich (oder der liebe wegen) woanders hingezogen bin, habe ich die bude kurzerhand vermietet. eine vermietung macht sich steuerlich auch noch weitaus besser. ich kenne einige, die weiterhin zur miete wohnen und trotzdem ein oder mehrere objekt(e) besitzen und diese von ihren mietern finanzieren lassen. es geht also beides :o)

Antwort
von waki08, 6

Kommt auf die Gegend an. Mit ca. 30.000 auf der Kante bekommst Du in einigen Regionen ein komplettes Haus mit 1000 qm Grundstück, das erstmal auf einfachem Stand bewohnbar ist, und kannst es nach und nach renovieren/sanieren. Vorteil: Kein Kredit, das Haus gehört voll Dir und keine Bank kann es so einfach wegnehmen. Nachteil: Du musst Freude am Basteln haben, optimalerweise Partner/in auch :-)

In Gegenden wo man für 30.000 gerade mal die Grundplatte und einen Schornstein bekommt ist es eine Spekulation darauf, dass die Situation weiter so bleibt, sprich Einkommen bleibt/steigt, Hauswert bleibt/steigt. Wenn Du einen hohen Kredit hast, das Haus aber dann durch äußere Umstände im Wert sinkt, will die bank neue Sicherheiten nachgeschoben haben - wenn Du die nicht hast, kann das Haus bald der Bank gehören...

Antwort
von Annelein69, 74

Finanzielle Belastung und Ärger hast du auch in der Mietwohnung.In deinem eigenen Haus kann dich aber niemand deswegen vor die Tür setzen.Von der Altersvorsorge bei einem Eigenheim mal ganz abgesehen.Es gibt viele Gründe die "Für" ein Eigenheim sprechen.

Antwort
von derhandkuss, 54

Einerseits kannst Du Dein Erspartes in eine selbst genutzte Immobilie stecken. Andererseits kannst Du Dein Erspartes beispielsweise auch in eine Alters-vorsorge (Rentensparpläne, Kapitallebensversicherungen etc.) stecken. 

Bedenke bitte, dass später im Alter finanzielle Leistungen wie Renten, Aus-zahlungen von Lebensversicherungen etc. in der Regel versteuert werden. Das bedeutet im Klartext - Du sparst jetzt und legst Dein Geld in dieser Form an. Anschließend geht der Staat im Alter noch hin und zieht Dir auf Dein Erspartes Steuern & Co. ab!

Investierst Du jedoch in eine selbst genutzte Immobilie, sparst Du jeden Monat eine Miete ein. Eingesparte Mieten können jedoch nicht versteuert werden! Und das ist jeden Monat ein geldwerter Vorteil!

Antwort
von kenibora, 41

Kenne Deine finaziellen Voraussetzungen nicht. Wieviel Eigenkapital? Wie hoch das monatliche Einkommen usw. Zu bedenken ist nur, das Geld wird immer weniger wert... alle Kosten steigen, auch die Mieten und Nebenkosten. Eigentum, egale welcher Art ist ein "Sachwert" den Dir "fast" niemand nehmen kann. Je nach Lage und Art der Immobilie ist es möglich dass der Wert/Preis steigt - sofern es sich später noch jemand leisten kann. Aber als Mieter, jeder Monat Miete ist verschenktes Geld!

Kommentar von dante85y ,

Ich habe derzeit 36200€ auf der Kante verdiene 2170€ netto im Monat.
Bin alleine keine Kinder Nichtraucher und gönne mir einmal im Jahr Urlaub.

Antwort
von Hardware02, 55

Das kommt darauf an. In welcher Gegend wohnt "MANN" und möchte "MANN" dort auch sein Leben lang bleiben. 

Antwort
von troublemaker200, 16

ich denke es kommt entscheidend auf seinen Lebensplan an. Ein Haus bindet Dich an einen Ort. Wenn Du und Dein Job und Deine Familie (evtl. auch die zukünftige!) damit klar kommen, mach es.

Vorteil: irgendwann ist das Haus abbezahlt und Du wohnst mietfrei. Auch wenn es erst im Rentenalter sein wird.

Und Du kannst Deinen Nachkommen etwas vererben.

Antwort
von bartman76, 49

Ich glaube ein bisschen ist das Geschmackssache. Ich selbst würde immer zum Kauf tendieren. Aber ob das - insbesondere als Altervorsorge - sinnvoll ist, weiß heute vermutlich niemand.

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