Macht eine Frau mit 1er Abitur eine rechtsradikale Gruppierung gefährlich?

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10 Antworten

In rechtsradikalen Gruppen sind intelligente** Leute (also Leute mit überdurchschnittlichem IQ) eine ausgesprochene Seltenheit. Das belegen zahlreiche Studien.

**) "Intelligent" meint den messbaren IQ, nicht die Selbstwahrnehmung.

Tatsächlich gibt es das umgekehrte Muster: Je niedriger der IQ, desto klarer die Orientierung nach Rechts. Guckst du beispielsweise hier: http://spq.sagepub.com/content/73/1/33

Oder generell intelligente Studenten? 

Darin steckt ein logischer Fehlschluss: Studenten sind nicht zwangsläufig intelligenter als der Durchschnitt. 

Darüber hinaus ist es ein typisches "Jugend-Phänomen". Ein unreifer Geist tendiert, vor allem mangels Wissen, zu extremen (weil schlichten) Haltungen. 

Typischerweise ändert sich das im Laufe des Lebens mit dem Zuwachs an Wissen und dem Training der Reflexion, so dass vor allem extreme Gruppierungen (rechts oder links) eher von Jugendlichen leben. 

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... damit lässt sich dann auch deine eigentliche Frage beantworten:

Macht eine Frau mit 1er Abitur eine rechtsradikale Gruppierung gefährlich?

Nein. "Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.", weiß der Volksmund zu sagen. 

Üblicherweise wird sie sich schnell geistig unterfordert sehen und die rechtsradikale Gruppierung schon bald wieder verlassen. 

Ausnahme: Liebe. Sollte sie sich in ein Mitglied dieser rechtsradikalen Gruppierung verliebt haben, wird sie im Regelfall der Gruppe (genauer: ihrem Angebeteten) treu bleiben, solange die Liebe anhält. Ob und inwieweit sie sich dabei in der Gruppe einbringt, ist eher zufällig. Meist wird es sich auf "spontanes Einbringen" reduzieren.

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ad "Frauke Petry": Da du ganz offensichtlich auf Frauke Petry abstellst (obwohl die AfD bei Weitem noch nicht "rechtsradikal" ist), sein folgendes angemerkt:

Frauke Petry ist ein typischer "Machtmensch". Solchen Menschen ist es egal, wen sie vertreten oder was sie dazu sagen müssen. Sie glauben nur an die Macht und sonst nichts. Und entscheidend ist für sie nur, dass sie Macht bekommen. 

Hätte sie also "schnelle Karriere-Chancen" in der SPD oder der CDU gesehen, wäre sie heute eine sozialdemokratische oder christdemokratische Parteivorsitzende.

Das kannst du bei Petry besonders plakativ ablesen, denn sie bewegt sich permanent in ihren elitären Strukturen. So heiratete sie beispielsweise nicht "irgendwen", sondern den Zweitbesten ihres Jahrgangs. Leider stellte der sich für sie als wenig nützlich heraus, denn er schien diese Macht-Ambitionen nicht zu teilen und wurde stattdessen Pfarrer.

Summa summarum versucht sie auf die AfD sehr moderat zu führen, um ihre politischen Machtziele, die sich mit einer extremen Partei nicht durchsetzen ließen, nicht zu gefährden.

Ihr eigentliches Problem sind die Mitglieder und Wähler der eigenen Partei, die zu teilweise überaus krassem Verhalten neigen. Einerseits braucht sie sie, um ihren Machtambitionen folgen zu können; andererseits verabscheut sie sie regelrecht, weil sie ihr ihre Machtambitionen immer wieder schwierig oder sogar streitig machen.

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Beispiel: "Traditionelles Familienbild & Homo-Ehe". 

Während beide Themen bei den Mitgliedern und Apologeten höchst emotional vertreten werden, hat Petry dazu einen völlig rationalen Standpunkt:

  • Problem = Bevölkerungsrückgang
  • Lösung = mehr Kinder
  • Sekundär-Lösung = Homo-Ehe erzeugt keine Kinder

Standpunkte, die andere Mitglieder oder Apologeten vertreten, etwa "Germanen-Ehe" oder "Home-Ehe sei ekelig" oder so, berühren sie überhaupt nicht. Sie hat ein rationales Problem zu erkennen geglaubt; und sie bietet dafür eine rationale Lösung an. Punkt.

Anderes Beispiel: Zuwanderung

Während sich die Mitglieder und Apologeten der AfD regelrecht zerfleischen und gern auf "Deutschland den Deutschen!" reduzieren, sieht Petry es völlig rational:

  • Problem = unkontrollierte Zuwanderung
  • Lösung = Zuwanderungskontrolle

Dabei ist sie - anders als die meisten Mitglieder und Apologeten ihrer Partei keineswegs "gegen Ausländer" oder will "weniger Ausländer im Land" haben. Sie sagt einfach nur "Lasst uns ein Gesetz schaffen, dass die Zuwanderung unter Kontrolle bringt."

Dass ihre naiven Wähler daraus machen: "Hey, die AfD will weniger Ausländer haben, hat Petry gesagt.", sieht sie - ich leite das aus ihrem bekannten Rationalismus bei der "Problem-Lösung" ab - wohl sicherlich eher ambivalent: Einerseits sorgt das für Zulauf, also mehr Macht; andererseits wird es das Wachstum ihrer Macht schon bald begrenzen.

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Insofern ist die Zeit NACH der Bundestagswahl für mich, als Beobachter, wesentlich spannender als die Zeit jetzt: Dann wird sie sich deutlicher positionieren müssen. 

Und meiner Vermutung nach wird sie dann anfangen, die Rechten abzustoßen, indem sie sich ERHEBLICH mehr zur Mitte orientiert.

Dann, und nur dann, kann sie auf absehbare Zeit eine "koalitionsfähige Partei" anbieten, mit der CDU und CSU sich abfinden können. Und DANN - und NUR DANN - hat sie ihr Ziel erreicht.  

... auf dem Rücken der Rechten, die sie dankenswerterweise bis in den Bundestag getragen haben, ja. Aber, wie gesagt, sie ist "kalkulierter Machtmensch" und interessiert sich nur für die Macht. Menschen sind für sie nur Werkzeuge, die man beliebig manipulieren kann, wenn es nutzt...

(Es gäbe noch einiges dazu zu schreiben, doch ich denke, ich habe die Länge der Antwort schon genug strapaziert; und erwarte nicht wirklich, dass allzu viele überhaupt bis hier unten lesen...)

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Kommentar von Kometenstaub
25.06.2016, 13:47

Ich habe es getan :-) Klasse Antwort.

5

Beachtliche Teile der  Mittelschicht hatte schon einmal 1933 die NSDAP gewählt. Es gab im Hitlerfaschismus zahlreiche Akademiker die begeistert hinter der braunen Diktatur standen, allen voran Juristen, Lehrer und Ärzte.

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Die Gefährlichkeit ist nicht korreliert zu Bildung oder Intelligenz. Einige "gefährliche" Menschen waren jedoch sehr intelligent.

Stalin (eigentl. Dschugaschwili, er war Georgier) galt als sehr guter Schüler.

Hermann Göring hatte einen IQ von fast 140.

der nächste gehört nicht ganz in diese Reihe:
Bobby Fischer (ehemaliger Schachweltmeister, in seinen besten Jahren den Sowjetgroßmeistern deutlich überlegen) war deutlicher Antisemit (und hatte Verschwörungstheorien über 9/11)

Bei den Filmfiguren könnte man "Hannibal Lecter" nennen, psychopathisch aber hochintelligent (und daher umso gefährlicher). Es gab in der Realität einige intelligente Psychopathen (ich denke da z.B. an Ted Bundy, der etliche Frauen ermordete, aber sich bis kurz vor Schluss so clever verhielt, dass man ihm kaum auf die Schliche kam).

Wenn zu der hohen Intelligenz auch eine hohe kriminelle Energie kommt, ist es eine gefährliche Mischung. Zum Glück ist die Verteilung der kriminellen Energie eher auf Ausnahmen beschränkt.

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Ein Mensch mit einem 1er Abitur, einem naturwissenschaftlichen Studium und einer Promotion zeigt zunächst, dass er in der Lage ist, akribisch und mit Fleiß zu arbeiten. Das ist nicht zu verachten, macht aber noch lange keine überragende Intelligenz aus und schon gar keine überragende Bildung, maximal eine sehr gute schmalspurige Ausbildung.

Die Krux bei solchen Leuten ist oftmals die, dass ihnen die soziale Bildung, die soziale Kompetenz abgeht, und Menschen und menschliche Gesellschaft nicht nach humanistischen Kriterien, sondern nach Nützlichkeitserwägungen betrachtet werden. Nützlich ist natürlich das, was ihnen selbst oder den Eliten nützt. So deutlich wird das natürlich nicht postuliert, da wird das Wort nützlich auch gerne mit dem Wort tüchtig umschrieben.

Da gibt es in deren Weltbild eben nützliche (tüchtige) Menschen, zu denen sie natürlich selbst gehören und weniger nützliche oder auch unnütze Menschen. Dieses Weltbild gepaart mit einem Selbstbild der Überlegenheit, macht diese Art "Akademiker" oft zum rechten Führungs- oder Unterstützungspersonal.

Ja, es gibt akademisch ausgebildete Menschenverächter.

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Die Noten haben nichts mit Intelligenz zu tun.

Es ist aber davon auszugehen, dass ein Mensch weiß, was andere von ihm erwarten und das kann schon gefährlich werden.

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Also wer NPD wählt, der wählt aus extremen Frust, ich kenne da Menschen, von denen würde man das nie denken, oder er erkennt nicht die Folgen, wenn die NPD an der Macht wäre.

Um die NPD soll es in meiner Antwort aber nicht gehen!!

Also es ist doch klar, wenn jemand z.B. im Abitur den Soziologie LK besucht wo ein Thema die soziale Ungleichheit ist und er nicht dumm ist, dann wird er über seine bisherige Denkweise und Einstellung, sowie über unsere Gesellschaft nachdenken.

Ich dachte z.B. bis zum Abitur immer, dass ALLE in der BRD die gleichen Chancen haben und das unser Staat gerecht ist.

Ganz großer Pustekuchen!  Genauso sind den Altparteien Primärtugenden und Sekundärtugenden, lernt man auch in Soziologie, extrem egal.

Dann sucht man natürlich nach Alternativen, wenn man politisch nicht 4 Jahre den Mund halten will.

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Ein 1ser Abitur macht eine junge Frau noch nicht zum gefährlichen Superhirn. Da müssen schon noch ein paar andere Faktoren mitspielen, wie zum Beispiel totale Entschlossenheit bis zur Selbstaufgabe. Dann wird es allerdings sehr gefährlich. Denn die anderen kahl rasierten, übergewichtigen Dumpfbacken veranstalten doch lieber hirnrissige Aktionen.

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Kommentar von leolasse
25.06.2016, 11:44

Was meinst du mit Selbstaufgabe?

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ein 1er Abi sagt nicht, daß man nicht als "soziales Wesem"

 eihe glatte 6 hat....

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Wenn die so schlau ist, wie du schreibst, eigentlich nicht.

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Nur, weil man einen guten Abischnitt hat, heißt das nicht, dass man intelligent ist. Es bedeutet lediglich, dass man fleißig ist und viel gelernt hat.

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Kommentar von Neutralis
25.06.2016, 10:54

Wenn man LK Physik hatte und da gut drin ist, muss man auch intelligent sein. 

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Kommentar von AntwortMarkus
25.06.2016, 10:55

Man darf aber auch nicht den Fehler begehen, davon auszugehen,  dass alle Rechten dumm sind. 

Viele sind auch einfach nur erfüllt von blindem  Hass. 

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Kommentar von Jonas711
25.06.2016, 10:59

So wie du aufgrund einer guten Abinote keine Rückschlüsse auf die Intelligenz ziehen kannst, kannst du auch keine auf Fleiß ziehen. Bestes Gegenbeispiel: Ich.

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Kommentar von einfachichseinn
26.06.2016, 09:14

selbst im lk zählt nur der Fleiß. Ebenso in der Uni. Es interessiert niemanden, wie schnell du dir Dinge aneignen kannst und was du alles weißt. Es geht nur darum an einem bestimmten Tag Anforderungen zu erfüllen.

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