Frage von Finnchen2014, 52

Macht eine Eheberatung/Paartherapie noch Sinn?

Hallo zusammen, die Frage steht ja eigentlich schon dort oben.

Kurz zur Situation: Mein Mann & ich streiten in letzter Zeit sehr oft. Er geht schnell an die Decke und wird teilweise aggressiv (nicht mir gegenüber). Ich hatte ihm schon öfter gedroht mich zu trennen, wenn sich nichts verändert. War da leider nie konsequent genug & somit hat er mich irgendwann natürlich nicht mehr ernst genommen. Ich weiß, daran bin ich selber schuld. Natürlich hat er sich dann auch nie die Mühe gemacht um etwas zu ändern. Mittlerweile ist es so schlimm, dass ich mir kein Leben mit ihm vorstellen kann. Wir haben eine 2 jährige gemeinsame Tochter.

Jetzt habe ich für mich entschieden, dass wir uns trennen & ich aus der gemeinsamen Wohnung mit unserer Tochter ausziehe. Ich brauche diese räumliche Trennung. Da ich diese Ehe aber im Grunde nicht aufgeben möchte, ohne jede einzelne Möglichkeit zur Besserung versucht zu haben, denke ich gerade darüber nach, ob es vielleicht auch Sinn macht, wenn wir in getrennten Wohnungen leben & den nötigen Abstand zueinander haben & gleichzeitig eine Paartherapie aufsuchen.

Würde es Sinn machen? Hat das vielleicht schon jemand durch? Würde mich sehr über Antworten freuen.

P.s mit meinem Mann habe ich geredet und er wäre bereit dies zu versuchen, da er diese Ehe auch nicht aufgeben möchte.

Antwort
von Sonja66, 32

Hab es selbst noch nicht "durch", könnte mir aber durchaus vorstellen, dass dies sicherlich was bringt; irgendwelche guten und vor allem weiterführende Anregungen und Ideen sind sicherlich dabei.....

Ich brauche diese räumliche Trennung.

Ok, und für was genau eigentlich?

Ich hatte ihm schon öfter gedroht mich zu trennen, wenn sich nichts verändert. 

Das ist schon gewaltig!
Heißt das dann eigentlich, dass sobald dir dein Mann mit Trennung droht oder drohen würde, dass du dich ziemlich schnell ändern würdest?
War das schon mal so?
Und warum eigentlich soll er sich deiner Meinung nach ändern, wenn doch dich was stört?
Warum änderst denn du nicht was?
Also das verstehe ich nicht soooo gut.

Da habe ich Bedenken, dass man mich schief anguckt und fragt, was ich
bei der Therapie denn eigentlich möchte, wenn ich schon getrennt bin.

Also nach euren Bedürfnissen und gleichzeitig nach der Meinung anderer handeln, das wird sicherlich viel bzw. viel zu viel.
Das glaube ich schafft fast keiner.

Und ich mein, meine Güte, was passiert schon, wenn einige wenige Menschen euch mal schief angucken und noch weniger wirklich mal ne Frage an euch stellen würden.
Davon geht doch die Welt nicht unter.
Denke, wirklich erfolgreiche Menschen gehen da radikaler vor.....  ;-)))

Also ich meine, dass du mit allem immer noch zu unentschlossen und zu unsicher bist, und dass dies ein Hindernis darstellt.
Weiter aber auch, dass man immer alles zum Besseren wenden kann, wenn man wirklich aufrichtig darum bemüht ist, aus Fehlern zu lernen.....  :-)))

Kommentar von Finnchen2014 ,

Also ich brauche diese räumliche Trennung, damit sich halt wirklich was tut. Dass man sieht "Okay, es ist jetzt schon soweit dass man getrennt lebt, also sollte sich was verändern, damit man wieder in einer Wohnung leben kann". Dass man wieder lernt sich zu schätzen und zu vermissen. 

Nein, natürlich würde sich nicht sofort etwas ändern. Aber sobald er gemerkt hat, dass ich nicht mehr über Trennung nachdenke, kamen alte Verhaltensmuster zum Vorschein. Und auch ich kann mich nicht von jetzt auf gleich ändern. 

Ich bin natürlich auch dabei etwas zu tun. Aber wenn er sich nicht unter Kontrolle hat und sofort an die Decke geht wegen ganz unwichtigen Dingen wie zb dass die schalousie nur auf Lücke statt komplett zu ist, da kann ich dann ja nichts ändern. Das hängt von seiner Laune ab. Ich habe mit der Zeit gelernt in Streitereien einfach nicht zu "provozieren" oder diskutieren. Sehe einiges etwas lockerer. Was natürlich schon einiges geholfen hat. Aber kann halt nicht unsere Beziehung retten, wenn er nix tut. Dafür sehe ich die Beratung als Hilfe. 

Ich steh da wohl drüber wenn man mich doof anguckt. Die frage war halt ob essich überhaupt lohnt, dann wenn man nicht zusammen wohnt. 

Ich persönlich sehe das eigentlich auch als Vorteil oder Chance. So kann man das erarbeitete besser umsetzen. Einiges davon zumindest. 

Kommentar von Sonja66 ,

Ok. Verstehe.
Vielleicht willst du darauf achten, dass mit den Veränderungen dann aber die Vertrauensbrüche nicht zu groß werden....  ;-)

Ja gut, bei ihm kamen alte Verhaltensweisen wieder zum Vorschein, aber zuvor doch vielleicht ja auch bei dir?
Ist nicht böse gemeint, nur so als Anregung und für mehr Verständnis....  ;-)

Ich habe mit der Zeit gelernt in Streitereien einfach nicht zu
"provozieren" oder diskutieren. Sehe einiges etwas lockerer. Was
natürlich schon einiges geholfen hat. 

Das finde ich enorm und ganz toll!!!
Sicherlich für alle!
Wie waren denn dann so die Reaktionen und Ergebnisse davon?

Aber kann halt nicht unsere Beziehung retten, wenn er nix tut. 

Ja, ja, man wünscht sich natürlich auch, dass der Partner sich ebenso engagiert und für die Ehe kämpft.
Ne Idee, warum er dies unterlässt? Was ihn daran hindert?
Oder kämpft er auf ne Weise, die du noch nicht so erkennen bzw. verstehen konntest?

Oder hattest du schon immer wieder Erfolge, die sich nur auch immer wieder in alte Verhaltensweisen änderten, eben weil du selbst auch wieder in alte Verhaltensmuster gefallen bist.
Ist natürlich überhaupt keine Schuldzuweisung von mir an dich; was würden diese schon bringen.....  ;-)

Wann und wo fällt es dir selbst immer so schwer, etwas dauerhaft zu ändern?
Dass du was tun musst, finde ich schon auch richtig von dir.
Nur an welcher Stelle wäre es wirklich richtig bzw. effektiv dann?

Ist völlig egal, ob ihr zusammen wohnt oder nicht, wie ich meine. Therapie oder Hilfe bringt in jedem Fall was.

Versuche dich für einen Weg zu entscheiden und diesem dann treu zu bleiben.

Entweder in der Wohnung bleiben und mit ihm / dir kämpfen oder deinen Weg alleine weitergehen.

Das Hin- und Her denke ich ist Gift für alle.

Sind das auch Launen  ;-)  deine dann?

Antwort
von KatzenEngel, 32

Also ich finde, dass der Versuch es wert ist :) Wenn das dann auch nix bringt, ok. Aber versucht es ruhig mal, ich finde, es macht Sinn.

Alles Gute :)

Kommentar von Finnchen2014 ,

Also du meinst, dass man trotz räumlicher Trennung ruhig eine Therapie in Anspruch nehmen kann unds soll? Da habe ich Bedenken, dass man mich schief anguckt und fragt, was ich bei der Therapie denn eigentlich möchte, wenn ich schon getrennt bin.

Kommentar von KatzenEngel ,

Hm, kommt natürlich auf den Therapeuten an. Musst es Dir halt überlegen, was Du, falls diese Frage kommt, antwortest.

Also ich denke, dass es für die Therapie sogar sinnvoll sein kann, dass ihr räumlich getrennt seit. So könnt Ihr - so Ihr das wollt - wieder "zueinander finden"...

Antwort
von Joschi2591, 31

Wenn Ihr es Euch finanziell leisten könnt, in 2 Wohnungen zu leben, wäre eine solche Trennung sicherlich von Vorteil.

Da kannst Du dann erstmal Luft holen und sehen, wie Dir das Leben ohne Mann gefällt. Garantiert besser als jetzt

Und eine Paartherapie ist ebenso von Vorteil, zumal er ja dazu bereit zu sein scheint.

Kommentar von Finnchen2014 ,

Wenn wir uns scheiden lassen, dann müssen wir in dem Trennungsjahr auch zwei Wohnungen unterhalten. Ich denke, da macht es nun keinen Unterschied. 

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