Macht die Vergänglichkeit bzw. Sterblichkeit uns wertvoll oder schwach?

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5 Antworten

Unsere Vergänglichkeit steht im Grunde nicht so sehr im Zentrum der Diskussion, sondern eindeutig mehr der Begriff der Sterblichkeit, also die Tatsache, dass das Leben begrenzt ist. 

"Vergänglichkeit" verwendet man meist dann, wenn man nebeneinander in voller Blüte stehende Pflanzen und daneben verwelkte und abgestorbene Exemplare sieht.

Aus der Tatsache der Sterblichkeit resultiert die ganze "Memento mori-Problematik", also der Forderung, dass man sein Leben klug gestalten soll, weil es kurz ist. Dies ist ein großes Thema der Philosophie, weil sich natürlich sogleich die Frage stellt, wann und wie wir zu einem erfüllten Leben finden können. Auf jeden Fall wertet die Tatsache der Sterblichkeit das Leben auf, weil jedes Gut, das begrenzt ist, wertvoller ist. 

Auch das Thema "Schwäche" liegt nicht so sehr im Fokus der Betrachtung von Sterblichkeit. Dass der Mensch sich in vielen Situationen des Lebens als schwach erlebt, hängt weit mehr mit seiner Körperlichkeit zusammen. Körperlichkeit hat immer auch Leiden im Schlepptau. Die Krankheiten, die Insuffizienzen, die Alterungsvorgänge, das physische und psychische Versagen, die Irrtumsanfälligkeit, das alles sind Aspekte von Körperlichkeit, in denen sich der Mensch schwach fühlt. 

Auch wenn Heidegger das "Dasein" des Menschen als ein "Sein zum Tode" darstellt, d.h. dass er den Menschen als das Lebewesen auszeichnet, dass immer um seine eigene Sterblichkeit weiß, ist es ihm wichtig, dass daraus eine Ernsthaftigkeit erwächst, eine Verantwortung, ein Auftrag zur Gestaltung dieses Lebens, nicht jedoch eine Mahnung, dass wir uns folglich als schwach erleben.

In der Bilanz können wir also Deine Ausgangsfrage klar beantworten: "Sterblichkeit macht das Leben des Menschen wertvoll aber nicht schwach".

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wertvoll, wir machen Platz fuer junge, aktive Nachkommen mit neuen Ideen etc. .

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Jedenfalls macht sie jedes Leben einzigartig...

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Sie macht uns wertvoller, je älter wir werden. Quelle: ICH, Skyberlin.

Bis zur Mitte des Lebens verfügst Du selbstverständlich, ohne Reflektion,  über alle Deine Kräfte und Ressourcen.

Danach erkennnst Du: das ist begrenzt. Das macht es so wertvoll.

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Das liegt sicher im Auge des Betrachters und ist abhängig von vielen verschiedenen Faktoren. 

Ich würde aber eher hin zu wertvoll tendieren, da man mit diesem Bewusstsein, in dieser Ecke der Welt die Möglichkeit hat, sagen wir mal,  das beste aus seinem Leben zu machen...

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