Frage von heimkid, 131

Machen Psychopharmaka nicht eigentlich viel mehr kaputt anstatt zu helfen, langfristig gesehen und kann man gegen die Wirkung etwas unternehmen?

Wenn ein Mensch Psychopharmaka bekommt, weil er regelmäßig von totaler Wut überfallen wird, es aber niemanden gibt, der dafür eine Ursache finden kann und dieser Mensch andere dauerhaft nervt und deswegen Psychopharmaka bekommt, wird ja diese innere Wut ausgestellt. Kann der Mensch dagegen etwas unternehmen, also kann er trotzdem wütend sein?

Die zweite Sache ist, dass das doch viel mehr schadet, weil wenn die Wut weg ist fehlen schlussendlich auch andere Gefühle und der Mensch wird aus bestimmten Situationen, die ihm soziale Kompetenzen abfordern rausgerissen.

Man stelle dich nur einmal vor, dass ein Mensch seine Freunde vollkommen anbrüllt und fertig macht. Die Freunde sind sauer und lassen ihn links liegen. Dem Menschen geht es danach wieder besser, weil der Druck raus ist (sehr positives Gefühl) Der Mensch stellt erst dann fest, wie viel ihm seine Freunde wirklich bedeuten (sehr positives Gefühl). Außerdem muss er sich früher oder später bei seinen Freunden entschuldigen, was ein sehr hoher sozialer Kraftakt ist. Aber im Endeffekt sehr wichtig für die Entwicklung des Menschens ist.

Ohne die Pillen, würde der Mensch seine Freunde gar nicht so wertschätzen, weil es dauerhaft da ist. Er würde vermehrt unter Druck stehen und wirklich lernen würde er nicht.

Wieso werden solche Mittel also so oft eingesetzt? Wieso merken die Menschen nicht, wie dumm so etwas eigentlich ist?

Antwort
von ErnstD, 95

Das ist jetzt ein bisschen vorschnell verurteilt. In erster Linie sollen die Medikamente helfen, Krisen zu überwinden. Der zweite Teil ist dann die Arbeit des Betroffenen an sich selber, mit einer Psychotherapie. Medikamente haben immer Nebenwirkungen und sind kein Ersatz für eine Arbeit an sich selbst.

Es wird auch kein Arzt dauerhaft Psychopharmaka verschreiben, wenn es dafür keine Veranlassung gibt, und die Einnahme regelmäßig kontrollieren.

Kommentar von heimkid ,

Dennoch wird es vorkommen, dass ein Mensch Tabletten bekommen kann und die Therapie einfach verweigert oder es werden ihm Pillen gegen seine Willen eingeführt

Kommentar von ErnstD ,

Medikamente gegen seinen  Willen gibt es nur, wenn sich jemand selbst gefährdet oder andere gefährdet. Dazu braucht es einen richterlichen Beschluß. Wenn jemand eine Therapie verweigert, kann man ihn dazu nicht zwingen.

Kommentar von Arteloni ,

Das ist nicht ganz richtig. In die Psychiatrie kann man gegen seinen Willen bei selbst-oder fremdgefährdung zwangsweise eingeliefert werden. Zur Therapie kann man da aber nicht gezwungen werden. Es gibt in Deutschland keine rechtliche Grundlage zur Zwangsbehandlung oder ZWangsmedikation.

Kommentar von heimkid ,

Denke doch mal an ein Kind. Dieses kann gut gegen seinen Willen Tabletten bekommen...

Antwort
von Arteloni, 68

Das ist aber ein sehr gewagtes, konstruiertes Beispiel.

1. Du kannst Psychopharmaka nicht alle pauschal und gleich beurteilen.

2. Niemand bekommt diese Medikamente nur weil man wütend wird

3. Es gibt viele psychische Erkrankungen unter denen die Betroffenen sehr leiden. Oft können Medikamente den Menschen wirklich helfen. Viele sind auch dankbar dafür, dass es solche Medikamente gibt.

Kommentar von heimkid ,

Naja ich habe mehrfach gelesen, dass Menschen gegen ihren Willen Pillen bekamen, nur weil sie gelegentlich wütend wurden.

Kommentar von Arteloni ,

Wie ich im Kommentar oben schon geschrieben habe:
In die Psychiatrie kann man gegen seinen Willen bei selbst-oder
fremdgefährdung zwangsweise eingeliefert werden. Zur Therapie kann man  da aber nicht gezwungen werden. Es gibt in Deutschland keine rechtliche Grundlage zur Zwangsbehandlung oder Zwangsmedikation.

Geregelt ist das alles im Psychisch-Kranken-Gesetz (PsychKG)

Kommentar von heimkid ,

Achso und es ist ja auch nicht verboten zu stehlen oder zu morden. Dennoch gibt es Diebe und Mörder. genauso gibt es Menschen, die Medikamente verteilen obwohl die Menschen es nicht wollen. leichte Opfer sind dabei vor allem Kinder!

Kommentar von Arteloni ,

Bei nicht einwilligungfsfähigen Personen (z.B. Bewusstlose, Behinderte und auch Kinder) kann der Arzt den mutmaßlichen Willen unterstellen. Im Zweifel ist das dann für die Behandlung. Die Sorgeberechtigten haben da aber auch noch ein Wörtchen mitzureden. Wenn die Sorgeberechtigten das Kindeswohl gefährden (z.B. Verweigerung einer Lebensnotwendigen Operation etc.) dann kann ein Richter veranlassen dass das Kind Behandelt wird. Das ist dann schon ein gewisser Zwang, ja. 

Kommentar von heimkid ,

Siehst du es geht doch. Außerdem kann jeder Idiot einfach Gesetze brechen.

Antwort
von LillyLP, 28

Wie hier schon in den vorigen Kommentaren erwähnt wurde, Kann man nicht alle Psychopharmaka gleich stellen. Ich nehme bei Bedarf auch ein Psychopharmakon und das hilft mir wirklich. Ejnjge Psychopharmaka werden auch nur bei Bedarf genommen. Andere werden regelmäßig eingenommen. Ein anderes Beispiel: jemand ist manisch-depressiv. Ohne Tabletten kannst du die Person nicht ruhig stellen. Das gleiche gilt auch für jemand der Schizophrenie hat. Tabletten helfen von Wahn wegzukommen. Es gibt natürlich Ärzte die vorschnell handeln wie ritalin, Welches fast jedes Kind verschrieben bekommt, nur weil er nicht ruhig sitzen kann. Generell können Psychopharmaka eine große Hilfe für Betroffene sein vorausgesetzt dass die Medikation eine sekundäre Therapiemethode ist. Als primäre Methode wäre eine individuell angepasste psychologische Therapie. Lg

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