Frage von Muggi37, 208

Mache momentan eine Alkoholentgiftung zuhause bei Eltern. Bitte um Tipps?

Hallo,

ich war Jahrelang Alkohilker der schlimsten Art. Trank fast 6 Jahre täglich 1-2 Flaschen Weizenkorn. Nach einer Stationären Entgiftung vor 3 Jahren, habe ich sofort wieder mit dem Trinken angefangen. 1,5 Jahre später machte ich auch wieder eine Entgiftung, diese aber wie auch jetztzuhause bei meinen Eltern. Damals war ich über 12 Monate clean. Jetzt habe ich es wieder 6 Monate übertrieben. 1 Flasche Korn am Tag war keine seltenheit, es wurde immer mehr.

Nun ist es meine knappe 50. Stunde ohne einen Tropfen Alkohol. Nachden ersten 24 Stunden also in der Nacht konnte ich kaum schlafen. Vielleicht ganze Nacht 3 Stunden. Diese vergangene nahm ich 2 Baldrian " stark für die Nacht " Tabletten und es ging einigermassen. Doch der Tiefschlaf kam erst gegen 05 Uhr.

Ich weiss, daß ich es diesmal schaffen werde. Denn ich möchte noch ein paar Jahre Leben.

Wäre toll, wenn Ihr mir Tipps geben könntet, wie ich die schlimmen Tage überstehen kann. Soll ich mehr Süsses Essen, mehr Tee trinken? Chips etc., so als ausgleich zu mir nehmen?

Aber Vorsichtig, ich bin Diabetiker Typ 2 ohne INsulin aber mit Tabletten.

Wäre toll, wenn Ihr mir Tipps+Ratschläge geben könntet.

Das schlimmste zumindest körperlich müsste ich ja bald überstanden haben. Das allerhärteste die Kopfsache ie kommt ja erst.

LG Muggi40

Antwort
von DODOsBACK, 140

Besorg dir massenhaft Teststreifen und kontrolliere regelmäßig deinen Blutzucker! Dein Körper wird verrückt spielen. Eine gesunde Leber legt Zuckerreserven an, die im Notfall freigesetzt werden können. DEINE Leber hatte dazu keine Zeit - sie musste Alkohol abbauen! Zusätzlich fallen die Kohlenhydrate durch den Alkohol weg - es ist also sehr wahrscheinlich, dass dein BZ öfter mal in den Keller rauscht.

Ich gehe mal davon aus, dass du neben Schlafstörungen auch noch andere Entzugserscheinungen hast - und viele davon ähneln den Symptomen einer Unterzuckerung! (Schwitzen, zittrige Hände, Konzentrationsstörungen, Sehstörungen usw.)

Wann, was und wieviel du essen musst, kann dir keiner sagen. Kontrolliere deinen Blutzucker, nimm deine Tabletten weiter und passe dein Essen an. Iss nicht nur Süßes, sondern auch "langsame" Kohlenhydrate. Fülle Vitamine und Mineralien wieder auf. Trinke viel Tee/ Wasser. Geh möglichst schnell zum Arzt - gut möglich, dass du ein paar Nahrungsergänzungsmittel (B-Vitamine usw.) zusätzlich einnehmen musst/ solltest.

Und denke unbedingt über das "danach" nach. Entgiftung ist der einfache,  "technische" Part - die Entwöhnung (= Kopfsache) ist das Hauptproblem. "Ich schaffe das", "Dieses Mal klappt es!", "Nie wieder" usw. sind die typischen Sprüche, meistens halten sie ziemlich genau so lange, bis man sich einigermaßen "erholt" hat, und wieder fit genug für "ein Gläschen" ist...

Du WEISST, dass du es alleine bisher nie geschafft hast! Also denk über Alternativen nach! Hausarzt, Selbsthilfe, Langzeittherapie, Freunde usw. Du wirst Unterstützung brauchen!!!

Du weißt natürlich selber, dass du besser in eine Klinik gehen solltest. Aber ich verstehe, dass du das nicht willst. Sorg aber wenigstens dafür, dass deine Eltern wissen, was sie im Notfall tun müssen! Dass sie z.B. eine Notfall-Spritze (Traubenzucker) parat haben, die Symptome des Delirium tremens kennen und rechtzeitig den Krankenwagen rufen.

Halluzinationen, Krampfanfälle usw. können auch noch nach Tagen oder Wochen auftreten. Du stehst noch ganz am Anfang deines Entzugs - die "50 Stunden ohne" sind reine Selbsttäuschung. Nicht wenige davon hast du nämlich mit dem Abbau des Restalkohols verbracht, also NICHT nüchtern!!!

Hier noch ein paar zusätzliche Infos:

http://de.wikihow.com/Auf-eigene-Faust-einen-Alkoholentzug-machen

Pass auf dich auf und viel Erfolg! Es wird sicher nicht leicht, aber du kannst es schaffen!!!

Antwort
von Herpor, 129

Was immer du zuhause auch tust, schau, dass jemand bei dir ist. Ich hatte zu Hauee zwei Selbst-Entzüge, einmal mit Prädelir und ein Jahr später mit einem Krampfanfall.

Wichtig ist, viel zu trinken. Essen ist nicht so angesagt.

Ich würde heute, 29 Jahre später, mit dem dem Wissen von heute einen Arzt aufsuchen. Aber der zweite und dritte Tag im Entzug sind schon kritisch.

Essen kannst du, was du willst und darfst.

Eine Sache ist allerdings wichtig: ich gehe seit meinem dritten trockenen Tag 1987 regelmäßig zu den Anonymen Alkoholikern.

Die Gruppe ist wurscht, die Organisation auch. Für mich ist wichtig, dass ich nicht vergesse, dass ich Alkoholiker bin.

Die AA gibt es auch im Internet. Da bin ich bei drei Gruppen (unter Anonyme-Alkoholiker.de).

Ich wünsch dir alles Gute.

Antwort
von Repwf, 122

Ich glaube das eine "ErsatzSucht" dich auf Dauer nicht weiter bringen wird...

Die körperlichen Probleme des Entzugs kennst du selber und weißt was du (noch) zu erwarten hast, schlimmer finde ich deine psychische Abhängigkeit!

Gehst du noch zur Therapie oder in eine Selbsthilfegruppe?

Kommentar von Muggi37 ,

momentan geh ich nirgends hin, hatte mich nie getraut, wie läuft es denn in solchen Gruppen ab ?

Kommentar von Repwf ,

Völlig harmlos!

Aber du siehst das du nicht alleine bist! Andere dort haben das gleiche Problem und können dir ihre eigenen Erfahrungen erzählen und Tipps geben etc...

Ich kenne es so, du rufst dort an, erzählst das du Entzug gemacht hast aber eben Angst hast alleine rückfällig zu werden etc...

Bei uns kamen daraufhin 2 Personen vorbei und haben sich erstmal alleine mit dem Betroffenen unterhalten und ihm genau erklärt was in der Gruppe "passiert" und was nicht... 

So wurden bei ihm viele viele Ängste abgebaut!

Du musst dich auch nicht zuhause treffen, allerdings fände ich das in deinem Fall nicht schlecht, denn deine Eltern wissen ja eh Bescheid und die anonymen A betreuen zB auch die Angehörigen direkt mit!

Probier es einfach mal aus! Du musst ja am tel keinen Namen nennen! Lass dich einfach al beraten! Kostet doch nichts! 

Du kannst also nur gewinnen!

MACH ES JETZT!!! 

(Dann bist du auch beschäftigt ;-) !)

Kommentar von Muggi37 ,

Ich habe keine Angst vor, daß ich dorthin muss, denke das werde ich auch tun.Ich habe hier noch eine ganze Packung " Doxepin 25mg Tabletten " diese habe ich mal wegen Depressionen bekommen - aber nie eingenommen. Dort steht, daß diese auch gegen leichte Entzgserscheinungen, bei Alkohol sind. Von denen kann ich doch einnehmen, sollte ich merken, ich werde unruhig oder ich will wieder zur Flasche greifen oder?

Kommentar von Repwf ,

DAS musst du einen Arzt fragen! Man nimmt keine verschreibungspflichtigen Medies ohne Arzt, sorry!

Aber nochmal, wenn du deine sucht "nur" ersetzt, dann kannst du es dir sparen! Medies statt Alk geht schneller als man meint... 

Antwort
von Antraxxx, 101

Entgiftung ist gut, schon mal ein guter Anfang. Aber eben halt nur ein Anfang. Halt das Du Deinen Kopf bzw. Deinen Körper erstmal halbwegs unter kontrolle hast. Du machst es zu hause und im Krankenhaus achten Sie ein bisschen auf Dich, das dein Körper nicht einfach schlapp macht und Dir gegen die übelsten Nebenwirkungen was gegeben wird, ansonsten leidest Du genauso.

Du weist vielleicht das es von Zehn die aufhören wollen höchstens Einer schafft. Und das wenn Du alleine bist es meisten schief geht (ich will Dir keine Angst machen, ich weiss selber wie schwer ein Entzug ist). Ich möchte Dir nur ans Herz legen, das Du dir in einer Selbsthilfegruppe Rat und unterstützung suchst.

Die Leute sind cool drauf, den Sie wissen ja alle was Du gerade durch machst, denn das haben Sie alle hinter sich. Wichtig ist zu wissen das Du nicht allein bist, das da jemand ist der Dir bei steht, der Dich auch in schlechten Zeiten unterstützt und sogar zu Dir nach hause kommt und dich in den Arm nimmt. (so wars zumindestens bei mir, aber unterstützung kriegst in jeder SHG- SelbstHilfeGruppe.

Du darfst Dir natürlich nicht die nächst beste aussuchen, so nach den Motto, Ach die ist aber schön nah, ich selber habe damals 9 verschiedene Gruppen besucht, bis ich eine fand die zu mir passte. Du glaubst nicht was ich für Typen kennen gelernt habe, aber Du weist ja, für jeden Topf gibt es den passenden Deckel.

Fakt ist Du bist dran, also am Ball und das ist gut so. Du schaffst das, da bin ich mir ganz sicher. und wenn Du irgendwie Hilfe oder Rat brauchst.

Antraxxx

Antwort
von rudelmoinmoin, 86

zu Hause klappt es NIE, melde dich in ein Verein an, ohne dem geht es nicht ! es tut nicht weh, aber du hast erfolg

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