Frage von lilifee22, 329

Lungenemphysem meiner Mutter, was muss ich erwarten?

Meine Mutter (60) ist seit 40 Jahren starke Raucherin (um die 60 Zigaretten am Tag). Vor zwei Jahren wurde bei ihr ein Lungenemphysem festgestellt, aber sie rauchte weiter und bekam auch noch genug Luft, nur ab und zu hatte sie Herzprobleme und Atemnot. Nun ist es seit ein paar Tagen so schlimm, dass sie es vom Wohnzimmer nicht in die Küche schafft. Sie hat sich eine Erkältung eingefangen. Sie meinte heute, lange würde sie eh nicht mehr leben, was mich (w, 38) jetzt sehr fertig macht. Da wir bei fast allen Dingen anderer Meinung sind, ist es sehr schwierig, sich mal nicht zu streiten, aber ich versuche alles, immer lieb zu sein, damit sie sich über nichts aufregt. Trotzdem kramt sie immer wieder alte Sachen hervor um sie mir vorzuhalten. Sie ist ja ihrer Meinung nach immer perfekt. Ich habe sie lieb und will sie nicht verlieren, wie ist denn die Prognose oder habt ihr Erfahrung mit Lungenemphysem? Kann doch auch besser werden oder? Ich meine, wenn sie endlich das Rauchen aufgibt.

Antwort
von Realisti, 292

Nun, was sagt man dazu. Ich denke es gibt nicht viele Menschen die dich nicht verstehen.

Deine Mutter hat also in vollem Bewußtsein der Folgen ihre Sucht nicht in den Griff bekommen oder bekommen wollen. Es ist ihr gutes Recht sich so gut sie kann selber zu ruinieren. Ihr Pragmatismus zeigt, dass sie schon vor langer Zeit begriffen hat wohin ihr Weg sie führt, obwohl die Realität sie anscheinend doch kälter erwischt, als sie gegelaubt hatte.

Ich stelle es mir so wie bei einem Übergewichtigen vor. Er weiß genau, dass er dick ist. Zuhause sind ja nicht alle Spiegel verhüllt und die Augen sind auch nicht blind. Also wie viel Sinn macht es da, dem Dicken zu sagen, dass er dick ist? Ist ihm bestimmt schon aufgefallen.

Da die Folgen ihres Raucherlebens schon nicht mehr unübersehbar oder versteckbar sind, steht sie mit dem Rücken in der Ecke. Sie verteidigt sich schon, auch wenn schon langer keiner mehr was dazu sagt. Da nichts Neues mehr an sie herangetragen wird, greift sie auf alte Sachen zurück. Sie beißt noch um sich, auch wenn es nicht mehr nötig ist.

Wenn sie das macht, dann reagiere gelassen darauf - wie bei einem Teenager. Der Arzt hat ihr bestimmt schon gesagt, wie lange sie noch hat. Das macht ihr Angst und sie will es euch nicht sagen. Sie hört schon alle rufen: "Wir haben es dir gesagt!" "Sieh wir hatten Recht!". Frage doch mal, ob du sie zum Arzt begleiten darfst. Es könnte ihr auch helfen, denn es muß für sie anstrengend sein. So erfährst du möglicherweise mehr, als wenn du sie bedrängst.

Besuche sie einfach so oft es dir möglich ist. Weiß sie, dass du sie lieb hast? Das Thema "Rauchen und Folgen" dürfte doch jetzt durch sein. Alles was man dazu sagen kann, hat man ihr schon mehrfach gesagt. Dann sage ihr doch lieber, dass du sie gern hast. Meide das Thema und sprecht über andere Sachen. Streiten ist jetzt einfach sinnlos. Macht es euch doch nur schön. Öffne das Fenster und sage nicht: "Du verpestest wieder die Luft." sondern "Riechst du den Herbst auch so gerne wie ich?" Da liegt kein Vorwurf drin und man kann sich einfach mal nur unterhalten.

Antwort
von Akka2323, 236

Sie sollte sich mal ganz schnell zum Arzt begeben, sonst dauert es nicht mehr lange bei ihr.

Antwort
von hartmutde1948, 247

Deine Mutter hat eine schwere COPD.Um halbwegs über die Runde zu kommen ist No Smoking angesagt.Habe selbst die schwere Form seit 8 Jahren.Besser wirds nicht.COPD ist unheilbar.


Kommentar von lilifee22 ,

Vielen Dank. Hast du denn ein Sauerstoffgerät oder irgendwelchen Operationen bekommen? Hast du auch Phasen wo es dir gut geht und du normal leben kannst?

Kommentar von hartmutde1948 ,

Sauerstoffpflichtig bin ich NOCH nicht.Op geht bei mir nicht mehr.Zu alt.Das Gefühl,das es mir "besser" hab ich wohl.Das ist aber nur von kurzer dauer.

Antwort
von sabbelist, 222

Das Sie noch raucht ist Selbstmord. Bei COPD kann eine Erkältung zur Lungenentzündung werden, was tödlich enden kann. Bekommt Sie Medikamente? Die Erkältung schwächt Sie so sher, das Sie Luftmangel hat. Sie braucht bei Ihrer Erkrankung ein Antibiotikum. Meine Mutter hat ebenfalls COPD. Wenn Du noch Fragen hast, frag :)

Kommentar von lilifee22 ,

Und das Antibiotikum hilft dann?

Kommentar von sabbelist ,

Ja. Deine Mutter sollte sich, nachdem die Erkältung abgeklungen ist, eine Grippe,- und Pneumokockenimpfung geben lassen.

Wenn Deine Mam ein wenig vernünftig ist, ein wenig bewußter mit dieser Krankheit umgeht, das Rauchen aufhört, oder wenigstens reduziert, kann Sie noch mehrere Jahre leben. Meine Mutter hat es seit 35 Jahren, ist jetzt 73 und es geht Ihr recht gut.

Kommentar von hartmutde1948 ,

Erzähle bitte nicht einem COPD Kranken,er sollte weniger Rauchen.Null % Nikotin ist Pflicht.Ein Alkohliker bekommt auch nicht gesagt,er soll weniger Trinken.

Kommentar von sabbelist ,

Ich weiß, aber jemandem, der 60 Zigaretten pro Tag raucht, kannst Du nicht klarmachen, das er sofort ganz aufhören muß. Meine Mutter raucht auch noch. Ich schaff es nicht, Sie zur Vernunft zu bringen

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