Lügt die Wahrheit immer oder ist die Lüge eine Notwendigkeit im Leben auf dieser Erde für Menschen?

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9 Antworten

die Lüge sagt nur, wer sich dessen schämt was er getan hat. Beschämt aber werden wir von Anderen. Und die Anderen belügen wir.

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Hallo,

das Wort Wahrheit ist extrem vorbelastet. Wahrheit ist immer die
Übereinstimmung von Aussagen mit der Wirklichkeit, doch hier kommt schon
die nächste Schwierigkeit, was ist die Wirklichkeit?

Am ehesten so etwas wie die Gesamtheit "deiner" wahrgenommenen
Wahrheiten. - Das alles bringt uns auf die philosophische Strömung des
sogenannten Konstruktivismus, genauer gesagt des radikalen
Konstruktivismus. Dieser besagt, dass ein jeder Mensch sich ein
Konstrukt aus wahrgenommenen Wahrheiten (durch Lernen und Verstehen)
"baut", dass dann sein Weltbild darstellt. Es gibt also wohl keinen
Menschen, der die "wirkliche" Wirklichkeit als "seine" Wirklichkeit
wahrnimmt, da durch Erfahrungen (und, je nach Theorie, angeborenen
Persönlichkeitsmerkmalen) die wahrgenommene Wirklichkeit für jeden
Menschen unterschiedlich ist, und der Mensch nicht in der Lage ist, aus
dem menschlichen Prozess des "Lernen und für wahr halten"s auszubrechen.

Es können also zwei Menschen "die Wahrheit" sagen und sich dabei widersprechen, weil sie etwas als solche wahrnehmen, was nicht zwangsläufig so ist und zudem vielleicht gar nicht in der Lage sind zu erkennen, dass ihre eigene Wahrheit nicht "die" Wahrheit ist.

Ob die Lüge eine Notwendigkeit ist, ist eine interessante Frage, zumindest ist eine Lüge etwas, zu dem uns nur unser Verstand und unsere fortgeschrittene soziale Interaktion bemächtigt, die meisten Tiere sowie kleine Kinder sind zB gar nicht in der Lage, zu lügen. Für ein dermaßen komplexes Zusammenleben vieler Milliarden Menschen, wie es heute der Fall ist, ist Lügen wohl absolut unabdingbar, richtet aber auch viel Schaden an, es kommt halt auf die einzelne Lüge an.

Die Motivation zum Lügen ist hierbei sehr vielseitig, man kann zB lügen, und damit jemandem schaden und sich gleichzeitig Vorteile verschaffen (z.B. eine Tat nicht zugeben, obwohl noch Schaden verhindert werden könnte), man kann auch "nur" lügen, um sich selbst Vorteile zu verschaffen (z.B. eine Tat nicht zugeben, wenn der Schaden sowieso schon geschehen ist; oder auch Komplimente machen, die man nicht ernst meint, die einen aber freundlich erscheinen lassen) oder sogar um andere zu schützen oder diese aufzubauen (z.B. Lügen aus Höflichkeit, wenn jemand nach der Bewertung seines Aussehen fragt; oder auch nicht ehrlich antworten, wenn jemand nach dem eigenen Befinden fragt, um diesen jemand nicht die Laune runterzuziehen).

An einer Stelle kann Lügen moralisch falsch sein, an der anderen sogar absolut geboten (z.B. wenn Verbrecher wissen wollen, wo sich andere Opfer verstecken und man diese verraten soll).

Einstellungen, nach denen Lügen absolut und in jeder Form verboten sind, sind meistens eher dogmatisch und nicht ganz durchdacht.

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Kommentar von Erdling3
07.04.2016, 15:20

Gut beschrieben oder umschrieben . Peter Nickel

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Kommentar von dergedenkliche
07.04.2016, 20:07

Einstellungen, nach denen Lügen absolut und in jeder Form verboten sind, sind meistens eher dogmatisch und nicht ganz durchdacht.

Ich verstehe nicht was mit einstellungen gemeint sein soll. Das man etwas einstellt, also abschaltet quasi. 
Dann kann man ja, wie du ausführlich oben beschrieben hast, sie doch nicht generell als dogmatisch bezeichen?
Nur je nach situation.

Bitte erläutern

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Hi, ich finde deine Frage hoch spannend, finde es aber auch schwierig so komplexe Sachverhalte zu kommentieren, ohne zu klären mit welchen Begriffen man hantiert. Was meint man wenn man von Lüge spricht? - Wenn 3 Zeugen vor Gericht 3 verschiedene Aussagen machen - lügen die oder könnte es auch was anderes sein ("Wahr"-Nehmung=Konstruktivismus usw.)? - Und auch das logische Anfangsschlamassel deiner Frage müßte man klären.

Hier also mein Gedankengang und um mit Letzterem anzufangen:

1. wenn die Wahrheit eine Behauptung einer Person ist, die sich als letztgültige absolute Wahrheit darzustellen versucht ist dies nicht zwangsläufig eine Lüge da der Vertreter dieser Behauptung, durch welche "Einwirkungen" auch immer, durchaus von seiner Behauptung überzeugt sein kann. -

Es ist nur extrem unwahrscheinlich, daß diese Behauptung wahr im Sinne von zutreffend ist, da er für die Richtigkeit seiner Behauptung über letztgültiges, also absolutes bzw. Allwissen verfügen müßte und sich damit eine Eigenschaft zuordnet, die ihn zu einem Über-Menschen (Gott) erheben würde. - Nichts desto trotz kann seine Behauptung ehrlich im Sinne von "wahr-haftig" gemeint sein.

Daraus ergibt sich

2. Lüge ist die bewußte geplante Täuschung eines anderen zur Erlangung eines eigenen Vorteils zu Lasten des anderen. Dies würde die Farge nach den Sonderfällen, z.B. sog. "Notlügen" gleich mit klären.

Fazit: eine individuelle / subjektive Wahrnehmung der Welt und von mir selbst und die entsprechende konstruktivistische Beschreibung des Wahrgenommenen - auch dessen was ich für wahr halte ist keine Lüge. Die Verweigerung einer wahren Aussage im Rahmen eines schon bestehenden Rechtsbruches oder Zwangsverhältnisses oder aus tasächlichem Mitleid ebenfalls nicht (Notlüge).

Wahrheit als solche ist erstmal nur ein Begriff,- eine Idee. Entscheidend ist wie wir damit umgehen. Und wenn Vernunft die Grundlage ist, dann ist es hinreichend wahr zu sagen, daß ich als Mensch nur einen sehr relativen und begrenzten (subjektiven) Zugang zur Wahrheit habe und deshalb zwar jederzeit das Recht habe, meine Wahrnehmung in den allgemeinen Austausch von Ideen und Schlußfolgerungen einzubringen aber niemals über die Wahrheit als solche verfügen kann, die mir das Recht eines bevorzugten Anspruchs auf Geltung begründet. Da wäre man dann wieder bei Punkt 2.

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Kommentar von Erdling3
07.04.2016, 16:11

Gut auch das Wort Idee mit Begriff .

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Kommentar von Erdling3
07.04.2016, 16:16

An welchen Punkt du auch immer im Kreisverkehr bist - er ist richtig . 

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Kommentar von Erdling3
08.04.2016, 21:42

rene

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Kommentar von Erdling3
08.04.2016, 21:44

r r r r r

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Lügen gehören zum Leben. Das mag zwar vielen Menschen nicht schmecken die sich selbst für ungeheuer integer halten, aber das ist nunmal die Wahrheit.

Die eigentliche Frage ist nur, wozu benutze ich die Lüge. Ist es um mir einen Vorteil vor anderen zu verschaffen, oder um andere nicht zu verletzen? Eine klare Grenze ist hier unmöglich vorzugeben, sondern gehört zu den Fähigkeiten der sozialen Interaktion die erlernt werden müssen, um moralisch korrekt damit umzugehen. 

Das bedeutet nicht dass die Wahrheit ein Auslaufmodell ist. Vielmehr ist sie ebenso mit Bedacht einzusetzen, wie es die Lüge ist. Auch sie kann verletzen und Schaden, wenn sie im falschen Moment, oder an der falschen Stelle angebracht wird.

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ob die Wahrheit immer Lügt kann dir wahrscheinlich keiner sagen.. Aber Lügen sind notwendig für das Leben der Menschen. Lügen sind nicht immer schlecht, manchmal ist es besser die Wahrheit ruhen zu lassen, sonst versinkt alles im Chaos

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Kommentar von Erdling3
07.04.2016, 15:02

Zuviel Wahrheit oder Lüge verkraftet nur NIEMAND in der Ewigkeit der Geschehnisse.

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Hat viel mit Relativitätstheorie nicht Einsteins zu tun - glaub ich nOCH oder auch. ein meist-er des Brandenburger TAO und der Eiiswehr 8nva9

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Doubt thou, that the stars are fire,

doubt thou that the sun does move,

doubt thou, that trouth  can be a lyer,

but never doubt, I love.

(Shakespeare)

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Kommentar von Erdling3
08.04.2016, 13:02

Ohne russischen Slang . Zitat Hermann R Lehner westphilosoph : Ich weiß das ich nichts weiß - was muss ich noch . Noch Spruch : Wissen ist mACHT - nix MACHT nix .

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"Die Wahrheit" gibt es per se nicht.

Der Rest ergibt sich aus dieser Tatsache.

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Kommentar von Erdling3
08.04.2016, 13:18

Zählen tut für meine Wenigkeit nur das Hier und Jetzt - alles andere kann ich nicht bezeugen oder beweisen ebend irgendwo : nur hören sagen .Empfehle : Hermann R Lehner und das Buch " Das Grosse Blendwerk " .

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Letzteres

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Kommentar von Erdling3
07.04.2016, 18:17

Tja Gegensätze ziehen sich an nicht unbedingt AUS .

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