Frage von HalloRossi, 64

LTA ( RV) abgelehnt trotzdem Einhliederung ( KK) denkbar?

Mein Leistungen zur Teilhabe in Sinne von Beruflicher Rehabilitation ist abgelehnt worden weil ich nicht die Leistung für mindestens 3 erbringe. Auch die KK erwartet mindestens 3 h arbeitsfähig für den Neustart ins Berufsleben. Kann ich trotzdem versuchen das zu beantragen ( Hamburger Modell)? Oder zwecklos?

Antwort
von Konrad Huber, 35

Hallo HalloRossi,

Sie schreiben:

LTA ( RV) abgelehnt trotzdem Einhliederung ( KK) denkbar?

Mein Leistungen zur Teilhabe in Sinne von Beruflicher Rehabilitation ist abgelehnt worden weil ich nicht die Leistung für mindestens 3 erbringe. Auch die KK erwartet mindestens 3 h arbeitsfähig für den Neustart ins Berufsleben. Kann ich trotzdem versuchen das zu beantragen ( Hamburger Modell)? Oder zwecklos?

Antwort:

Leider schreiben Sie nichts über Ihren Geburtsjahrgang!

Niemand hat hier Einblick in Ihre Akten und in Ihre Vorgeschichte, (dies ist auch nicht die Mission von GF.net) deshalb sollten Sie Ihre Fragen mit Ihrem Rechtsbeistand klären!

VDK oder anderer Sozialverband mit Sozialrechtsschutz, oder Gewerkschaft!

Wenn Ihre Leistungsfähigkeit laut Ihrer Krankenakte aller Voraussicht nach unter 3 Stunden pro Arbeitstag liegt, dann wäre die Investition seitens der DRV zu Lasten der Solidargemeinschaft ggf. rausgeschmissenes Geld!

Selbst eine Teilhabe am Arbeitsleben ist noch keine Garantie, in den allgemeinen Arbeitsmarkt tatsächlich wieder reinzukommen!

Die Situation und die Realität am Arbeitsmarkt ist ohnehin nicht gerade berauschend, zumal Stellen rigoros abgebaut und ins Ausland verlagert oder durch Roboterähnliche Ersatzkräfte ersetzt werden!

Wäre es da für Sie nicht zielführender, auf die volle Erwerbsminderungsrente zu setzen und sollte diese bewilligt werden, im Rahmen der zulässigen Hinzuverdienstgrenzen hinzuzuverdienen!

Pro Monat bis 450 Euro!

Pro Jahr außerdem zweimal bis 900 Euro!

Bedenken Sie auch, daß Sie Einkünfte am allgemeinen Arbeitsmarkt voll versteuern und Sozialversichern müßen, wogegen diese Belastungen im Zusammenhang mit Erwerbsminderungsrente wesentlich geringer sind!

Auch der teils unmenschliche Leistungsdruck am freien Arbeitsmarkt ist für gesundheitlich angeschlagene Menschen nicht gerade gesundheitsförderlich!

Denken Sie mal in aller Ruhe darüber nach, ob es nicht doch an der Zeit ist, umzudenken und neue Wege zu beschreiten!

Wenn Ihnen die medizinische Abteilung der DRV bescheinigt, daß Ihre Leistungsfähigkeit dauerhaft unter 3 Stunden liegt, dann soll diese Ihnen die volle Erwerbsminderungsrente zugestehen/bewilligen!

Bringen Sie deshalb spätestens jetzt Ihre eigene Krankenakte auf Vordermann und schaffen Sie knallharte Fakten!

http://www.erwerbsminderungsrente.biz/ihre-hausaufgaben/fruehrente-beantragen-un...

http://www.vdk.de/deutschland/pages/mitgliedschaft/64026/rechtsberatung

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232616/publica...

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Kommentar von HalloRossi ,

Meinen Arbeitsplatz hab ich ja noch! Vollzeittätigkeit! Den gib ich auch nicht her! Es ging nur darum, ob ich die Chance habe 1-3 Monate ganz soft wieder anzufangen mit den Hamburger Modell oder gleich von ersten Tag an Vollzeit muss!

Kommentar von Konrad Huber ,

Es ging nur darum, ob ich die Chance habe 1-3 Monate ganz soft wieder anzufangen mit den Hamburger Modell oder gleich von ersten Tag an Vollzeit muss!

Antwort:

Was nützt Ihnen ein Vollzeitarbeitsplatz, wenn Sie nur unter 3 Stunden pro Arbeitstag belastbar sind?

Wie lange wollen, können Sie diesen Vollzeitarbeitsplatz blockieren?

Ihre Ausführungen sind widersprüchlich und in sich nicht stimmig!

Auf der einen Seite schreiben Sie, daß Ihnen die zuständigen Ärzte eine Leistungsfähigkeit dauerhaft unter 3 Stunden pro Arbeitstag attestieren, auf der anderen Seite behaupten Sie nun, daß Sie einer Vollzeittätigkeit nachgehen bzw. nachgehen wollen!

Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß dies nicht nachvollziehbar ist!

Kein Arzt mit Fachverstand wird Ihnen zu einer Vollzeittätigkeit raten, wenn dies zu Lasten Ihrer Gesundheit geht!

Ob Ihr Arbeitgeber das Risiko eingeht, einen gesundheitlich schwer angeschlagenen Menschen vollzeitlich einzusetzen, das müßen Sie mit Ihrem Arbeitgeber persönlich besprechen, da hat hier an dieser Stelle niemand einen Bezug dazu!

Dagegen spricht ggf. auch der Unfallschutz, je nachdem was für Tätigkeiten Sie ausführen und wie die zuständige Berufsgenosenschaft (gesetzliche Unfallversicherung) dazu steht!

Niemand kennt hier Ihre gesundheitliche Situation im Detail, das ist nicht die Mission von GF.net!

Sie sollten sich mit Ihren Ärzten, Ihrem Arbeitgeber, mit Ihrem Rechtsbeistand, mit Ihrer zuständigen DRV-Rentenanstalt kurzschließen, um hier zu einem für Sie zufriedenstellenden Ergebnis zu kommen!

http://www.einfach-teilhaben.de/DE/StdS/Ausb_Arbeit/ArbPl_sichern/Wiedereinglied...

Auszug:

Die stufenweise Wiedereingliederung, oft auch "Hamburger Modell" genannt, soll arbeitsunfähigen Beschäftigten ermöglichen, sich schrittweise wieder an die bisherige Arbeitsbelastung zu gewöhnen. Sie wird vom Arzt in Abstimmung mit Patient und Arbeitgeber verordnet und soll nach längerer Krankheit den Wiedereinstieg in den alten Beruf erleichtern.

Grundsätzlich haben alle Beschäftigten nach längerer Krankheit Anspruch auf eine stufenweise Wiedereingliederung durch die Kranken- oder Rentenversicherung, Medizinische Voraussetzung für eine stufenweise Wiedereingliederung ist eine ausreichende Belastbarkeit und die Prognose, dass die stufenweise Eingliederung wieder zur Herstellung der Arbeitsfähigkeit am alten Arbeitsplatz führen wird. Arbeitgeber sind in der Regel verpflichtet, Ihnen nach längerer Erkrankung die Rückkehr an den Arbeitsplatz im Wege einer ärztlich empfohlenen Stufenweisen Wiedereingliederung zu ermöglichen. Das gilt vor allem dann, wenn die stufenweise Wiedereingliederung im Rahmen eines BEM-Verfahrens als Maßnahme festgelegt wurde.

Beschäftigte beziehen während der stufenweisen Wiedereingliederung Krankengeld oder Übergangsgeld. Sie gelten auch in dieser Zeit als arbeitsunfähig.

2. Die Gesetzliche Rentenversicherung zahlt bis zum Ende der stufenweisen Wiedereingliederung Übergangsgeld weiter, wenn
a) die stufenweise Wiedereingliederung innerhalb von vier Wochen nach dem Ende der Leistungen zur medizinischen Rehabilitation der Gesetzlichen Rentenversicherung beginnt ( vgl. § 15 SGB VI in Verbindung mit §§ 28, 51 SGB IX) und
b) die Notwendigkeit der stufenweisen Wiedereingliederung bis zum Ende der von der gesetzlichen Rentenversicherung finanzierten Leistungen zur medizinische Rehabilitation in der Rehabilitationseinrichtung festgestellt und die Wiedereingliederung von dieser eingeleitet wurde. 

Für die stufenweise Wiedereingliederung schwerbehinderter und gleichgestellter Arbeitnehmer gelten besondere Regelungen für die stufenweise Wiedereingliederung. Notwendig ist hier die Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung, die

einen Wiedereingliederungsplan über alle aus ärztlicher Sicht zulässigen Arbeiten und
eine Prognose darüber enthält, ob und wann mit der vollen oder teilweisen Arbeitsfähigkeit zu rechnen ist

Bitte lesen Sie ggf. unter obigem Link den vollen Text!

Im Stufenplan wird die schrittweise Wiedereinführung in die bisherige Tätigkeit festgelegt. In der Regel erfolgt eine schrittweise Erhöhung der Arbeitsbelastung bis zur Wiederherstellung der vollständigen Arbeitsfähigkeit.

Der Stufenplan enthält insbesondere:

Beginn und Ende der Maßnahme,
Einzelheiten über die verschiedenen Stufen,
ein Rücktrittsrecht vor dem vereinbarten Ende,
Gründe für einen Abbruch,
Ruhen von Bestimmungen im Arbeitsvertrag während der Dauer der stufenweisen Wiedereingliederung und
Höhe eines eventuellen Arbeitsentgeltes..

Eine erfolgreiche stufenweise Wiedereingliederung endet, wenn der Beschäftigte wieder voll belastbar ist. Wird die schrittweise Arbeitsaufnahme abgebrochen, gilt er weiterhin als arbeitsunfähig. Dann müssen weitergehende medizinische oder berufliche Rehabilitationsmaßnahmen oder auch eine Rente wegen Erwerbsminderung erwogen werden. 

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Kommentar von HalloRossi ,

Wow tolle Antwort, danke. Ich muss aber mal etwas korrigieren: den Antrag auf LTA musste(!!) ich stellen , die KK wollte das so. Die RV hat dann aufgrund des Rehaabschlussberichtes und diverser Arztberichte gemeint, meine Leistungsfähigkeit liegt unter 3h täglich. Dem ist aber gar nicht so. Ich bin relativ fit. Nun könnte man ja meinen, dass ich einfach Widerspruch einlegen könnte. Hab ich aber nicht gemacht, da ich ja gar keine LTA will. Ich will einfach wieder arbeiten, mehr nicht. Hab jetzt aber beschlossen, dass ich " einfach so" wieder anfange. Der ganze Papierkrieg ist mir zu kompliziert. Trotzdem danke für die Hilfe

Kommentar von Konrad Huber ,

Die RV hat dann aufgrund des Rehaabschlussberichtes und diverser Arztberichte gemeint, meine Leistungsfähigkeit liegt unter 3h täglich. Dem ist aber gar nicht so. Ich bin relativ fit.

Antwort:

Relativ fit!

https://de.wikipedia.org/wiki/Relativit%C3%A4t

Das Gegenteil von Einfach ist:

"Man kann es auch kompliziert machen!"

Was nach wie vor nicht so richtig stimmig ist, das sind Ihre widersprüchlichen Darstellungen und dann wird es natürlich eng, denn hier bei GF.net hat niemand eine Kristallkugel!

Es gibt durchaus Menschen, welche zur Selbstüberschätzung/Selbstfalscheinschätzung neigen und sich durch diese Lebenshaltung das Leben selbst unnötig schwer machen!

Wollen wir also hoffen, daß Sie Ihre Gesundheit und Ihre Leistungsfähigkeit richtig einschätzen, nicht ruinieren, nicht auf Kosten Ihrer Gesundheit agieren, denn damit tun Sie sich und Niemandem einen Gefallen! Niemand wird Ihnen dafür einen Orden verleihen!

https://de.wikipedia.org/wiki/Fitness

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Kommentar von HalloRossi ,

Wegen " relativ fit" hatte ich ja auch an das Hamburger Modell gedacht. Aber wenn die KK und die RV meint, sowas sei zwecklos, dann kann ich es nicht ändern. Es darf mir niemand verbieten zu arbeiten! Und wenn die RV das meint obwohl sie mich monatelang nicht untersucht haben ( die Reha war in Januar!) dann muss ich mir ja n anderen Plan ausdenken

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten