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LSD für Sterbende?

gefragt von BaianaBaiana am 10.08.2009 um 17:17 Uhr

Hallo zusammen!

Der mit "Schöne neue Welt" bekannt gewordene Autor Aldous Huxley hat in den 1950er Jahren einige Experimente mit Meskalin und LSD gemacht (bekannt sind die beiden diesbezüglichen Essays "Pforten der Wahrnehmung" und "Himmel und Hölle" http://de.wikipedia.org/wiki/DiePfortender_Wahrnehmung). Bei diesen Experimenten hat er unter anderem eine Versuchsreihe gestartet, in der er Sterbenden LSD gegeben hat und deren Berichte und Reaktionen ganz genau beschreibt.

Diese Episode (die entsprechenden Artikel darüber habe ich, auch Artikel von Huxley selbst - ich beziehe mich also nicht nur auf "Gerüchte", sondern hab die Abschriften der Protokolle) möchte ich in einer Gruppe mit jungen Menschen zum Thema "Sterben und Tod" besprechen.

Ich bin mir nun sehr unsicher, wie dieser Fakt - die Gabe von LSD an Sterbende - aufgenommen wird, und bitte euch um ein Meinungsbild, damit ich bei der Vorbereitung der entsprechenden Einheit auf mögliche / wahrscheinliche Reaktionen besser vorbereitet bin.

Was sagt ihr dazu?

17 Stimmen : Halte ich für ethisch vertretbar, weil ... (bitte ergänzen) (6) ; Halte ich für ethisch *nicht* vertretbar, weil ... (bitte ergänzen) (6) ; andere Meinung, nämlich ... (bitte ergänzen) (5)

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Vom Fragesteller als hilfreichste Antwort ausgezeichnet


neomatt
beantwortet von neomatt am 10. August 2009 17:51
2x
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Hilfreichste Antwort

... Menschen, auch kurz vor Ihrem Tod, nun mal Menschen bleiben und keine Versuchskarnickel sind. Daher schuldet man ihnen Respekt und Achtung. Gerade ihre letzten bewussten Erfahrungen zu einem Drogentrip zu machen finde ich nicht in Ordnung.
Was ist denn wenn sie von dem Acid einen Horrortrip kriegen? Den Gedanken so abzutreten finde ich wirklich nicht sehr angenehm.
Natürlich könnte man argumentieren, dass durch die starken Schmerzmittel, die Sterbende häufig erhalten, die Wahrnehmung ohnehin schon beeinträchtigt ist. Allerdings ist es dann auch die Urteilskraft.
Die Huxley-Experimente fanden ja in einem zeitlichen und wissenschaftlichen Kontext statt, der heute so manchen Forschern sehr unangenehm ist. Mitunter hat man den Eindruck, so mancher von diesen klugen Köpfen hat ein oder zwei Selbstversuche zu viel hinter sich ...

abgestimmt für: Halte ich für ethisch *nicht* vertretbar, weil ... (bitte ergänzen)
Kommentar von 612958d8034ce735d7e9678ecfc2c33esmallBaiana am 10. August 2009 17:53

Komplette Zustimmung. Ich hoffe, dass "meine lieben Kinderlein" das ebenso einschätzen, auch ohne dass ich ihnen dies vorgebe.

Danke Dir für Dein Statement. :-)


Weitere gute Antworten


Rabenfeder
beantwortet von Rabenfeder am 10. August 2009 17:24
4x
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Junge Menschen stehen am Anbeginn ihres Lebens. Die Frage die sich auftut: Was ist jung? Welche Altersklasse? Den normalen Vorgang des Sterbens durch die Gabe von LSD zu verändern halte ich sogar für recht perfide. Bevor ich mich an deiner Stelle auf Bücher und Protokolle verlassen würde, rate ich dir ein mehrwöchiges Praktikum in einem Hospitz zu machen, um selbst mitzuerleben, was es eigentlich bedeutet Menschen in der Sterbephase zu begleiten. Wie kann man über ein so wichtiges und auch schweres Thema reden, wenn man keinerlei Erfahrung mit dieser Materie hat? Sterbende Menschen benötigen oftmals eine vernünftige Schmerztherapie, streng religiöse Menschen oftmals Begleitung durch einen Priester und die Angehörigen benötigen ebenfalls Unterstützung. Ich finde allein den Ansatz einer solchen Diskussion mit jungen Leuten etwas... schräg.

abgestimmt für: Halte ich für ethisch *nicht* vertretbar, weil ... (bitte ergänzen)
Kommentar von 612958d8034ce735d7e9678ecfc2c33esmallBaiana am 10. August 2009 17:27

Ich habe selbst auch schon einen mir nahe stehenden Menschen bei diesem Übergang begleitet und setze mich mitnichten rein theoretisch mit dieser Frage auseinander. Diese Versuchsreihe ist nur ein Aspekt der thematischen Erarbeitung.

Für ein mehrwöchiges Praktikum in einem Hospiz wird mein Arbeitgeber mich leider nicht freistellen - und unbezahlten Urlaub dafür zu nehmen kann ich mir leider nicht leisten.

Kommentar von Aebf9e6d5883fc0bc0e05e34a2423248smallRabenfeder am 10. August 2009 17:33

Du hast einen Menschen begleitet, mhm ja. Gut, darüber will ich nicht urteilen, sondern kann nur immer weniger verstehen, wie man diesen Schund auch noch zurück an die Oberfläche holen kann. Wenn ich dich recht verstanden habe, möchtest du mit jungen Leuten über das Thema Sterben reden. Ich frage mich, für was es Seminare über dieses Thema gibt, die von Psychologen begleitet werden. Dieses Thema ist nichts, was man mal eben so in einer Unterrichtsreihe mit jungen Leuten durchkauen sollte. Selbst in meiner Ausbildung zur Fachpflegekraft wurden wir eine Woche lang von Profis begleitet. In welchem Unterrichtsfach möchtest du das Thema durchnehmen?

Kommentar von 612958d8034ce735d7e9678ecfc2c33esmallBaiana am 10. August 2009 17:37

Ich selbst beschäftige mich seit gut 15 Jahren mit dem Thema Sterben, Tod, Bestattung und werde es im Rahmen von ethischer und religiöser Bildung behandeln. Auch in anderen Fächern werden sie an das Thema herangeführt, inklusie Hospiz, Psychologie, Pflegeheim usw.

Kommentar von Aebf9e6d5883fc0bc0e05e34a2423248smallRabenfeder am 10. August 2009 17:46

Für den ethisch religiösen Bereich würde sich doch gut das Thema : Unterschiedlicher Umgang mit dem Sterben eignen. Wie sieht es zum Beispiel bei Juden aus, bei orthodoxen, welche Sitten und Gebräuche haben die Moslems..dieses Thema wäre interessant und weniger schockierend.

Kommentar von 612958d8034ce735d7e9678ecfc2c33esmallBaiana am 10. August 2009 17:49

Das ist ebenfalls geplant. Auch unterschiedlicher Umgang mit dem Sterbenden (nicht nur mit dem Leichnam), verschiedene Vorstellung, was danach kommt.

Jemand aus der Gruppe hatte sich diese Huxley-Sache dezidiert gewünscht. Und da ich selbst mich damit auch schon beschäftigt habe - warum nicht?

Danke für Deinen Beitrag, ich denke, dass das ein gutes Bild dafür ist, wie einige der Jugendlichen reagieren werden!

Das war wirklich hilfreich für mich. :-)

Kommentar von Aebf9e6d5883fc0bc0e05e34a2423248smallRabenfeder am 10. August 2009 17:53

Ja, nur das ich kein Jugendlicher mehr bin ;) Nach über 20 Jahren im Gesundheitswesen kenne ich die Reaktionen junger Fachpflegeschüler. Ich war immerhin selbst mal eine von ihnen. Wenn sich einer dieses Thema gewünscht hat, frag mal nach, welchen Bezug er dazu hat. Nicht jeder Schüler wird dieses Thema locker verkraften.


anonym
beantwortet von brettpit am 10. August 2009 17:19
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Wollte gerade beanstanden,sah dann erst dein name- wie kommste denn auf diese Frache?

Kommentar von 612958d8034ce735d7e9678ecfc2c33esmallBaiana am 10. August 2009 17:22

? Ist der Beschreibungstext zur Frage nicht zu sehen, da habe ich es beschrieben? Seltsam - bei mir auf dem Rechner ist er gut zu erkennen. grübel

.

Ich arbeite mit jungen Erwachsenen zum Thema "Sterben und Tod" und möchte weniger bekannte Untersuchungen mit einbeziehen (neben den üblichen Verdächtigen Elisabeth Kübler-Ross und Raymond Moody). Diese Versuchsreihe von Huxley ist so "irre" (im wahrsten Wortsinn), dass sie mit Sicherheit die volle Aufmerksamkeit der Jugendlichen weckt. Zum einen sind in den Protokollen die von Moody und Kübler-Ross entdeckten Sterbephasen sehr gut ablesbar, zum anderen eignet sich das Thema als Einstieg in eine ethische Diskussion zum Umgang mit Sterbenden.

Kommentar von brettpit am 10. August 2009 17:29

ich seh da nichts, vllt. Spam-Filter. Du kannst ja deine Fragen fuer dein Umfeld noch ausbauen http://www.gutefrage.net/frage/wuerdet-ihr-euch-unter-bestimmten-umstaenden-selbst-toeten

Kommentar von 612958d8034ce735d7e9678ecfc2c33esmallBaiana am 10. August 2009 17:30

Das ist jetzt wirklich seltsam!

Hier ist der Text zur Frage:

.

"Hallo zusammen!

Der mit "Schöne neue Welt" bekannt gewordene Autor Aldous Huxley hat in den 1950er Jahren einige Experimente mit Meskalin und LSD gemacht (bekannt sind die beiden diesbezüglichen Essays "Pforten der Wahrnehmung" und "Himmel und Hölle" http://de.wikipedia.org/wiki/DiePfortender_Wahrnehmung). Bei diesen Experimenten hat er unter anderem eine Versuchsreihe gestartet, in der er Sterbenden LSD gegeben hat und deren Berichte und Reaktionen ganz genau beschreibt.

Diese Episode (die entsprechenden Artikel darüber habe ich, auch Artikel von Huxley selbst - ich beziehe mich also nicht nur auf "Gerüchte", sondern hab die Abschriften der Protokolle) möchte ich in einer Gruppe mit jungen Menschen zum Thema "Sterben und Tod" besprechen.

Ich bin mir nun sehr unsicher, wie dieser Fakt - die Gabe von LSD an Sterbende - aufgenommen wird, und bitte euch um ein Meinungsbild, damit ich bei der Vorbereitung der entsprechenden Einheit auf mögliche / wahrscheinliche Reaktionen besser vorbereitet bin.

Was sagt ihr dazu?"


anonym
beantwortet von chicaBlue am 10. August 2009 17:20
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Meine Meinung: wenn man schon mal Sterbende auf ihrem letzten Weg begleitet hat, empfindet man diese Frage als Hohn.

abgestimmt für: andere Meinung, nämlich ... (bitte ergänzen)
Kommentar von 612958d8034ce735d7e9678ecfc2c33esmallBaiana am 10. August 2009 17:24

? Kann es sein, dass Du meine Frage nicht verstanden hast, bzw. den Text zur Frage nicht gelesen hast?

Ich möchte niemandem LSD geben, mich interessiert lediglich die Einschätzung zu dieser mehr als 50 Jahre zurückliegenden Versuchsreihe.

Kommentar von chicaBlue am 10. August 2009 17:31

Ich würde nie einem Sterbenden LSD oder sonst was geben. Wenn, kann der Arzt das spritzen, was er meint, was richtig ist


tachyonbaby
beantwortet von tachyonbaby am 10. August 2009 17:21
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Ich bin der Meinung, daß ein Mensch das Recht hat bewußt in den Tod zu gehen. Es ist schließlich das erhabenste Erlebnis im Leben eines Menschen von der diesseitigen Welt in die jenseitige zu gehen.

abgestimmt für: Halte ich für ethisch *nicht* vertretbar, weil ... (bitte ergänzen)

Abigail
beantwortet von Abigail am 10. August 2009 17:21
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Zumindest der Tod sollte in unserer Suchtgesellschaft nicht verdrängt, beschönigt oder im Rausch erlebt werden.

abgestimmt für: Halte ich für ethisch *nicht* vertretbar, weil ... (bitte ergänzen)
Kommentar von 07266a80c634d754e034a147040081a4smallMasoud53 am 10. August 2009 17:25

wieso,soller qualvoll sterben,nur weil manche ein gestörtes Verhältnis zu Drogen haben?Gott lob bekommen diese Pat. Morphin!

Kommentar von Simple_avatar6smallAbigail am 10. August 2009 17:28

Gegen ausreichend Schmerzmittel habe ich nichts geschrieben. Das ist heute selbstverständlich.


regideur
beantwortet von regideur am 10. August 2009 17:22
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Den letzten Wunsch sollte jedem erfüllt werden wenn es machbar ist. Warum denn eigentlich nicht wenn es Demjenigen hilft?

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kataha
beantwortet von kataha am 10. August 2009 17:25
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Experimente mit Sterbenden einfach nicht OK sind. Sterben in Würde und wenn geht schmerzlos ist nicht vereinbar damit, jemandem als Ventil für seine Neugier, was irgendwelche Drogen oder Medikamente angeht.

abgestimmt für: Halte ich für ethisch *nicht* vertretbar, weil ... (bitte ergänzen)
Kommentar von 612958d8034ce735d7e9678ecfc2c33esmallBaiana am 10. August 2009 17:28

Dem kann ich voll und ganz zustimmen! Als ich davon erfahren habe, war ich auch ziemlich geschockt. Gerade deshalb eignet sich dieses Thema so gut, um die ethische Komponente im Umgang mit Sterbenden zu diskutieren.


mia68
beantwortet von mia68 am 10. August 2009 17:26
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...ich meine, dass die Momente unmittelbar vor dem Tod eines Menschen (ähnlich wie die Geburt) sowas wie "Demut" verdient haben - und entsprechend nur dem Sterbenden selbst (sowie seinen Nächsten) gebühren. Und nicht unter dem "Zeichen der Wissenschaft" stehen sollten.

Dieser Ansicht bin ich auch, zumal sich mir der "tiefere Sinn" dieser "Experimente" nicht ganz erschließt...

abgestimmt für: Halte ich für ethisch *nicht* vertretbar, weil ... (bitte ergänzen)
Kommentar von 612958d8034ce735d7e9678ecfc2c33esmallBaiana am 10. August 2009 17:29

Wenn ich das richtig verstanden hab, dann war Huxley selbst so begeistert von dem Zeug, dass er es wohl auch Babys gegeben hätte, wenn Mütter ihn gelassen hätten ... Komplett durch den Wind.

Kommentar von E92a3f433138e79150c7f6e629b47520smallmia68 am 10. August 2009 17:32

...wie das mitunter so is´- bei den von "mit-Genius-und-Wahn-Geschlagenenen..."

Kommentar von karlheimer am 2. November 2009 20:02

Nun, der "wissenschaftliche" Hintergrund ist halt der, dass LSD die Wahrnehmung verändert; der Mensch nimmt unter LSD Dinge wahr, die er sonst nicht wahr nimmt. Einschliesslich ggf. Gedanken über Sterben und Tod, an denen Huxley interessiert war. Huxley empfand übrigens selbst Demut vor den Einsichten, die ihm das LSD bescheerte, wie er schreibt;


anonym
beantwortet von Annaberg am 10. August 2009 17:19
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Wenn derjenige noch selbst entscheiden kann, wäre ich dafür. Obwohl in DE verboten, dieses Gestz würde ich ändern.

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sanne172
beantwortet von sanne172 am 10. August 2009 17:20
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wenn es auf Wunsch der Sterbenden geschieht.
Da ist jede Art von Droge, meiner Meinung nach, absolut vertretbar.
Das Leben ist danach sowieso zu Ende, deswegen kann das Argument Suchtgefährdung hier nicht greifen.
Und wer weiß - vielleicht erlebt der Sterbende noch etwas, auf das er sein Leben lang verzichtet hat?

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anonym
beantwortet von Marco23523 am 10. August 2009 17:20
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weil sterbende meist alt sind und lsd gar nicht verkraften würden, was würde es außerdem bringen. Sterbende haben oft schmerzen, dazu brauch man morfiumartige Medikamente (Opiate), also ist großer Quatch meiner Meinung.

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Masoud53
beantwortet von Masoud53 am 10. August 2009 17:21
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man hat auch sehr viel beim FBI und anderen Diensten damit hantiert,klappt hervoragend!in abgewandelter Form,als Schmerzmittel immer im Einsatz und durchaus legitim,sterben oder nicht!

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MarcSu
beantwortet von MarcSu am 10. August 2009 17:51
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Die Phantasie von Huxley ist aus meiner Sicht so abartig, daß ich über seine Theorien noch nicht einmal weiter nachdenken möchte.

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anonym
beantwortet von karlheimer am 2. November 2009 19:25
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Die Frage nach der ethischen Vertretbarkeit sollte doch in jedem Falle dem Sterbenden Selbst überlassen werden.

Für klassische Sterbehilfe ist LSD aber wohl kaum geeignet (wie z.b. die Gabe von Morphium zur Schmerzlinderung), da LSD keine derartige spezifische Wirkung hat; die Wirkung hängt vom psychischen Zustand des Konsumenten ab:

Für den einen ist es einfach nur ein Trip, der nächste wird zum Nachdenken über sterben und Tod angeregt, der andere könnte eine Panikattacke vor dem näherrückenden Tod bekommen, was ihm das sterben bestimmt nicht erleichtern würde.

Die Diskussion über Drogen hat grundsätzlich einen zweischneidigen Charakter. Auf der einen Seite steht der Schutz des Schwachen (Abhängigkeitsgefährdeten/psychisch labilen); auf der anderen Seite das Recht des Individuums auf Selbstbestimmung. (Das "Recht auf Rausch")

Andere Aspekte sollten in die Drogendiskussion eigentlich nicht einfliessen finde ich.

abgestimmt für: Halte ich für ethisch vertretbar, weil ... (bitte ergänzen)
Kommentar von karlheimer am 3. November 2009 00:00

Danke für das schreibe-mehr-kommentar.

Weiss nicht, ob sich das mehrschreiben hierauf bezog, aber vl. doch noch ein paar zusätze:

Lsd im Sterbebett könnte vl. für einen einzelnen eine erstrebenswerte Erfahrung sein, wenn er das möchte. Man sollte doch davon ausgehen, dass die Leute freiwillige waren.

Huxley u. Co tätigten wohl einen Rundumschlag mit ihrer Forschung; als selbsterfahrung für einen Psychologen, um psychische Krankheiten, wie autismus oder schizophrenie nachvollziehen zu können macht lsd durchaus sinn.

Ach den nutzen in einer therapiesitzung z.b. zusätzlich zur hypnose kann wirkungs-belegterweise kaum bezweifelt werden.

aber unter dem Deckmantel der Wissenschaft hat eine Erforschung der Psyche eines Sterbenden doch einen etwas morbiden Charakter;

Ob die Erfahrung eines Trips (im Sterbebett oder sonstwo) einen 'seelischen WErt' hat - darüber wird man sich mit sicherheit streiten. Nicht ausschliessen möchte ich aber, dass ein Sterbender, der einen Horrortrip vor dem Tod bekommt - mit oder ohne lsd - dadurch angeregt werden kann, seinen Frieden mit Gott zu schliessen. Das wäre in jedem Fall von seelischem Wert.


Nowka
beantwortet von Nowka am 15. November 2009 16:57
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der mensch sollte in würde sterben und nicht unter drogeneinfluß.

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anonym
beantwortet von psycow am 18. November 2009 10:25
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Seltsam... was ist eigentlich mit dieser Würde gemeint? Wieso sterben Menschen unter LSD-Einfluss denn nicht in Würde? Die Sterbenden haben dem Experiment doch zugestimmt, waren also keine willenlosen Karnienchen, sondern hatten, wie ich das sehe, den Mut gefasst ein ungewöhnliches Experiment mit zu machen.

Mancheiner benutzt gerne Ausdrücke wie "Drogentrip", wobei das Wort Drogen einen traurigen Beigeschmack hat und diesen wohl auch verursachen soll. Jedes Medikament, jedes Schmerzmittel ist eine Drogen (Alk., Nikotin, Coffein sind alles Drogen)

Ich denke bevor man eine Meinung bezüglich LSD in irgendeiner Form abgeben kann, sollte man wissen, wie es wirkt. Alles andere können nur Vorurteile sein. Also müsste in jedem Kommentar auch die Information vorhanden sein, ob schon LSD-Erfahrungen gemacht worden sind oder nicht.

Aus meiner Erfahrung mit LSD kann ich sagen, dass es nichts tut, als eine verblüffende Wahrheit zu präsentieren. Man erkennt Zusammenhänge, die außerhalb der Sprache liegen. Dieses Erkennen, kann das vorige Weltbild, was man sich durch Wahrnehmung von innerer und äußerer Welt konstruiert hat und natürlich konstruieren lassen hat, so erschüttern, so ängstigen, dass man unter schlechten Umständen paranoid oder psychotisch werden könnte. Der eigentliche Wahnsinn ist das vorige Bild, das man hatte, nicht die Wirkung des LSDs. Es ist nicht die Substanz, die einen zum Lachen bringen kann, sondern die einhergehenden Erkenntnisse. (Zu Set und Setting kann ich sagen: Vorher sollte man erholt und gut geschlafen haben, ein paar Stunden Meditation(Versenkung), gesund ernährt und Freunde, die einen so lassen und so lieben, wie man ist, die einem in der Not helfen...)

Solange die Einwilligung des Sterbenden zur Verabreichung von LSD besteht, ist es für mein Gefühl absolut ethisch vertretbar. Ich persönlich würde es als Geschenk ansehen, kurz vor dem Ende des Lebens noch einmal die unermessliche Welt des Unbewussten zu erahnen, Schranken zu erkennen und sie zu öffnen. Ich kann aber auch gut verstehen, dass sich viele dagegen sträuben, es vehement abwehren und in ihrer sicher scheinenden Realität leben wollen. Womit ich sagen will, dass Realität nur ein Konstrukt aus verschiedenen Konzepten ist, von denen man überzeugt ist.

Das Thema Sterben ist wahrhaftig ein schweres Thema..., besonders, wenn man es sich so schwer macht und machen lässt... Oder ist der Tod, so wie die Geburt, einfach ein Teil des Lebens und in Wahrheit überhaupt nichts Schlimmes? Ich habe Leute getroffen, die haben vergessen zu leben und zu lieben, nicht mehr gegessen, nicht geschlafen, weil sie glaubten der Tod sei etwas Schlimmes und sie wunderten sich noch, warum sie so sehr leiden mussten, nicht wissend, dass sie leiden wollten.

liebe Grüße

PS: Weis jemand wie viele Sterbenden teilgenommen haben und wie viele in einen Horrortrip geraten sind?

abgestimmt für: Halte ich für ethisch vertretbar, weil ... (bitte ergänzen)
Kommentar von 612958d8034ce735d7e9678ecfc2c33esmallBaiana am 20. November 2009 06:40

Danke für Deine ausführliche Meinung!


anonym
beantwortet von GrandMasterD am 19. November 2009 21:30
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Von allen Beiträgen hier, die Ich gelesen habe fand Ich psycow's am sinnvollsten. Ich denke auch, dass es ethisch vertretbar ist, solange der Sterbende freiwillig zustimmt. (Tot-)Sünde hin oder her, jeder Mensch sollte das Recht haben Selbst zu bestimmen, wann und wie (und in ferner Zukunft vielleicht "ob") er Sterben möchte (Stichwort: Seneca und das Selbstverfügungsrecht in Bezug auf das eigene Leben bis hin zu dessen Beendigung). An dieser Stelle möchte Ich auf den Freitod des Schriftstellers Hunter S. Thompson verweisen der während seines Lebens allerhand erfahrung im Umgang mit psychedlischen Drogen sammelte. Und um abschließend nochmals mit psycow übereinzustimmen: LSD muss man versucht haben um (sinnvoll) darüber zu diskutieren.

abgestimmt für: Halte ich für ethisch vertretbar, weil ... (bitte ergänzen)

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