Frage von bal90, 28

Low Carb Ernährungsplan fragen?

Hallo Leute,

ich wolle mit einer Low-Carb Diät anfangen und bräuchte dafür nen Ernährunsplan. Ist es eig. ungesund jeden Tag Fleisch zu essen? Schon damals die Menschen aus der Steinzeit haben sich ja nur von Fleisch ernährt, also stimmt es denn dann das unsere natürliches essverhalten aus Fetten und Proteine besteht?Ohne Kohlenhydraten würden wir ja weiter Leben können.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von KS1987, 7

Hey du!

Ganz grundsätzlich: eine "Diät" in dem Sinne, wie man das heute oft versteht, wird dir nicht viel bringen. Wichtiger wäre eine Ernährungsumstellung. Du solltest dir also nicht vornehmen für eine bestimmte Zeit ein bestimmtes Essverhalten anzunehmen, um abzunehmen oder sonstige Ziele zu erreichen, und danach wieder normal zu essen. Stattdessen solltest du eine Ernährungsweise finden, die zu dir passt, die dir schmeckt, dir gut tut und Spaß macht und die du quasi für den Rest deines Lebens beibehalten kannst (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Du hast schon auf die Steinzeiternährung angesprochen, also den momentanen Trend der sogenannten "Paleo-Ernährung". Ich finde das durchaus sinnvoll, sich mal zu überlegen, was eigentlich die "artgerechte" Ernährung eines Menschen wäre (so wie man das ja bei jedem Tier auch weiß). Und dazu müssen wir eben erdgeschichtlich eine ganze Zeit zurück gehen und uns anschauen, was die Menschen gegessen haben, als sie sich "natürlich" ernährt haben. Seither hat sich unser Verdauungssystem nicht soo gravierend weiterentwickelt und deshalb kann man davon ausgehen, dass wir mit einer ähnlichen Ernährung unserem Körper das geben, was er braucht. 

Deine Einschätzung, dass damals hauptsächlich Fleisch gegessen wurde ist allerdings nicht ganz richtig. Schon gar nicht jeden Tag. Überleg selbst, das stand ja gar nicht jeden Tag zur Verfügung. Im Gegenteil, eigentlich war es eher selten auf dem Speiseplan. Denn die frühen Menschen mussten oft tage- oder wochenlang auf die Jagd gehen, bis sie ein Tier erlegt hatten. Das kann man auch ganz wunderbar an unserer Körperbauweise ablesen. Menschen sind wesentlich langsamer als die meisten ihrer Beutetiere. Sie können also nicht mal eben schnell ein Beutetier im Sprint erlegen (wie das zum Beispiel Löwen tun). Dafür sind sie aber wahre Konditionswunder und können somit einem Beutetier über Tage folgen, bis es müde und geschwächt genug ist, dass es leicht zu erlegen ist. Die Schweißproduktion ist da ein guter Hinweis. So wie wir kann kaum jemand schwitzen und diese natürliche Kühlung ist ein immenser Vorteil beim langen Verfolgen.

Was aber haben die Menschen dann dazwischen gegessen? Nun, sie waren eben nicht nur Jäger sondern auch Sammler. Und gesammelt wurde alles, was nicht niet- und nagelfest war: Beeren, Wurzeln, Gräser, Blätter, ... Da kommt es ganz stark drauf an, was zur Verfügung stand und da liegt auch die größte Krux in der Steinzeiternährung: denn es gab eben niemals "die eine" Steinzeiternährung, es gab hunderte davon. Je nachdem wo die Menschen gelebt haben, haben sie mehr von dem einen oder mehr von dem anderen gegessen. Was jedoch allen gemein ist, ist dass sie kaum langkettige Kohlenhydrate gegessen haben, also keine Stärke (Brot, Nudeln, etc.). Das kam erst mit dem Beginn des Ackerbaus. Davor werden sie immer mal wieder stärkehaltige Gräser etc. gefunden haben, aber es hat einen verschwindend geringen Teil ihrer Ernährung ausgemacht. 

Man kann davon ausgehen, dass die frühen Menschen viele Ballaststoffe zu sich genommen haben. Das ist ja auch schon seit langem kein Rätsel mehr, dass es dem Menschen gut tut, Ballaststoffe zu essen. Kohlenhydrate in Form verschiedener Zucker waren bestimmt auch dabei (Obst, Gemüse). Proteine aus Nüssen, Samen, Gemüse und eben auch Fleisch (oder dem ein oder anderen Ei) sind auch nicht zu vernachlässigen. Dazu kommen Fette, auch aus Nüssen und Samen und aus Fleisch. 

Ich habe vor einiger Zeit angefangen mich nach dem Paleo-Prinzip zu ernähren. Nicht um abzunehmen, sondern weil ich Probleme mit der Verdauung hatte und beim Recherchieren darauf aufmerksam wurde. Ich habe es dann (wie vieles andere) ausprobiert und es geht mir seither viel besser! Allerdings mache ich es nicht ganz so rigoros, wie andere das tun. Wer streng ist, darf ja z.B. auch keine Milchprodukte essen. Ich persönlich habe mit vielen Milchprodukten immense Probleme, aber mit allem, was fermentiert wurde nicht mehr. Joghurt und Käse gehören also (wieder) zu meinem Speiseplan. Quark und Milch meide ich.

Ganz konkret besteht mein Speiseplan hauptsächlich aus Gemüse mit Fett und ein bisschen Protein. Also in der Früh esse ich Rohkost Gemüse, manchmal mit etwas zum Dippen (Joghurt mit Kräutern), mittags und abends gibt es Gemüse, ganz nach Gusto - angebraten, im Ofen gebacken, etc. Manchmal mache ich mir ein Ei dazu, manchmal schmeiß ich nen Mozzarella mit rein, manchmal gibts Fisch, manchmal nur Gemüse, dafür mit ner Extra Portion Olivenöl oder Butter. Oder ich esse nur Gemüse und danach noch ne Handvoll Pistazien. Ich persönlich habe dabei festgestellt, dass ich wesentlich mehr essen muss, um satt zu werden. Während ich nach einem kleinen Teller Nudeln schier platzen könnte, kann ich locker eine ganze Zucchini, eine ganze Aubergine und fünf Tomaten essen, ohne danach ein übertriebenes Völlegefühl zu haben. Und man darf halt nicht am Fett sparen. So paradox das klingen mag, auch wenn man abnehmen möchte, muss man genügend Fett essen (google mal nach "Kaninchenhunger"). 

Ich könnte jetzt noch seitenlang weiter schreiben. Aber wenn du Interesse hast, mehr darüber zu erfahren würde ich dir die Seite urgeschmack.de ans Herz legen. Hier findest du viele interessante Tipps und Hintergrundwissen. Was mir daran vor allem gefällt: es geht dort um eine Lebenseinstellung und nicht um die dogmatische Befolgung irgendwelcher Regeln. 

Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen! Alles Gute!

Kommentar von KS1987 ,

Danke für den Stern!

Antwort
von Vivibirne, 2

Würde dir eher raten die Kohlehydrate zu reduzieren & nicht ganz weg zu lassen & auch mal nen cheatday einzubauen um den stoffwechsel anzukurbeln.

Antwort
von DerLuitschi, 8

"Ohne Kohlenhydrate würden wir ja länger leben können und in der Steinzeit hat man sich nur von Fleisch ernährt..."

Was erzählst du da?!? Eine natürliche Ernährung beinhaltet sehr wohl Kohlenhydrate, meist in komplexer Form oder aus Obst und Gemüse in Form von Fructose.
Damals wurde neben Fleisch auch Eier, Fisch, Gemüse, Nüsse etc. gegessen...

Kommentar von bal90 ,

Zitier mal richtig bevor du dein Senf dazu abgibst!!! 

"

"Ohne Kohlenhydraten würden wir ja weiter Leben können."

Außerdem war das eine Frage!

Also jetzt, was laberst du für nen scheiß!?

Kommentar von ArchEnema ,

Fructose ist nicht das, was du denkst dass es ist.

Antwort
von Ladeya, 9

Das ist ganz einfach. Je länger du dabei bist desto mehr kreativer was das kochen angeht.
Zum Frühstück kannst du  Rührei mit Feta/Gemüse, Quark mit Obst/Leinsamen, Proteinpancakes, Oatmeal (in der LowCarb Diät ist ja ne gewisse menge an Kohlenhydrate erlaubt. Bleibst du bei 60g bist du noch im LowCarb bereich. Oder für aktiven Menschen zwischen 60-100 g Kh) oder Eiweißbrot mit beliebigen Belag. 
Zu Mittag/Abend kannst du dir auch Rührei mit Spinat/Gemüse/Feta, Salat in verschiedenen Variationen, Hähnchenbrust überbacken oder mit Gemüse, Gemüselasagane, Gemüs-/Hackfleischepfanne, Frikadellen mit Gemüse oder oder oder 
Im Internet gibt es viele Rezepte musst du dich mal durchgucken 

Antwort
von juliadaskocherl, 14

Hallo Du, wenn du Inspirationen für eine Low-Carb Ernährung suchst, schau dich doch mal in der Foodblogger-Szene um. Da gibt es ein paar tolle BloggerInnen, die sich Low Carb ernähren und ihre Rezepte posten. Ich habe selber auch einen Foodblowww.daskocherl.de.de - der ist aber nicht ausschließlich Low Carb) und mich 9 Monate lang LC ernährt und so nach der Geburt meines Sohnes 40kg abgenommen. Wenn du magst schau mal meinen Instagram-Feed (@das_kocherl) an, dort findest du auch einige Inspirationen. Viel Erfolg beim Abnehmen! Julia

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