Lohnzurückhaltung Wirtschaft

... komplette Frage anzeigen

1 Antwort

Lohnzurückhaltung heißt Lohnkostenminderung oder zumindest eine stabile Lohnkostensituation, was die Kalkulation erleichtert. International muss das Produkt nicht verteuert werden, weil Lohnkostensteigerungen eingerechnet werden müssen. Das verbessert seine Wettbewerbssituation auf den internationalen Märkten. Ob das auf den internationalen Märkten zu einem Nachfrageimpuls führt, ist eher offen, weil das von der Situation auf diesen Märkten und dem Verhalten der Konkurrenz abhängt und nicht allein vom deutschen Exporteur. Diese Behauptung, dass die stabile Kostensituation automatisch zu einem Nachfrageimpuls führt, ist etwas vollmundig. Die stabilisierte oder gar verbesserte Angebotssituation hält die Gewinnsituation möglicherweise stabil oder verbessert sie. Soweit so gut.

Ob dadurch Investitionen und Binnenkonjunktur stimuliert werden, steht auf einem anderen Blatt. Das kommt nämlich darauf an, wie die Gewinne eingesetzt werden! Werden damit Investitionen in China oder Südafrika getätigt, hat Deutschland gar nichts davon, nur das deutsche Management, die sich die Gewinne vergolden lassen. Wie fragwürdig diese ganze so schlüssig erscheinende Kausalkette ist, zeigt sich gerade im Moment. Da sind ja die Energiekosten extrem gesunken und wie mit den Lohnkosten wurde schnell ein Aufschwung der deutschen Exportwirtschaft prophezeiht. Doch wichtige Importländer schwächeln - und siehe da, man muss sich Sorgen machen um die deutschen Absätze. Lohnzurückhaltung bringt nicht nur Vorteile für die Exportfirmen. Es kommt ganz darauf an, wie die Importe z.B. bei einer Kaufzurückhaltung reagieren und chinesische Firmen, die ihre Exporte nicht steigern können, tätigen auch keine Investitionen bei deutschen Importfirmen, auch wenn deren Preise stabil bleiben. Die einfachen Kausalketten mancher Theorien sind dann halt doch etwas zu simpel für die Komplexität des ökonomischen Geflechts.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung