Frage von Istegaljetzt, 31

Lohnt sich meine private Altersvorsorge?

Ich habe bei der Ergo eine private Altersvorsorge. Ich zahle, weil ich selber in meinem Job nicht soviel verdiene, nur 60 Euro im Monat ein. Ich bin jetzt 29 Jahre alt. Mit 65 bekomme ich dann aus dem "Topf" 28,5 Euro pro 10.000 Euro.

Ich habe mir schon alles paar mal durchgelesen, was in meinen Versicherungsunterlagen steht, auch wenn ich 29 Jahre alt bin und fest im Leben stehe, ist es für mich oft ein wenig schwierig, alles perfekt zu verstehen, besonders bei sovielen Seiten ist es irgendwann wie chinesisch😂

Ich hab Angst, dass es sich für mich nicht lohnt und ich am Ende weniger rauskriege, wenn man bedenkt, was man noch an sonstigen Zahlungen wie Service leisten muss...

Kennt sich jemand aus und kann mir anhand der Angaben sagen, ob ich nen Fehler gemacht habe? Wäre es besser in den sauren Apfel zu beißen, die Mindesteinzahlgebühr von 2500 Euro zu zahlen und dann im JETZT mehr Geld zu haben? Kann man die Versicherung verkaufen?

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Antwort
von kevin1905, 21

Ich habe bei der Ergo eine private Altersvorsorge.

Ein bisschen präziser bitte! Riester, Rürup? Ohne Förderung? Erzähl mal mehr.

Mit 65 bekomme ich dann aus dem "Topf" 28,5 Euro pro 10.000 Euro.

  • Warum läuft der Vertrag nicht bis 67?
  • Die 28,50 € sind der garantierte Rentenfaktor oder aufgrund der aktuellen Überschüsse bzw. jener aus ?

Wenn du eine realistische Einschätzung des Vertrages möchtest, wirst du hier auf der Plattform nicht bekommen. Da empfehle ich dir vielleicht mal einen Makler zu fragen.

Davon ausgehend, dass du die Versicherung gerade abgeschlossen hast, hättest du eine Bruttobeitragssumme von 24.480,- €. Daraus würde sich bei dem von dir genannten Rentenbarwert eine Rente von knapp 70,- € ergeben.

Du machst keine Angaben ob das Produkt klassisch oder fondsgebunden ist, oder wann du es abgeschlossen hast.

Ich gehe daher einfach mal von einer Verdoppellung des Guthabens aus aufgrund des Zinseszinseffekts, nach Abzug der Kosten. Dann hättest du daraus eine Bruttorente von ca. 140,- € im Monat....

Antwort
von soissesPDF, 17

Lohnt sich nicht, in keinem Jahrhundert.

Hinter diesem neoliberalen Unfug sitzt nichts anderes als reine Marktgläubigkeit, mit Geld gar Geld zu verdienen.

Wenn Du im Alter eine Rente von 1.000€ im Monat erhalten willst, dann wirst Du auch jetzt 1.000€ im Monat sparen müssen.
Warum ist dem so?

Warum funktioniert die gesetzliche Rente, halbwegs?
Weil es 3 Einzahler je Rentner hat, genau daraus werden die Renten bezahlt.
Bei den privaten rechnet sich das nach Lebenserwartung.
Jeder Einzahler der das Rentenalter nicht erreicht und jeder der kürzer lebt als die rechnerische Lebenserwartung (96 Jahre) erhöht das Kapital der Versicherung.
Das nennt sich "sozialverträgliches Versterben"...neoliberal ist asozial.

Kommentar von kevin1905 ,

Weil es 3 Einzahler je Rentner hat

Nope. Es sind etwa 2,1 aktuell.

Bei den privaten rechnet sich das nach Lebenserwartung.

Nicht nur.

Demographie spielt natürlich eine große Rolle bei der Ermittlung der Sterbetafeln. Es ist immer aber auch ein Risikopuffer drin und die Kosten des Versicherers spielen eine Rolle, sowie die Art der Anlage.

Niedrigzinsen sind nicht gerade hilfreich. Klassische Anlagen bringen nichts, bei fondsgebundenen kommt es extrem auf den Fonds an. Kann besser performen, kann aber auch Käse sein. Zusätzliche Garantien kosten zusätzliches Geld.

Jeder Einzahler der das Rentenalter nicht erreicht und jeder der kürzer lebt als die rechnerische Lebenserwartung (96 Jahre) erhöht das Kapital der Versicherung.

Das Kapital fließt nur dann an die Versichertengemeinschaft, wenn keine Hinterbliebenen benannt sind. Bei Tod vor Leistungsbeginn werden die Summe der eingezahlten Beiträge i.d.R. zurückgezahlt und bei Tod nach Rentenbeginn kommt es darauf an, ob eine Rentengarantiezeit vereinbart wurde.

Auch andere Möglichkeiten des Hinterbliebenenschutzes sind möglich.

Dass eine Versicherung als Wirtschaftsunternehmen Geld verdienen muss, versteht sich auch von selbst. Jedes Unternehmen das mehr ausgibt als es einnimmt, ist irgendwann bankrott.

Kommentar von soissesPDF ,

Kapitaldeckung heißt das Zauberwort.
Es kann nur so viel Rente ausbezahlt werden wie an Kapital eingezahlt wurde.

Aus 100€ Einzahlung kommen auch nur 100€ bei heraus, falls die Kosten vorher amortisiert wurden, sonst sind es eben nur noch 80€.

Wäre der Kapitalismus kapitalgedeckt gäbe es keine Verschuldung, keine Finanz- und Schuldenkrise.
So aber ist es nicht.

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