Frage von janhro, 22

Lohnt sich im konkreten Fall (s. Daten) eine Wärmepumpe vs. (teurer) Fernwärme?

Hallo, habe ein Reihenendhaus von 1995 gekauft. Es soll kräftig Saniert werden (Dämmen der Wände und Dach, neue Fenster (3-fach-Glas), PV-Halb-Insel (5kWh El.-Speicher ist bereits vorhanden und PV-Anlage soll auch her und (sind auch Hobby)).

'Leider' hat das Haus Fernwärme (aus Kohlekraftwerk) und ich zahle ca. 1050EUR/a nur Grundkosten und 55EUR/MWh Wärme.

Lohnt sich hier vielleicht eine Wärmepumpe mit SolarTermie-Unterstützung? Eine PV-Anlage ist gesetzt und soll so viel wie möglich Dachfläche (Ost/West) sowie Carport-Dach (Süd) bedecken.

Unsere Daten: Haus: - 126m² Wohnfläche, - 370m² Grundstück
- Wärmeenergiebedarf lt. Ausweis vor Sanierung: 116kWh/m²a - Wärmeenergiebedarf nach Sanierung lt. KFW Gutachter: 40kWh/m²a - Satteldach Ost und West 33° je mit Gaube (nicht verschattete Flächen je Seite ca. 18m²) - Carport ca. 2,5m*8m Flachdach mit "Südausrichtung", nur Verschattung Vormittags durch das eigene Haus

Unser Verbrauch: - unser Wärmeenergiebedarf in 62m² Dach-Mietwohung(2013 gebaut) sind 2,5MWh/a (entspr. 40kWh/m²a) - fürs Haus also ca: 126m² * 40kWh/m²a = 5MWh/a - Strom in Mietwohnung bisher: 1500kWh/a (2,5 Personen) (schätze im Haus 2000kWh*)

*) im Haus soll die Waschmaschine und ggf. Spülmaschine(wenn es da was bringt?) mit Warmwasservorschaltgerät laufen um noch mehr Strom zu sparen, aber Heizungspumpe und Lüftungsanlage werden Verbrauch auch steigern.

Fernwärmekosten (für WW und Heizung): - Grundpreis: 1050EUR/a - Arbeitspreis: 55EUR/MWh - ergibt für uns ca.: 5MWh * 55EUR + 1050EUR = 1330EUR/a - in 10J: 13,3TEUR

Überlegung zur Wärmepumpe: - 5MWh/a - 20% durch SolarTermie (könnten die 20% hin kommen bei 5m² Süd?) = 5 - 1 = 4MWh/a - bei einem COP von 3 (mit Luft erreichbar oder besser Erd-WP?) sind also 4/3 = 1333kWh/a Strom von Nöten - Stromkosten: 0,28EUR/kWh * 1333kWh = 375EUR/a, in 10Jahren ca.: 3800EUR - Restgeld für WP + Wartung(nötig? Kosten/a?) bei 10Jahren Kalkulation (hält WP 10J.?): 13,3TEUR - 3,8TEUR - 1TEUR(Wartung) = 8500EUR

Und hier noch mal die Frage, lohnt sich da eine Erd- oder Luft-Wärmepumpe? Ist Solartermie eine Sinnvolle Ergänzung? Oder ist vielleicht die Dachfläche besser für PV-Module zu nutzen und deren Strom-Überschuss zur Warmwasserbereitung (und Heizung) elektrisch zu verheizen?

PS: PV-Strom wird in 1. Linie durch 5kWh(nutzbar) Akku selbst verbraucht. Der PV-Strom Überschuss im Sommer soll nicht eingespeist werden. Ich denke das Einspeisen des Strom-Überschusses im Sommer lohnt die Kosten(Einspeise-WR)/Aufwand/Vergütung nicht??? Hab dies aber noch nicht nachgerechnet.

Wenn das ganze nicht wesentlich teurer wird als die Fernwärme, wäre es mir die Sache wert. Bin auf aussagekräftige Antworten gespannt und dankbar! Vielen Dank.

Schöne Grüße Jim

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Simko, 8

Hallo,

zusätzliche Investitionen lohnen aus wirtschaftlicher Sicht meist nicht. Optimierung der vorhandenen Anlage steht da meist im Vordergrund.

Insbesondere hier, da das RMH ernergetisch bauseits saniert wird/ wurde.
KfW 40 ist ja schon beachtlich. Im Auslegungsfall, wenige Stunden im Jahr, werden vielleicht Heizleistungen für den Heizbetrieb von ca. 2..3 kW benötigt und im überwiegenden Teillastfall erheblich weniger.

Daher entweder FW oder alternativ ggf LWP und wenn möglich zusätzlich PVA (Heizung u. WW zum Nulltarif).

Bevor man allerdings über Alternativen nachdenkt, sollte geklärt sein, ob Fernwäremabnahmezwang besteht, also eine Kündigung der Versorgung mit FW daher nicht möglich ist.
In dem Fall ist die Hausübergabestation auf jeden Fall auszutauschen bzw. anzupassen, andernfalls macht sich die gute Wärmedämmung wirtschaftlich nur wenig bemerkbar. Ggf sind Veränderungen an der Regelungstechnik und/oder Hydraulik erforderlich

Ohne hinreichende Grundlagenermittlung, allerdings nur Annahmen.

v.G.

NB:
Der KfW Nachweis dient ausschließlich primärenergetischen Erfordernissen unter EnEV Randbedingungen (qualtitative Einschätzung).
Reale Energieverbräuche bzw. -bedarfe (Quantität) dürfen und können damit nicht ermittelt werden (unzulässig)!

Antwort
von BellAnna89, 15

Ich hab das jetzt nicht alles gelesen.

Du müsstest doch einen Energieausweis zu deinem Haus haben? Da stehen die Sanierungsempfehlungen drin. Da steht auch, welche Schornsteinfeger den Ausweis ausgestellt hat. Der kann dich ausführlich beraten, und macht das bestimmt sogar am Telefon umsonst.

Kommentar von janhro ,

Vielen Dank für deine Antwort. Energieausweis liegt vor.

Vielen Dank auch für den Tipp. Aber mit den Beratern ist das immer so eine Sache (habe da so meine Erfahrungen gemacht, leider nicht immer so positiv), daher wollte ich mal hier Fragen, ohne dass mir jemand was verkaufen will ;)

Kommentar von BellAnna89 ,

Der Schornsteinfeger hat ja nix zu verkaufen ;-)

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