Frage von balvenie, 42

Lohnt sich eine Steuererklärung für Studenten wirklich immer?

Ich habe mal eine Verständnisfrage zu der im Netz mitunter verbreiteten Aussage, Studenten sollten grundsätzlich eine Steuererklärung abgeben, da es sich auf jeden Fall auszahlen würde. Nehmen wir nun folgenden Fall an:

Der Student hat für 2013 und alle Folgejahre noch keine Steuererklärung gemacht. Vor dem Studium absolvierte er eine normale Berufsausbildung.

2013:

Einkünfte: 0

gezahlte Steuern: 0

abzugsfähige Werbungskosten aus dem Studium: 3000 Euro

Verlustvortrag: 3000 Euro

2014:

Einkünfte: 0

gezahlte Steuern: 0

abzugsfähige Werbungskosten aus dem Studium: 3000 Euro

neuer Verlustvortrag: 6000 Euro

2015:

Einkünfte: 6000 Euro aus Werkstudentenjob (dieser endet zum 31.12.2015)

gezahlte Steuern: 0

abzugsfähige Werbungskosten aus dem Studium: 3000 Euro

verbleibender Verlustvortrag: 3000 Euro (6000 - 6000 - 3000)

2016:

Der Student schließt sein Studium im September ab und tritt zum 1. November eine Vollzeitstelle an.

Einkünfte: 7000 Euro

gezahlte Steuern: Lohnsteuer, die aber sowieso auch ohne Angabe von Studienkosten nach der Steuererklärung komplett erstattet werden, da die Jahreseinkünfte unter dem Grundfreibetrag liegen.

abzugsfähige Werbungskosten aus dem Studium und der Vollzeitbeschäftigung: 3500 Euro

verbleibender Verlustvortrag: keiner mehr, da sämtliche Beträge aus 2013 bis 2015 sowie die Werbungskosten 2016 aufgrund der geringen Einkünfte "ins Leere laufen".

In diesem gar nicht mal so ungewöhnlichen Szenario ist es für den Studenten also völlig egal, ob er seine Studienkosten einkommensteuerlich anrechnen lässt oder nicht. Das Ergebnis in Form von gezahlten Steuern wird davon nicht beeinflusst.

Ist diese Annahme korrekt, oder habe ich etwas übersehen, das eine Abgabe von Steuererklärungen doch noch lohnenswert machen kann?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 33

In dem von Dir geschilderten Fall hast Du völlig Recht, da hat er sich die Arbeit völlig unnötiger Weise gemacht.

Da man seine Erklärungen ja auf jeden Fall 4 Jahre zurück machen kann, könnte man auch einfach alle Belege sammeln und die Erklärung erst dann machen udn einreichen, wenn es entweder sonst Probleme mit dem Fristablauf gibt, oder man schon weiß, dass es sich lohnen wird.

Kommentar von Petz1900 ,

So ist es. Oftmlas ist es vergebliche Mühe, wie im vorliegenden Fall plastisch geschildert.

Antwort
von Marcel89GE, 27

Um natürlich den vollen Vorteil genießen zu können, sollte man zum Frühjahr in den Beruf starten. Bei 45.000 Brutto im Jahr zahlt man ca. 7600€ Lohnsteuer. Haben oder nicht haben.

Natürlich kann man auch in dem von dir beschriebenen Fall leer ausgehen. Ich habe immer gearbeitet wärend des Studiums. Immer Netto quasi :)

Antwort
von adianthum, 21

Am besten rufst du mal beim Finanzamt an und fragst dort nach.

Ich weiß nicht wie lange man zurückliegende Kosten geltend machen kann und ob es für die Studienzeit abweichende Regelungen gibt, ich weiß nur, dass man nur dann etwas zurückbekommt, wenn man auch Steuern abgeführt hat.

Unser Steuersystem ist so kompliziert und undurchsichtig, dass da nur unsere "Steuerverräter" einigermaßen durchblicken- und auch die nicht wirklich.

Genauso wissen die Mitarbeiter vom FA oft vieles nicht.

Sorry, dass ich dir nicht helfen konnte.

Kommentar von Petz1900 ,

Solche Antworten mit durch nichts untermauerte Unterstellungen sollte man bleiben lassen, wenn man keien Ahnung hat.

Kommentar von adianthum ,

Ich habe vielleicht keine Ahnung, aber durchaus Erfahrungen mit inkompetenten Personen- sowohl beim FA, als auch beim Steuerberater, sammeln müssen, während meiner 10jährigen Selbstständigkeit.

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