Lohnt sich ein nicht-technisches Studium überhaupt noch?

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4 Antworten

"Ich bin depremiert, da sich meine Interessen nie in Bereichen bewegen
werden, die ein Gehalt zahlen, welches dem Aufwand eines Studiums
angemessen wäre."

Das ist natürlich eine sehr von ökonomischen Gesichtspunkten geprägte Sicht auf das Studium und die Wissenschaft. Wenn du jetzt bereits so wenig von den Berufschancen als Geisteswissenschaftler überzeugt bist und den finanziellen Ertrag doch um einiges höher bewertest als die Freude an der Disziplin, dann solltest du nicht in eine Geisteswissenschaft wechseln. Das würde dich wahrscheinlich über kurz oder lang noch viel mehr frustrieren.

Denn aller Voraussicht nach wird man als Wirtschaftswissenschaftler oder Techniker/Naturwissenschaftler am Ende mehr verdienen und sicherer angestellt sein als ein Geisteswissenschaftler.

Die Geisteswissenschaftler, die ich aus dem Berufsleben kenne, betrachten hingegen nicht vorwiegend ihren Gehaltszettel als Maßstab für eine befriedigende ("lohnende") Arbeit, sondern sind mit einem bescheideneren Lebensstandard zufrieden und sind froh, sich hauptsächlich mit einem für sie interessanten Themengebiet auseinandersetzen zu können.

Welchen Weg man einschlägt, ist eine Entweder-oder-Entscheidung, die natürlich schwer ist, und die dir leider auch niemand abnehmen kann.

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Kommentar von Ansegisel
21.10.2016, 07:22

Nachtrag zum Thema Respekt: Ich komme selbst aus den
Geisteswissenschaften und da muss man schon ab und zu ein paar
Seitenhiebe ertragen. Von "konstanter Verachtung" kann ich aber absolut nicht berichten. Dass sich die Fächer gegenseitig ein bisschen aufziehen gehört einfach dazu und ich könnte auch ein paar in den Jahren aufgeschnappte Stereotype über Juristen, Mediziner, BWLer etc. aufzählen. Das Selbstbewusstsein, das nicht zu generalisieren und persönlich zu nehmen, muss man dann einfach als Vertreter seiner Zunft haben.

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Wenn du zu den besten gehörst kannst du durchs Handy reparieren reich werden. Ich würde dir trotzdem ein technisches Studium empfehlen. Solange ein Studienfach für dich nicht das Leben bedeutet aber das ist sowieso eine wichtige Frage die du versuchen solltest selber zu beantworten.

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Kommentar von sweetmelonxx3
21.10.2016, 01:26

Ich bin nur leider mit null Technik Interesse zur Welt gekommen. Daran kann ich leider nichts ändern, selbst wenn es noch so gut ist. Ich könnte es auch nicht. War nie im Technik Zweig und bin kein Mathe und Physik Genie ×-× . Und ich merke anhand meiner jetzigen Situation, dass ich es nicht aushalten kann, motiviert durch ein Studium zu gehen, dass uninteressant ist :€

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Kommentar von sweetmelonxx3
21.10.2016, 08:50

Ich lebe in einem Mittelständischen Haushalt und meine Eltern verdienen mit geringen Schulabschlüssen vergleichsweise gut. Es wäre daher auch eine Enttäuschung, viel weniger als sie zu verdienen und für die Wahl kritisiert zu werden.

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Kommentar von sweetmelonxx3
22.10.2016, 12:43

Danke und ich gebe dir recht. Ein Zweifachstudium geht glaube ich ja nur an der Uni und ich habe leider nur die Fachhochschulreife also ist das leider auch ein Problem. Aber deine Meinung regt mich doch wieder zum denken an. Danke dir.

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Lohnen für den ,der für einen Beruf in diesen Bereichen talentiert und geeignet ist. Neigung und Eignung müssen passen, ansonsten bleibt man evtl.ein ewig Unzufiedener , auch wenn man vergleichsweise gut verdient.Die Zeiten sind vorbei, dass man als Studienabgänger eine sichere und gut bezahlte Anstellung fürs Leben hatte.Unzufriedenheit kann eine Triebfeder für Erfolg, aber auch für Misserfolg im Leben sein.Du solltest die wahren Gründe Deiner Unzufriedenheit herausfinden, da liegt der Schlüssel für Dich.


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Ich kann dich voll verstehen! Ich hab ein geisteswissenschaftliches Studium begonnen (und werde es im Januar mit Master beendet haben) weil es mich sehr interessiert hat. Ich bereue die Entscheidung zwar nicht aber ich muss zugeben, dass ich gerade jetzt  gegen Ende immer wieder Phasen habe, wo ich mich wirklich frage, was mir das Studium jetzt gebracht hat.
Ich hab super Noten und immernoch Spaß an der Sache aber trotzdem super schlechte Berufsaussichten...im Grunde war mir das ja vorher klar aber so wirklich realisieren möchte man es ja dann doch nicht. Neulich war ich so weit, dass ich schon überlegt hab noch irgendeine Ausbildung zu machen einfach nur, um eine Stelle bekommen zu können. Glücklicherweise hat mein Mann einen aussichtsreicheren Beruf, sonst hätte ich jetzt große Zukunftsängste. Also ich glaube oft "lohnt" es sich leider nicht, es sei denn man rechnet den Spaß am Studienfach sehr hoch an.

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