Frage von andele321, 76

Lohnt sich ein Einspruch bei Schwarzfahren?

Hallo,

Ich wurde heute morgen ohne gültigen Fahrausweis kontrolliert. Dabei gab es allerdings folgenden Sachverhalt.

Ich bin an der einen Station eingestiegen und wollte zum Automat gehen und wurde dabei abgefangen. Da ich nur eine Station fahre und diese nichtmal 30 Sekunden auseinanderliegen hatte ich keine Chance mir ein Ticket zu kaufen. Lohnt sich der Einspruch? Kostet das Bearbeitungsgebühren wenn der Einspruch nicht "angenommen" wird?

Gruß

Antwort
von Scotty00, 49

Mangels Angaben, gehe ich davon aus, dass sich der Vorfall in einer Straßenbahn des ÖPNV ereignet hat. Das Kontrollpersonal hat festgestellt, dass Sie auf Verlangen keinen gültigen Fahrausweis vorweisen konnten und Ihnen daher eine Zahlungsaufforderung über ein erhöhtes Beförderungsentgelt (EBE) in Höhe von 60 € übergeben.

So wie Sie es schildern, ist es zweifelhaft, dass diese Forderung berechtigt ist. Denn Sie haben sich entsprechend § 6 Abs. 2 der Verordnung über die Allgemeinen Beförderungsbedingungen für den Straßenbahn- und Obusverkehr sowie den Linienverkehr mit Kraftfahrzeugen (BefBedV) bemüht, unverzüglich und unaufgefordert den erforderlichen Fahrschein zu lösen. Wenn die Kontrolle stattgefunden hat, bevor Ihnen dabei eine Beschaffung des Fahrausweises möglich war, ist die Beschaffung aus Gründen unterblieben, die Sie als Fahrgast nicht zu vertreten haben (§ 9 Abs. 1 S. 3 BefBedV), wodurch die Zahlungsverpflichtung des § 9 Abs. 1 Nr. 1 BefBedV für das erhöhte Beförderungsentgelt entfällt. Allerdings wird das Verkehrsunternehmen dies wahrscheinlich nicht auf Ihre bloße Schilderung hin anerkennen, denn leider würde jeder Schwarzfahrer ebenso argumentieren. In einem solchen Fall ist es also hilfreich, wenn man andere Fahrgäste als Zeugen für den Sachverhalt benennen kann und deren Namen und Kontaktdaten notiert, falls das Kontrollpersonal in dem Fall nicht ohnehin auf die Erhebung des EBE verzichtet.

Dennoch können Sie den Sachverhalt natürlich dem Verkehrsunternehmen schildern und auf dieser Grundlage der Zahlungsaufforderung widersprechen. Eine Gebühr für diesen "Einspruch" fällt nicht an, denn es handelt sich hier nicht um ein öffentlich-rechtliches Verwaltungsverfahren. Sie müssen nur darauf gefasst sein, dass das Verkehrsunternehmen an seiner Forderung festhält und diese Ablauf der Zahlungsfrist im Zweifel beitreiben lässt.

Antwort
von OnkelSchorsch, 64

Lass es , es hat keinen Sinn. Solche Ausreden hören und lesen die hundertfach. Hier zählt nur eines und das ist das hier:

heute morgen ohne gültigen Fahrausweis

Kommentar von andele321 ,

Aber wenn ich auf dem Weg zum Ticketautomat abgefangen werde war der Wille ja da ein Ticket zu kaufen. 

Kommentar von OnkelSchorsch ,

Wie gesagt, solche Ausreden bringen dir nichts.

Kommentar von andele321 ,

Es ist ja keine Ausrede 

Kommentar von OnkelSchorsch ,

Okay, dann mal Klartext: ich glaube dir deine Story nicht. Das ist nur eine Ausrede, wie sie von Schwarzfahren schon zigtausendfach vorgebracht wurde. "Ich wollte mir gerade eine Karte kaufen, da kamen Sie und griffen mich" in zahllosen Varianten, das hören Kontrolleure wieder und wieder. Kontrolleure greifen keinen frisch eingestiegenen Fahrgast auf dem Weg zum Automaten. Sie greifen allerdings dann zu, wenn jemand einsteigt und nicht direkt zum Automaten geht.
Zahle das erhöhte Beförderungsgeld und gut ist. Andernfalls wird es nur noch teurer für dich.

Kommentar von andele321 ,

Ob du das glaubst oder nicht interessiert mich herzlich wenig. Es geht nur darum ob ich mit der Wahrheit bei einem Einspruch weit komme oder ob es sich nicht lohnt und nur noch Bearbeitungsgebühren mit sich zieht. 

Kommentar von OnkelSchorsch ,

Zahle das erhöhte Beförderungsgeld und gut ist. Andernfalls wird es nur noch teurer für dich.

Antwort
von Aushilfsbuddha, 76

Die sagen ja meist, dass man das Ticket nur dann im Zug kaufen darf, wenn an der Station kein Automat ist. Ist das bei dir der Fall? 

Klingt leider eher nach einer Ausrede, und damit kennen die sich sehr gut aus. Ich würde es nicht drauf ankommen lassen.

Kommentar von andele321 ,

Ja. Den Automat gab es nur in der bahn. 

Kommentar von Aushilfsbuddha ,

Dann haben die immer noch das Argument: Wer fährt, muss zum Zeitpunkt der Kontrolle (!) einen Fahrschein vorweisen. Selbst wenn man einen besitzt und im Nachhinein vorzeigen kann (z.B. Portemonnaie zu Hause vergessen), muss man einen Teil der Strafe zahlen. 

Wie gesagt, 40 oder 60 Euro sind wahrscheinlich günstiger als der Stress, den du dir einhandelst, wenn du widersprichst. Denn du bist in der Pflicht, nachzuweisen, dass du gerade einen kaufen wolltest, und die hören täglich hunderttausend Ausreden, die so klingen wie deine Schilderung.

Kommentar von andele321 ,

Aber was soll das denn bitte? Ich steige in die Bahn und begebe mich zum Automat und werde dabei kontrolliert. Dann könnten sich die Kontrolleure auch an den Automaten stellen und jeden abfangen der gerade ein Ticket kaufen möchte. 

Kommentar von Aushilfsbuddha ,

Ich hab die Regeln nicht gemacht. Die sind unfair, und die sind immer zu Gunsten der Verkehrsgesellschaft. Es geht darum, deinen Schaden gering zu halten und nicht darum, das Beförderungsgesetz und die Kontrollbedingungen der VG zu revolutionieren.

Antwort
von Hideaway, 62

Da ist ein Einspruch vollkommen zwecklos. Du verteuerst die Sache nur unnötig.

Antwort
von Loris64, 51

Meine Erfahrung: Du hast keine Chance. Du bist ohne gültiges Ticket erwischt worden. Wieso du keines hast ist egal. Auch wenn völlig unverschuldet. Die Kontrolleure (bzw der Bahnbetrieb) haben keine Zeit und keine Geduld mehr, sich die Argumente der "Schwarzfahrer" und Schwarzfahrer anzuhören.

Ich hab diese Null-Toleranz auch schon erlebt.

Kommentar von Scotty00 ,

Das ist leider, oder besser zum Glück, falsch. Es kommt natürlich darauf an, warum man keinen Fahrschein hat (vgl. § 9 Abs. 1 S. 3 BefBedV). Allerdings muss man damit rechnen, dass man nachweisen muss, dass man den Fahrschein aus Gründen, die man nicht zu vertreten hat, nicht beschafft hat.

Antwort
von brennspiritus, 76

Man kann den Fahrschein auch vorher schon kaufen. Dein Einspruch würde abgelehnt, Gebühren kostet es fast immer.

Kommentar von andele321 ,

Nein, der Fahrschein wird in der Bahn gekauft, zumindest bei uns. 

Kommentar von OnkelSchorsch ,

Kein Kontrolleur kontrolliert einen soeben eingestiegenen Fahrgast auf dem direkten Weg zum Automaten. Sorry, aber die Story kannst du deiner Großmutter erzählen.

Kommentar von andele321 ,

In diesem Fall schon 

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