Frage von bachforelle49, 121

Lohnt sich eigentlich für einen Solorentner (Single) zu arbeiten, wenn alles über den Freibetrag von 8354 € ohnehin doch versteuert wird?

Lohnt sich die Arbeit für einen alleinlebenden Rentner, wenn die Steuer den Ertrag der Arbeit doch wieder auffrißt, das heißt, alles was über den Grundfreibetrag fällt? Dann könnte er ja besser die Arbeit ganz seinlassen, weil die kurze Zeit noch besser zu verwenden ist... Wo ist der Anreiz?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Konrad Huber, 45

Hallo bachforelle49,

Sie schreiben:

Lohnt sich eigentlich für einen Solorentner (Single) zu arbeiten, wenn alles über den Freibetrag von 8354 € ohnehin doch versteuert wird?

Antwort:

So wie Sie Ihre Frage präsentieren, ergibt dieselbe keinen Sinn!

Denn:

Jeder Mensch hat da seine eigene Betrachtungsweise!

In diesem Zusammenhang stellt sich eher die Frage nach dem Sinn des Lebens!

Wenn jemand sich bis zum Regelrenten - Eintrittsalter im Hamsterrad abgestrampelt hat und dann immer noch nicht weiß, was er mit seiner Zeit anfangen soll, dann ist diesem Jemand nicht zu helfen!

Schon gar nicht, wenn die finanziellen Mittel zu einem vernünftigen Lebensunterhalt ausreichen!

Ob es sich lohnt, trotzdem zu arbeiten, diese Frage muß sich Jede/Jeder in seinem stillen Kämmerlein selbst und individuell beantworten!

Viele Leute erreichen das Rentenalter nicht!

Viele Leute erreichen das Rentenalter und fallen dann in ein tiefes, virtuelles Loch, weil Sie sich auf diese letzte Lebensphase nicht rechtzeitig vorbereitet haben!

Nur ein relativ geringer Prozentsatz nutzt diese letzte Lebensphase für tolle Hobbys und genießt jeden einzelnen Tag außerhalb des Hamsterrades! 

Wir arbeiten, um zu leben!

Wir leben nicht, um nur zu arbeiten!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Kommentar von bachforelle49 ,

du hast Recht.. der alte(rnde) Mensch sollte die Zeit nutzen und sich Gedanken über den Sinn des - seines - Lebens machen.. diese Zeit hatte er vorher vielleicht nicht... während der Arbeitsphase

aber auch das Finanzamt sollte menschlich handeln und nicht nur die §§en heranziehen, sonst hat die Jugend bald gar keine Vorbilder mehr...

Kommentar von Konrad Huber ,

du hast Recht.. der alte(rnde) Mensch sollte die Zeit nutzen und sich Gedanken über den Sinn des - seines - Lebens machen.. diese Zeit hatte er vorher vielleicht nicht... während der Arbeitsphase

Antwort:

Bitte vergessen Sie hierbei nicht das sehr wichtige Wort: "Rechtzeitig, nicht erst im Alter, bereits in jungen Jahren!"

Der Tag hat 24 Stunden, reguläre Arbeitszeit = ca. 8 Stunden!

Da bleiben pro Tag sehr viele Stunden übrig zum Nachdenken!

diese Zeit hatte er vorher vielleicht nicht.

Antwort:

Dann hat dieser Mensch aber leider den Sinn des Lebens nicht verstanden!

aber auch das Finanzamt sollte menschlich handeln und nicht nur die §§en heranziehen,

Antwort:

Das Finanzamt und menschlich handeln?

Ein Schelm, der Böses dabei denkt!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Antwort
von Steuerbaer, 76

Wer z.B. 2016 in Rente geht, dessen Rente wird nur zu 72 % der Besteuerung unterworfen. Der Prozentsatz nimmt jedes Jahr um 2 % zu - bis in 2040 100% erreicht sind.
Wer also seit diesem Jahr Rentner ist muss also schon mindestens mehr als 12.000 Rente erhalten, um überhaupt ansatzweise in die Gefahr von Steuernachzahlungen zu kommen.

Wenn man Vorsorgeaufwendungen und weitere abziehbaren Beträge mit einbezieht, kann man pi mal Daumen davon ausgehen, dass erst ab einer Rente von 16 000 aufwärts wirklich Nachzahlungen zu erwarten sind.

Von daher verstehe ich das Problem überhaupt nicht. Selbst bei einer guten Rente mit Zuverdienst bleibt ja immer noch mehr netto übrig als wenn man nichts dazu verdienen würde - es gibt in Deutschland j keinen Steuersatz von 100 %.

Antwort
von kevin1905, 58

Der Grundfreibetrag 2016 beträgt 8.652,- € NICHT 8.354,- €.

Lohnt sich die Arbeit für einen alleinlebenden Rentner, wenn die Steuer
den Ertrag der Arbeit doch wieder auffrißt, das heißt, alles was über
den Grundfreibetrag fällt? 

Ein Minijob lohnt sich, da dieser pauschal versteuert würde und daher außen vor wäre. 450,- € netto mehr im Monat. Badum tss.

Dann kommt noch dazu, dass bei Rentenbeginn vor 2040 Teile der Rente steuerfrei sind. Wer in 2016 erstmalig Altersrente bezogen hat, hat einen Freibetrag von 28% der Rente des ersten vollen Rentenbezugsjahres.

Versicherungspflichtige Arbeit wäre auch ohne Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeitrag, ergo mehr Netto.

Dann könnte er ja besser die Arbeit ganz seinlassen, weil die kurze Zeit noch besser zu verwenden ist...

Ich weiß ja nicht, was du unter kurz verstehst aber die meisten Rentner beziehen 18-22 Jahre ihre Ruhegelder, bevor sie den Löffel abgeben.

Kommentar von bachforelle49 ,

... nicht, wenn ich die Todesanzeigen lese... der #liche Mann, zumal in ärmlicheren Verhältnissen und krank bis kränklich, verläßt diese seine geliebte Erde im # mit 69 Jahren..im übrigen ist die sogenannte noch verbleibende Zeit nach dem Arbeitsleben (Rente) natürlich unter dem Aspekt zu bewerten, daß selbiger noch den Sinn und die Wertigkeit usw. erkennt und Rückblick zu resümieren vermag... diese Siech- und vorzeitige Abschaltphase (Demenz) fällt nicht mehr in die Ruprik, was und wieviel Zeit er noch in der Vorbereitungs- und Denkphase im Alter hat, sondern ist nach Darwinscher Auslegung nur als eine künstliche Verlängerung anzusehen

Kommentar von kevin1905 ,

... nicht, wenn ich die Todesanzeigen lese... der #liche Mann, zumal in ärmlicheren Verhältnissen und krank bis kränklich, verläßt diese seine geliebte Erde im # mit 69 Jahren..

Todesanzeigen, geben nur einen unzureichenden Überblick über tatsächliche Sterberaten.

Das ist als würde man einen 10L Eimer im Meer mit Wasser füllen und dann sagen es gäbe keine Wale im Meer, da in meinem Eimer keiner ist.

Die Messgröße ist einfach zu klein.

Wenn du die Gruppe weiter einschränkst durch den Bezug auf kranke Rentner, ergo Menschen, die bei Rentenbeginn schon (chronisch) krank waren, oder kurz darauf krank geworden sind, drückt man den Schnitt natürlich nach unten.

Den Rest deines Beitrags verstehe ich so, als ob du davon ausgehst, dass jeder Rentner nur noch am Vegetieren ist. Ein durchschnittlich 60-jähriger heute hat die gleiche Vitalität und Lebenskraft wie ein 50-jähriger vor 20 Jahren.

Du machst dich daher mehrerer logischer Fehlschüsse schuldig:

  • Du hast einen Standpunkt und suchst Argumente für diesen (Confirmation Bias).
  • Du nimmst deine persönlichen Erfahrungen und extrapolierst diese auf die Allgemeinheit (Anekdoten-Argument).

Wenn du also verlässliche Sterberaten willst, halte dich an die DRV oder auch den GdV.

Kommentar von bachforelle49 ,

Kevin1905, iP schätze ich deine Meinung ja hoch ein, aber wenn du von einem Wal in einem 10L Eimer sprichst und mit Sterberaten vergleichst, dann wage ich an deinen gesunden Menschenverstand zu zweifeln.. beim einem Schachspiel würdest du mit dieser Argumentation mit mir jämmerlich unterliegen, denn dann wäre mir vor dir nicht bange...

und ehrlich gesagt, ich frag`mich auch, was ausgerechnet ein 60-jähriger heute mit einem 50-jährigen vor 20 Jahren zu tun hat?? Beide sind normalerweise noch in der Arbeit oder im Burn Out, und ich habe über den Zuverdienst eines R e n t n e r s gefragt...(!) Und die idR verschlissenen uU früh gealterten über 65jährigen Rentner und Senioren wissen schon, was die Sterbestatistik wirklich wert ist und taugt (nämlich nix...!) Also, bleib bitte auf dem Teppich, und wenn schon Vergleiche, dann realistisch so, daß du das Schachspiel mit mir auch gewinnen könntest, sonst biste bei mir unten durch...
Antwort
von Ursusmaritimus, 70

Es verbleibt immer noch mehr für ihn als ganz ohne Arbeit......

Auch wir zahlen doch Steuern für unser Erwerbseinkommen, oder?

Diese Diskussion erinnert mich an den Hartz4 Empfänger (der durch Staatsgelder alimentiert wird) welcher sich lautstark echauffiert wenn er auf 450 Euro Basis arbeitet und ein (guter) Teil dieses Einkommens mit Hartz4 Leistungen verrechnet wird. Sein Nachbar muss jedoch sein ganzes Erwerbseinkommen (ohne Staatsgelder) für sein Leben einsetzen und zahlt auch noch steuern und SV Beiträge......

Kommentar von bachforelle49 ,

.. ein Rentner ist kein Hartz IV Empfänger, weil er im Gegensatz zu genannten Nutznießern unseres Sozialsystems schon mindestens 45 Jahre gearbeitet und eingezahlt hat, meist eher länger.. daher verbietet sich dieser chauvinistische Vergleich, weil für einen Rentner der Zeitfaktor eine ganz andere Bedeutung erlangt (hat);

er hat ganz einfach nicht mehr soviel davon... und wer wollte es ihm verdenken, daß er besseres zu tun hat, als für die Steuer zu arbeiten...?? ( .. sollen das dann die Hartz IVler tun...)

Kommentar von Ursusmaritimus ,

Bleiben wir beim Chauvinismus (ich darf das als Rentner in Lauerstellung) wenn der Rentner durch einen 450€ Job seine Rente aufbessert werden die Steuern und Abgaben pauschal vom AG getragen. Damit entfällt die Steuerpflicht.

Wenn er noch die Kraft und den Willen hat mehr zu verdienen ist doch eine Steuerpflicht voll angemessen, der Verweis auf seine Restlaufzeit und das schon Erarbeitete (Bezahlte) zieht nicht, sonst kommt der nächste Multimillionär und erklärt das er in Zukunft keine Steuern mehr zahlt, er hat in der Vergangenheit schon genug bezahlt. Außerdem kennt keiner seine Restlaufzeit/Rentenbezugsdauer und kann (glücklicherweise) nichts zurückfordern.

Der Vergleich mit Hartz4 hinkt (wie jeder Vergleich) passt jedoch bei der Aussage das verschiedene Einkommensformen miteinander verrechnet werden (können).

Kommentar von bachforelle49 ,

.. Hartz IV passt überhaupt nicht in diesen Konsens, das wird nur erwähnt, weil der Zeitgeist mittlerweile sogar den Rentnern sowohl den Ruhestand sowie auch die Rente mißgönnt, wahrscheinlich, weil das alles den Bach runter geht... aber da im Kontext mit der Vollbeschäftigung ohnehin nur falsche Zahlen geliefert werden, also gelogen wird (siehe den Wachstum der prekären Beschäftigung und einhergehender Bezahlung...etc..), können ruhig mal die Hartz IVler in die Arbeit gesteckt werden ( dann tun die wenigstens mal was für ihre eigene spätere Rente) als immerzu dem nach mind. 45 Jahren verschlissenen Rentner(n) ans Zeug zu flicken...

Kommentar von kevin1905 ,

weil der Zeitgeist mittlerweile sogar den Rentnern sowohl den Ruhestand sowie auch die Rente mißgönnt

Unbegelegte Aussage.

Wie kommst du darauf, dass jemand den Rentnern den Ruhestand missgönnt? Die durchschnittliche Rentenbezugsdauer im Verhältnis zur Gesamtlebenszeit und zu dem was in Arbeit verbracht wurde, darf sich jedoch nicht zu sehr verschieben.

Wenn ein Mensch durchschnittlich 75 Jahre alt würde. Davon 45 Jahre arbeitet (20-65) und 10 Jahre Rente bezieht ist das Verhältnis von Rente zu Beitragszeit 0,22 (22%).

Gehen wir jetzt aber davon aus, dass der Mensch 90 wird und wir lassen alle anderen Werte Konstant, so ist das Verhältnis nun 0,56 bzw. 56%.

Dass diese Rechnung so nicht mehr aufgehen kann sollte klar sein. Nun braucht es keine Kritik sondern es braucht Lösungen, die so aussehen, dass diese nicht einseitig zu Lasten der jungen Generation gehen.

Antwort
von christl10, 62

Lohnt es sich überhaupt zu Arbeiten, da Steuer anfällt? Da muss man sich doch Deiner Ansicht nach fragen wie Dumm die arbeitende Bevöllkerung doch ist, oder? 

Kommentar von bachforelle49 ,

Kapier ich nicht... ein Rentner hat doch schon jahrzehntelang gearbeitet... was redest du da..?? wo bleibt der Anreiz für einen - zugegebenermaßen versorgten - Rentner, hab`ich gefragt??

Kommentar von christl10 ,

Zum einen: Vielleicht langweilt sich der Rentner zu Hause und möchte sich nützlich machen. Arbeit stärkt das Selbstvertrauen. Zudem: Es wird nicht alles besteuert. Darin liegt der Anreitz, daß man mehr Geld in der Tasche hat und zusätzlich sich was gönnen oder verschenken kann. Es gibt kein Steuersatz zu 100%, daher verstehe ich Deine Frage nicht. 

Kommentar von Ursusmaritimus ,

Wenn der Rentner sich langweilt soll er sich aber auch überlegen das er mit seiner Tätigkeit einem jungen Menschen den Zugang zur Arbeit beschneidet. Aber der junge Mensch zahlt seine Rente........

Aber da gibt es auch haufenweise Ehrenämter und soziale Hilfsmöglichkeiten wo er sich "gesellschaftlich sinnvoll" einbringen kann.

Kommentar von christl10 ,

Von einem Ehrenamt hat er nichts, außer Zeitvertreib. Zudem, viele Rentner haben nur eine geringe Rente, so daß sie darauf angewiesen sind etwas dazu zu verdienen und ich glaube kaum, daß ein Rentner einem jungen Arbeitnehmer die Arbeit wegnimmt. Für so wenig Geld würde kein junger Arbeitnehmer arbeiten wollen. 

Kommentar von Ursusmaritimus ,

Ich kenne keinen Rentner der arbeiten (darf) und mit weniger als 15 Euro die Stunde zufrieden ist. Aber ich kennen junge AN mit weniger pro Stunde.

Die Kernfrage sollte auch lauten "darf er Arbeiten" oder "muss er Arbeiten", bei "darf" ist ein gewisser Altruismus im Ehrenamt gesellschaftlich sinnvoll. Die Gesellschaft arbeitet auch für ihn......alles Andere ist "nur" Gier.

Kommentar von christl10 ,

Natürlich arbeitet die Gesellschaft für ihn. Er hat es sich auch verdient. Das muss die heutige Jugend erst mal nachmachen, denn viele wollen erst gar nicht arbeiten oder sich für die Schule anstrengen. Da bin ich froh darüber daß meine Rente sicher ist, denn auf die heutige Jugend ist kein Verlaß. 

Kommentar von Ursusmaritimus ,

"Das" hat man auch schon über meine Jugend (und die meiner Kinder) behauptet und jetzt schaue ich mir die Rentenmitteilung schon sehr genau an.......und die Zahlen sind nicht schlecht.

Kommentar von christl10 ,

Ich kann mit meiner Rente sehr gut leben, ob das die nachfolgende Generation auch kann, bezweifle ich sehr stark. 

Kommentar von Ursusmaritimus ,

Darum muss auch die nachfolgende Generation aufpassen das sie von der Welle der geriatrischen Mehrheit nicht überrollt wird.

Kommentar von christl10 ,

 ...geriatrischen Mehrheit??? Was ist das? 

Kommentar von Ursusmaritimus ,

Dann wenn die Alten die Mehrheit in der Bevölkerung darstellen und mit ihrer (Wahl) Macht und ihrer Entscheidungsvernetzung die Jungen dominieren und ausnutzen/benutzen.

Davor muss sich das Staatswesen auch schützen.

Kommentar von christl10 ,

Wird schwer möglich sein, denn wenn die Alten die Mehrheit bilden ist die Lobby der Alten da um sie zu unterstützen, denn die Mehrheit wählt die neue Regierung. Die Jungen werden es schwer haben, daher sorge ich auch finaziell für meine Kinder vor, damit sie es nicht so schwer haben werden. 

Kommentar von Ursusmaritimus ,

Jepp, aber ich hoffe auf die Vernunft und die Hoffnung stirbt zuletzt.

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