Frage von vanillakusss, 40

Lohnt sich das, soll ich etwas gegen die Tierklinik tun?

Hallo liebe Tierfreunde,

meine Kleine ist, nach einem zweiten Aufenthalt in einer Uniklinik, gestorben.

Sie war auf der Intensivstation, angeblich war alles gut, sie sollte auf einen Arzt warten der gerade Urlaub hatte.

Ich weiß bis heute nicht was ihr da passiert ist, ich habe jeden Abend einen Anruf bekommen und mir wurde gesagt, wie der Tag war und was gemacht wurde. An so einem Nachmittag/Abend wurde mir gesagt, dass die Kleine nicht so fit wäre aber man wolle sie, am nächsten Tag, noch mal endoskopieren, unter Vollnarkose natürlich. Und ohne Grund, das hatte sie schon hinter sich, sie war auch im CT, es wurde praktisch alles untersucht.

Der behandelnde Tierarzt meinte, man wolle noch mal gucken..... Was, konnte er nicht sagen aber er sagte, die Kleine würde das wegstecken.

Ich hatte so ein schlechtes Gefühl dabei, dass ich an dem Abend noch in der Klinik war, die Kleine lag im Sterben! Sie konnte nicht einmal mehr alleine Wasser trinken, sie war verletzt und sie hatte hohes Fieber. Sie hatte eine sehr schwere Infektion im Körper und keiner hat es gemerkt obwohl sie intensivmedizinisch betreut wurde!

Lange Rede, kurzer Sinn, ich habe sie direkt mitgenommen und sie von unserer Tierärztin hier behandeln lassen, es ging ihr schlagartig besser aber eine Woche später......

Egal, ich streite mich jetzt seit Monaten mit der Klinik, ich will die zweite, sehr hohe Rechnung nicht komplett zahlen, aus verständlichen Gründen. Mir wird jetzt, zum wiederholten mal gesagt, die Kleine sei im Endstadium multipler Erkrankungen gewesen, es war klar, dass sie es nicht schafft.

So, mir wurde immer wieder gesagt, sie werde gut behandelt, sie sollte einen Stent bekommen usw. Kein einziger Tierarzt der Klinik hat mir gesagt, dass es so schlecht um sie steht, ich fühle mich total betrogen. Ich hätte der Kleinen die ganze Scheixxe erspart und sie erlöst. Nur, als ich sie in die Klinik gebracht haben, war sie fit, sie konnte laufen, fressen, alles tun.

Ich kann es nicht beweisen aber es ist eine Uniklinik, die Studenten müssen ja lernen..... Etwas ist da richtig schief gelaufen, man hat echt Mist gebaut, etwas hat die Kleine nicht verkraftet aber man sagt mir natürlich nicht, was.

Es ist jetzt auch egal, nichts bringt mir die Kleine wieder aber ich finde es extrem dreist, dass die mir so einen Mist in Rechnung stellen! Ich weiß zwar noch nicht was und ob ich da etwas mache oder einfach zahle damit ich nicht ständig damit konfrontiert werde, es ist extrem belastend für mich.

Jetzt meine Frage, kann ich da (rechtlich) etwas machen? Ich habe der Rechnung widersprochen und ich habe sie begründet. Ich habe hier auch Berichte von unseren Haustierärzten, die bestätigen meine Vermutung.

Lohnt es, da weiter zu gehen oder soll ich es einfach hinter mir lassen. Der Kleinen nutzt das alles nicht mehr......

Antwort
von Negreira, 15

Es tut mir sehr leid um Dein Mäuschen. Ich verstehe Deinen Ärger und noch mehr Deine Trauer.

Aber Du hast keinerlei Chancen und wirst auch die Rechnung der Tierklinik komplettt bezahlen müssen. In einem solchen Fall ist es an DIR, den Leuten nachzuweisen, daß sie Fehler gemacht haben. Allein die Tatsache, daß Du etwas vermutest, hilft da gar nichts. Man hätte den toten Hund zu einem Veterinäramt zur Untersuchung auf die Todesursache bringen müssen, damit eine konkrete Aussage (wenn überhaupt) Deine Ansicht untermauert hätte.

Mir sind selbst schon viele Tiere gestorben, auch in Unikliniken. Ich teile Deine Ansicht, daß auch Studenten lernen müssen, und weiß auch, daß eine Krähe der anderen kein Auge aushackt, schon gar nicht im ärztlichen Bereich. Da habe ich in all den Jahren erst einen einzigen Kollegen kennengelernt, der bald einen anderen von den Socken geholt hätte.

Bitte behalte Deine Kleine in guter Erinnerung. Du warst bei ihr, mehr kann sich kein Tier wünschen. 

Kommentar von vanillakusss ,

Danke.

Ich wollte sie nicht auseinanderfleddern lassen, das hätte ich nicht geschafft. Mir ist auch klar, dass ich somit nicht sicher sagen kann, dass die Klinik Fehler gemacht hat. Und klar halten die zusammen.... Meine arme Kleine.

Ich werde das Wochenende darüber nachdenken, ich weiß noch nicht..... Andererseits, ich kann nicht alle paar Wochen lesen, dass die Kleine todkrank war, das belastet mich immer extrem.

Kommentar von Negreira ,

Weißt Du, es gibt Dinge, die muß man für sich abhaken. Wenn es dem Hund in irgendeiner Weise helfen würde, wäre ich die erste, die Dir zur Konfrontation raten würde. Nichts macht die Kleine wieder lebendig.

Auch bzgl. der Rechnungen solltest Du Dir keine Hoffnungen machen. Ärzte kommen mit ihren Honorarforderungen meistens durch. Du hast im Grunde nichts in der Hand, nur Deine Trauer und Deine Wut. Das Ganze wird sich u. U. länger als ein Jahr hinziehen, Du wirst einen Anwalt benötigen. Selbst mit einer Rechtschutzversicherung und Zahlung von dessen Kosten (wenn die nicht ablehnen) hast Du immer noch den Streß an der Backe. Und was bringt es? Vielleicht sparst Du ein paar Euro, aber Deine Nerven liegen blank!

Ich hatte vor Jahren von einem Tierhändler Rottweiler-Welpen abgekauft, als der bei mir vor der Tür stand. Die müßten noch entwurmt werden. Das habe ich grundsätzlich bei allen Tieren gemacht, die ich im Tierheim bekommen habe. Ich mag Rottweiler sehr, und dieser Kerl war der absolute Sch...händler. Es war zwischen Weihnachten und Neujahr, da hat kein Tierarzt auf, ich habe gedacht, die Impfung hat Zeit bis zum 2. Januar. Am nächsten Morgen war einer der Hunde tot. Sofort bin ich nach Hannover in die Tierklinik gefahren. Dort hat man festgestellt, daß alle Tiere Katzenseuche hatten, es starben 2 weitere, die beiden, die übrig geblieben sind, sind zwar ziemlich alt geworden, aber dann doch an den Spätfolgen der Parvo gestorben. Gekostet hat der ganze "Spaß" hat DM 5.000,-- gekostet, für ein kleines Tierheim ein Supergau. Wenn ich alle Tierarztkosten, die ich in meinem Leben für die Tierbehandlung ausgegeben habe, auf meinem Konto hätte, wäre ich reich.

Erspar Dir die bittere Erkenntnis, daß Recht haben und Recht bekommen 2 unterschiedliche Dinge sind. LG.

Kommentar von vanillakusss ,

Ja, ich weiß.

Es geht nicht um das Geld, es geht um die Umstände. Die Kleine sollte nur da bleiben weil sie da (angeblich) sicherer war als hier. Sonst sollte man nichts machen, ich war auch mit anderen Dingen nicht einverstanden.

Sie war schon mal da, zwei Wochen und die hohe Rechnung habe ich sofort bezahlt. Weil es ihr danach besser ging.

Bei dem zweiten Aufenthalt hat man einfach gemacht, ohne zu fragen und ich habe das weder gewollt noch war ich damit einverstanden, es war anders abgesprochen.

Ich gehe davon aus, dass die Kleine sehr interessant war, die Studenten müssen lernen...... Der Prof. der sie operieren sollte, war nicht da also haben die anderen mal gemacht. DAS ist die Sache, die mich so stört.

Eine sehr junge Tierärztin (ob sie schon eine war?), hat mir wirklich gesagt, sie würden über den Hund bestimmen, nicht ich. Hätte die vor mir gestanden, hätte ich sie geohrfeigt.

Ach, ich lasse es jetzt erst einmal sacken, ich gucke was ich nächste Woche mache.

Kommentar von Negreira ,

So eine Äußerung ist natürlich nicht gut, aber auch sie ist nicht nachweisbar. Vermutlich hast Du irgendwo eine Einverständniserklärung zur Behandlung abgegeben. Ich wäre wahrscheinlich hingefahren und hätte meinen Hund dort zur Not mit der Polizei rausgeholt nach einem solchen Satz, aber ich war schon immer ziemlich rabiat.

Sag mir doch mal, wie Du Dich entschieden hast und/oder ob Du etwas erreicht hast. Kennst Du die Geschichte von der Regenbogenbrücke von Paul Dahms? Das ist etwas, an das ich fest glaube. Vielleicht tröstet es Dich ja auch ein bißchen bei allem Kummer. LG.

Kommentar von vanillakusss ,

Ich war ja da, ich bin hingefahren obwohl die das nicht wollte, die Klinik ist auch weiter weg.

Sie sagten, es sei verboten die Tiere zu besuchen aber ich war schon unterwegs, ich wollte meinen Hund sehen und fertig.

Als ich sie in dem Zustand gesehen habe, bin ich zusammen geklappt, ich dachte nicht, dass sie die Nacht überlebt, so oder so. Ich habe sie mitgenommen, es hat sich keiner getraut etwas dagegen zu tun.

Aber jetzt halten sie mir vor, dass der Hund nicht stabil genug war um mitgenommen zu werden.... Klar, zwei Stunden vorher war sie aber (angeblich) stabil genug, dass sie, wieder mal, in Vollnarkose, endoskopiert werden sollte.

Ich war dann hier direkt beim Tierarzt, sie hat Schmerzmittel und Antibiotika bekommen, sie hat sich innerhalb drei Stunden erholt, davor konnte sie nicht sitzen, nicht laufen, nicht sehen (die Augen waren grauverschleiert), sie konnte nicht selbstständig Wasser trinken, nichts. Sie hat nur extrem stark geröchelt, sie hätte die Nacht in der Klinik nicht überlebt.

Sie ist dann an einer schweren Sepsis gestorben, alle Organe haben versagt. Die Tierklinik hat eine begonnene Antibiose verweigert obwohl die Kleine eine schwere Bronchitis hatte.

Unsere Tierärztin hat sie (vor der Klinik) deswegen behandelt, die zweite Dosis Antibotika konnte sie ihr nicht verabreichen weil sie eine Nacht vorher schon in der Klinik war.

Ich habe das so weiter gegeben und gebeten die Antibiotika zu geben. Man war sehr arrogant, man wusste natürlich mehr als eine Dorftierärztin......

Und man hat ihr, trotz hoher Entzündungswerte, das Antibiotikum NICHT gegeben. Statt dessen hat die Kleine eine höhere Dosis Kodein bekommen, so konnte sie nicht abhusten und durch das fehlende Antibiotikum hat sich eine sehr schwere Infektion ausgebreitet.

Das hat dann ihr Leben gekostet, leider. Ich werde NIE wieder ein Tier nach Gießen bringen. Nie wieder.

Kommentar von Negreira ,

Ich kann mir vorstellen, daß das für Dich der Horror schlechthin war. Über die TK Gießen kann ich nichts Schlechtes sagen, obwohl ich natürlich auch da schon mal mit einem sehr arroganten Knäblein aneinander geraten bin (natürlich). Der kam mir mit so Sprüchen wie "Ich kann denken, ich hab' studiert!" Wenn es nicht so traurig gewesen wäre, hätte ich auf dem Boden gelegen vor Lachen. An sich hat man aber dort allen Tieren immer helfen können.

Manchmal können Medis aufgrund von hohen Nieren-oder Leberwerten einfach nicht gegeben werden, um Leben nicht zu gefährden. Da muß man dann abwägen, was richtig und falsch ist. In Deinem Fall war es dann -leider- die verkehrte Entscheidung.

Wie wäre es, wenn Du Dich telephonisch mit dem Leiter der Abteilung in Verbindung setzt? Einfach, um Deinen Ärger loszuwerden? Natürliich wird der nicht begeistert sein, und, wie ich die Veterinärkollegen kenne, sich auch schützend vor seine Leute stellen. Aber Du kannst sicher sein, daß es, wenn Du aufgelegt hast, einen ziemlichen Aufstand geben wird.

Dann gibt es in Niedernhausen noch die Landestierärztekammer in Hessen. Auch von dort wirst Du, wenn überhaupt, nur eine Wischiwaschi-Antwort bekommen "Wir haben mit Herrn Prof. XYZ Rücksprache, blabla, und können keine relevante Aussage machen. blabla,"

Und trotzdem, nochmals: Du wirst einen Anfall nach dem anderen bekommen, vermutlich völlig unlogisch argumentieren, weil Deine Gefühle einfach da sind. Solchen Leuten kannst Du nur mit Fakten kommen. Die sind nicht so involviert wie Du. Und es bringt sie Dir nicht zurück.

Kommentar von Negreira ,

Mir ist gerade noch eingefallen, daß man ggf RTL dafür interessieren könnte. Da gab (und gibt es glaube ich auch noch) einen Michael Jonke, der selbst früher mindestens einen Hund hatte. Vielleicht hat der Interesse an dieser Geschichte für die Hessenschau oder so. Herr Jonke war früher Leiter des Studios in Kassel, wo er jetzt ist, weiß ich nicht. Wenn er nichts bringen will, wird er es Dir schon sagen.

Kommentar von vanillakusss ,

Ich war, nach dem ersten Aufenthalt dort, auch sehr zufrieden, ich habe auch bei zweiten Mal nach dem gleichen Tierarzt gefragt. Das ist nicht das Problem.

Das Problem war, ich bin an eine sehr junge Tierärztin geraten, die meinte auch, sie hätte alles drauf. Es ging ja nicht darum, was ich sage oder will usw. Es ging darum, dass mein Hund einen Tracheal- und einen Bronchialkollaps hatte. Und sie war total erkältet, die Bronchien waren voller Schleim, deswegen wurde sie ja auch hier behandelt.

Sie hatte so schon kaum Platz in der Trachea, die war aber von der Bronchitis entzündet und geschwollen, man musste sehen, dass sie noch Luft bekommt.

Deswegen die Antibiotika, es hatte nichts mit den Nieren oder der Leber zu tun, es ging nur darum, dass man in der Klinik, "klüger" ist als eine erfahrene Tierärztin......

Ich habe das Antibiotikum drei Mal angesprochen, eben weil ich um die Umstände wusste aber man hat es ihr einfach nicht gegeben, aus einer Art Trotzreaktion! Ich fasse es nicht!

Dafür hat man die ganze Zeit, die höchstmögliche Paracodeindosis gegeben, sogar ein absoluter Laie sollte wissen, das das schief geht.....

Ich habe versuch mit dem Tierarzt zu sprechen, er will es nicht. Er schreibt ein paar nichtssagende Zeilen, er geht nicht mehr auf unsere Gespräche ein, er weiß, dass er es verbockt hat.

Mit dem Prof. habe ich auch gesprochen, er hatte mich angerufen. Ich habe ihm das alles erzählt, er war geschockt über die Antibiotikasache aber jetzt weiß er nichts mehr davon... Obwohl der Hund auf der Intensivstation war, hat keiner gemerkt, dass sie hohes Fieber hatte! Wie kann so etwas sein und wie zur Hölle wollen die mir das erklären?

Tatsache ist, die Klinik hat Mist gebaut. Tatsache ist aber auch, ich hätte es nur mit einer Obduktion beweisen können und das wissen die auch. Deswegen.....

 

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