Frage von Tezcatlipoca, 107

Lohnt es sich Portugiesisch zu lernen?

Mit Brasilien geht es wirtschaftlich ja nicht mehr so bergauf wie in den letzten Jahren. Sonst gibt es noch paar afrikanische Länder wo die Sprache gesprochen wird. Lohnt es sich dennoch die Sprache zu lernen?
Unabhängig davon ob ich jetzt in eins der Länder reisen will oder nicht. Wird die Bedeutung der Sprache eher zunehmen oder abnehmen?

Antwort
von JoJoPiMa, 37

Mit Blick auf die Zukunft:

Es gibt zwei weitere Länder, die bereits den Wunsch geäussert haben, Portugiesisch als Amtssprache einzuführen (Mauritius, Senegal).

Wie Äquatorialguinea es 2007 tat. Der Vorgang dauert in der Regel Jahre. Bei Äquatorialguinea wurde es 2010 amtlich; aber dann muss auch eine ausreichende Anzahl Lehrer und Lehrmaterial ins Land.

Es existieren auch interessante Entwicklungen, die unter dem Medienradar ablaufen.

Uruguay ist definitiv bereits zweisprachig. Es laufen Gespräche, über Portugiesisch als zweite Amtssprache. Überhaupt, scheint Interesse in Lateinamerika vorhanden zu sein.

In USA wächst das Interesse an Portugiesisch. Einige bekannte Unis machten den Vorstoss (Yale, Princeton, Cornell, Georgetown), aber sie alle haben damit zu kämpfen, dass eine ausreichende Anzahl Lehrkräfte nicht so schnell angeboten werden kann.

Im Südwesten Indiens kommt Besucher mit Portugiesisch mehr oder weniger klar. In Sri Lanka soll Portugiesisch wieder verstärkt werden.

In Indonesien, scheint das Interesse, einige Inseln erreicht zu haben. Wahrscheinlich von Timor aus.

Türkei und Namibia haben Januar 2015 Interesse bekundet, die Sprache als schulische Fremdsprache einzuführen. Georgien und Japan möchten Portugiesisch-Kurse national fördern.

Galizien versteht sich von selbst und eine Wiedervereinigung der Sprache wäre die natürlichste Sache der Welt, aber die Regierung in Madrid ... Obwohl, Interessent genauso gut Portugiesisch in Galizien lernen kann.

Ob es sich lohnen wird? Sprachen sind immer eine persönliche Infrastruktur. Schaden kann es nicht. Fremdsprachen schaden nie.

Antwort
von Carasol78, 68

Ja, lohnt sich. Angola ist ein Ölland und das aufstrebendste Land des afrikanischen Kontinents, viele Europäer leben dort und es werden immer mehr. Und Brasilien kann in fünf Jahren auch wieder anders aussehen. Portugiesisch wird von 250 Millionen Menschen auf der Welt gesprochen, war im Mittelalter sogar Lingua Franca in Asien und ist auf dem 7. Platz der wichtigsten Sprachen der Welt. Außerdem würdest Du eine Sprache sprechen, die im Gegensatz zu Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch oder Russisch die Massen nicht sprechen. Das hätte die Vorteile, z.B. als Übersetzer oder Dolmetscher. Auch die Kap Verden darf man nicht verkennen, der Tourismussektor wächst immer mehr und es gibt schon einige Deutsche, die in diesem friedlichen und demokratischen Land leben. Also, Portugiesisch lohnt sich sehr.

Antwort
von williberlin, 42

Die Bedeutung wird eher zunehmen. Wirtschaftskrisen sind immer nur temporär und Brasilien hat potential.

Portugiesisch wird derzeit von ca. 270 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen. Hinzu kommt, dass Du, zumindest in Brasilien, ohne Portugiesischkenntnisse (brasilianisches Portugiesisch) mit englischen Sprachkenntnissen einen schweren Stand hast und von den meisten Menschen nicht verstanden wirst.

Antwort
von Karlien, 40

Es lohnt sich sehr, Portugiesisch zu lernen. Das ist eine sehr schöne Sprache. Kommt darauf an, ob Du dich mehr zum brasilianischen Portugiesisch hingezogen fühlst oder mehr Richtung Mutterland. In Portugal selbst werden unterschiedliche Dialekte gesprochen, einige davon sind für mich teilweise nur schwer zu verstehen. Das für mich am besten verständliche Portugiesisch ist so wie es in Angola gesprochen wird. Das ist sozusagen das „portugiesische Hochdeutsch“.

Die kulturellen Unterschiede sind teilweise erheblich, MPB aus Brasilien ist ganz anders als Fado aus Lisboa.

Eines meiner Lieblingslieder:

Kommentar von Tezcatlipoca ,

Mich wundert es aber das man nicht in Portugal das perfekte Portugiesich spricht sondern in Angola haha.

Antwort
von jensriva, 60

Ich würde sagen es lohnt sich. Immerhin wird die Sprache auf 3 Kontinenten gesprochen.

Kommentar von Karlien ,

Ja, es wird sogar auf 4 Kontinenten gesprochen.

Europa (Portugal)

Südamerika (Brasilien)

Afrika (Cabo Verde, São Tomé e Príncipe, Guiné-Bissau, Angola, Moçambique)

Asien (Macau, Goa, Timor-Leste / Osttimor)

Antwort
von LauraLen, 42

Ich würde sagen, es lohnt sich. Krisen sind doch immer vorübergehend und du weißt nie, wie es in ein paar Jahren aussieht.

Unabhängig davon finde ich portugiesisch eine recht einfache Sprache, die dir nebenbei auch noch die Türen in andere Sprachen öffnet. Ich habe Portugiesisch in Brasilien gelernt und komme damit in ganz Lateinamerika super klar, obwohl ich eigentlich kein Spanisch spreche. Auch Italienisch verstehe ich dadurch etwas.

Eine ähnliche Erfahrung wirst du natürlich auch machen, wenn du andere romanische Sprachen lernst, meiner Meinung nach funktioniert das aber eben nicht bei jeder Sprache so gut. Wenn du Spanisch kannst, verstehst du nämlich in Brasilien trotzdem wenig, weil die Aussprache für uns völlig anders ist als das Geschriebene, während Spanisch für uns eher so klingt, wie man es schreibt... Deswegen kann ich eigentlich immer raten, portugiesisch zu lernen.... 

Was genau erhoffst du dir denn davon? Geht es um berufliche Kontakte?

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