Frage von romantatta,

Lohnsteuerkarte in Kopie

Hallo,

ich habe vor kurzem nahtlos den Arbeitgeber gewechselt. Der alte Arbeitgeber brauchte meine Lohnsteurkarte für die letzte Abrechnung. Nun habe ich dem neuen Arbeitgeber vorerst eine Kopie meiner Lohnsteuerkarte gegeben. Man sagt mir zwar, das würde so lange reichen, bis das Original vorliegt (Datum war bekannt, wann das Original eingereicht wird), doch nun bin ich in Lohnsteuerklasse 6 eingestuft worden. Die Lohnsteuerkarte ist mittlerweile beim aktuellen Arbeitgeber (seit heute). Muss ich nun wirklich bis zur Einkommenssteuererklärung im nächsten Jahr warten, bis ich das Geld bekomme, oder gibt es die Möglichkeit, das zuviel einbehaltene Geld mit der nächsten Abrechnung auszuzahlen?

Vielen Dank sagt schon mal,

friederike

Antwort von BurtKeck,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Hallo friederike aka romantatta,

Deine Frage >Muss ich nun wirklich bis zur Einkommenssteuererklärung im nächsten Jahr warten, bis ich das Geld bekomme, oder gibt es die Möglichkeit, das zuviel einbehaltene Geld mit der nächsten Abrechnung auszuzahlen?< möchte ich anders als die vorher Antwortenden beantworten.

Dem Arbeitgeber ist nicht nur die Möglichkeit der Korrektur eingeräumt, er ist vielmehr bei wirtschaftlicher Zumutbarkeit verpflichtet, das bei fortbestehendem Arbeitsverhältnis nach Vorlage der Lohnsteuerkarte unverzüglich zu korrigieren, das heißt die eingetragenen Merkmale ab deren Gültigkeitsbeginn rückwirkend anzuwenden und zuviel einbehaltene Steuern zu erstatten. Das ganze Thema heißt "Verschulden an der Nichtvorlage der Lohnsteuerkarte". Im Einkommensteuergesetz ist § 39c die Rechtsgrundlage für das Handeln Deines Arbeitgebers, und hier http://www.steuerlinks.de/richtlinie/lstr-2008/r39c.html findest Du in Abs. 2 und 3 noch eine schöne Verwaltungsvorschrift dazu. In Abs. 3 Satz 2 heißt es ziemlich klar >Nach Vorlage oder Rückgabe der Lohnsteuerkarte ist § 41c EStG anzuwenden.< Diese in Bezug genommene Vorschrift begründet im Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 in Verbindung mit Satz 2 die Verpflichtung zur Korrektur bei wirtschaftlicher Zumutbarkeit, es sei denn, der Lohnsteuerabzug ist inzwischen abgeschlossen und die Steuerbescheinigung elektronisch übermittelt.

LG BurtKeck

Kommentar von powerfraqu6464,

Siehst Du, bei uns ist das nicht so. Gibst Du sie zu spät ab, hast Du Pech. Unser Steuerbüro ist da rigoros. Jetzt frage ich mich, ob die das dürfen.....

Kommentar von BurtKeck,

Hallo powerfraqu6464,
diese Frage hat auch eher theoretische Bedeutung :-) Auch wenn sie es nicht dürfen, in Unkenntnis oder bewusst anders handeln, hat aus meiner Kenntnis noch niemand seinen Arbeitgeber wegen des daraus entstehenden Schadens in Anspruch genommen. Der Schaden ist nicht - wie manchmal angenommen - die zuviel gezahlte Steuer, sondern nur der Zins auf die Differenz zwischen der gezahlten und der rechtmäßig zu zahlenden Steuer, bezogen auf die Zeit von der Steuererhebung bis zur Auszahlung des Steuerguthabens nach Einkommensteuerveranlagung. Ich halte deswegen eine Auseinandersetzung mit dem Arbeitgeber in dieser Frage nicht für angemessen. Sehr viel hingegen halte ich davon, einen freundlichen Hinweis zu platzieren; viele Menschen - so auch ich - nehmen solche freundlichen Hinweise gern zum Anlass, bisherige Verhaltensweisen auf Richtigkeit zu prüfen und ggf. zu korrigieren.
LG BurtKeck

Kommentar von powerfraqu6464,

Recht vielen Dank für die Anregung.... LG

Antwort von powerfraqu6464,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Wenn das Original bei der ersten Lohnzahlung nicht vorliegt, wirst Du tatsächlich mit der 6 eingestuft. Es könnte ja Betrug vorliegen (Schwarzarbeit etc.) Ob eine Verrechnung möglich ist, wage ich zu bezweifeln, aber Du kannst ja dort nachfragen. Ansonsten dann zum Lohnsteuerjahresausgleich.

Antwort von TornadoBull,

Es kommt ganz auf Eure Lohnbuchhaltung an, ob die bereit sind die im ersten Monat zu viel einbehaltene Steuer mit der nächsten Abrechnung zu verrechnen.

Möglich ist das auf jeden Fall, da es am Jahresende eigentlich nur darauf ankommt, dass Du in der Jahressumme die richtigen Steuern gezahlt hast.

LG TornadoBull

Keine passende Antwort gefunden?

Verwandte Fragen

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten