Frage von Fruchtbecher09, 164

Lohnsteuerjahresausgleich vom Arbeitgeber wurde mir einen Monat später wieder vom Gehalt abgezogen!?

Hallo,

ich habe da ein Problem mit dem Lohnsteuerjahresausgleich. Der Betrieb in dem ich arbeite zahlt rückwirkend das Gehalt. Das bedeutet, dass ich im Januar den Lohn vom Dezember bekomme usw. Nun kam es im letzten Jahr zu einem Fehler, indem uns zuviel Lohnsteuer berechnet wurde. Dieses Geld sollten wir nun mit dem Jahresausgleich zurück bekommen. Dies geschah auch im Dezember, sprich die Abrechnung für November. Nun flatterte der neue Lohnzettel ins Haus und damit auch der Ärger. Da es sich ja um die Abrechnung für Dezember handelt, steht dort vermerkt, dass der Jahresausgleich bereits ausbezahlt wurde. Dieser Betrag, der mir also im Dezember überwiesen wurde, wird mir jetzt in der Aktuellen Lohnabrechnung wieder abgezogen. Muss ich da jetzt wieder bis zum nächsten Jahresausgleich warten oder kann das rückwirkend korrigiert werden? (Eine Steuererklärung lohnt sich für mich nicht. ) Der Verantwortliche steigt bei diesem Thema selber nicht durch, weswegen ich mich an euch wende ;)

Viele Grüße

Antwort
von Nightstick, 101

Das ist in der Tat etwas kompliziert. Deshalb muss ich etwas ausholen. 

Ein automatischer Lohnsteuerjahresausgleich (LStJA) durch den Arbeitgeber ist so etwas wie eine vorgezogene Rückerstattung durch das Finanzamt, und unterliegt daher recht strengen Bestimmungen. Gemäß § 42b (3) EStG darf der Arbeitgeber den LStJA frühestens bei der Lohnabrechnung für den letzten im Ausgleichsjahr endenden Lohnzahlungszeitraum (hier für den Monat Dezember), spätestens bei der Lohnabrechnung für den letzten
Lohnzahlungszeitraum, der im Monat März des dem Ausgleichsjahr folgenden Kalenderjahres endet, durchführen. 

Wenn ich es richtig verstanden habe, hat der Sachbearbeiter den Ausgleich wohl fälschlicher Weise für den Abrechnungsmonat November gefahren, diesen Fehler erkannt, und den Ausgleich mit der Dezember-Abrechnung wieder rückgängig gemacht.

Er hätte auf den Monat November eine Rückrechnung fahren müssen, dort das Kennzeichen LStA="N" setzen müssen, und dieses in der Dezember-Abrechnung wieder auf "J" setzen müssen.

Gute Lohnabrechnungssysteme lassen auch rückwirkende Einzelkorrekturen zu. Frage Deinen Lohnsachbearbeiter, ob er das veranlassen kann. Wenn nicht, bleibt Dir tatsächlich nur der Weg der Beantragung einer Steuererstattung durch das Finanzamt, sprich die Abgabe eines Antrags auf  Lohnsteuerjahresausgleich bzw. die Abgabe einer Einkommensteuererklärung. Dies hätte den Vorteil, dass Du ggf. noch andere Beträge erstattet bekommen könntest.

Ich wünsche Dir viel Erfolg!

Gruß @Nightstick 

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