Frage von Carlos1985, 60

Lohnkürzung ohne Absprache, wie soll ich nun weiter vorgehen?

Hallo ihr fleißigen Helfer .

Erst mal super Seite hier, hab schon vieles hilfreiches gefunden!

Mein Problem... Seit Januar 2016 bekomm ich 150€ weniger Lohn, ohne Vorwarnung. Als ich nachfragte was da los ist, meinte meine Chefin (sie macht die Buchführung) es sei doch so abgesprochen gewesen. Was nicht so ist. Mein Chef meinte es sei ein Missverständnis und er kümmert sich darum. 1 Monat später fehlten mir wieder 150€ darauf hin meinte mein Chef ich hätte es mir nicht verdient... Als ich dass in einer Diskussion mit ihm wiederlegte, meinte er auf einmal, dass er finanzielle Probleme hat.... Wie oder was soll ich nun tun, um an des fehlende Gehalt (mittlerweile 750€) ran zu kommen? Festen vertrag hab ich keinen, jedoch hab ich davor über 1 Jahr lang des gleiche Gehalt bekommen, da tritt doch dann das Gewohnheitsrecht in Kraft oder? Und ab wann darf ich die Arbeit verweigern oder fristlos kündigen?

Bitte antwortet mir darauf, da ich wirklich nicht weiß was ich machen darf und soll. Dazu kommt, dass ich aus den Fragen der anderen nicht wirklich was hilfreiches herauslesen kann.

Danke im Vorraus.

Expertenantwort
von Familiengerd, Community-Experte für Arbeitsrecht, 26

Wenn Du vorher 1 Jahr lang das (mündlich) vereinbarte Entgelt erhalten hast, dann hast Du ja einen Beweis über die Abrechnung.

Wenn ein einigendes Gespräch nichts hilft:

Fordere den Arbeitgeber schriftlich (mit Benennung der einzelnen Fälle der Vertragsverletzung: Nichtzahlung des vereinbarten Entgelts) zur Zahlung der fehlenden Entgelte auf, setze eine angemessene Frist und kündige für den Fall der Weigerung oder Nichteinhaltung arbeitsrechtliche Schritte (Kündigung, Klage) an; Du hast Deinem Arbeitgeber damit eine Abmahnung erteilt, die Dich berechtigt, im Wiederholungsfall einen Teil Deiner Arbeitsleistung zurück zu behalten und nach weiteren Wiederholungen (auch fristlos) zu kündigen.

Für die Einforderung der fehlenden Entgelte hast Du nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB § 195 "Regelmäßige Verjährungsfrist" 3 Jahre Zeit: für Forderungen aus 2016 also bis zum 31.12.2019 (wenn Du nicht "signalisierst", dass Du mit der Kürzung einverstanden bist).

Ich nehme wegen der geschilderten Umstände an, dass kein Tarifvertrag anzuwenden ist (der könnte nämlich relativ kurze Ausschlussfristen - z.B. nur 1 Monat - vorsehen, nach deren Verstreichen Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis verfallen sind); arbeitsvertraglich (mindestens 3 Monate) ist das hier kein Problem, da eine solche Vereinbarung nicht beweisbar wäre.

Für eine Klage brauchst Du übrigens in der 1. Instanz eines Arbeitsgerichtsverfahrens keinen Anwalt, den Du in jedem Fall selbst bezahlen müsstest, wenn Du nciht wegen passender Rechtsschutzversicherung oder Gewerkschaftsmitgliedschaft einen Rechtsbeistand gestellt bekommst.

Die Klage wird bei der Rechtsantragstelle des Gerichts eingereicht. Sie nimmt sie auch zur Niederschrift entgegen und hilft dabei kostenlos bei der Formulierung.

Antwort
von ellaluise, 25

U.U. wäre das fehlende Gehalt einklagbar. Das kann ich nicht beurteilen. Schriftlich anmahnen!

Es schein darüber ja nichts Schriftliches zu geben, nur eben vor ein paar Monaten gezahlt. Da könnte der Chef auch argumetieren das es Mehrarbeit gab oder Zulage für irgendwas und jetzt wird wieder Normallohn gezahlt.

Aber, Arbeit verweigen oder fristlos kündigen wäre Blödsinn. Du hättest von Jetzt auf Gleich keinen Anspruch auf Lohn.

Da wäre es doch besser einen neuen Job zu suchen und eine fristgemäße Kündigung aussprechen.

Oder aber ein Gespräch mit dem Chef, Anpassung der Zahlung verlangen, evtl. etwas verhandeln, er macht Zugeständnisse, du auch und anklingen lassen das du dich ggf. nach einer neuen Arbeit umsiehst. Aber Achtung! Der Chef könnte sich revanchieren.

Antwort
von Kitharea, 33

Bist du angemeldet? Wenn ja darf er das schlichtweg nicht und auch wenn Gehaltskürzungen kommen muss er dir das schriftlich geben. Bist du nicht angemeldet würde ich einfach nicht mehr auftauchen. Schwarzarbeit ist übrigens verboten.

Kommentar von Familiengerd ,

Schwarzarbeit ist übrigens verboten.

Wie kommst Du hier denn bloß auf "Schwarzarbeit"?!?!

Kommentar von Kitharea ,

Nur weil es hiess es gibt keinen Vertrag deswegen fragte ich ja ob angemeldet. War kein Vorwurf da stand meines Wissens nichts zwischen den Zeilen.

Kommentar von Familiengerd ,

Okay! :-)

Antwort
von Aren89, 30

Wenn du keinen Vertrag hast musst du nicht kündigen musst einfach nicht mehr auftauchen und ohne Arbeitsvertrag arbeiten? Schwarzarbeit?!

Kommentar von Familiengerd ,

Das ist völliger Blödsinn!

Selbstverständlich besteht ein Vertrag - wenn nicht schriftlich, dann mündlich oder durch Arbeitsangebot und Arbeitsannahme entstanden.

Und ohne schriftliche oder beweisbare mündliche Verabredungen gelten dann die gesetzlichen Bestimmungen, auch bezüglich der Kündigungsfristen.

Ob jemand "schwarz" arbeitet oder nicht, aht nichts mit dem Vorliegen eines schriftlichen Vertrags zu tun, sondern damit, ob Steuern und Sozialabgaben abgeführt werden!

Kommentar von Amtsschimmel25 ,

Auch ein mündlicher Vertrag ist ein gültiger Vertrag. Selbst durch sog. konkludentes Handeln kann ein Vertrag zustande kommen.

Antwort
von M0dj0, 30

Wie kannst du irgendwo ohne Arbeitsvertrag arbeiten? Also ist das dann Schwarzarbeit!?

Kommentar von Familiengerd ,

Das ist Unsinn - siehe meinen Kommentar zur Antwort von Aren89.

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