Frage von Benthejerro, 92

Lohnfortzahlung nach 6 Wochen Krankheit 400 Euro Job?

Hi erstmal. Ich Frage hier für jemand anderen. Eine Freundin war länger als 6 Wochen krank und bekam dann in ihrem 400 Euro Job keine Lohnfortzahlung mehr. Nun geht sie wieder arbeiten aber merkt , dass es gerade noch nicht geht. Würde sie bei erneuter Krankmeldung wieder bis zu 6 Wochen Lohnfortzahlung bekommen? Oder zählen die 6 Wochen für das ganze Jahr und sie hat jetzt keinen Anspruch mehr auf Lohnfortzahlung?

Wäre gut wenn jemand die Frage beantworten könnte , der sich wirklich damit auskennt. Vielleicht auch nen Link rein setzt , bei dem ich das nochmal nachlesen kann. Ich Danke euch schon einmal :)

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Expertenantwort
von Familiengerd, Community-Experte für Arbeitsrecht, 20

Würde sie bei erneuter Krankmeldung wieder bis zu 6 Wochen Lohnfortzahlung bekommen?

In diesem Fall: Nein!

Wenn Deine Freundin bereits eine Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber für die Dauer von 6 Wochen erhalten hat und jetzt wieder aus der gleichen Ursache erkrankt oder die erneute Erkrankung in einem Zusammenhang mit der vorherigen Erkrankung steht, dann beginnt kein neuer 6-Wochen-Zeitraum der Lohnfortzahlung.

Ein neuer 6-Wochen-Zeitraum der Lohnfortzahlung entsteht bei gleicher Erkrankung dann, wenn seit dem Ende der ersten Erkrankung mindestens 6 Monate oder seit dem Beginn der ersten  Erkrankung mindestens 12 Monate vergangen sind.

Geregelt ist das im Entgeltfortzahlungsgesetz EntgFG § 3 "Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall" Abs. 1.

Da Deine Freundin - wie schon selbst richtig festgestellt hast - nach 6-wöchiger Lohnfortzahlung keinen Anspruch auf Krankengeld durch die Krankenkasse hat, verfügt sie in dieser Zeit dann also über kein Einkommen.

Das gilt übrigens auch dann, wenn eine neue, völlig andere Erkrankung während der ersten Erkrankung oder in unmittelbarem (!) Anschluss daran eintreten würde: es bliebe dann bei längstens 6 Wochen Lohnfortzahlung, weil dann beide Erkrankungen als zusammenhängender Erkrankungszeitraum und damit wie eine Erkrankung betrachtet werden.

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit & Arbeitsrecht, 21

Wenn die Freundin erneut krank wird, kommt es darauf an, ob es sich um dieselbe Krankheit oder um eine neue Krankheit handelt. Bei einer anderen Krankheit, wenn diese nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Vorerkrankung steht, setzt die Entgeltfortzahlung des AG wieder ein.

Wenn ein AN nach einer Krankheit sechs Monate nicht mehr wegen derselben Krankheit arbeitsunfähig war, bekommt er wieder sechs Wochen Entgeltfortzahlung vom AG.

Geregelt ist das im § 3 Entgeltfortzahlungsgesetz.

So wie Du schreibst, ist die Krankheit Deiner Freundin noch nicht ausgeheilt und sie würde wegen derselben Beschwerden arbeitsunfähig geschrieben. Sollte sie daher noch keine sechs Monate wieder arbeiten, gibt es leider nichts, da ja die Krankenkasse beim Minijob nicht bezahlt.

Antwort
von Marinii199, 53


Kleiner Ausschnitt

Kannst es aber am besten nochmal selbst nachlesen :)

http://www.arbeitsratgeber.com/entgeltfortzahlung/

Die Dauer für den Bezug beträgt maximal 6 Wochen mit 100 % des Arbeitsentgelts.
Die Arbeitsunfähigkeit muss unverschuldet sein, d.h. in Fällen von
Trunkenheit, pflichtwidrigem Verhalten, tätlicher Auseinandersetzung,
Verletzung von Unfallverhütungsvorschriften und Missachtung ärztlicher
Anordnungen wird kein Entgelt gezahlt.


Nach den 6 Wochen bzw. 42 Tagen mit Zahlung des vollen Einkommens durch den Arbeitgeber, zahlt die gesetzliche Krankenversicherung Krankengeld in Höhe von 70 % über einen Zeitraum von maximal 78 Wochen innerhalb von 3 Jahren wegen derselben Krankheit. Danach erfolgen Rentenzahlungen bzw. – sofern vorhanden – Zahlungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung. Während der Zeit der Arbeitsunfähigkeit sind von den Leistungen Beiträge zur Sozialversicherung zu entrichten.


Ich hoffe ich konnte helfen.

Kommentar von Benthejerro ,

Das beantwortet leider nicht meine Frage. Da es ein 400 Euro Job ist , bekommt sie auch kein Krankengeld.

Ich möchte ja wissen ob sie dann wenn sie 2 Tage gearbeitet hat , wieder 6 Wochen Anspruch auf Lohnfortzahlung hat.

Kommentar von Marinii199 ,

Grundsätzlich haben auch Minijobber Anspruch auf Entgeltfortzahlung nach den §§ 3 und 4 Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG).

Minijobber, die arbeitsunfähig werden, haben also Anspruch auf
Fortzahlung des regelmäßigen Arbeitsentgelts durch den Arbeitgeber bis
zu sechs Wochen.

Nach Ablauf von sechs Wochen haben Minijobber aber keine Ansprüche
mehr. Ansprüche bestehen dann weder gegenüber dem Arbeitgeber noch
gegenüber einer Krankenkasse.

Für den Arbeitgeber sind eventuell noch die Regelungen des Gesetzes über den Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen für Entgeltfortzahlung (im Folgenden: AAG) von Interesse:

Der Arbeitgeber kann für die erbrachten Aufwendungen während der
sechswöchigen Entgeltfortzahlung Ersatz von der Minijobzentrale in Höhe
von 80 % des an den Arbeitnehmer gezahlten Bruttoentgelts erhalten. Für
diesen Schutz bezahlt der Arbeitgeber an die Minijob-Zentrale in den
Jahren 2012, 2013 die Umlage 1 bei Krankheit (0,7 % des Nettoentgelts –
bei 450,00 € also 3,15 €).

Kommentar von Benthejerro ,

Das beantwortet doch WIEDER meine Frage nicht...

Ich weiß , dass Sie Anspruch auf Lohnfortzahlung hat. Die hat sie ja auch 6 Wochen bekommen. Jetzt  geht sie wieder arbeiten seit einer Woche. Die Frage ist ob sie wenn sie sich jetzt wieder krank meldet erneut Anspruch auf 6 Wochen Lohnfortzahlung hat.

Kommentar von jerkfun ,

Kannst Du denn nicht lesen? Bei einer fortdauernden oder wieder aufbrechenden gleichen oder gleichartigen Krankheit,es werden Schlüssel auf der AU -bescheinigung vermerkt : Nein 

Bei einer anderen Krankheit kommt es wieder zu einem Anspruch auf LFZ.

Kommentar von Benthejerro ,

Ich kann nicht sehen , wo im Text genau diese Passage steht.

Antwort
von jerkfun, 55

Für eine längere,gleichartige Krankheit bekommt Sie anstelle LFZ Krankengeld von der Krankenkasse.Für eine andere Krankheit,oder einen Ausfall wegen eines Unfalles,etc.muß der Arbeitgeber wiederum sechs Wochen den Lohn weiterzahlen.Es kommt also immer darauf an,um welche Art von Krankheit es sich handelt.Beste Grüße

Kommentar von Benthejerro ,

Beantwortet auch nicht meine Frage. Es ist ein 400 Euro Job , also kein Anspruch auf KG.

Ich wollte wissen ob sie nach der Maximalzeit der Lohnfortzahlung und 2 Tagen Arbeit , wieder 6 Wochen Anspruch auf Lohnfortzahlung hat.

Kommentar von jerkfun ,

Du hast so unkonkret gefragt,das ich nur vermuten kann nein,weil es sich um die selbe Krankheit handelt,und demnach die Krankheit fortdauert.Auch in einem 400,.Job kann man sich u.U. (freiwillig) krankenversichern.

Kommentar von Benthejerro ,

War schon sehr konkret gefragt. Andere haben ja auch verstanden , was die Frage war...andere wiederum nicht ;)

Ich habe jetzt meine Antwort

Kommentar von jerkfun ,

TIP: Für juristische oder vertragsfragen empfiehlt es sich präzis und mit einem Beispel zu fragen:anstelle geht wieder arbeiten,war erkrankt von bis oder für eine Dauer von sechs Wochen.Sie hatte eine Virusgrippe und eine chronische Bronchitis.Nach drei Tagen Wiederaufnahme der Arbeit wurde Sie wegen Lungenentzündung krank geschrieben.Da Lungenentzündung eine andere Krankheit ist,gibt es LFZ .Wird Sie mit gleichem Kürzel der Virusgrippe krankgeschrieben,gibt es Ersatzleistungen von der Krankenkasse.

Kommentar von Familiengerd ,

Für juristische oder vertragsfragen empfiehlt es sich präzis und mit einem Beispel zu fragen

An der Frage ist nichts unklar oder ungenau!!

Kommentar von Familiengerd ,

Für eine längere,gleichartige Krankheit bekommt Sie anstelle LFZ Krankengeld von der Krankenkasse.

Das ist hier falsch, da es sich wohl um eine sozialversicherungsfreie Beschäftigung wie ein Minijob handelt.

In diesem Fall besteht kein Anspruch auf Krankengeld durch die Krankenkasse!

Kommentar von jerkfun ,

Das ist auch falsch,man kann in jedem Job,vom Einkommen her,sich freiwillig Renten -und Krankenversichern.U.u.sogar privat.

Kommentar von Familiengerd ,

Wovon reden wir denn hier?

Selbstverständlich kann man sich freiwillig krankenversichern - mal abgesehen davon, dass der Beitrag einen Großteil des Verdienstes bei einem so geringen Einkommen "auffressen" würde.

Man kann auch Lotto spielen und auf einen Zig-Millionen-Gewinn hoffen - dann braucht man gar nicht mehr zu arbeiten.

Hier ist die Rede von den gesetzlichen Ansprüchen, und da ist in diesem Fall ein Anspruch auf Krankengeld eben nicht gegeben!

Dein Einwand ist in diesem Zusammenhang also irrelevant!

Antwort
von MKausK, 49

ja...aber auch nach 6 Wochen gibt es Geld, nicht vomArbeitgeber dann zahlt Krankenkasse.

Dh sie macht sich beimAG sehr unbeliebt wenn sie nach 6Wochen wiederkommt und sich 3 Tage später feststellt es geht doch nicht..denn dann darf der AG nochmal 6 Wochen zahlen

Kommentar von Benthejerro ,

Es ist ein 400 Euro Job.

Ich frage mich ob es wirklich rechtlich so ist , dass sie nach dem Ablauf der Lohnfortzahlung und dann wieder 2 Tagen Arbeit , wieder 6 Wochen Lohnfortzahlung bekommt.

Kommentar von MKausK ,

ja aber beliebt macht sie sich nicht.....und AG wird amtsärztliche Untersuchung beantragen

Kommentar von Benthejerro ,

Haben sie dazu einen Gesetzestext , eine Homepage oder sonstiges ?

Ansonsten schon mal vielen Dank. Auch das sie als einziger hier die Frage verstanden haben.

Kommentar von MKausK ,

das steht einem Arbeitgeber frei ein ärztliches Attest anzuzweifeln...in der Regel, passiert dann aber nix eine Krähe der anderen...ist halt eine Schikane und Misstrauen wird ausgesprochen

Kommentar von MKausK ,

Nach weiteren 6 Wochen wird er sie feuern...aber ist eine gute Art sich von einem unangenehmen AG zu verabschieden,,,(und nochmal Danke für die 1200,00 Euro Abfindung ,davon fahr ich in den Urlaub, kann ich gut gebrauchen nach der schweren Krankheit;-)

Kommentar von Benthejerro ,

Also ist es gesetzlich so , dass sie die Lohnfortzahlung erhalten würde. Finde leider überhaupt nichts dazu in Gesetzestexten.

Naja er kann es anzweifeln , wird ihm aber nicht  viel bringen. Der Arbeitsvertrag läuft ohnehin nurnoch 4 Wochen , ob der Arbeitgeber sich die Mühe macht , ist auch fraglich.

Kommentar von MKausK ,

Im Krankheitsfall läuft der Arbeitsvertrag solange die Krankheit andauert. Weiß nicht ob das 400er Job gültig ist. Ich habe mir 2 Wochen vor Ende des Zivildienstes Bänderriss geholt...habe dann noch 3 Monate Lohn bzw Krankengeld bekommen

Kommentar von Benthejerro ,

Ich danke Ihnen für Ihre Antworten! Zumindest eine Person die lesen und verstehen kann. Vielen Dank dafür

Kommentar von Familiengerd ,

Also ist es gesetzlich so , dass sie die Lohnfortzahlung erhalten würde.

Nein, wenn es sich um die gleiche oder mit der ersten Erkrankung zusammenhängende Erkrankung handelt.

Finde leider überhaupt nichts dazu in Gesetzestexten.

Entgeltfortzahlungsgesetz EntgFG § 3 "Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall" Abs. 1.

Kommentar von Familiengerd ,

@ MKausK:

dann zahlt Krankenkasse

Das ist hier falsch!

Es handelt sich um einen sozialversicherungsfreien Job/Minijob, bei dem kein Anspruch auf Krankengeld nach dem Ende der Lohnfortzahlung besteht.

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