Frage von FrankFroehling, 36

Lohnen sich programmierbare Thermostate?

Ich will für meine Heizung programmierbare Thermostate kaufen. Leider gehen die alten sehr schwer ab. Bevor ich mir nun solche neuen kaufen, frage ich mich, ob es sich überhaupt lohnt. Ein Freund meinte, es wäre besser die Heizung durchlaufen zu lasten und nur in der Zeit längerer Abwesenheit runterzudrehen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von NSchuder, 27

Nein, die lohnen sich nicht.

Die herkömmlichen Thermostate werden ja auch auf eine bestimmte Temperatur eingestellt und regeln dann ab. 

Bei den programmierbaren Thermostaten erfolgt das nur digital-elektrisch-mechanisch statt mit rein mechanisch per Flüssigkeitskapel.

Ein Vorteil der programmierbaren Thermostate ist es nur dass Du mehrere Heizzeiten pro Tag definieren kannst. Das ist aber nur ein Vorteil wenn Deine Heizung das sonst nicht bietet, also keine Heizzyklen am Brenner oder einer zentralen Raumsteuerung einstellbar sind.

Wer fleißig ist und beim Verlassen der Wohnung die Thermostate von Hand runter dreht oder in selten genutzten Räumen nur nach Bedarf öffnen, hat denselben Effekt.

Ein weiterer Vorteil könnte die "Fenster-offen" Erkennung sein, die bei offenem Fenster die Heizung ausstellt. Dazu benötigen viele Thermostate aber wieder zusätzliche separate Fühler - nämlich Fenstersensoren. 

Nachteil ist, dass die programmierbaren Thermostate teuer sind und laufend Batterien benötigen. Diese halten zwar 1-2 Jahre, stellen aber auch Kosten dar.

Stiftung Warentest sagt: " Bei einer Wohnung mit älteren Doppelglasfenstern und mittlerer Wärmespeicherkapazität der Wände ließ sich der Verbrauch um maximal 10% senken. Wer fleißig ist und jeden Morgen beim Verlassen des Hauses manuell die Heizkörper herunterdreht, kann genau so viel einsparen."

Also... wenn überhaupt... dann bringen diese Thermostate einen Komfortgewinn wenn Du viele Heizkörper hast und Dich in regelmäßigen Intervallen in verschiedenen Räumen oder außerhalb der Wohnung aufhältst.

Antwort
von Simko, 26

Meist lohnen diese preiswerten, einfachen Varianten tatsächlich nicht, weil eine Rückmeldung des jeweiligen Ist-Zustandes zur Zentralen Regelung nicht erfolgt.

Zudem müsste ein leistungsmodulierender Wärmeerzeuger sowie Heizkreispumpe zur Verfügung stehen.

Diese Thermostate können sogar den Hydraulischen Abgleich mehr oder weniger durcheinander bringen.

Antwort
von FragenRatgeber, 23

Hallo Frank,
es lohnt sich schon weil du Zeiten für Abwesenheit automatisch runterregeln lassen kannst und Zeiten für Anwesenheit hochregeln. Zudem sparst du dir das ständige anpassen zwischen zu warm, zu kalt und das runterregeln beim Lüften weil sonst die Heizung hochregelt. Ich habe zwei autom. Thermostate im Wohnzimmer und Schlafzimmer eingebaut und habe pro Stück ca. 25 EUR bezahlt.
Kurzum: Man soll bis zu 30% Heizkosten dadurch sparen können und es ist bequemer! :)

Kommentar von NSchuder ,

Die maximale Einsparung liegt lt. Stiftung Warentest bei maximal 10%. Klar dass die Hersteller da andere Werte versprechen.

Das Ganze bringt auch nur was wenn Du sonst keine Möglichkeit hast die Temperatur zeitgesteuert zu senken.

Kommentar von Onki73 ,

Man soll Heizkosten sparen KÖNNEN. Keiner Garantiert das.

Wenn man die Heizung runter regelt, gibt das Haus trotzdem an der Fassade fleißig weiter Wärme an die Umwelt ab oder stoppt das auch sofort?

Diese in der Wand fehlende Wärme wird mit dem Wiederanheizen der Wand wieder komplett zugeführt, wobei die Heizung dabei mit höherer Vorlauftemperatur arbeitet und dadurch die Verluste (heißere Abgase) steigert.

Wenn man nach dem Runterregeln allerdings wartet, bis die massiven Wände weniger Wärme an die Umwelt abgeben, dann kann man schon Heizenergie sparen. In der Regel dauert dieser Vorgang 3-5 Tage, denn massive Wände sind stark wärmespeichernd.

Also Tag- oder Nachtabsenkungen führen in der Regel zu keiner Energieeinsparung, es sei denn, man wohnt in der EG-Wohung mit Schaufensterscheiben, die keine Wärme einspeichern oder im Leichtbauhaus mit Pappwänden.

Antwort
von Onki73, 20

Nein. Einsparungen, die die Investitionskosten übersteigen, sind in einem angemessenem Zeitraum nicht zu erwarten.


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